Erinnerungen an Marnie war okay. Ich mein, Ghibli kann eh keine schlechten Filme machen ^^ Dieser hier zählt leider nicht zu meinen Favoriten, was doppelt schade ist, da es wohl der vorerst letzte des Studios war. Aber trotzdem absolut sehenswert. Seeehr ruhige, langsame, von indirekten, emotionalen Kleinigkeiten abgesehen sogar total konfliktfreie Geschichte. Nicht unbedingt mein Ding. Angenehm verträumt allerdings, und mit vielen subtil-feinfühligen Details. Hätte mir passend dazu mehr Musik gewünscht. Für Effekt und Atmosphäre hab ich kein Problem damit, wenn diverse Szenen nur mit Geräuschkulisse unterlegt sind, aber ohne Soundtrack geht es bei mir nicht, und dieser Streifen hatte leider nur äußerst wenig davon.
Zitat Zitat von La Cipolla Beitrag anzeigen
Die ganzen Erklärungen am Ende waren mir dann aber etwas, hm, zu viel? Der Film hat für mich eher emotional funktioniert, und irgendwie hätte er mir wohl besser gefallen, wenn er noch simpler geblieben wäre, ohne große Hintergründe. Sobald Marnie aus dem Spiel ist, verliert er einfach einen Großteil seines Reizes. (...) Was mir sehr gut gefallen hat: Die Implikation, dass die Marnie aus Annas Erinnerungen (optisch) nicht die echte Marnie gewesen sein kann (weil sie sie nie als Mädchen oder junge Frau gesehen hat), sondern einfach eine Vorstellung/Projektion ihrerseits, und dass sie das nicht mal angesprochen haben. Der Film war stärker, wann immer er auf genau diese Art und Weise vage geblieben ist.
Ganz meine Meinung. Der Exposition-Dump am Ende inklusive Rückblende war etwas zu lang bzw. zu dick aufgetragen. Vor allem, wenn man es als Zuschauer schon kapiert hat, spätestens ab dem Moment, in dem die "Auflösung" beginnt. Das war zu viel auf einmal - wenn sie das irgendwie hätten aufteilen können, mit mehr Hinweisen, die schon vorher platziert worden wären, hätte ichs besser gefunden. Oder einfach etwas ambivalenter lassen. Sie haben es interessant dargestellt, vor allem wegen der Einstellung, die Anna dazu hatte (wie sie sich das erklärt hat), aber dadurch war der Mystery-Faktor - zumindest für mich - nicht gerade hoch. Dachte vorher mit dem, was ich über den Film wusste, dass es etwas mehr von einer Geistergeschichte hätte. Vielleicht nicht gleich gruselig und verstörend, aber eben geheimnisvoller, rätselhafter usw. Hätte außerdem lange erwartet, nicht nur vorher sondern noch während der ersten zwei Drittel des Films, dass hinter Marnie ein tragischer Tod steckt. Der Part mit dem Silo und dem Unwetter schien sich praktisch in genau diese Richtung zuzuspitzen. Im Nachhinein passt das vielleicht nicht so gut zum seichten Ton der Handlung, aber irgendwie wartete ich auf sowas, auch für mehr Dramatik, und war dann ein wenig von den tatsächlichen Antworten enttäuscht, die zwar etwas überraschend waren, aber irgendwie auch komisch um die Ecke gedacht, um nicht zu sagen konstruiert oder abwegig (Ich weiß nicht, wie eng sich der Film da an die Literaturvorlage hält, aber gehe mal davon aus, dass das dort auch so war. Funktioniert in Buchform wie so oft vielleicht aber auch einfach besser).
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Ich selbst war schon SEHR versucht, Anna und Marnie zu shippen, und dann diese Auflösung ... xD
Dito ^^
Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
Das Aussehen von Marnie entspricht übrigens der Puppe, die Anna als Kind hatte, aber ich glaube, das wird auch ziemlich deutlich gezeigt.
Das ist mir auch aufgefallen und fand ich sehr interessant. Auch seltsam, wenn man mal darüber nachdenkt o_O Übrigens: Wer war der alte Mann auf dem Boot, der so wenig spricht? Da bin ich nicht ganz mitgekommen, ob das am Ende mir irgendwas sagen sollte. Offensichtlich kannte er Marnie. Vielleicht einer der Partygäste oder so?