Gerade die Naruto-Reihe beendet. Und, nachdem ich vor Kurzem auch schon My Hero Academia und Mashle beendet habe, muss ich sagen, dass ich die Shonen-Formel inzwischen einigermaßen ermüdend finde:

Alles geht einfach und bescheiden los, mit Konflikten auf Schulhofgerangel-Niveau. Dann lernt der Held ein bisschen was dazu, und die Kämpfe werden anspruchsvoller. Aber nicht zu anspruchsvoll, und für den Notfall sind im Hintergrund auch noch die Big Good als Reserve übrig, um den Hauptcharakteren im Notfall den Arsch zu retten.
Dann kommt irgendwann der Timeskip und plötzlich ist alles Darker und Edgier, um es mit tvtropes zu sagen. Plötzlich steht das Schicksal der ganzen Welt auf dem Spiel (IMMER!), das Wetter ist grundsätzlich schlecht, sämtliche Gute-Laune-Charaktere sind plötzlich todernst, und die Big Good sind plötzlich entweder komplett nutz- und hilflos, tot oder die wahren Big Bad.
Und dann kommt natürlich das große Finale. Über mehrere Bände hinweg wird nur noch nonstop gekämpft, jeder Charakter, ob gut oder böse, haut ständig neue ultimative Techniken raus (bei den Guten natürlich ständig mit der Gefahr, dass sie dabei draufgehen; und wehe, man hat die ganzen Erklärungen zu den Techniken aus den vorigen Bänden vergessen, jetzt ist nämlich keine Zeit mehr, um irgendetwas zu erklären!), und immer, wenn es gerade so aussieht, als ob die Guten endlich gewinnen würden, powert der Böse auf oder wird durch einen neueren, noch stärkeren noch Böseren ersetzt, bis dem Autor irgendwann gar nichts mehr einfällt, mit dem er den aktuellen Böswicht noch toppen kann, dann kommt das Ende, alle sind wieder eingermaßen glücklich aber viel reifer und erwachsener und ernster als zu Anfang.

Nicht, dass dieser Aufbau grundsätzlich schlecht ist, aber wenn man mehrere solcher Serien hintereinander liest, merkt man, dass es wirklich nur eine einzige Schablone als Vorlage zu geben scheint.