Pulpy, ja. Das muss aber nicht heißen, dass es zwangsläufig super unrealistisch oder übertrieben wird (wie gesagt, Flummi-Yoda fand ich ganz und gar furchtbar, und auch mit den menschlichen Schauspielern schien es manchmal ein wenig in die Richtung zu gehen). Das Problem in der Originaltrilogie war, dass die Kämpfe alle mit Vader stattfanden, im Grunde ein gehandicapter, alter Sack, der nur noch durch Prothesen aufrecht gehen konnte. In Episode IV waren es mit Obi-Wan sogar zwei so betagte Typen ^^ Das schränkte sehr ein, was man mit den Duellen anstellen konnte, selbst wenn Luke als junger Hüpfer mitmischte. Aber die Ausrede, dass damals halt einfach andere Prioritäten an den Tag gelegt wurden, zieht nicht: Massenhaft alte Piraten- oder Mantel-und-Degen-Filme, kurzum Swashbuckler, waren randvoll davon. Dann schon eher die technischen Einschränkungen als Erklärung.
Da man auch Star Wars sehr naheliegend als Swashbuckler verstehen kann und sich die Verantwortlichen (besonders Lucas) nach eigenen Aussagen sogar bewusst an Errol Flynn & Co orientierten oder sich zumindest von dieser Art von Filmhelden inspirieren ließen, wundert es mich eigentlich sogar sehr, dass das nicht im gleichen Maße für die Schwertkämpfe galt. Der Originaltrilogie fehlte es völlig an Leichtigkeit auf dem Gebiet. Es war extrem theatralisch. Das soll nicht falsch verstanden werden, es funktionierte für das, was sie rüberbringen wollten, und diente vorrangig der Story, erzeugte Spannung und Drama. Aber von der Leistung on-screen war es halt null beeindruckend. Vermutlich hängt das zum Teil auch damit zusammen, dass in Lucas ursprünglicher Vision die Lichtschwerter unheimlich schwer waren und normalerweise mit zwei Händen geführt werden sollten, wovon er erst nach und nach abgerückt ist.

Ich hätte eben lieber einen Stil, der an einen Degen oder Säbel erinnert, und wäre schon zufrieden, wenn die Charaktere bei diesen Kämpfen mehr (aber nicht künstlich Jedi-mäßig) herumhüpfen, die Umgebung entsprechend nutzen, und der Schlagabtausch, wenn schon nicht wie in Episode I, dann wenigstens doch merklich schneller ist als früher. Diesen "hyperkinetischen" Aspekt, der auch entsprechend gefilmt wird, die körperliche Agilität, das würde ich so oder so schon gerne nochmal in einem Star Wars sehen.

Hier mal zur generellen Veranschaulichung von ein paar der obenstehenden Punkte das Finale aus "The Mark of Zorro" von 1940 mit Tyrone Power. Die Szene ist eines der Highlights der Filmgeschichte was Schwertkämpfe angeht ^^ Da spürt man richtig die Energie, die dahinter steckt (und es erinnert zumindest tendenziell eher an Phantom Menace als an die drei klassischen Star Wars Teile):





Stimmt, die Prequels setzten in dem Bereich völlig andere Schwerpunkte als die Originaltrilogie. Dass sie von letzterer abrückten finde ich gut, da es nicht mehr zeitgemäß gewesen wäre, nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch wegen der Story. Vom Publikum hätten sie kaum erwarten können, dass es ihnen jemand abkauft, wenn nun nicht mehr alte Knacker, sondern junge, ausgebildete Jedimeister gegeneinander kämpfen, aber das immer noch so mechanisch und langsam vonstatten geht wie Vader vs. Obi-Wan in A New Hope. Da nun sowieso der Ansatz für die Lichtschwert-Kämpfe (je nach Blickwinkel sogar mehrfach) gewechselt wurde, brauchen sie imho auch nicht mehr zur Old-School-Verfahrensweise zurückkehren. Ich glaube auch nicht, dass das passieren wird oder dass Abrams Aussage dahingehend verstanden werden sollte. Es mag sich von den Prequels unterscheiden und rauer, "brutaler", schwerer und dadurch vielleicht auch realistischer werden, aber von der Originaltrilogie unterscheidet sich das bestimmt ebenfalls. Zu der führt kein Weg mehr zurück, denn Erwartungshaltung und Sehgewohnheiten haben sich geändert. Ich verstehe, wenn jemand gerne eine stärkere Einheitlichkeit gehabt hätte, doch die ist längst hinüber. Ich persönlich hätte nichts dagegen, wenn sie mit jedem neuen Charakter bzw. jeder neuen Episode auch gleich einen völlig neuen Kampfstil mit dem Schwert ausprobieren und so Abwechslung reinbringen *g*
Zitat Zitat von Schattenläufer Beitrag anzeigen
Harrison Ford wurde in The Age of Adaline relativ erfolgreich mit Anthony Ingruber besetzt (der ansonsten ein unbeschriebenes Blatt ist). Ich hab den Film nicht gesehen und kann seine schauspielerischen Fähigkeiten nicht einschätzen, aber in Bildern aus dem Film sieht er ihm zumindest verdammt ähnlich.
Jau, rein optisch wäre der perfekt Komisch, dass er überhaupt nicht in der Liste aufgetaucht ist. Dafür aber mehrere ganz furchtbare Leute, die zum Teil nichtmal eine entfernte Ähnlichkeit mit Ford haben ^^