Hallo, mein Name ist Emma, Emma Ormalti, und ich bin gerade in einem Actionfilm gelandet. 'Hihi'.
So oder so ähnlich könnte eine kurze, auf amüsant getrimmte Einführung ihrer Person in diese Situation klingen. Aber Lachen war das Letzte, was sie auf diesen gefühlten Schlag in die Magengrube zu erwidern hätte. Eben noch schlurfend von der Universität auf dem Weg nach Hause, nichts Böses ahnend, daheim vielleicht die Pommes von gestern Abend nochmal aufwärmen, ein wenig Lesen, und dann Bamm, Schwärze. Als Emma wieder zu sich kam, befand sie sich... ja, irgendwo, sie konnte die Umgebung nicht zuordnen. Das war im Moment aber ohnehin ihre geringste Sorge, denn um sie herum war eine Schlacht im Gange.
Unsicher sah sie sich noch einmal um, warf einen vorsichtigen Blick über das Mauerstück, an das sie lehnte. Da standen sie noch immer, diese Soldaten, die irgendetwas mit der Sache zu tun haben mussten. Jedenfalls hatten sie ihr aus irgendeinem Grund versichert, sie zu beschützen.
Apathisch drehte Emma sich wieder um und starrte ins Leere. Da saß sie also, eine kleine, durchnittliche Studentin, in einem seltsamen und unwirklichen Szenario, und das Kurioseste war, dass sie nicht einmal große Angst verspürte. Sie war einfach nur komplett irritiert und genervt von der Tatsache, dass sich das Ganze zu echt für einen Traum anfühlte. Ihre Arme zitterten leicht, aber sonst war sie relativ ruhig. Zumindest hatten sich die weiblichen Charaktere in Filmen mit ähnlichen Situationen immer panischer und nervtötender verhalten.
Na ja. Ein Traum ist es wohl kaum. Wäre sonst der Realistischste, den ich bisher hatte. Aber was dann? Ich meine, kommt schon... ich bin sicher nicht die Auserwählte oder Teilnehmerin in irgendeinem übernatürlichen Kram, oder? Is' auch viel zu realistisch und... blutig für irgendeinen Scherz. Was... ach mann, was passiert hier nur...? Ich habe auf sowas echt keine Lust... Hilfe?
Grießgrämmig zog Emma die Augenbrauen zusammen und kratzte sich den Hinterkopf, während sie darüber nachdachte, dass sie wohl eine ziemlich miserable Heldin abgäbe. Also, nur für den Fall, sie müsse eine sein. Egal, es war kaum der passende Moment, um sich kleinkariert zu verhalten. Das Einfachste und Naheliegendste war, auf die Soldaten da drüben zu hören.
Was für ein beschissener Montag unter beschissenen Montagen...





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