Anne Shirley von Green Gables. Sie ist lebhaft, fantasievoll, theatralisch und weiblich. Ein starkes Mädchen mit eindeutiger Geschlechteridentität - davon werden nicht viele geschrieben.
Jo March aus Betty und ihre Schwestern/Little Women. Sie ist Anne recht ähnlich, verleugnet aber ihre Weiblichkeit. Sie will Schriftstellerin werden und um die Welt reisen, doch landet letztlich bei einem deutschen Philosophieprofessor und gründet mit ihm eine Schule für antiautoritäre Erziehung. Mitte des 19. Jahrhunderts. Im zeitlichen Kontext des Buches erscheint Jo deutlich interessanter, und sie ist sicher Teil des Ursprungs des Tsundere-Charakters.
Jane Eyre. Im Grunde wie Jo March, nur dass ihre Figur mehr von der Zerrissenheit lebt, Heimchen am Herd zu spielen oder sich selbst zu verwirklichen. Damit rückt sie die Backfisch-Literatur ein bisschen zurecht.
Ich mag die meisten Heldinnen aus der Epoche. Sara, die kleine Prinzessin ist ein interessanter Charakter, weil sie, statt Rache zu üben, lieber Haltung bewahrt (daran musste ich denken, als Urban Nightmare durch den Fleischwolf gedreht wurde). Mary Lennox aus Der geheime Garten ist spannend, weil sie eine Entwicklung von unausstehlichem, ungeliebten Mädchen zum Bilderbuchideal der Naturfreundin erlebt. Pollyanna ist interessant, weil sie wahrscheinlich alle Eigenschaften einer Mary Sue mit sich bringt, sich kein Stück entwickelt und dennoch echt wirkt. Allein in Kindergeschichten gibt es so viele.






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