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Thema: Let's Play Together: Im Reich des Himmelsdrachen - Diskussionsthread

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Ob das, was man mithin unter Füllwörtern zusammenfasst, bedeutungsleer ist hängt wohl von der Bedeutungsdefinition ab. Es stimmt das in der Breite die meisten Autoren eine deutlich straffere Sprache verwenden als man es aus der gesprochenen Sprache gewohnt ist. Ohne einen gewissen Grad an solchen Reduktionen wären viele Dialoge wohl nicht sehr unterhaltsam. Aber völlig darauf verzichten werden glaube ich auch nur wenige Schreibende. Mal abgesehen davon, dass es manchmal auch dienlich sein kann die Erzählzeit zu strecken z.B. um einen gewissen Eindruck zu vermitteln und sich Füllwörter oft gut eignen einen bestimmten Sprachrythmus zu konstruieren, können sie auch die Informationen die ein Leser aus einem Text zieht erweitern. Ein Verzögerungslaut wie "ähm" kann z.B. auf Unsicherheit einer Person und im weiteren Kontext auf Dinge wie die Stellung des Sprechenden zu seinem Dialogpartner verweisen.

    Das Problem bei einem „ahso“ und ähnlichen Aussprüchen in einem ans Mittelalter angelehnten Szenario liegt denk ich eher darin, dass es eine Erwartungshaltung durchbricht, welche vorher von vielen anderen Medien zu denen wir (un)bewusst Referenzen ziehen aufgebaut wurde. Gerade beim Adel erwarten die meisten von uns wohl in den meisten Situationen eine selbstbewusste, wohlformulierte Sprechweise, wie diejenigen, die um den korrekten Artikel für Schild wissen, oft auch vom Ritter erwarten, dass er den richtigen Artikel für das Ding mit dem er da täglich umgeht kennt. Mit solchen Erwartungshaltungen in effektiver Weise zu spielen ist mMn teilweise ungemein schwierig, aber gerade vom Durchbrechen solcher Dinge leben oft auch interessante Geschichten und Dialoge. Deswegen sollte man sich als Schaffender nicht zu sehr einschränken. Regeln wie „Füllwörter sollten vermieden werden“ sollten meiner Ansicht nach in erster Linie als Stütze nicht als qualitätsdefinierende Einschränkung der eigenen methodischen Möglichkeiten dienen.

    Für IRdH kann ich von mir persönlich nur sagen, dass mich einige Dialogteile anfangs störend aus dem Geschehen geholt haben, mittlerweile aber auch gerade der etwas lockere Umgang mit Sprache zu einem Teil der Welt geworden ist, der meiner Freude am Spielen zu Gute kommt, was vielleicht auch daran liegt das sich mein Filter mit dem ich das Geschehen sehe im Verlauf geändert hat.

  2. #2
    Zitat Zitat von Mit Füllwörtern
    Solche Wörter meinte ich gar nicht, das sind ja eher so "Stammelwörter". Ich dachte es geht um Wörter, die nicht unbedingt notwendig sind, z. B. "Das hat er aber gut gemacht" anstelle von "Das hat er gut gemacht". Solche Wörter sind doch auch in der Literatur nicht verpönt, nicht zuletzt weil sie vielleicht doch eine kleine Bedeutung haben können. Oder irre ich mich?
    Zitat Zitat von Ohne
    Solche Wörter meinte ich nicht, das sind "Stammelwörter". Ich dachte es geht um Wörter, die nicht notwendig sind, z. B. "Das hat er aber gut gemacht" statt "Das hat er gut gemacht". Solche Wörter sind doch in der Literatur nicht verpönt, nicht zuletzt weil sie eine Bedeutung haben können. Oder irre ich mich?
    Ich habe mal die Füllwörter entfernt und siehe da: an der Charaktersisierung von Kelven ändert sich grundsätzlich nichts. Was anders ist: die Unsicherheit scheint nicht mehr deutlich durch, weil die Relativierungen fehlen. In Literatur würde man sie an den Dialog anschließen, indem man den Dialogführenden beschreibt oder seine Unsicherheit zeigt.
    Um caesa_andys Beispiel aufzugreifen:
    Nicht ...
    "Nun, ich denke, wir sollten jetzt mal nach hause gehen."
    Sondern ...
    "Wir sollten jetzt nach hause gehen", zögerte er.

    Füllwörter tragen nicht zur Charakterisierung bei, weil sie von spezifischeren Merkmalen, wie Jargon, Slang, Mundart, Marotten etc. ablenken. Wenn, dann treibt man es auf die Spitze, aber dann muss auch deutlich werden, dass dieses auf die Spitze treiben der Sinn des Dialogs ist.

    Hier mal ein Dialogfetzen quasi ohne Füllwörter aber mit deutlich herausgearbeiteten Charakteren:
    Zitat Zitat
    "Dafür gebe ich dir zwei Backpfeifen und einen Arschtritt.", raunzte der Pfandleiher.
    "Komm schon. Ich verlange ja nicht, dass du mir vertraust, sondern den Mächten des Zufalls.", lockte der Mann und wedelte mit einer bunten Tüte. Darauf stand in großen, regenbogenfarbenen Lettern: Wundertüte.
    "Keiner meiner Zunft kauft die Katze im Sack. Lieber ertränken wir sie oder hauen mit einem Knüppel drauf."
    "Ich mag Katzen. Sie sind eigensinnig, haben Charakter. Jede Katze ist anders und doch gleich", fing der Mann an. "Wenn ich mein Handy dazutue, nimmst du die Tüte dann?"
    Füllwörter würden dem Dialog die Zackigkeit nehmen und die starken Wörter, die der Portraitierung dienen, gingen unter.

    Anderes Beispiel:
    Zitat Zitat
    "Ey man, da kam also diese Mördertussi in den Laden und ich schwör' dir, wie die mich angeglotzt hat, die wollte mich."
    "Ey man" kann man zwar als Füllwörter begreifen, macht aber den Jargon deutlich und trägt zur Charaktersisierung bei. Anders als in caesa_andys Beispielen.
    Wie IronChef also sagt: Man sollte das definitiv nicht als Gesetz auffassen, aber als Werkzeug. Auch insgesamt dito an ihn.

  3. #3
    Spielzeit: ca. 7 1/2 Stunden
    Ort: Immer noch bei den Missionen
    Die Abwechslung tut dem Spiel schon gut. Bisher waren die Abschnitte zwar nicht besonders groß (hab die Aufgaben mit dem Elfenkrieger, den Schiffen und den Schukas gemacht), aber zumindest macht man mal unterschiedliche Dinge. Im Wald bei Yuno wurde gesagt, dass man sich dort gut trainieren kann, aber dafür geben die Gegner viel zu wenig Erfahrungspunkte (bin dort Stufe 25 gewesen). Was mir dann noch aufgefallen ist: Der Elfenkrieger soll doch schon seit ein paar Tagen verschwunden sein, wie lange liegt er denn schon beim Golem?

    @Owly
    Gerade an der Charakterisierung ändert sich etwas, es ist die Aussage, die sich nicht ändert. Auf die Wörter zu verzichten, nimmt den Sätzen ein Stück weit die "Schönheit". Ich würde es mit Füllwörtern zwar nicht übertreiben, aber verbannen muss man sie auch nicht gleich, weil dadurch etwas von der sprachlichen Ausdrucksstärke verloren geht.

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