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Thema: Diskussion über trotzige Entwickler

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  1. #1
    Zitat Zitat von Sabaku Beitrag anzeigen
    Ich hab keine Frage gerolleyed, ich find die oben beschriebene Einstellung kindisch, die nach wie vor vorherrscht, wie man jedes mal mitbekommt, wenn jemand das Thema wieder ausgräbt.
    As said ich habe das gefühl das eher die auswahl an Spielen dieser Art mangelt als der möglichkeit es umzusetzen.
    Einen 100% Konsenz zu finden ist allerdings zum einen unmöglich zum anderen nicht wünschenswert, wir menschen wachsen an den strömungen mit denen wir uns auseinanderstetzen.

    Ob es sich lohnt darüber aufzuregen ist allerdings fraglich.


    Zitat Zitat von Sabaku Beitrag anzeigen
    Mich interessieren die Entwickler eigentlich nicht, mich interessiert ihr Werk. Angenommen der Typ der dachte, es wäre cool, einen Simulator über eine Ziege zu machen, wäre Homophob - ich weiß es nicht, denn ich kenne die Entwickler/den Entwickler nicht, erst recht nicht persönlich - macht dass das Spiel weniger amüsant? Nein, und zudem wird sowas heutzutage meistens in die Welt rausgeschrien, weil man den Leuten einfach ernsthaft einen reinwürgen möchte, und ganz ehrlich : Dem blödsten Hören-Sagen würde ich nicht trauen.
    Such dir mal ein Paar Artikel über Phil Fish und du kannst vielleicht nachvollziehen, was für eine Art von Ablehnung eines Entwicklers ich meine. Es geht hier nicht um Leute, die im echten Leben kleine Hunde ertränken, sondern Leute wie hier im Atelier, die zu einem Thema Stellung beziehen - "Ich find dein Spiel nicht so geil", "ich finds nicht so gut dass jeder zweite Held ein 15 jähriger Schwertkämpfer ist", "ich find JRPGs Scheiße" - und sich deswegen bei anderen scheinbar so unbeliebt machen, dass sie es nicht Wert sind, dass man ihr spiel auch nur mit dem Arsch ankuckt und noch ärgeres. Wo wir übrigens wieder beim XP und seiner Grafik sind, der ja für viele auch ein Grund ist, Spiele nicht zu spielen, obwohl in irgendwelchen Diskussionen so oft runtergeleiert wird, dass man ja grafisch total unanspruchsvoll sei. Verrückt!
    Grafisch nicht anspruchsvoll != Ansprüche an die ästhetik. Aber das ist ein anderes Thema.

    Du hinterfragst ob es gerecht ist einen Phil fish zu hinterfragen, oder eine Zoey quinn, ob es sich lohn gamersgate zu verurteilen und eine weitere debate über sexismus zu führen? Ist Kickstarter gestorben, Sind wir nicht alle hier um einem Hobby zu fröhnen`? was erdreisten sich diese entwickler ihr spiel kommerzialisieren zu wohlen und außerdem ist Vampires Dawn ohnehin Scheiße denn es ist nicht Velsabor. Warum lesen so viele Menschen bild? warum hassen soviele leute Hartz IV empfänger?
    Wir menschen (vor allem die nutzer dieses anonymen mediums namens Internet) Streiten uns darüber ob eine Mana leiste noch zeitgemäß ist oder ob wir uns nicht progressiv im kollektiv davon wegbewegen sollten.

    während wir darüber debatieren führen wir krieg gegen die Nationen welche dem Unheiligen Folgen, diesen nicht christen. Im Namen der Angst Sterben Menschen beider seiten. Warum? weil vermeintlich jemand vor jahren in mit einem flugzeug in ein Hochhaus geflogen ist der aus diesem Land kommt. hah.


    Mir ist die Debatte um phil fish bekannt, wer im kapitalismus und der demokratie etwas erreichen möchte muss die spielregeln meistern, wer das nicht kann verliert.
    Das bezieht sich nicht nur auf leute wie phil Phish... sondern auch an leute wie polanski ... oder Politiker im weißen Haus die sich mit praktikantinnen vergnügen oder Verteidigungsminister die Vermeintlich dinge fälschen.

    Wer sich zur Person der öffentlichkeit macht muss mit den Konsequenzen leben.
    Leute die als Entwickler bekannt im Atelier sind müssen dies auch tun, wenn auch im viel kleineren rahmen.

    Das sieht man auch wenn die lets player mal wieder über ein spiel herziehen und flak von der anti-lets-player fraktion bekommen.

    Ist das Alles unfair? Ist das alles kacke? ist die Menschheit zu Blöd über den eigenen tellerand zu blicken?

    Es is Herrlich was wir sind, du, ich, alle anderen in diesem Board. Und die tatsache das du es besser weißt in diesem thema sollte dir nur zeigen das du selbst diesen unzulänglichkeiten erliegst wenn es um etwas anderes geht.
    Empathie ist hier das schlagwort, verstehe wenn du selbst verstanden werden willst, und vuielleicht wird alles ein bisschen klarer. Auch wenn man diesen Irrsinn nicht besiegen kann letztlich.

    Zitat Zitat von kelven
    Das kommt aber auch auf die Person an. Ich finde z. B. die Filme von Polanski trotz der Vorwürfe (sexueller Missbrauch, falls jemand nicht auf dem Laufenden ist) immer noch gut.
    du kanntest die filme von polanski jedoch auch vor diesem skandal nicht war?

    Wenn dir jetzt eine Fremde person ein Musiktitel einer Rechstrock band empfehlen würde, welcher ohne dein wissen absolute nicht rechts ist) sondern eine unglaublich schöne Liebesballade, wärest du vorurteils frei?
    die sache ist die, wenn diese person nicht fremd wäre wurde sie dich vielleicht davon überzeugen zu können das dieser eine Titel nicht rechtsradikal ist. Und du würdest das Stück vielleicht zu würdigen wissen.
    Aber dir eine CD von einer Band die ihre Hüllen mit swastikas schmückt zu kaufen wäre dir vielleicht trotzdem zuviel?

    Ich meine der kauf, wenn auch nur wegen dieses einen Schönen stückes, Impliziert doch auch das du etwas unterstützt was (jetzt kommt meine meinung) in sich selbt schlecht ist. Könntest du jemanden oder etwas mit geld unterstützen wenn diese etwas mit diesem Geld tun könnten für das du niemals einstehen kannst?

    Ein künstler bleibt mit seinem Werk verbunden.

    Das ist der grund warum ich dich kenne, das ist der Grund warum dich auch unheimlich viele Internationale spieler kennen Kelven games sind ein begriff .

    Und das ohne dich zu kennen.

    (man das hört sich creepy an)

  2. #2
    @Daen
    Der von mir Zitierte meinte das aber glaube ich viel restriktiver. Spiele bevorzugen heißt ja nicht Spiele ablehnen. Ich würde für ein modernes Spiel jedes Maker-Spiel liegen lassen und trotzdem spiele ich sie. Oder hattest du es so gemeint, dass dir wirklich nur die Spiele mit SNES-Grafik gefallen?

    @Lord of Riva
    Menschen haben natürlich unterschiedliche moralische Grundsätze (obwohl es in gewisser Weise schon einen Konsens gibt), auf deren Grundlage wir alles bewerten. Dabei sind wir oft widersprüchlich oder egoistisch, aber das ist vollkommen in Ordnung. Ich kann verstehen, dass Sabaku das Verhalten gegenüber dem Fisch kritisiert - ich hab übrigens absolut keine Ahnung worum es da geht - und es an anderer Stelle vielleicht genau andersherum sehen würde.

    Viele der Filme kannte ich schon vorher, das stimmt. Zum Musik-Beispiel: Ich würde eine rechte Gruppe nicht unterstützen, aber ich wäre vermutlich zu egoistisch, ein Lied - von dem ich jetzt mal annehme, dass es kein rechten Inhalte hat - nicht mehr zu hören, wenn es mir gefällt.

  3. #3
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    4. Die Community tut sich mit extremen oder polemischen Meinungen schwer, aber das ist ja menschlich und verständlich, weil extreme Meinungen dazu neigen, zu eindimensional zu sein.
    Nein. Larifari-Antworten wie "kommt aufs Spiel an" kriegen Zuspruch. Extreme Meinungen kriegen Gegenwind. Meinungen, die ins Detail gehen werden ignoriert. Bei Gegenwind kriegt man ja zumindest 'ne Reaktion.

    Zitat Zitat von Sabaku Beitrag anzeigen
    Also dass es bei einigen vom Entwickler abhängt, ob man etwas spielt oder nicht. Bestes Beispiel ist auch die Phil-Fish-Sache, bei der die persönliche Einstellung des Entwicklers zu irgendeinem Thema dafür sorgen kann, das er es "nicht verdient hat" dass man seine Spiele spielt, oder gar bezahlt. Krasse Sache, die ich irgendwie nicht so richtig nachvollziehen kann.
    Das Produkt und den Hersteller kann man nicht trennen. Man kann kritisieren, dass der Hersteller und das Produkt nicht getrennt betrachtet werden, aber ähnlich kann man kritisieren, dass es auf der Welt immer noch Hunger gibt, oder Menschen für Religion töten. Weder die Maker- noch die Indiegamerszene hat das erfunden und wir werden es auch nicht lösen. Vom Smartphone zum Spiel bis zum Taschentuch, das Image des Erstellers ist Teil der Kaufentscheidung. Ist so, finds doof, leb damit.

    Wenn ein Phil Fish sich aufführt wie er es nunmal tut, dann muss er damit leben wie es nunmal auf andere wirkt. Es gibt sicherlich auch ein paar Leute, die ihn wahnsinnig cool finden.

    Und was das "nicht verdient, dass man bezahlt" ist aus der Kiste "Selbstbetrug für Raubkopierer" so nach dem Motto "oh, ich finde EA doof, jetzt muss ich Battlefield 7 illegal downloaden weil ich die nicht unterstützen will!" ~ wenn man eine Firma oder eine Person boykottieren will, z.B. Phil Fish, Electronic Arts, Woody Allen oder die homophobe Nudelfirma, dann in dem man das Produkt nicht kauft oder nicht klaut. Das wäre konsequent.

  4. #4
    @Corti
    Ich hab mir unter extremen Meinungen aber schon etwas Arschigeres vorgestellt als unkonventionelle Ansichten und neue Ideen. Ich weiß trotzdem was du meinst. Jemand, der Altbewährtes ändern will, wird gerne schief angeschaut. "Das kommt darauf an" ist auch so eine Sache, hinter dem Spruch versteckt sich oft nur ein durch die Blume gesagtes Nein. Manchmal ist er aber auch nur eine Plattitüde, mit der man ein Pro und Contra einleitet.

  5. #5
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    "Das kommt darauf an" ist auch so eine Sache, hinter dem Spruch versteckt sich oft nur ein durch die Blume gesagtes Nein. Manchmal ist er aber auch nur eine Plattitüde, mit der man ein Pro und Contra einleitet.
    Nichts davon. Ein "kommt drauf an" ...ja worauf kommt es an? Das ist eine Phrase mit der man sich nicht festlegt. Wie soll man da auch widersprechen? Mit "kommt drauf an" kann man überall und zu allem etwas sagen. Man braucht keine Meinung, man macht sich nicht angreifbar, man tut niemandem weh und wirkt trotz allem noch ein bischen wie jemand, der genug im Detail ist, um zu verstehen, dass markige Sprüche nicht alle Fälle abdecken.

  6. #6
    Etwas mehr als ein "Das kommt darauf. Danke fürs Gespräch" kommt dann aber schon. Trotzdem relativiert man meistens deswegen, weil man eine vorher genannte These entkräften und dabei "diplomatisch" klingen will.

    Das führt mich wieder zum Thema zurück: Wie aufgeschlossen sind die Entwickler aus dieser Community gegenüber neuen Ideen oder Verbesserungsvorschlägen? Werden Veränderungen aus Prinzip abgelehnt und falls ja, warum eigentlich?

  7. #7
    Wann hatte hier das letzte mal jemand eine "neue" Idee? Also eine wirklich neue?

  8. #8
    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Wann hatte hier das letzte mal jemand eine "neue" Idee? Also eine wirklich neue?
    Was mir an Grundlegendem aus jüngeren Austauschen in Erinnerung blieb, ist beispielsweise dies: Könnte man Spiele nicht auch wie andere Medien narrativ arrangieren? Das wurde nicht als "Kommt drauf an"-Allerlei zerredet, sondern am Beispiel der Theateraufführung diskutiert. Inwieweit kann es sich für Spielentwickler lohnen, sich am Vorbild der 5 Akte anzulehnen, um ihre Erzählung gewinnbringend zu strukturieren?
    Daneben gibt es aktuell diverse laufende Versuche, den Spielaufbau nicht von der Makertechnik und -tradition beherrschen zu lassen, sondern ihn selbstständiger zu denken. Etwa hier oder hier.


    @ Maister-Räbbit
    Ich finde ein zweites belebtes Forum gut und es soll uns ruhig Konkurrenz machen. Jedes Forum überschaubarer Größe neigt dazu, eine sich letzlich herausgebildete Grundhaltung unter den Mitgliedern besonders zu belohnen. Wer im Einklang schwingt, wird gelobt. (Als ich noch neu im Atelier war, war ich auch noch in der Lage, den hiesigen Stil zu benennen. Inzwischen muss ich mir das erklären lassen, weil ich den Blick von außen eingebüßt habe.) Wenn es zwei Spielwiesen gibt, können sich die Entwickler nicht nur unter einem einzigen milden Zwang austoben, sondern unter zweien. Das mag Theoretikern nicht ideal erscheinen, ich halte es in der Praxis aber für einen schon recht ordentlichen Zustand.

    Die getrennten Inseln unterschiedlicher Diskussionskulturen, spielerischer Präferenzen und Dominanzräume jeweiliger Rudelführer gab es vor 7 Jahren auch schon einmal und ich sah das Quartier, das Kamikaze-Board und das Atelier als jeweils durchaus anders an. Wenn dann noch jemand als Wanddurchbrecher fungiert (Captain Smoker) und über organisierte Wettbewerbe regelmäßige Verbindungen zwischen den Foren schafft, können diese Wettstreite auch über den Ergebnisvergleich entkapselnd wirken (Welches Forum stellt die Sieger?). In so einer Konstellation benötigt man nicht einmal sphärische Kontemplations-Naturen, um auch mal die eine oder andere Frage gegen sich selbst zu richten. Das klappt dank des Wettbewerbreizes auch mit ganz normalen Menschen.
    Also lassen wir die Alternative schön erblühen - und dann rauben wir ihre Frauen.

  9. #9
    @real Troll:
    Dein Wolfenhain3D finde ich supercool. Die Idee sowas zu machen, kommt aber aus einer Zeit als in Tschernobyl noch Strom produziert wurde und irgendwann vor ein paar Jahren hat mal jemand im 2k3 irgendwas ähnliches gebaut, grafisch wesentlich hässlicher aber dafür mit flüssigerer Bewegung. Das macht es nicht weniger cool, aber neu ist es auch nicht.

    Ich kann dir nicht aus dem Kopf sagen ob schonmal irgendwelche Spiele nach dem Theaterakt-Modell gemacht wurden. Wahrscheinlichkeit? Hoch! Das macht es aus Sicht eines Makerforumsnutzers nicht weniger erstrebenswert mal drüber nachzudenken oder zu diskutieren, aber "neu" ist was anderes.

    Wirklich neue Ideen, die also in irgend ner Form kontroverse Diskussionen rechtfertigen, die passieren unheimlich selten. Einige Sachen werden von Makerleuten schon immer imitiert, andere Sachen erst seit kurzem und andere noch gar nicht.

    @Kelven:
    Ich kann nicht für caesa_andy sprechen, aber für das was ich so schreibe muss man nicht "offen" sein.

  10. #10
    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    @real Troll:
    Dein Wolfenhain3D finde ich supercool. Die Idee sowas zu machen, kommt aber aus einer Zeit als in Tschernobyl noch Strom produziert wurde und irgendwann vor ein paar Jahren hat mal jemand im 2k3 irgendwas ähnliches gebaut, grafisch wesentlich hässlicher aber dafür mit flüssigerer Bewegung. Das macht es nicht weniger cool, aber neu ist es auch nicht.

    Ich kann dir nicht aus dem Kopf sagen ob schonmal irgendwelche Spiele nach dem Theaterakt-Modell gemacht wurden. Wahrscheinlichkeit? Hoch! Das macht es aus Sicht eines Makerforumsnutzers nicht weniger erstrebenswert mal drüber nachzudenken oder zu diskutieren, aber "neu" ist was anderes.

    Wirklich neue Ideen, die also in irgend ner Form kontroverse Diskussionen rechtfertigen, die passieren unheimlich selten. Einige Sachen werden von Makerleuten schon immer imitiert, andere Sachen erst seit kurzem und andere noch gar nicht.
    ein großes, gutes maker Spiel nimmt jedoch auch Zeit oder? die meisten "regulären" Entiwckler hauen auch nicht mehr als ein spiel raus.
    Spiele wie Network, fast alle Vreeky games und Gods of Ashes lösen aber in mir zumindest dieses "neu" Gefühl aus, im Falle von Gods of Ashes sicherlich auch wegen kontroversität.

    Wenn die Entwicklung eines Spiels 4 Jahre in Anspruch nimmt ist fortschritt natürlich auch eher Zähflüssig. Es ist auch ein wenige schwer neuerungen der Spielewelt in etwas solang existierendes einzubauen. Wenn du mich fragst ob die SKS die makerwelt revolutionieren würde bzgl. neuer mechaniken und neuer Ideen würde ich natürlich mit "nein" antworten, ändert aber nichts daran das es Großartig sein wird.

    Ich bin mir jetzt auch nicht sicher ob der RPG maker dazu geignet ist das Rad neu zu erfinden, das programm ist ist in sich schon stark limitiert.


    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    @Kelven:
    Ich kann nicht für caesa_andy sprechen, aber für das was ich so schreibe muss man nicht "offen" sein.
    für Veränderung muss man immer ofen sein. Es gibt immernoch Evolutionskritiker, und "Gott hat uns alle erschaffen" ist sicherlich als erklärung für leben eher unwahrscheinlich, dennoch halten leute daran fest.

    Mir fällt es btw. auch zunehmend schwer deine definition von "veränderung" oder "neuen ideen" zu verstehen, was ich verstehe ist das dich da scheinbar was unheimlich frustriert.
    Ich kann nicht mehr erkennen was du als neu und innovativ akzeptieren würdest.

  11. #11
    @Corti
    Meinst du das im Sinne von "es sollte selbstverständlich sein" oder "offen ist, wer avantgardistisch denkt"? Für mich bedeutet Offenheit erst mal, dass man zuhört und versteht. Als du nach der Demo von "Schatten über Dämmertal" über Trefferwahrscheinlichkeiten sprachst, hab ich mir gesagt: Ja, das stimmt. Ich muss auch ehrlich sagen, dass mir die Absurdität früher nicht in den Sinn gekommen ist. Stattdessen hab ich mich nur darauf konzentriert, die Stärke eines Zustands von der Anfälligkeit abhängig zu machen. Es ist schon gut, wenn solche Themen angesprochen werden.

    Ich halte "etwas Neues machen" auch nicht für so wichtig, ohne das Gegenteil zu meinen. Ich sehe das ganz neutral. Manche Neuerungen sind gut, manche sind schlecht, manchmal nutzt sich etwas schnell ab, manchmal macht auch die tausendste Iteration noch Spaß. Dann hat "neu sein" auch etwas mit dem Erfahrungsschatz zu tun und, um das Relativieren wieder ins Spiel zu bringen, man kann sich sicher herrlich darüber streiten, was neu ist und was nicht (die Diskussion würde übrigens keinen Sinn machen, weil es egal ist, ob etwas neu ist oder nicht).

  12. #12
    @ Corti
    Noch nie Dagewesenes kommt bestimmt wieder mit der nächsten Technologie. Ob die Maker-Plattformen indes die richtigen Zauberhüte sind, in denen man so ein Kaninchen vermuteten darf, weiß ich nicht, glaube ich auch nicht. Ich halte es für unwahrscheinlich, dass mit den gegebenen Mitteln ein ganz neues Genre (Spielmechanik) aus der Taufe gehoben würde.
    Neue Technologien könnten auch die bisherigen Weisen, in denen erzählt wird, erweitern, indem nicht mehr ein Autor seiner Zuhörerschaft unveränderliche Mitteilungen schickt, sondern sich die Spieler selbst mit Erzählwerkzeugen verschränkte Welten bauen. Ein narratives Minecraft etwa.

    Von einem echten Novum auf Makerbasis wäre ich sehr überrascht. Rekombinationen aus Bekanntem dürften eher zu erwarten sein. Mal beispielshaft, mal ganz egozentrisch über mich:
    In El Dorado 2 habe ich mich an einem neuen Kampfsystem versucht, das den Knobelteil der Spielwelt im Kampf nicht liegenlässt, sondern auch hier aufnimmt. Auf die Art bleibt der Kampf ans Restspiel gebunden und der Spielcharakter wird durch einen durchgehenden Gestaltungszug durch die verschiedenen Spielbereiche (Erkundung, Kampf, Geplänkel) gestärkt. Das Kampfsystem mag tatsächlich in dieser Kombinationsform aus bekannten Einzelteilen neu sein.
    Nehme ich das jetzt immer? Nein. Nicht, weil es durch die Wiederholung sein Unübliches verlöre, sondern weil es für bodenständiger angelegte Abenteuergeschichten ungeeignet ist. Es gibt eine lange Regalreihe an bereits erdachten Gestaltungsmitteln, die immer noch in Gebrauch sind, weil sie eben was taugen. Will ich als Entwickler einen bestimmten Zweck erreichen, suche ich mir das bestmögliche Mittel (Was immer das in der Relation aus Zeitaufwand, Talent, Wissen über Vorhandenes, persönliche Vorlieben und dergleichen im Einzelfall heißt). EIne Abschätzung: Ist es wahrscheinlich, dass mir etwas alle bisherigen Lösungen überragendes einfällt? Kenntnis über Gewesenes kann viel wertvoller als eine milde vor sich hinblubbernde Kreativität sein. Ist das nun Innovationsfeindlichkeit oder Interesse an Problemlösungen?

    Kurz: Als etablierte Technologie wird der RPG Maker keine Radikalneuerungen entfachen, Rekombinationen sind viel eher zu erwarten, die wiederum stehen in Konkurrenz zu bereits entwickelten Maßnahmen als beste Lösung für das anfallende Problem. Das ist ein belastbares Kriterium, während "kontrovers", "ungewöhnlich" oder "neu" immer auch ein wenig wie das verlegene Lob klingen, wenn jemand sagt, na immerhin sei es doch ein "wichtiger Film" geworden.



    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen
    Dann hat "neu sein" auch etwas mit dem Erfahrungsschatz zu tun und, um das Relativieren wieder ins Spiel zu bringen, man kann sich sicher herrlich darüber streiten, was neu ist und was nicht (die Diskussion würde übrigens keinen Sinn machen, weil es egal ist, ob etwas neu ist oder nicht).
    Im Netz steigt die Chance, dass irgendein Sparteninteressent teilnimmt, der weiß, dass so etwas 1981 schon einmal von der kanadischen Wintersportindustrie in einem einsamen Hotelautomaten als Spielmechanik eingebaut wurde. Ob etwas neu ist, lässt sich im Forum viel besser als während eines Gersprächs auf der Parkbank bestimmen.

    Als egal sehe ich die Frage "Neu oder nicht?" nicht an. Klar, falls es schlechter wäre, hilft die Neuheit auch nicht viel weiter. Aber da hier niemand die Neuheit um ihrer selbst vergötzen möchte, können wir solche selbstverzweckenden Ansichten genausogut ausklammern. Bleiben zwei andere Fälle:
    Ist das Neue besser, ist auch die Neuheit nicht der eigentliche Ergötzensgrund, sondern eben die Eigenschaftsverbesserung.
    Ist das Neue gleich gut, ist das allerdings ebenfalls ein Zustandsgewinn, denn man hat eine gleichwertige Alternative gewonnen. Hier ist neu relevant.

  13. #13
    Ich weiß gar nicht, ob ich hier mitmischen soll, denn ich bin mir nicht mal sicher worum es hier eigentlich geht:

    Nach meiner Erfahrung ist die Kommunikation in Makerforen ohnehin schon immer von Sticheleien und Meinungsmache geprägt worden. (Solange ich mich in solchen Foren aufhalte zumindest. Korrelation? ^^)
    - idR scheint man immer auf 3 unterschiedliche Typen in solchen Diskussionen zu treffen:

    1. Den nachdenkenden, leicht entnervten Schreiber:
    Versucht andere auf Dinge hinzuweisen, die er /sie als richtig, oder zumindest besser erkannt hat. Teilt das anderen mit und das in einer Art, die schwächere Gemüter oftmals als Angriff (auf sich) erkennen/ fehlinterpretieren.

    2. Den Verteidiger, oder Angreifer (von irgendwelchen spezifischen Inhalten):
    Entweder um ein eigenes Konzept als perfekt darzustellen, oder aus ehrlicher Überzeugung, dass die eigene Vorgehensweise die richtige ist, bzw. die andere Sichtweise falsch ist. Sehr viel Konfliktpotenzial.

    3. Den gleichgültig Diplomatischen:
    Schreibt meist einfach seine Meinung, ohne groß auf Diskussionsthemen einzugehen und sichert sich mit diplomatischen Formulierungen vor jeglichen, eventuellen, zukünftigen Angriffen ab.

    Zudem ist mir noch aufgefallen, dass im nächstgrößeren, deutschen Forum (rpgmaker-vx-ace.de), anscheinend wesentlich mehr jüngere Entwickler und Spieler einsteigen, weil dort der Umgangston einfach unendlich viel freundlicher ist (aber dennoch nicht weniger kritisch, teilweise sogar deutlich kritischer, was einzelne Spielelemente angeht, wenn gefühlt auch nicht auf so hohem Niveau wie hier.) Ich habe sogar schon mehrmals gelesen, dass das Atelier das "Böse" Forum sein soll @_@
    (Wiederholt sich etwa die Geschichte? 2011 war das Quartier bei den meisten verhasst und das Atelier das "Nette" Forum ~ Ist natürlich nur Gedankenspinnerei)

    Zu "Kommt drauf an...":
    Ich gehöre voll in diese Kategorie. Und warum? Weil ich zu 90% überhaupt keine Lust habe, mich in die doch sehr detailverliebten Diskussionen einzumischen. Wenn mir nämlich nur indirekt und nicht direkt Fehler aufgezeigt werden, die ich mache, werde ich auch nichts in meiner Vorgehensweise ändern. Die meisten Erkenntnisse gewinne ich sowieso nur, wenn ich eigene Fehler mache, oder direkte Fragen zu einem Thema stelle, welches mich gerade beschäftigt.
    Ich würde mir z.B. nie einen Thread von Corti über Kampfsysteme durchlesen und alles davon in meinem Hirn abspeichern, sondern ich würde so einen Thread suchen, wenn ich Ideen und Einflüsse benötige, während ich gerade an einem KS bastle.
    So geht das hier mit den meisten Diskussionen. Sie sind zwar oft interessant, tangieren mich aber, außer zu bestimmten Zeitpunkten gar nicht. Ich weiß nicht wie vielen Entwicklern es hier noch so geht.

    Zu Entwicklern:
    Wie einige andere schon schrieben: Natürlich ist der Name des Entwicklers extrem wichtig für die Download-Entscheidung! Wer ein Spiel von jemandem mochte, kann sich meist sicher sein, eine ähnliche Qualität im nächsten Projekt des Erstellers vorzufinden.
    Dabei ist es auch Scheißegal, ob ein Newcomer gerade das neue "Velsarbor" reinstellt (was wohl so leider nicht passiert), oder ein bekannter Entwickler irgendeinen Hunz. Der bekanntere Entwickler wird sich über mehr Downloads und mehr Kommentare freuen können.
    (Zumindest bis zu einem gewissen Grad.)

    Zu Veränderungen:
    Das kann man wohl nur persönlich beantworten. Ich nehme Verbesserungsvorschläge und Hinweise immer gerne an. Nur leider gibt es davon einfach zu wenige. Klar, wenn man eine Vollversion veröffentlicht, oder eine Betarunde macht, dann kommt natürlich immer der eine oder andere Hinweis auf Dinge, an die man nicht gedacht, oder einfach vergessen hat. Aber es ist noch nie jemand an mich herangetreten um mir direkte Konzepte zu unterbreiten. Entweder weil der Großteil der Spieler zufrieden ist, weil sich niemand traut, oder schlicht aus Gleichgültigkeit.
    Wer weiß?

    Zitat Zitat von Corti Beitrag anzeigen
    Wann hatte hier das letzte mal jemand eine "neue" Idee? Also eine wirklich neue?
    Wenn du damit nicht meinst: "Wer hat komplette Spielmechanismen so revolutioniert, dass sie mit nichts anderem verglichen werden können." Dann lautet die Antwort selbstverständlich nein, denn im Grunde baut jedes "neue" Konzept auf bereits existierenden auf.
    Wenn du damit meinst: "Wer hat ein Spiel gemacht, dass es so noch nicht gab", dann würden mir sofort zig Spiele, allein in unserem Forum einfallen, die ungewohnte Wege eingeschlagen haben. Auch wenn ich weiß, dass du das nicht meintest, aber wozu denn überhaupt alles auf den Kopf stellen? Gewisse Dinge funktionieren prächtig und das seit Langem. Es reicht doch, wenn man vorhandene Zutaten zu etwas Neuem vermischt, sei es auch nur aus experimenteller Sicht. Schließlich kann man mit dem Maker solche Konzepte, oder sogar komplette Spiele in kürzester Zeit zusammenschustern und testen.

    Geändert von Mr.Räbbit (31.10.2014 um 10:14 Uhr)

  14. #14
    @Maister-Räbbit: Ich glaube du hast erkannt, was ich meinte ;-) Kelvens Frage danach, wie die Community mit "neuen Ideen" umgeht, ist also eher die Frage, nach welcher Logik Dinge, die es anderswo schon gab hier übernommen werden. Diese Logik oder dieses Muster habe ich noch nicht erkannt. Zuweilen werden neue Dinge und Trends sofort aufgegriffen, zuweilen ist es skandalös wenn man vorschlägt, 25 Jahre alte Kompromisse durch 15 jahre alte Varianten zu ersetzen.

    Ich glaube auch, dass die ganze Sache mit "der Makerszene" etwas schwierig in Tendenzen und Eigenarten zu beschreiben ist, weil die Makerszene in der Praxis aus so wenigen Individuen besteht, dass schon paar Leute, die warum auch immer den XP kacke finden einen Anteil darstellen, der im Bundestag zur Regierungsbeteiligung reichen würde.

  15. #15
    @Corti
    So weit wollte ich die neue Idee gar nicht fassen. Du weißt ja, wie die Diskussionen bei uns verlaufen und wie skeptisch die Entwickler selbst gegenüber kleinen Veränderungen (=neue Ideen) sind. Natürlich könnte mir das aber nur so vorkommen und deswegen sollte zunächst geschaut werden, ob die Entwickler wirklich so ablehnend sind und falls ja warum.

    @Maister-Räbbit
    Es im Kern darum, wie aufgeschlossen die Entwickler hier gegenüber anderen Ansätzen sind und ob nur aus Trotz an etwas "Schlechtem" festgehalten wird.

    Dass sich im Ace-Forum mehr jüngere Entwickler anmelden, hat denke ich weniger mit unseren Umgangston zu tun, als damit, dass der Ace der aktuellste Maker ist. Sucht man bei Google nach VX Ace, erscheint rpgmaker-vx-ace.de gleich als dritter Einträg (sucht man allerdings nur nach RPG Maker, ist das Atelier auf dem 3. Platz).

  16. #16
    Mal so als Frage an dich, Kelven: Schätzt du dich denn als "offenen" Entwickler ein?

    MfG Sorata

  17. #17
    @sorata
    Auf jeden Fall, ich stimme vielen der Vorschläge von Corti und caesa_andy ja zu. Natürlich handelt es sich meistens eher um kleinere Änderungen und Verbesserungen. Trotzdem halte ich es für wichtig, die Spielmechanik in einem RPG in Hinblick auf Benutzerfreundlichkeit, Verständlichkeit und Nutzen zu optimieren.

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