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In den letzten Tagen habe ich wieder einiges geschaut. Wall of text incoming.
Serien:
Lupin III: The Woman Called Fujiko Mine 13/13: Sehr spannende und individuelle Interpretation von Lupin III. Vom Gewalt- und Sexlevel wohl eher am Manga dran, und definitiv künstlerisch interessanter als die meisten Animes. Die meisten Leute kennen Sayo Yamamoto ja erst durch Yuri!!! on ICE, aber Michiko & Hatchin sowie Fujiko Mine zeigen auch sehr schön, dass sie zu den interessanteren Regisseuren in der modernen Animewelt gehört. Inhaltlich ist die Serie zunächst episodisch, geht später aber auf Fujikos äußerst düstere Vergangenheit ein. Ich kann nicht sagen, dass ich die Serie sonderlich spannend oder kurzweilig fand, aber allein wegen der Präsentation und des Artstyles ist sie eigentlich schon guckenswert. Ansonsten ist es wirklich halt recht viel klassisches Lupin III in dunklerem Gewand.
House of Five Leaves 12/12: Eine Serie, die zunächst den Eindruck erweckt, als wäre es eine Samurai- oder Mystery-Serie, aber im Grunde genommen ist es nur historisches Slice-of-Life und bodenständiges Drama. Was ganz und gar nicht schlecht ist, im Gegenteil: House of Five Leaves hat eine sehr ruhige und nüchterne Präsentationsweise, die vollkommen ohne Melodrama auskommt. Der durchschnittliche Anime-Fan findet die Serie vielleicht nicht sehr aufregend, aber ich finde, sie ist gerade dadurch besonders, dass sie nicht versucht, besonders dramatisch oder schnell oder spannend zu sein. Allerdings kann man manchmal etwas die Übersicht verlieren, da es viele verschiedene Figuren und teils auch Perspektiven gibt, weshalb ich am Ende auch nochmal eine Zusammenfassung gelesen habe, da mir ein paar Zusammenhänge entgangen sind. Übrigens ist die Serie auch visuell und musikalisch sehr wirkungsvoll. Definitiv empfehlenswert.
Hakaba Kitarou 11/11: Wie bei Fujiko Mine kann man auch hier sagen, dass es sich um eine dunklere Präsentation eines klassischen Mangas handelt, in diesem Fall um Kitarou, der wohl durch die Anime-Serien eher als GeGeGe no Kitarou bekannt sein dürfte. Die Serie adaptiert dabei die Teile des Mangas, die Shigeru Mizuki gezeichnet hat, bevor sie Serie in einem Shounen-Magazin serialisiert wurde. Entsprechend ist das Material auch weniger kindergerecht als die anderen Kitarou-Serien (die mit dem Manga eh nicht viel zu tun haben) – lief ja auch im Late-Night-Programm im noitaminA-Block. Aaaanyway, war mein erster Kontakt mit Kitarou und die Serie hat es erfolgreich geschafft, Kitarou zugleich unsympathisch und bemitleidenswert darzustellen, was ich beachtlich finde. Im Grunde genommen hat die Serie keine liebenswerten Figuren, aber einige tragische Momente sind dennoch wirkungsvoll. Der dunkle, antiquierte Stil hat enorm viel Atmosphäre und macht Hakaba Kitarou auch zu einem ziemlich einzigartigen Werk. Insgesamt mochte ich die Serie trotz anfänglicher Zweifel sehr gern und hab nun Lust, auch mal in den Kitarou-Manga reinzuschauen, der ja zum Glück in Teilen von Zack Davidson / Drawn & Quarterly auf Englisch veröffentlicht wurde.
Space Dandy 13/13: Diese Serie ist ein wundervoller Spielplatz für Animatoren, Skriptschreiber und Regisseure. An jeder Folge hat quasi ein anderes Team gearbeitet, das sich kreativ voll austoben konnte. Entsprechend bietet Space Dandy auch eine Menge einzigartiger Settings, größtensteils sehr absurde Ideen für episodische Storys und hin und wieder auch ein bisschen der ikonischen Watanabe-Sentimentalität (Folge 5). Die Serie schafft es aber leider nicht, an Serien wie Cowboy Bebop oder Samurai Champloo heranzukommen, da sie eben wirklich hauptsächlich eine Komödie ist, deren ernsten Anteile minimal ist. Dandy ist fast nie ein sonderlich sympathischer Charakter, und Miau und QT auch die meiste Zeit über nicht. Aus diesem Grund ist die Serie definitiv gut für kurzweilige Unterhaltung, aber wird diejenigen Enttäuschen, die so etwas wie eine Story erwarten. Ich fand's teilweise sehr unterhaltsam, und wenn nicht, dann zumindest kreativ, weshalb ich mir S2 definitiv auch noch geben werde.
K-On!! 24/24: Die erste Staffel hatte ich vor 3,5 Jahren mal gesehen und fand sie damals ganz gut. Seitdem hat sich mein Geschmack wohl etwas gewandelt, denn die zweite Staffel fand ich echt richtig gut. Toll animiert sowieso, das ist man von KyoAni ja gewohnt. Aber vor allen Dingen auch einfach sehr angenehm. Oft lustig, aber auch einfach sehr warm und herzlich und tatsächlich gegen Ende auch durchaus emotional. Das ist ein bisschen so wie mit Aria, das am Anfang primär Entspannung und Comedy ist, aber irgendwann merkt man doch, dass die Charaktere wachsen, es tatsächlich eine gewisse Story gibt und im Fall von K-On!! der bevorstehende Schulabschluss ja ein gewisses Ende einer Ära markiert. Das hat die Serie sehr schön präsentiert und ich finde, sie gehört auf ohne Zweifel zum Besten, was das Genre hervorgebracht hat, durchaus auch auf einer Stufe mit Azumanga Daioh. Azumanga fand ich zwar insgesamt lustiger und positiv ulkiger, aber bei K-On!! hat die emotionale Komponente für mich besser funktioniert und es war visuell auch einfach klasse. Hinzu kommt, dass Naoko Yamada extrem talentiert darin ist, durch Bewegungen und Kamerawinkel menschlichen Emotionen sehr viel Ausdruck zu verleihen und sie zählt mittlerweile auch zu meinen Lieblingsregisseuren. Schade, dass es nun vorbei ist, aber ich habe ja noch den Film. 
My Hero Academia 13/13: Die ersten Folgen mochte ich ziemlich gern. Es ist eine gut präsentierte klassische Shounen-Serie, die das Rad absolut nicht neu erfindet, aber ein gutes Pacing hat, und wer mit Shounen- und Ganbatte-Kram was anfangen kann, hat hier sicherlich seinen Spaß mit. Die Serie kommt auch ohne viel Fanservice aus, was ja bei einigen anderen Shounen-Serien leider nicht der Fall ist. Allerdings muss ich sagen, dass ich einige der albernen Designs sehr abschreckend fand. Mir sind da Serien wie Fullmetal Alchemist oder Ushio und Tora deutlich lieber, die bodenständige Designs haben – ich fand ja auch One Piece am Anfang noch am besten, als die meisten Charaktere noch recht normal aussahen. Ich bin auch nie wirklich ein Freund von Superkräften und langen Shounen-Kämpfen gewesen, und auch, wenn das Pacing hier durchaus angemessen ist, fand ich die zweite Hälfte von My Hero Academia nicht sonderlich spannend. Ich schätze, wenn sich die zweite Staffel primär auf längere Kämpfe konzentriert, werde ich sie nicht allzu sehr mögen. Hat sich ja schon bei Seven Deadly Sins gezeigt.
Kurzfilme / Filme:
Kurage no Shokudou: Netter Kurzfilm über einen Jugendlichen, der von zuhause weggelaufen ist, und einen anderen, der ihn bei sich aufnimmt, allerdings unter einer mysteriösen Krankheit leidet, die ihn mehr und mehr ans Wasser bindet. Hört allerdings auf, bevor es richtig anfängt, was schade ist.
Utopa: Tolle und unschuldige Abenteuergeschichte in einer postapokalyptischen und äußerst kreativ gestalteten Welt. Hat ein mysteriöses Erkundungsfeeling, und zu 'ner ganzen Serie dazu würde ich definitiv nicht nein sagen.
Omoi no Kakera: Schöner und ermutigender Film über eine betroffene Stadt fünf Jahre nach der Tsunami-Katastrophe, der einerseits zeigt, dass die Wunden (sowohl an der Stadt als auch die der Bewohner) noch nicht geheilt sind, es aber trotzdem bergauf geht. Hat eine schöne Message, die recht konventionell, aber dennoch sehr nett vermittelt wird.
Princess Arete: Sehr märchenhafter Film über eine Prinzessin, die von einem Zauberer "entführt" und ihres Willens beraubt wird, diesen aber nach und nach zurückerlangt. Das Pacing ist sehr langsam, deshalb fand ich ihn nicht allzu unterhaltsam, und die Story hat auch keinen richtigen Höhepunkt (außer vielleicht das Ende), aber die Handlung und Präsentation sind trotzdem schön. Man muss sich allerdings drauf einlassen, denn es gibt wirklich kaum Action und Aufregung.
Garo -DIVINE FLAME-: Als Fortsetzung zu Garo einerseits nett, da der Film ein paar interessante neue Ideen einführt, aber andererseits ist die Haupthandlung wirklich äußerst simpel und wurde mit "Sidestory" auf anderthalb Stunden gestreckt. Hat einige coole Action-Szenen, coole Szenarien und natürlich die bekannten Charaktere, aber die Handlung selbst gibt wirklich nicht so viel her und hat am Ende auch ein paar dumme Momente. Für Garo-Fans durchaus sehenswert, allerdings auch wirklich kein Must-See.
Orange: Mirai: Leider zu 75 Prozent Recap. Gibt zwischendurch ein paar neue Szenen mit Suwa und am Ende 15 Minuten "Epilog", aber alles fühlt sich nicht wirklich neu und erst recht nicht eigenständig an. Im Grunde genommen ist es ein Recap-Film mit einem alternativen Epilog-Ende; das neue Material hätte wohl nicht mal für eine TV-Episode gereicht. Entsprechend ist der Film auch wirklich nur für die zu empfehlen, die die Serie entweder sehr mochten oder nicht mehr gut in Erinnerung haben.
Douykuusei: Ein sehr "warmer" Film in einem interessanten Stil, der sich um die Liebesgeschichten zwischen zwei Jungen (Klassenkameraden, daher der Titel "Doukyuusei") dreht. Der Anfang der Beziehung wirkt ein bisschen überhastet, im weiteren Verlauf ist die Darstellung aber durchaus schön, auch wenn es ein paar der typischen angsty/Missverständniss-Momente gibt, die ich am Genre nicht mag. Ein bisschen schade ist's, dass sich der Film wirklich fast nur auf die Beziehung und kaum auf das Privatleben der beiden Protagonisten konzentriert, aber mehr war wohl in 60 Minuten Screentime nicht drin. Trotzdem ist es ein sehr schöner Film und im Anime-Bereich sicher eines der besten (und wohl wenigen guten) Werke über homosexuelle Beziehungen, das sich nicht auf eine bestimmte Zielgruppe versteift – und definitiv auch "sinnlicher" als die meisten Animes; ist ja schon fast ein Wunder, wenn die Charaktere da mal Händchen halten. Habe da eigentlich nicht allzu viel gesehen, glaube aber, dass auch nicht wirklich viel sehenswert ist. Aoi Hana werde ich mir bei Gelegenheit aber sicherlich mal anschauen, von der Autorin mochte ich ja auch Wandering Son unheimlich gerne.
Lupin III: Daisuke Jigen's Grave Stone 2/2: Weniger artsy als Fujiko Mine, aber trotzdem deutlich brutaler und sexuell aufgeladener als der andere Lupin-Kram. Die Geschichte ist auch ganz spannend inszeniert und Lupin und Jigen sind hier mal nicht quasi unverwundbar, sondern auch öfter mal in Lebensgefahr. Die Auflösung fand ich nicht ganz zufriedenstellend, aber unterm Strich war es interessant genug, dass ich mir neuen Goemon-Film von Takeshi Koike sicher auch beizeiten ansehen werde.
Geändert von Narcissu (15.03.2017 um 21:07 Uhr)
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