Wo ist mein Raid 2.![]()
Wo ist mein Raid 2.![]()
Also eine Sache bei den Awards jedes Jahr ist, dass die Filme da immer recht neu sind und zu beträchtlichen Teilen noch nicht in Deutschland veröffentlicht wurden. Man erwartet irgendwie immer, dass die Filme, die einem sehr präsent sind, endlich nen Preis kriegen, nur sind die bereits 1-2 Jahre alt, wenn nicht älter. Und da immer nur Filme des jeweiligen Vorjahres nominiert werden dürfen, sind das tatsächlich fast nur "Newcomer", bzw. Filme, die unbekannt wirken und ihr potential erst in ein paar Jahren entfalten.
Im Vorfeld die Auswahl zu verdammen, obwohl man kaum welche der Filme gesehen hat, geschweige denn sich über alle informiert hat, ist nicht besser, als Ronaldo zum Weltfußballer zu ernennen, weil man von den anderen Fußballern noch nix gehört hat (woa, der Vergleich hinkt wie ein Glas Weißbier).
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Von den genannten hab ich wie immer so gut wie keinen Film gesehen. Aber richtig vorgemerkt hab ich mir aus der Best Picture Rubrik (unabhängig von der Nominierung): Birdman, Whiplash und Grand Budapest Hotel. Alles andere ist mir erst mal egal. Kleine Notiz an mich. Die Jahre seit meinen Geburtstag abklappern und mal ein wenig Oscarkino nachholen (sofern nicht schon ein ganzer Haufen unbewusst zelebriert wurde).
Lego Movie fand ich im Übrigen als Fan des Spielzeugs von annodazumal mega enttäuschend. Der war mir im Vergleich zu einigen anderen animierten Filmen nicht smart genug und für mich dann auf Dauer doch etwas zu kindisch. Ihm fehlte etwas vom unterschwelligen Witz, den es in so vielen animierten (Kinder)filmen heutzutage gibt. Dennoch: nett gemacht, hatte mir aber weit mehr versprochen. So ist er nur einer der teuersten (und längsten) Werbefilme in der Geschichte eines Spielzeugherstellers.
Der war allem voran brechreizerregend hyperaktiv. Ein typischer Film für die Generation ADHS, die auch so einen Dreck wie Phineas und Ferb gut finden. Kann gut sein, dass es daran lag, dass man effektiv Werbung für das Label machen wollte - was es auch war, der Film war blöd. Erinnerte mich sehr an einen Michael Bay-Flic. Ständig explodiert was, dazwischen dumme Sprüche.
Das einzige gute war das, was am Ende passiert ist. Ich sag's jetzt nicht wegen SPOILER und so
Mio ist derbe alt. Eigentlich bin ich auch nciht so der Fan von Filmen wo ständig alles auf einmal passiert (ich hasse u.a. Enter the Void immer noch mit der feurigen Leidenschaft von zwanzig Kohlegrills), aber beim Lego-Film fand ich das alles super durchgeführt.
Dass Raid 2 gesnubbt werden würde war mir nebenbei erwähnt klar wie Kloßbrühe.
Ich habe mir die Tage ein paar "Oscar Filme" zu Gemüte geführt. Boyhood, Imitation Game, Birdman - umgehaun hat mich wirklich keiner.
Am besten gefallen hat mir jedoch Boyhood. Im Großen und Ganzen ein wirklich schöner Film, wenn man mit den richtigen Erwartungen rangeht. Obwohl der Film im Prinzip einer Aneinanderreihung von zunächst wahhllos erscheinenden Szenen enstpricht, wirkt das ganze sehr harmonisch und stimmig. Hinzu kommen noch die Zeitsprünge. Trotzdem schaut man gerne zu ohne gelangweilt zu sein. Kurz gesagt, sehr gute Leistung von Regisseur Linklater.
Birdman war auch gut, hier sticht vorallem die Schauspielleistung von Keaton und Norton heraus. Der Film an sich ist natürlich Geschmackssache. Mich hat er streckenweise etwas genervt. Ich fand auch die (Jazz) Musik furchtbar. Aber wie gesagt, sehr subjektive Bewertung.
Imitation Game hat mir gar nicht gefallen. Fand ich tot langweilig und klischeebehaftet. Typischer Film mit dem unsichtbaren Label "Bitte nominiert mich für den Oscar".
Zu guterletzt noch meine Meinung zu Nightcrawler. Für bester Film hätte ich ihn nicht unbedingt nominiert. Aber Gyllenhall nicht für best Actor zu nominieren ist genauso absurd wie die Ignoranz gegenüber Lego Movie bei Animations. Selten, wirklich sehr selten..und ich schaue sehr viele Serien und Filme, habe ich einen so schmierigen widerlichen Charakter wie Gyllenhalls Louis Bloom gesehen. Der Kerl trägt den kompletten Film ganz allein mit einer starken Leistung. Dominanz ist wahrlich das richtige Wort dafür, da man eigtentlich die ganze Zeit nur daran denkt wie eklig dieser Typ ist. Der eigentliche Film tritt so eher in dne Hintergrund. Und nach dem Abspann sagt man auch nicht "War das ein toller Film" sondern eher "Man man, war das ein widerlicher Kerl".
BEST PICTURE Birdman
ACTOR IN A LEADING ROLE Michael Keaton for "Birdman"
ACTRESS IN A LEADING ROLE Julianne Moore for "Still Alice"
DIRECTING Richard Linklater for "Boyhood"
FOREIGN LANGUAGE FILM Leviathan (Russia)
ANIMATED FEATURE FILM How to Train Your Dragon 2
SCREENPLAY (Original) "Nightcrawler" by Dan Gilroy
CINEMATOGRAPHY Emmanuel Lubezki for "Birdman"
PRODUCTION DESIGN Interstellar
SOUND EDITING Interstellar
SOUND MIXING Interstellar
VISUAL EFFECTS Dawn of the Planet of the Apes
Das sind die Kategorien wo ich wenigstes ne klare Präferenz habe, bei anderen ists mir schlicht egal oder hab die Filme einfach nicht gesehen. Bei den Supporting Actors würd ichs 2-3 gönnen, bei den Supporting Actresses wärs mir einfach lieber, wenn Knightley oder Streep ihn nicht bekommen würden.
Ich liebe die Oscars heiß und innig. Dieses Jahr mehr als sonst. Boyhood, Grand Budapest Hotel, Whiplash und Birdman sind supi. American Sniper ist doof.
Bets'n stuff:
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Dito. "Mega-enttäuscht" war ich jetzt nicht, ich mochte den Film schon und würde auch sagen, dass der ganz gut war. Vor allem technisch-visuell. Aber einerseits aufgrund von Erinnerungen aus Kindheitstagen und andererseits und vor allem wegen den ultra-positiven Bewertungen habe ich auch etwas mehr erwartet und mich vom Hype mitreißen lassen. Die besten Gags und originellen Ideen haben sie eigentlich alle schon in den Trailern verbraten, da kam sonst nicht mehr so viel. Am meisten gestört hat mich allerdings dieses spoilergefährliche Ende, das mich sehr rausgerissen und imho einfach nicht gut gepasst hat.
Trotz allem muss ich sagen, dass der Film eine Oscar-Nominierung als bester Animationsfilm auf jeden Fall verdient gehabt hätte. Alleine schon deshalb, weil es mal was anderes war als der übliche Einheitsbrei. Und wenn man bedenkt, wie diverse Leute den im Vorfeld schon als überlange Produktwerbung abgetan hatten, finde ich es doch erstaunlich, wie sehr The Lego Movie auf eigenen Beinen stehen und einen eigenen Charme entwickeln konnte, auch wenn er nicht perfekt war. Ehrlich, da sind die Star Wars Prequels tausend mal deutlicheres Spielzeug-Advertising gewesen.
Ich ärgere mich sehr, dass Whiplash, Imitation Game und Birdman hier noch nicht draußen sind.
Aber mal ganz ehrlich... bis auf Boyhood könnte man die Kategorie "Bester Film" umbenennen in "Männer und ihre Leidenschaft/Obsession". Mit einem ganz starken Fokus auf Biopics. Super durchschaubar, super langweilig. Und dann sind da Kategorien wie "Film Editing", wo einfach nur Filme drin sind, die sowieso schon unter "Bester Film" im Rennen sind... ehrlich? War der Schnitt von z.B. Interstellar so scheiße, dass er nicht gegen American Sniper anstinken kann?
(Ich glaube ihnen ja, dass American Sniper ein gutes Drama ist. Ich glaube ihnen nicht, dass es ein großartig gemachter Film ist. Es ist Clint Eastwood verdammt.)
Bei The Lego Movie stimme ich zu, der hätte als bester Animationsfilm nominiert werden sollen. (Das Lied hingegen... wirklich? Das Lied ist super für den Film, aber habt ihr euch mal den Lonely Island Part angehört? Der ist grottig.)
Ich finde es auch irgendwo lustig, dass ich Grand Budapest Hotel für den schlechtesten Film von Wes Anderson halte, und ihn die Kritiker total abfeiern. ^^
Aber ich schätze insgesamt passt es ungefähr. Solange Boyhood wirklich nicht jede Kategorie abräumt. Ich mochte den Film sehr, aber z.B. Ethan Hawke hatte in dem Film einfach keinen oscarwürdigen Charakter. Absolut überhaupt nicht. (Und ich liebe den Kerl als Schauspieler und bin schon super gehypet auf Predestination und alles.) Und auch der Film selbst war einfach kein großes Kino. Es war ein nettes Drama, das durch seine Machart und seine einfache Ehrlichkeit begeistern konnte. Es war längst nicht der beste Film des Jahres.
Alle acht Nominierungen für Bester Film haben zusammen gerade einmal 200 Mio an der Box Office eingespielt (davon Grand Budapest Hotel am meisten mit alleine schon knapp 60 Mio). Das ist der mit weitem Abstand niedrigste Wert, seit die Academy 2009 die Beschränkung auf nur fünf Nominierungen wieder aufgehoben hat und bis zu zehn zulässt. Das krasseste Tief davor war 2011, und da hatten zum Zeitpunkt der Nominierungsbekanntgabe alle Titel der Kategorie immerhin bereits 520 Mio eingespielt.
Sagt eine Menge über die Diskrepanz zwischen Popkultur und (oft genug Pseudo-)High-Art-Anspruch der Academy aus, oder?
Ich wünschte mir in dem Zusammenhang seit jeher eine Verleihung, die Filme insgesamt feiert, und nicht den größten, bekanntesten, erfolgreichsten und arguably beliebtesten Bereich davon entweder ausschließt oder ganz bewusst auf die Seitenlinie verdrängt, zugunsten von "Oscar-Bait-Filmen", die oft schon so eine Art eigene Kategorie ausmachen (und fast immer Dramen oder Ähnliches sind, und dann am besten noch typische Ami-Themen ansprechen). Trotzdem muss ich sagen, dass die Oscars dieser Idee - auch dank der Prestigeträchtigkeit - immer noch am nächsten kommen, die Schauspieler und Kreativen dort ernsthafter geehrt werden (sollte dann nur noch die richtigen treffen, ne?), auch posthum, und sowas wie die MTV Movie Awards & Co, wenn auch immer nett anzusehn, kein echter Ersatz sind. Da wäre es mir schon lieber, wenn ein paar neue interessante Kategorien eingeführt werden würden, die diesen klaffenden Graben ein wenig ausgleichen. Und sei es nur, eine Publikums-Trophäe rauszuhauen oder so. Oder, wenn schon Animations- und Dokumentarfilme gesondert geehrt werden, warum nicht gleich auf spezifische Genres eingehn? Wenn es zu viele Kategorien zu werden droht, können sie von mir aus gerne den Tonschnitt oder sowas weglassen, denn auch wenn ich nicht bestreiten möchte, dass das für Filme von Bedeutung ist, hat diese Kategorie jemals irgendjemanden gekümmert? Oder hat irgendeiner von euch schonmal einen Film gesehen und sich gedacht "Wow, was für ein sagenhaft guter Tonschnitt!" ?! Als nervig empfinde ich wirklich, dass das Weglassen so vieler populärer Titel eben diesen schlichtweg nicht gerecht wird und ihnen Qualitäten in Abrede stellt, die sie in vielen Fällen mindestens ebensosehr besitzen wie die tatsächlich nominierten Kunstfilme.
Ich schätze, wenn ich mal versuche, mich zurückzuerinnern, ist es in den letzten Jahren diesbezüglich schon ein kleinwenig besser geworden. Aber dahingehende Veränderungen scheinen leider nur extrem langsam vonstatten zu gehen. Immerhin sind die Popkultur-Ikonen inzwischen so groß und relevant geworden, dass die Academy sie nicht mehr so ohne Weiteres komplett ignorieren kann. Schließlich würde ein Ansehens- und Glaubwürdigkeitsverlust damit einhergehen, wenn irgendwann nur noch solche artsy Filme Oscars bekämen, die bis auf eine winzige Minderheit keine Sau interessieren.
http://www.rogerebert.com/festivals-...-and-fun-facts
Diese "Fun Facts" sagen mir eigentlich nur, dass die Academy sowohl den Draht zum Mainstream-Publikum als auch den Draht zu den Kritikern verloren hat. Und dass sie Meryl Streep verdammt nochmal mehr lieb haben, als es anderen Schauspielerinnen gegenüber gerecht ist.Zitat
"Under the Skin" konnte ich nicht leiden, war aber ein wahnsinniger Kritikerliebling. "Calvary" war tatsächlich großartig und gilt ebenso bei vielen Kritikern als einer der besten Filme des Jahres. "Life Itself" galt als eine der besten Dokus und zumindest bis "Citizenfour" als absoluter Oscarfavorit. Und so weiter.
Warum ist niemandem nach "The Imitation Game", "Selma", "American Sniper" und "The Theory of Everything" aufgefallen, dass das vielleiiiiicht zu viele Biopics sind? Und dass da vielleicht jemand (alle) etwas voreingenommen sind? Und dass insgesamt 21 Nominierungen verteilt auf diese 4 Filme vielleicht ein bisschen viel ist? Und dass es vielleicht, vielleicht, vielleicht... noch andere Filme dieses Jahr gab? ("The Theory of Everything" soll abgesehen von seinen beiden Hauptdarstellern nicht einmal sonderlich gut sein...)
Ich denke, was mich daran eben auch so stört, sind diese zwanghaften Doppelnominierungen. Wenn ein Film für "Bester Film" nominiert wurde, "muss" er auch für ein paar der anderen Kategorien nominiert werden - sonst wär's ja nicht der beste Film des Jahres, ne? Das ist aber Mist. Das führt dazu, dass gerade diese ganzen anderen tollen Filme, die dieses Jahr rauskamen, untergehen.
Naja, ich erzähle hier niemandem was Neues, aber als ich da eben aufgelistet sah, wer so alles "vergessen" wurde (und wie häufig Meryl Streep nominiert wurde, ich meine come on, ehrlich?), war ich doch ziemlich enttäuscht.
Jo. Wo bleibt die großangelegte Gegenveranstaltung der Filmkonzerne, die sowieso mehr Geld im Mainstream machen? Oder gibt es die schon, und sie kriegen es nur nicht hin, sie ordentlich zu vermarkten?
Wow, man stelle sich mal vor, die würden plötzlich einführen, dass ein Film nur noch einmal nominiert werden kann ...Zitat
Macht nicht viel Sinn, aber das wäre die wunderbarste Apokalypse. <3
War der überhaupt jemals wirklich vorhanden ^^ ?
Hmm. So weit würd ich zwar nicht gehn, aber ich fände den indirekten Vorschlag von Schattenläufer mit Einschränkungen schon recht sinnvoll, also bezogen auf "Bester Film". Wenn einer dafür nominiert wird, dann sollte er nicht noch in zig anderen Kategorien punkten dürfen. Oder vielleicht nur in drei bis fünf. Fänd ich gut. "Bester Film" sind sowieso nur extremst selten solche geworden, die mich besonders gekümmert hätten, von daher...
Das Problem ist halt, dass es ja nicht nur eine einzige Bester Film-Nominierung gibt, sondern acht oder manchmal sogar zehn. Ich verstehe, worauf du hinaus willst, aber wenn neun von zehn der besten Filme des Jahres (und bei der Anzahl ist die Wahrscheinlichkeit schon sehr hoch, dass zumindest ein paar davon was taugen) komplett leer ausgehen, und das wäre bei einer Beschränkung auf nur diese eine Trophäe zwangsläufig der Fall, ist das imho auch keine gute Lösung. Trotzdem krankt es ganz einfach am Ausmaß. Denn wenn besagte zehn Filme alle auch gleich für zehn Oscars nominiert werden, dann bleiben zu viele andere auf der Strecke (und die Verleihung selbst wird auch viel langweiliger).
Ach ja, und dito zu Meryl Streep. Irgendwann ist auch mal gut. Sie ist eine tolle Schauspielerin, aber so überragend, wie sie die Academy seit Ewigkeiten zu sehen scheint, ganz gewiss auch wieder nicht. Dafür sollten den jüngeren Nachwuchs-Stars lieber mal mehr Chancen eingeräumt werden.
Geändert von Enkidu (20.01.2015 um 18:18 Uhr)