Schließt sich ja nicht aus. Generell bin ich überrascht, wie gut Redline teilweise bei der Allgemeinheit angekommen ist. Nachvollziehen kann ich das aber kaum o_O
Meine Erwartungen waren eigentlich ziemlich niedrig und wurden unterboten, da mir da echt Grundanforderungen an eine brauchbare Story und Handlung nicht erfüllt wurden. Dass der Film von Madhouse ist, habe ich erst im Nachhinein erfahren.Zitat
Jetzt wo dus erwähnst, Speed Racer (2008) konnte ich auch nicht leiden. Die Abneigung hat in beiden Fällen aber nichts mit dem Thema Autorennen an sich zu tun (da gab es durchaus einige tolle Sachen und man kann auch wirklich was draus machen), sondern mit der Herangehensweise und dem Stil.
Interessant, dass du das sagst. Nicht dass ich je angefangen hätte, Redline während der Vorführung (übrigens im Kino) wirklich zu mögen, aber ich hatte mehrfach das Gefühl, dass die sich ursprünglich viel mehr ausgedacht hatten, aber dann vor dem eigentlichen Produktionsbeginn jegliche Form von Exposition aus dem Skript gekürzt haben, weil es ja permanent in Bewegung bleiben muss. Was dazu führte, dass unendliche viele potentiell faszinierende Dinge kurz angeschnitten und angedeutet, aber niemals mit Leben und Bedeutung gefüllt werden. Als würde Redline (jetzt mal ganz unabhängig von der Animationsqualität) auf einer TV-Serie basieren, aus der man sich lediglich zwei Folgen aus der Mitte rausgefischt und das dann auf Spielfilmlänge gedehnt hat.Zitat
Das soll auch nicht heißen, dass ich immer alles bis ins Detail aufgedröselt bekommen muss. Mad Max: Fury Road hat den minimalistischen Ansatz wunderbar hinbekommen. Aber wenn man schon scheinbar signifikante Plotpunkte und Charaktere massenhaft anteasert, dann sollte man es nicht bei Zufallserscheinungen belassen, sondern sie zu einem Faktor in der Handlung machen (was sollte zum Beispiel der Mist mit dieser magischen Prinzessin?). Anders ausgedrückt: Man könnte zwei Drittel von Redline weglassen, ohne irgendetwas Wesentliches für die Geschichte zu verlieren. Ein Großteil der Laufzeit setzt sich aus Szenen zusammen, die nur ein Vorwand sind, um mehr abgefahrene Action zu animieren. Ich hab da einfach null Gewicht gespürt. Am ehesten noch für die Hauptfigur, aber selbst das blieb sehr oberflächlich. Was kümmern mich die vermeintlichen Bösewichte vom Roboplaneten, wenn man ohnehin kaum etwas über sie erfährt? Das Gleiche gilt für die anderen Fahrer, die vor oder während dem Rennen so gut wie nichts tun, was einen Einfluss auf den Verlauf der Geschichte hätte. Ich erinnere mich konkret an ein halbes Dutzend begonnene Handlungsstränge, die nicht zu Ende geführt wurden. Überhaupt verliert man gerade in dem Willkür-Blitzgewitter der späteren zweiten Hälfte leicht mal den Überblick.
Ich schätze, was ich oben mit Herangehensweise und Stil umschrieb und was du wahrscheinlich unter anderem mit Konzept gemeint hast, ist der Ton des Ganzen, der für mich nicht funktioniert. Der Film wusste nicht, ob er eine Komödie oder ein atemberaubendes, übercooles Actionabenteuer sein wollte. Theoretisch kann man beides super verbinden, wenn man sich auf die jeweiligen Stärken besinnt und das Timing stimmt. Für ersteres ist Redline nicht lustig genug, letzteres hätte hingegen mehr Handlung und deutlichere Charakter-Konturen erfordert. Ich liebe Guardians of the Galaxy, aber ohne dessen stille und aufrichtig emotionale Momente hätte mich das auch niemals richtig begeistern können. Ich verstehe ja, dass einige so eine wilde Ausdrucksform wie in Redline mögen, doch es wirkt, als hätten die Verantwortlichen bloß eine Liste mit allen Dingen erstellt, die sie geil finden, und das dann einfach kompromisslos in den Film gestopft, ohne zu überlegen, ob es im Rahmen der Geschichte eigentlich Sinn macht. Konsequent, ja. Aber nicht kohärent.






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Nee ernsthaft, das lasse ich dem Film so leicht nicht als Rechtfertigung durchgehen. Wenn sie bei Redline mehr als alles andere auf Style setzen und dafür die Erzählung ein Stück weit vernachlässigen, meinetwegen. Aber das heißt noch lange nicht, dass ohne Sinn und Konsequenz Charaktere und Ereignisse eingestreut und dann nichtmal behandelt oder zu Ende geführt werden sollen. Man kann die "Rule of Cool" auch wirklich überstrapazieren :-/ Selbst im Rahmen des hier gewählten Ansatzes wäre da imho deutlich mehr drin gewesen.
Fand James Bond Jr. damals eigentlich eher ein bisschen nervig. Kann gut sein, dass unter anderem der von dir erwähnte Kritikpunkt dabei eine Rolle gespielt hat. Ich erinnere mich kaum noch und habe nur wenige Episoden davon geschaut, aber das Titellied hat sich wie so oft ins Hirn gebrannt ^^


