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Thema: Star Trek Discovery

Baum-Darstellung

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  1. #11
    Wow, bin erleichtert und zufrieden. Star Trek Beyond war ein guter Film finde ich
    Natürlich nicht perfekt und immer noch mit einigen Macken, aber im Prinzip alles, was ich mir davon erhofft hatte, soll heißen um Weeeelten besser als die beiden Vorgänger! Beyond ist ein schnuckeliges, eigenständiges Abenteuer mit erheblich gesteigertem Spaßfaktor. Das liegt vor allem daran, dass die Handlung nicht so überfrachtet und wirr ist oder sich selbst für wahnsinnig schlau und toll hält wie bei den kläglichen Versuchen von Abrams, Orci & Kurtzman, die es trotz allem noch geschafft hatten, durch uninspirierte Settings und kompromisslose Konzentration auf die schwächsten Charaktere (New Kirk und New Spock) super öde eintönig zu bleiben. Die neue Geschichte weiß dagegen mit abwechslungsreichen Umgebungen (schicke neue Raumstation und fremder Planet, beide mit interessantem Design) und vor allem einem höheren Stellenwert für die Crew als Gruppe zu überzeugen. Endlich bekommen auch die anderen Charaktere mal ein bisschen wohlverdiente Screentime und werden durch Trennung und zeitweise Pärchenbildung in hervorragende Kombinationen gesteckt, die seit dem Reboot kaum oder gar nicht zu sehen waren. McCoy halte ich dank Karl Urban nach wie vor für die beste Figur in den Kelvin-Timeline-Filmen, also hilft es sehr, dass er diesmal mehr zu tun bekommt - von seinem Zusammenspiel mit Spock war bisher nämlich auch viel zu wenig zu sehen. Jetzt gibts endlich wieder zynische Sprüche an der richtigen Stelle ^^

    Tonal weit weniger möchtegern-düster als zuvor. Gibt schon einige recht ernste Stellen, aber insgesamt fühlte sich Beyond unbeschwerter und lockerer an. Den Beastie Boys Song mag ich zwar noch immer nicht, aber ich muss den Filmemachern wirklich lassen, dass sie das wenigstens ganz clever in die Story eingebaut haben. Als Bonus bekommen Star Trek Fans dann auch noch diverse kleine Anspielungen und Anekdoten zum Franchise Jubiläum spendiert, die zwischendrin eingestreut wurden. Sogar die Xindi und der Krieg gegen die Romulaner wurden kurz erwähnt *g* Jaylah (Sofia Boutella) war eine willkommene Ergänzung zum Cast. Hat mir gefallen und mich sehr an die Figur Noss aus der Voyager-Episode "Gravity" (Staffel 5) erinnert, die auch handlungstechnisch starke Ähnlichkeiten aufweist. Darüber hinaus war die Zerstörung der Enterprise in der Anfangsphase des Films - da das in diversen Trailern vorkam betrachte ich das jetzt mal nicht als Spoiler - immerhin schön in Szene gesetzt und vom Ablauf her anders als bisherige Abstürze -_^

    Ein Riesenvorteil steckt übrigens im Look und der Cinematography! Ich kann gar nicht deutlich und oft genug betonen, wie sehr mich der ultimative Lensflare-Overkill der Vorgänger genervt hat, durch den einem andauernd die Sicht versperrt wurde. Alleine das zerstörte diese Filme für mich bereits in Verbindung mit der wackeligen Kamera und dem heftigen Übermaß an schrägen Perspektiven /Kamerafahrten (Dutch Angle bis einem schlecht wurde etc.), ungeachtet aller anderen inhaltlichen Mängel. Klares Zeichen drittklassiger Regie. In Beyond dagegen? Nichts davon mehr zu spüren! Mir ist kein einziger Lensflare bewusst aufgefallen, und die Perspektiven sind nicht nur nicht störend, sondern stattdessen dezent innovativ mit ungewöhnlichen Einstellungen ausschließlich in Momenten, wo sowas auch wirklich hineinpasst. Kein amateurhaftes pseudo-artsy Mittel zum Zweck mehr.



    Beyond ist allerdings auch nicht ganz ohne Probleme. Wie erwartet bei Justin Lin bleibt es vor allem eine wilde Achterbahnfahrt und selbst die wenigen ruhigen Momente sind so aufgeladen, dass sie keine Verschnaufpause liefern. Wer sein Star Trek im Kern gerne mit philosophisch-moralisch-ethischen Themen hat, der wird auch hier leider nicht fündig werden. Die Actionszenen sind zahlreich, wenn auch gelungen. Ferner kämpft der Film mit ein paar Handlungslöchern und damit verbunden mit einem eher schwachen Schurken:



    Alles in Allem bin ich froh, wie Beyond geworden ist. Kein großes Meisterwerk, aber rundum sympathische, ordentliche, anständige Popcorn-Unterhaltung. Nach den Katastrophen, die Abrams Filme für mich von vorne bis hinten waren, hatte ich das kaum noch zu hoffen gewagt. So lange letzterer nicht wieder im Regiestuhl sitzt und Orci und Kurtzman bitte so weit wie möglich vom Drehbuch ferngehalten werden, hätte ich nichts gegen den bereits geplanten vierten Teil. Da Anton Yelchin ja traurigerweise nicht mehr dabei ist und sie Chekov auch nicht recasten wollen, fänd ichs schön, wenn sie endlich mal dauerhaft eine neue Figur als Teil der Crew einführen würden, um etwas Schwung reinzubringen.
    Ja, Beyond erfindet handlungstechnisch das Rad nicht gerade neu. In vielen Punkten denkt man sich, das alles irgendwo schonmal so ähnlich gesehen zu haben. Aber für mich ist das kein wirklicher Kritikpunkt, sondern nach den jüngeren Entwicklungen der Franchise eher positiv! Besser etwas Altbackenes solide und gut umsetzen, als zum reinen Selbstzweck bemüht mit befremdlichen Plot-Devices um sich zu werfen, die als Film letztenendes auseinanderfallen.

    Trivia am Rande: Selten einen Film gesehen, an dem dermaßen viele Produktionsfirmen beteiligt waren (Skydance, Alibaba Pictures, Huahua Media, Bad Robot Productions, Sneaky Shark, Perfect Storm Entertainment, Paramount), von denen ein Großteil am Anfang auch eingeblendet wird o_O Und jepp, Star Trek Beyond ist sowohl Leonard Nimoy als auch Anton Yelchin gewidmet :'-)


    Hier das MovieBob Review, dem ich diesmal voll und ganz beipflichten kann und der meine Meinung im Wesentlichen auf den Punkt bringt:


    Geändert von Enkidu (26.07.2016 um 18:09 Uhr)

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