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Thema: now watching / now reading

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  1. #1
    Habe jetzt Children Who Chase Lost Voices aka Hoshi o Ou Kodomo aka Die Reise nach Agartha gesehen.

    War zwar nicht direkt schlecht, aber hat mir ehrlich gesagt nicht sonderlich gut gefallen. Einige wirre Storyelemente inklusive antiklimaktischem und irritierendem Ende, extrem gemächliches und bisweilen unausgeglichenes Pacing, und vor allem schwache Charakterisierungen der zentralen Charaktere. Ich brauche nicht unbedingt einen Exposition-Overkill, aber gar nicht per Dialoge zwischen den Figuren auf sooo viele Dinge einzugehen, als würde der Film einem befehlen "Nimm das so als gegeben hin!" ist dann doch irgendwie ein Unding. Damit meine ich nicht nur die surrealen Stellen in Agartha, sondern auch schlicht die Persönlichkeit, Motivation und Vergangenheit der Charaktere. Ich mein, ich lese auch gerne zwischen den Zeilen, wenn es da viel zu lesen geben würde, aber hier macht es sich der Autor viel zu einfach, indem er auf eine knackigere Erzählweise verzichtet und dem Zuschauer zu viel Raum lässt. Besonders störend fand ich in dem Zusammenhang eine Szene im ersten Drittel, in der der Film das gewissermaßen bewusst selbst sagt: Mädchen trifft Junge aus anderer Welt. Sinngemäß Junge zu Mädchen: "Du hast jetzt bestimmt viele Fragen, oder?" Mädchen: "Ja schon, aber es sind so viele, dass es eh zu lange dauern würde, die jetzt zu besprechen. Ich geh für heute lieber nach Hause und ins Bett." Danach sehen sich die beiden nie mehr wieder. WTF?! Das überstrapaziert meine Suspension of Disbelieve, nicht die seltsamen Kreaturen oder die Mythologie hinter der Geschichte. Entsprechend bleiben dermaßen viele Fragen offen, dass ein paar Aspekte geradezu random wirken. Da war doch dieser Kristall-Anhänger, den Asuna von ihrem verstorbenen Vater bekommen hat. Woher hatte er den? Wie ist sie an das supernatural Radio gekommen? Hatte ihr Vater was mit dieser Erzengel-Organisation zu tun oder war er schonmal in Agartha?
    Für mich fällt der Film mit seinen Charakteren. Die Reise nach Agartha kann als offenkundige Hommage an Ghibli-Filme gelesen werden und muss sich ob der deutlichen Parallelen einen Vergleich gefallen lassen. Doch während die Ghibli-Werke traditionell starke, aktive, selbstbewusste und interessante weibliche Protagonisten haben, ist Asuna in dem vorliegenden Streifen so ziemlich das Gegenteil davon. Sie kommt naiv rüber und lässt sich mitschleifen, die Handlung vorantreiben tun andere. Doch diese anderen haben auch nicht viel zu bieten - sowohl aus Shun als auch aus Shin hätte man viel mehr machen müssen als zwei oder drei kurze Begegnungen. Dadurch erscheinen mir Asunas Beweggründe auch nicht richtig nachvollziehbar. Hätte es da so etwas wie eine beginnende Liebesgeschichte gegeben, irgendwas mit einem stärkeren persönlichen Investment, sähe das anders aus. Der einzige, der was taugt, ist Mr. Morisaki, aber selbst der hat nicht viel zu melden.

    Die Story kommt hoffnungslos sentimental rüber und verliert dadurch völlig den Abenteuer-Spaßfaktor aus den Augen, der mit solchem Material locker einhergehen könnte (und das bei Ghibli btw. immerzu tat, trotz emotionalem Ballast). Das ist vor allem deshalb eine Schande, weil die Grundidee der Geschichte super faszinierend ist, praktisch unbegrenztes Potential eröffnet und dabei trotzdem tiefsinnig und bedeutungsvoll (und interpretierbar) bleiben kann. You know, diese ganze Schiene bezüglich Leben und Tod, das Loslassen und nach vorne blicken usw.
    Der Film geht fast zwei Stunden, aber für den Umfang des eigentlichen Inhalts hätten auch maximal anderthalb gereicht. Mir plätscherte das viel zu sehr vor sich hin, und damit will ich nicht sagen, dass es mir unbedingt nach Actionszenen verlangt. Aber es sollten interessante Dinge passieren, die dann auch relevant bleiben und sich in den Ablauf der Handlung logisch einfügen. Stattdessen wirkte hier vieles wie eine random Ansammlung von Ideen, die nur lose verbunden wurden, als wäre die Geschichte entstanden während sie schon animierten. Massig Charaktere und Konzepte werden eingeführt und tauchen danach nie wieder auf, als wären sie vergessen worden und die Geschichte unfertig - als würden ganze Szenen fehlen. Anders ausgedrückt hat Shinkai (zumindest in dieser Arbeit) nicht das Prinzip von Chekhov's gun verstanden. Ich kann mir dagegen lebhaft eine Ghibli-Version von Children Who Chase Lost Voices vorstellen, und es wäre glorious!

    Hab das leider in englischer Sprache gesehen und die Dub war wie so oft nur mäßig, was wahrscheinlich ebenfalls zu dem nicht allzu positiven Eindruck beigetragen hat.

    Jetzt stellt sich mir die Frage... Sind alle Makoto Shinkai Filme so? Style over Substance, Teen-Angst und nur möchtegern gedankenversunkenes Brimborium ohne Kern und Konflikt als Triebfeder? Ich habe vor über zehn Jahrenen seinen Kurzfilm Voices of a Distant Star geschaut und meine, den damals recht gut und originell gefunden zu haben. Ich sage gar nichts gegen diese emotionale Schiene, die hat ihre ganz eigene Daseinsberechtigung, aber wenn jene Facette unbedingt den unangezweifelten Fokus des Plots genießen soll, dann doch bitte lieber eher im Rahmen von etwas realistischeren Settings, die dafür besser geeignet sind (was Shinkai offenbar ja auch bereits gemacht hat mit 5 Centimeters Per Second oder The Garden of Words). Wenns eine Fantasywelt in Form des mythologischen Reiches der Toten im Untergrund unserer eigenen gibt, dann erwarte ich mir davon durchaus mehr als das von Hoshi o Ou Kodomo Dargebotene. Gewünscht hätte ich mir für den Film besser ausgearbeitete Charaktere, mehr und bedeutungsvollere Dialoge, ein paar nicht so übermäßig forciert, knapp und konstruiert wirkende Erklärungen für erhöhte Nachvollziehbarkeit, mehr visueller Einfallsreichtum und einen vernünftigen Spannungsbogen.
    Um daraus etwas Rundes zu machen, fehlte es imho auch total an Foreshadowing, wovon der Film massiv profitiert hätte. Beispiel: Wenn irgendwann vor der Ankunft in Agartha explizit gesagt worden wäre, dass es zwar theoretisch möglich sei, die Toten zu erwecken, aber das mit einem Preis zu zahlen ist, hätte es nicht so seltsam gewirkt, dass dieses Götterwesen plötzlich einen Körper verlangt, um Morisakis Frau zurückzubringen. Mir hätte es auch besser gefallen, wenn Morisaki ein richtiger, traditionellerer Bösewicht gewesen wäre. Ich mag den Aspekt, dass er aus menschlich verständlichen Gründen das Falsche zu tun gedenkt, und das hätte man ja zum Teil beibehalten können, aber wie viel spannender, dramatischer und perfider wäre es gewesen, wenn der Typ gewusst hätte, dass er für seine Frau einen Körper braucht und Asuna deshalb absichtlich mitgeschleppt hätte? Zwischenmenschlich wäre das eine weit interessantere Basis gewesen, vor allem wenn sich die beiden im Laufe der Reise nach ein paar überstandenen Monsterangriffen dann doch schätzen lernen und er es am Ende einfach nicht übers Herz bringen kann und/oder den Versuch mit seinem Leben bezahlt.

    Will nicht zu negativ klingen, doch mich wundert es schon ein wenig, wie universell gut "Children Who Chase Lost Voices" beim Publikum ankam. Die Reviews sind beinahe einhellig positiv und nur in Ausnahmefällen erwähnt jemand die Kritikpunkte, die für mich persönlich überaus deutlich als Defizite herausstachen. Wie gesagt, hab schon weitaus schlechteres gesehen. Diesen Film konnte man sich mal geben, aber fand ihn dennoch instantly forgettable und unterm Strich letztenendes nur durchschnittlich.

  2. #2
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Jetzt stellt sich mir die Frage... Sind alle Makoto Shinkai Filme so? Style over Substance, Teen-Angst und nur möchtegern gedankenversunkenes Brimborium ohne Kern und Konflikt als Triebfeder?
    Deswegen ist er doch so populär?

  3. #3
    Zitat Zitat
    Will nicht zu negativ klingen, doch mich wundert es schon ein wenig, wie universell gut "Children Who Chase Lost Voices" beim Publikum ankam. Die Reviews sind beinahe einhellig positiv und nur in Ausnahmefällen erwähnt jemand die Kritikpunkte, die für mich persönlich überaus deutlich als Defizite herausstachen.
    Hättest dich besser mal an das foreninterne Gruppen-Review gehalten:
    http://www.multimediaxis.de/threads/...Rosso%29/page5

  4. #4
    Shinkai funktioniert am besten, wenn er wirklich reiner Shinkai ist. Deshalb ist 5 Centimeters Per Second imo auch mit Abstand sein bester Film. Voices of a Distant Star und The Place Promised in Our Early Days haben ja eine SciFi-Rahmenhandlung, die da ist und Relevanz hat, aber bei der man merkt, dass es letztlich doch mehr Flavor als alles andere ist. Das Kernthema all seiner Filme ist aber letztlich die Distanz zwischen zwei (oder mehr) Personen. Ich bin deshalb zumindest auch froh, dass er in seinem neusten Film nicht wieder in ein fantastisches oder futuristisches Setting ausweicht, das überlasse ich anderen Regisseuren.

  5. #5
    Zitat Zitat von Liferipper Beitrag anzeigen
    Hättest dich besser mal an das foreninterne Gruppen-Review gehalten:
    http://www.multimediaxis.de/threads/...Rosso%29/page5
    Mein Ansehen der hiesigen Userschaft ist soeben um hundert Internetz-Punkte gestiegen (mehr als sowieso schon, meine ich )! Seriously, die meisten dieser Gedanken kamen mir beim Schauen auch.

    Interessant find ich unter anderem, dass DerZocker von "Reise zum Mittelpunkt des Jenseits" schrieb, denn diese Assoziation hatte ich ebenfalls. Nur ist Reise zum Mittelpunkt der Erde aus guten Gründen bei Weitem nicht Vernes beste Geschichte und ein paar Kritikpunkte, die ich an der alten und wahrscheinlich populärsten Verfilmung davon hatte, lassen sich erstaunlicherweise eins zu eins auf den Anime übertragen.

    Ansonsten jo... Die Optik war zwar ganz schick, aber für eine mystische Fantasywelt fiel das Design von Agartha dann doch enttäuschend generisch und bekannt aus. Die Umgebung unterschied sich teils ja kaum von der Realität. Charakterdesign war auch nicht der Hit imho, vor allem die Hauptfigur hat manchmal ein sehr gewöhnungsbedürftiges Gesicht.

    Mit dem Hubschrauber-Maschinengewehr auf Kinder ballern, die Null Gefahr darstellen, da musste ich so sehr wie steel & Co mit dem Kopf schütteln. Völlig unnötig übertrieben.

    Und dann dieses Ende. Das hat dem Film für mich echt den Gnadenstoß gegeben. Sowas von unbefriedigend und geradezu unlogisch (Asuna ists anscheinend egal, was mit ihr passiert ist. Alles instantly vergeben und vergessen). Dabei hätte man das so leicht so viel lohnenswerter und passender zu den angeschnittenen Themen machen können! Wie wäre es zum Beispiel, wenn der Lehrer-Typ zum Finale noch die Chance bekommen hätte, sich vernünftig von seiner Frau zu verabschieden, sodass er endlich richtig loslassen und seinen Verlust verarbeiten kann? Die hätte ihm dann auch gerne selbst sagen dürfen, dass das nunmal der Lauf der Dinge ist usw. Geradezu strange, dass Shinkai diese Möglichkeit nicht gewählt hat. Sicher wärs etwas kitschig geworden, doch das hätte nach dem Rest des Films auch nicht mehr weiter gestört.

  6. #6
    Heh, ich hab den Film nach dem Anfang tatsächlich gedroppt. Sah schön aus, aber als es dann richtig mit der Fantasy los ging hat ich keine Lust mehr. Der Film war imo nix, wobei ich logischerweise nix übers Ende oder so sagen kann.

    Ja, Filme kann man auch droppen. So seltsam das auch klingt..

  7. #7
    Children Who Chase Lost Voices ist definitiv mit weeeitem Abstand Shinkais schlechtester Film und nicht repräsentativ für seine anderen Werke (vermutlich ist er gerade deswegen auch so mies).

    Narcissu hat es auf den Punkt gebracht: Shinkais Filme haben alle ihren Reiz in ihrer melancholischen Grundstimmung (und dem Cloudporn), 5cm per Second ist da wohl das beste Beispiel und auch sehr empfehlenswert. Wo es wieder gehakt hat war Garden of Words (Schüler bandelt mit Lehrerin an), wo Shinkai es wieder mit der Charakterisierung und dem Pacing etwas verhauen hat. Sieht atemberaubend aus, aber die Protagonisten (allen voran die Frau) hätte ich mit was bewerfen können.
    So richtig schlecht ist der nicht, aber hier und da hakt es schon gewaltig und man fühlt sich, als hätte der Film noch 5 Stunden mehr Charakterisierung gebraucht, damit alles Sinn macht.

    Ironischerweise scheinen Shinkais beste Sachen in den letzten Jahren seine Commericals für diverse NGOs zu sein. ._.

  8. #8
    Eureka Seven ist der beste Anime, den ich seit langem gesehen habe.
    Und ich habe wirklich fast nichts an der Serie auszusetzen. Die letzte Folge war etwas zu kitschig (Stichwort: Herzen) und das Pacing am Anfang der ersten und zweiten Hälfte hätte etwas schneller sein können. Abgesehen davon: alles toll. Besonders die Charaktere allgemein, die Romanze und die fantasievolle Welt. Definitiv eines von Bones' besten Werken, und neben Fullmetal Alchemist sicher das mit den wenigsten Schwächen.

  9. #9
    Ah, freut mich zu hören. Glaube, vor einer Weile hatte ich hier mal nach Meinungen dazu gefragt. Hab da ein gewisses Interesse dran, da ich hörte, dass die Charakterisierungen inklusive Love Story dort recht gelungen sein sollen und es ansonsten ein rundum solider Mecha-Anime sei. Und da die Serie ja nun auch in Deutschland auf BD verfügbar ist (bzw. die erste Hälfte und der Rest folgt bald), spielte ich mit dem Gedanken, mir das zuzulegen, sobald mal wieder etwas Geld vorhanden ist.

    Und ich meine... Surfende Riesenroboter sprechen irgendwie auch für sich, oder?

    Geändert von Enkidu (19.02.2016 um 23:49 Uhr)

  10. #10
    Glücklicherweise konzentriert sich die Serie auch auf die coolen Seiten der Mecha-Animes. Auf Technobabble wird größtenteils verzichtet, die Kämpfe sind in der Regel kein Selbstzweck, sondern immer gut mit der Handlung und Charakterentwicklung verzahnt, und ja, durch das Surf-Element wurde es nochmal viel cooler. Gerade auch deshalb, weil Bones die Serie fantastisch animiert hat.

    Und überhaupt ist die Blu-ray-Fassung absolut empfehlenswert. Das Remaster ist zwar 3:4, sieht aber ansonsten schon beinahe nativ HD aus. Man merkt natürlich schon noch einen Unterschied, aber es macht sich wirklich verdammt gut. Die Dub ist auch richtig gut, auch wenn ich die Sprecher von Renton und Eureka etwas zu alt finde, weshalb ich die meisten Folgen auf Japanisch gesehen habe. Die Untertitel waren zum Glück auch einwandfrei, habe selten im deutschen Anime-Bereich eine Übersetzung gesehen, die so gut und natürlich klang und gut flutscht. Kann die Veröffentlichung also voll und ganz empfehlen.

  11. #11
    Cool, cool. Danke auch für dein Review auf JPGames, das hatte ich mir die Tage nämlich durchgelesen.
    Zitat Zitat von Narcissu Beitrag anzeigen
    Das Remaster ist zwar 3:4, sieht aber ansonsten schon beinahe nativ HD aus.
    Ist mir lieber, als wenn sie was abschneiden (denn darauf läuft die Alternative meistens hinaus).
    Zitat Zitat
    Die Dub ist auch richtig gut, auch wenn ich die Sprecher von Renton und Eureka etwas zu alt finde, weshalb ich die meisten Folgen auf Japanisch gesehen habe.
    Das scheint irgendwie der Standard-Makel bei den Dubs zu sein, oder? Abgesehen von komplett untalentierten Sprechern natürlich. Ich hab manchmal das Gefühl, dass sie die Figuren bzw. das Alter derselben in mindestens jeder zweiten Anime-Vertonung nicht entsprechend dem Original treffen. Meistens finde ich das schade weil irgendwie verfälschend oder gar charmeraubend, nur in seltenen Ausnahmefällen wirkt sich das positiv aus, wenn der jeweilige Charakter schon in der Vorlage irgendwie nervtötend oder gefühlt zu jung rüberkam. Andererseits ist das für mich für gewöhnlich auch kein großartig störender Kritikpunkt, da ich ebenfalls meistens auf Japanisch mit Untertiteln gucke.


    Das nur so am Rande: Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als Animes (Filme, Serien, OVAs) hierzulande ohne deutsche oder englische Stimmen einfach nur auf japanisch mit Untertiteln auf DVD gepresst und offiziell veröffentlicht wurden? Unter anderem von Pioneer, meine ich mich zu entsinnen. Manchmal bedauere ich es, dass die Qualitätsstandards inzwischen anscheinend so hoch sind, dass das nicht mehr gemacht wird. Vielleicht befürchtet man, dass sich das sonst nicht mehr verkauft - vielleicht zu recht. Klar ist das gut, auch um den Zuschauerkreis ein wenig zu erweitern, wenn das Material in der Landessprache verfügbar ist. Aber ehrlich gesagt schaut so ziemlich jeder Anime-Fan den ich kenne auf Japanisch mit Untertiteln. Und Synchronisationen sind teuer und treiben vermutlich zusätzlich die Preise in die Höhe. Ich hätte lieber weit mehr Veröffentlichungen, die dafür nicht immer ganz so glanzvoll sind. Ein Nischenprodukt bleibt es doch so oder so. Bis nach Deutschland schaffen es nur die wenigen populären Vorzeige-Sachen (die bei Weitem nicht immer auch inhaltlich das Beste auf dem Gebiet sind) und ein wenig Drumherum. Befürchte, solche Geschichten wie Green Legend Ran oder Now and Then, Here and There (beides bei uns ohne Dub) würden heutzutage komplett unter den Tisch fallen. Und die Liste der Klassiker, die es nie zu uns geschafft haben, ist lang. Mit den derzeitigen Marktverhältnissen wird sich da nie ein Publisher ermutigt sehen, eine Veröffentlichung anzuleiern.

  12. #12
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Das nur so am Rande: Erinnert ihr euch noch an die Zeiten, als Animes (Filme, Serien, OVAs) hierzulande ohne deutsche oder englische Stimmen einfach nur auf japanisch mit Untertiteln auf DVD gepresst und offiziell veröffentlicht wurden? Unter anderem von Pioneer, meine ich mich zu entsinnen. Manchmal bedauere ich es, dass die Qualitätsstandards inzwischen anscheinend so hoch sind, dass das nicht mehr gemacht wird. Vielleicht befürchtet man, dass sich das sonst nicht mehr verkauft - vielleicht zu recht. Klar ist das gut, auch um den Zuschauerkreis ein wenig zu erweitern, wenn das Material in der Landessprache verfügbar ist. Aber ehrlich gesagt schaut so ziemlich jeder Anime-Fan den ich kenne auf Japanisch mit Untertiteln. Und Synchronisationen sind teuer und treiben vermutlich zusätzlich die Preise in die Höhe. Ich hätte lieber weit mehr Veröffentlichungen, die dafür nicht immer ganz so glanzvoll sind. Ein Nischenprodukt bleibt es doch so oder so. Bis nach Deutschland schaffen es nur die wenigen populären Vorzeige-Sachen (die bei Weitem nicht immer auch inhaltlich das Beste auf dem Gebiet sind) und ein wenig Drumherum. Befürchte, solche Geschichten wie Green Legend Ran oder Now and Then, Here and There (beides bei uns ohne Dub) würden heutzutage komplett unter den Tisch fallen. Und die Liste der Klassiker, die es nie zu uns geschafft haben, ist lang. Mit den derzeitigen Marktverhältnissen wird sich da nie ein Publisher ermutigt sehen, eine Veröffentlichung anzuleiern.
    In Amerika gibt es inzwischen immer mehr "Vanilla-Editions" zu Anime, dh. "nur" den Anime mit Untertiteln, ohne Synchro. Nur, wenn der sich verkauft gibt es ne Version mit Dubs später noch hinterher. Fairerweise muss man dazu sagen, dass die Serien in Amerika auch dann, wenn von Anfang an eine Sub UND eine Dub-Fassung erscheint, wesentlich billiger sind als bei uns, weswegen ich nach wie vor lieber zum Import greife.

  13. #13
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    Ah, freut mich zu hören. Glaube, vor einer Weile hatte ich hier mal nach Meinungen dazu gefragt. Hab da ein gewisses Interesse dran, da ich hörte, dass die Charakterisierungen inklusive Love Story dort recht gelungen sein sollen und es ansonsten ein rundum solider Mecha-Anime sei. Und da die Serie ja nun auch in Deutschland auf BD verfügbar ist (bzw. die erste Hälfte und der Rest folgt bald), spielte ich mit dem Gedanken, mir das zuzulegen, sobald mal wieder etwas Geld vorhanden ist.

    Und ich meine... Surfende Riesenroboter sprechen irgendwie auch für sich, oder?
    Kannst ja vorher ein paar Episoden schauen, ob es was für dich ist. Afaik ist das "Intro" 2 Eps, und wenn man dann noch 2-3 schaut, weiß man vermutlich, ob es was für einen ist. Ich selbst habs nach 6 gedroppt, also da sollte es spätestens recht deutlich sein. (Imo war die Serie leider nur "meh". Der Anfang hat mir gut gefallen, aber was dann kam nicht mehr. Wenn ich mich auch nicht mehr an Details erinnern kann)

  14. #14
    Zitat Zitat
    In Amerika gibt es inzwischen immer mehr "Vanilla-Editions" zu Anime, dh. "nur" den Anime mit Untertiteln, ohne Synchro. Nur, wenn der sich verkauft gibt es ne Version mit Dubs später noch hinterher.
    Und das funktioniert? Würde eigentlich annehmen, dass wenn sich jemand bereits die "Nur Sub"-Fassung gekauft hat, der nicht auch noch Geld für eine zusätzliche Synchrofassung ausgibt, und andererseits diejenigen, die auf eine Syncho bestehen, sich nicht erst eine Subfassung kaufen...

  15. #15
    Aria The Natural 26/26: Die erste Staffel war schon toll, aber The Natural fand ich noch einmal eine ganze Ecke besser. Das lag vor allem an den Episoden, in denen es um die Geheimnisse der Stadt ging, wie beispielsweise alle, in denen der Katzenkönig auftrat. Die haben richtig für Erkundungslust gesorgt und Aqua definitiv zu einer interessanteren Stadt gemacht.

    Die Charakterfolgen in der zweiten Hälfte fand ich dafür nicht ganz so stark, gegen Ende gab es aber einige richtig starke Folgen, darunter besonders die vorletzte, in der die drei Mädchen die Bootsparty organisieren müssen.

    Ich freu mich schon auf Origination.

    Black Lagoon 12/12: Die Serie hat mich so gut unterhalten, dass ich gleich alle zwölf Folgen fast an einem Stück geguckt hab. Ich muss aber sagen, dass ich die erste Hälfte besser fand. Highlights waren für mich Folge 2 bis 7, also die Flucht (2), Nazi-Arc (3-6) und die Charakterfolge mit Rock und Revy (7). Der Roberta-Arc war zwar an sich ganz cool, aber gegen Ende imo ein bisschen zu übertrieben und aufs gleiche Thema konzentriert. Ich mag Roberta als Charakter auch nicht so sehr, wobei das anfangs noch anders war. Die letzten beiden Folgen (der letzte Arc) waren solide, aber haben der Serie auch nicht mehr viel Neues gegeben.

    Ich bin schon gespannt auf Staffel 2 und hoffe, dass es hier noch ein bisschen mehr Charakterentwicklung gibt. Die erste Staffel hat ja einiges angeteasert, aber viel passiert ist letztlich nicht (höchstens bei Rock).

    Anyway, auf jeden Fall eine coole Serie und die deutsche Vertonung ist hervorragend (mit Ausnahme von Roberta und der China-Tussi am Ende).

    @Enkidu: Ja, das Sprecheralter ist oft das Problem. Imo kriegen auch die Japaner das oft nicht hin. Wir haben und zwar mittlerweile alle an die Frauenstimmen für Kinder gewöhnt, aber wenn ich alle Jubeljahre doch mal echte (und talentierte) Kindersprecher höre, ist das ein himmelweiter Unterschied.

    Sub-Only scheint sich in Deutschland nicht rentiert zu haben. Ich glaube auch, die meisten Publisher, die das gemacht haben, sind entweder pleite oder haben sich aus dem Geschäft zurückgezogen. Habe beispielsweise (neben Now and then, Here and There) Tatami Galaxy als Sub-Release, und das ist definitiv eine Serie, die es sonst nie hierher geschafft hätte. Kazé hat glaube ich die zweite Staffel von Haruhi ohne Dub hierher gebracht und dafür einen ziemlichen Shitstorm einstecken müssen. (Was verständlich ist, denn viel günstiger war die afaik nicht, trotz sich "wiederholender" Episoden, und die erste hatte eine Dub.)

    Ich meine auch, in den letzter zwei bis drei Jahren mehrfach von offizieller Seite die Aussage gelesen zu haben, dass es sich einfach nicht lohnt. Unter anderem sicher auch deshalb, da es sich ohnehin nicht zu lohnen scheint, Animes zu lizenzieren, die am Mainstream-Geschmack vorbeischlittern. So ziemlich alle imo richtig guten Serien der letzten Jahre kamen nicht zu uns und die Zeit, in der es noch gelegentlich Arthouse-Releases gab (wie Genius Party) sind auch vorbei.

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