Ich hab das Spiel mal komplett durchgespielt und muss leider sagen, dass es mir eher weniger zusagte. Die Punkte die für mich am meisten herausstachen hab ich mal in einer kleinen Kritik zusammengefasst ohne jetzt auf Einzelheiten genau einzugehen. Grundsätzlich kann ich aber schon mal für mich positiv festhalten, dass das Kampfsystem funktioniert, die Rechtschreibung in Ordnung ist und mir keine großartigen Bugs aufgefallen sind.
Story
Eine wirkliche Geschichte war eigentlich gar nicht vorhanden. Das Spiel fängt mit einem Nietzsche-Zitat an und endet mit einem Kampf gegen ein Alter Ego und dazwischen bekommt man lediglich eine pseudophilosophische Phrase nach der anderen aufgesagt. Es wirkt zudem alles recht aufgesetzt und unglaubwürdig. Warum sollte Steve z.B. Juwelenrätsel in einer zombieverseuchten Mittelalterstadt lösen nachdem sein Auto liegen geblieben ist und entschließt sich letztlich im Wald umherzuwandern anstatt an der Straße einfach den Daumen rauszuhalten und auf ne Mitfahrgelegenheit zu warten? Es wäre schön gewesen wenn die ganze Situation und das Geschehen ein wenig nachvollziehbarer und logischer aufgebaut gewesen wären.
Spielwelt
Die Spielwelt wirkt seltsam und unlogisch zusammengesetzt. Vor allem die zeitliche Einordnung ist recht komisch. Das ganze spielt in einer mittelalterlichen Stadt zu einer Zeit in der es offenbar Autos und Computer gibt. Das geht teilweise soweit, dass man um eine alte Truhe zu öffnen ein Megabyte in Bytes umrechnen muss und auf alten Steintafeln das Wort Megabyte eingraviert wurde. Auch die Rätsel wirken sehr willkürlich eingestreut. Warum sollte jemand diese komplizierten, mystischen Mechanismen (eine Eisfläche im Keller, riesige Säulen mit einem Mondbild etc.) im Keller platzieren um den Parkschlüssel mit einem 5-Juwelen-Mechanismus zu verstecken? Warum sollte die Eingabe eines Rätsels/Codes im Computerzeitalter über riesige Bodenplatten erfolgen etc.?
Gestaltung
Das die RTP-Zombies etc. nicht unbedingt eine besonders angsteinflößende Atmosphäre erzeugen wurde ja schon gesagt, aber ich hab hier aufgrund der Bilder auch eher einen lustigen Zombieshooter erwartet. Leider wirkt das Mapping aber teilweise etwas undurchdacht. Wege und Wegsperren wirken unlogisch platziert (z.B. warum sollte jemand dieses ganze Gewölbe so anlegen und Sperren in die Stadt bauen), Zombies, Geister und Sensenmänner werden willkürlich und ohne Erklärung zusammengewürfelt, man befindet sich in der heutigen Zeit aber die ganze Stadt ist eingerichtet wie im tiefsten Mittelalter und überall wo zu viel freie Fläche ist wurden ohne Ende Krüge und Fässer in die Gegend gestellt.
Allgemein ist mMn das größte Problem des Spiels und das worauf eventuell nochmal gekuckt werden sollte, abseits vom Gameplay, die Logik und Konsistenz der Spielwelt.
Gameplay
Das Gameplay bestand ja vor allem aus Rätseln und den Kämpfen. Die Rätsel wirkten als wären sie einfach willkürlich eingestreut. Es war keine logische Verbindung mit der Spielwelt für mich ersichtlich. Zudem waren es ziemlich einfache Rätsel die man in dieser Form halt auch in jedem zweiten RPG findet. Ein wenig mehr Herausforderung, eigene Ideen und vor allem eine zumindest einigermaßen logische Verknüpfung mit der Spielwelt wären gut gewesen.
Die Kämpfe waren bis auf den Endboss alle identisch. Die Gegner stellen keinerlei Gefahr für den Spieler dar. Es treten immer ein paar wenige Gegner auf die sich dann sehr langsam auf den Spieler zubewegen und bei Kontakt angreifen. Man fühlt sich nie in die Ecke gedrängt oder herausgefordert und kann im Grunde genommen die Ganze Zeit umherlaufen ohne auch nur einen Gegner zu besiegen. Eine höhere Varianz in den Kämpfen hätte dem ganze eventuell gut getan, vlt. unterschiedliche Angriffsmuster, Geschwindigkeiten, Bewegungsmuster etc. Etwas mehr Herausforderung lässt sich auch mit den eingeschränkten Möglichkeiten beim 2k3 recht einfach erreichen indem man Gegner mit Fernangriffen ausstatten, schneller macht, die Ausweichmöglichkeiten einschränkt, mehr Gegner losstürmen lässt etc. Gut ist, dass das Kampfsystem grundsätzlich erstmal funktioniert und auch an eine Taste zur Richtungsfixierung gedacht wurde. Wofür die Level gut sind erschließt sich mir ebenfalls nicht, der Endboss kann problemlos auf dem Anfangslevel besiegt werden.
Musik
Ich weiß nicht ob Final Fantasy Musik wirklich eine gute Wahl für ein Horrospiel ist. Bei der ganzen frei verfügbaren und legal nutzbaren Musik die nicht schon zig mal verwendet wurde und schnell mit einem ganz anderen Spiel verknüpft wird, wäre es schöner dem Spiel auch einen musikalisch passenden und vor allem individuellen Anstrich zu verpassen. Zudem könnten auch Soundeffekte an der ein oder anderen Stelle zur Atmosphäre beitragen.
Zusätzlich möchte ich noch anmerken, dass „das Internet“ keine besonders präzise Nennung der Ressourcenersteller in den Credits ist.