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Thema: Now Watching - Post Apocalypse Edition in 48fps

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Für mich hat das emotionale tatsächlich an den entscheidenden Stellen (überraschend gut) funktioniert, also allem voran, wenn es um Odin und das Verhältnis der Brüder ging. Alles um Hela und Ragnarok und so blieb da tatsächlich etwas oberflächlicher, aber ich befürchte, das muss auch so sein, wenn der Film insgesamt einen ansatzweise kohärenten Tonfall haben soll. Teil 2 hat ja schön gezeigt, wie man Slapstick und Edge ganz bestimmt nicht verbinden sollte.

    Zitat Zitat
    Ach ja, und eine Kleinigkeit, die aber nicht direkt mit dem Film sondern mehr mit dem heutigen Stand Hollywoods zu tun hat, kam mir bei Hulks Einführung in den Sinn. Ich hatte in der Handlung schon eine Weile nicht mehr an ihn gedacht, weil es natürlich um ganz andere Dinge ging, und er wird bis zu dem Punkt auch nicht ein einziges Mal direkt erwähnt. Ich kam nicht umhin zu grübeln, wie unglaublich geil es gewesen wäre, wenn man die Fans damit hätte überraschen können. Was für ein Twist! Gibt der Geschichte eine ganz neue Dynamik. Ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten. Ich hätte mich im Kino in der Situation gerne so erstaunt gefühlt wie Thor selbst. Aber leider, selbstverständlich, lässt sich so etwas heute nicht mehr geheim halten. Ist schließlich auch ein zu großes Pro-Argument für den Film, dass Hulk und Banner auftauchen, entsprechend landete die Figur dick und fett sofort auf den Postern und in den Trailern. Aber überlegt nur mal, wie abgefahren so etwas rein hypothetisch angekommen wäre.
    Ja, den Gedanken hatte ich in der Szene auch, zumal sie auch so gedreht ist. So eine Überraschung ist halt wirklich ziemlich unmöglich, gerade mit seiner Screentime und seinem "Pull" als Charakter, auch wenn ich mir manchmal wünsche, Disney würde genau EIN Risiko mehr eingehen. ^^ Dass Doctor Strange vorkommt, war ja tatsächlich nur bekannt, wenn man die News verfolgt hat, aber der hatte halt auch nur 3 Minuten Screentime. Bei Hulk ist das wirtschaftlich sehr nachvollziehbar, die Avengers sind nun mal das erheblich größere Franchise. $739.2 Millionen bisher, was schon sehr respektabel für einen fucking Thor-Film ist. Trotzdem schade, und gut für die nächste Generation, die die Filme ohne Promotion sieht.

  2. #2
    Letzte Woche hab ich Orphan Black zu ende geguckt. Keine Ahnung, was für mich der Höhepunkt der Serie war, aber Season 2 war der absolute Tiefpunkt für mich. Viel zu viele Handlungen und Charaktere, viel zu wenig Exposition und dadurch sehr uninteressant. Hauptproblem der Serie war für mich die unnötig kompliziert aufgezogene Geschichte, die in Wahrheit viel unspektakulärer und bodenständiger ist als die Serie einem weismachen will und die man hätte durchaus besser verpacken können, da es eigentlich eh viel mehr um die Charaktere und darum geht, sie wild durcheinander zu würfeln und ihnen in neuen Konstellationen eine Aufgabe zu geben. Hinzu kommt noch, dass sich die Geschichte staffelweise in mehr oder weniger abgeschlossene Arcs einteilen lässt, wofür aber die Geschichte meiner Meinung nach überhaupt nicht geeignet ist. Komisch fand ich es, dass sie dann in der 5. Staffel viel Wert auf die Story und weniger auf die Charaktere gelegt haben, was mir dann nicht so sehr gefallen hat, da mir alles viel zu sehr an den Haaren herbeigezogen und die Serie viel zu uninteressant war, als dass ich drüber hinweg sehen könnte. Das wirklich gute an der gesamten Serie sind Alison und Donny gewesen, deren Sidestories jedoch nur wenig mit der eigentlich Geschichte zu tun haben. Alleine daran zeigt sich, wie unglaublich mittelmäßig Orphan Blacks Hauptgeschichte eigentlich ist.

    Ich gebe der Serie 5/10 Punkte, da sich die positiven und negativen Aspekte gegenseitig ausgeglichen haben.

    Geändert von Byder (21.11.2017 um 14:21 Uhr)

  3. #3
    Wenn Enkidu etwas mag, dann horche ich auf. Wird auch geguckt, damit ich als alter MCU-Hater meine Meinung kund tun darf.


    Hab Spodermahn: Heimkommend geguckt. Fand ihn besser als erwartet, nur fühlt sich die SJW-Verwurstung ganz schön armselig an. Man hat versucht wirklich jede unwichtige Figur mit einem Minoritätsmitglied zu besetzen, vermutlich, um zu rechtfertigen, dass alle wichtigen Figuren weiß sind. Nicht, dass ich gerne mehr Minoritäten abgebildet hätte, so wie ja schon nach schwarz/schwulen Hauptfiguren für die nächste SW-Trilogie gerufen wird. Ich find es nur irgendwie unangenehm, diesem Zirkus nach politischer Korrektheit zuzugucken, der vor den endgültigen, entschiedenen Entscheidungen dann doch den Schwanz einzieht.

    Ansonsten hat mich Michael Keaton umgehauen. Bisher der beste Spidermanbösewicht imo. Darf gerne in späteren Teilen zurückkehren (was wohl leider nix wird, bei der kurzlebigkeit der Reihe ).

  4. #4
    Interessant, dass so viele den neuen Spidey gut finden, sowohl Fachpresse als auch die normalen Zuseher. Hab ihn auch heute gesehen und mir hat er leider überhaupt nicht gefallen. Zuerst hatte ich eine Neuinterpretation der Vor-Versionen erwartet, also bevor Peter Parker zum Superhelden wurde. Dass dieser Schritt bereits übersprungen wurde, fand ich schade. Aber anderseits würde diese ja auch nichts mehr Neues bieten - haben wir ja schon zwei Mal gesehen. Doch abgesehen von dieser Entscheidung fand ich den Film eher schwach, mich nervten vor allem die kindischen Momente von denen es nicht wenige gab. Bis zum Endkampf hin bringt Spidey nichts auf die Reihe, ständig passieren ihm Missgeschicke, das den Kämpfen unnötig den Flow nimmt. Selbst die Tennie-Szenen die in keinem Spiderman fehlen dürfen, waren hier nicht wirklich authentisch - zudem sehr vom Stereotypen geprägt. So gesellschaftskritisch wie Itaju sehe ich es zwar nicht, aber ein bisschen mehr Kreativität wäre besser gewesen. Auch fehlten mir bestimmte ruhige Momente, nicht mal seine Tante hat viel Screentime bekommen (war die immer schon Italienerin? ^^). Ich verstehe ja, dass sie Spidey ins Marvel Universum bringen wollen, aber es geschieht hier zu drastisch. Bei Keaton muss ich Itaju zustimmen, der gefiel mir recht gut.

  5. #5
    Zitat Zitat von Rusk Beitrag anzeigen
    Interessant, dass so viele den neuen Spidey gut finden, sowohl Fachpresse als auch die normalen Zuseher. Hab ihn auch heute gesehen und mir hat er leider überhaupt nicht gefallen.
    Verglichen mit den anderen Spider-Man Filmen (und selbst mit anderen Marvel Filmen) hat er mir auch nicht wirklich gefallen. Ich fand ihn sogar irgendwie langweilig, sowohl was Spider-Man, seine Freunde und selbst den Antagonisten angeht. Und Iron Man hätten sie sich echt sparen können. Muss ich von daher nicht nochmal sehen, auch wenn mir der neue Spider-Man in Civil War eigentlich gefallen hat.

    Geändert von ~Jack~ (21.11.2017 um 17:06 Uhr)

  6. #6

  7. #7
    Ich mochte Spidey Homecoming überaus gerne, gerade auch den ganzen Teenager-Coming-of-age-Kram (solche Geschichten mag ich sowieso ganz generell) kombiniert mit den Superhelden-Elementen. Gehört zu dem Charakter ja eigentlich seit jeher dazu, aber wurde von den bisherigen Spider-Man-Filmen meiner Meinung nach nie so wirklich gut getroffen. Fügt dem MCU auch eine dringend benötigte neue Perspektive hinzu. Homecoming erschien mir einfach sympathisch von Anfang bis Ende. Kann aber nicht genau sagen, wie viel von meiner Begeisterung sich aus bloßer Erleichterung nach den beiden Amazing Spider-Man Filmen zusammensetzt, die ich nämlich mäßig bis furchtbar fand.

    Zitat Zitat von Itaju Beitrag anzeigen
    Was mich am Bösewicht gestört hat (...) war, dass er kaum was reißt.
    Das stimmt zwar, war für mich persönlich aber Ausdruck und Teil eines positiven Aspektes. Die Handlung backt halt einfach viel kleinere Brötchen. Erscheint mir erfrischend, insbesondere für einen Marvel Studios Film, dass mal nicht das halbe Universum auf dem Spiel steht, wenn du weißt was ich meine. Stattdessen haben sie Homecoming viel persönlicher gehalten, was sich ja auch durch diese clevere Wendung mit Keaton-Vulture als Vater des Love Interest bemerkbar machte ^^

  8. #8
    Habe mir jetzt noch mal die gesamte Panem-Trilogie gegeben. Also ich mag die Reihe doch sehr gerne. Insbesondere das Setting und die dystopischen Aspekte finde ich mehr als gelungen. Auch Katniss ist eine sehr sympathische Heldin wider Willen.
    Richtig gelungen finde ich übrigens die Absurdität, die im Kapitol herrscht und damit das komplette Gegenteil der tatsächlichen Wirklichkeit in Panem widerspiegelt. Diese übertriebenen Widersetze mag ich generell sehr gern. Lese gerade Menschenjagd/Running Man von Stephen King, da gibt es ebenfalls viele Parallelen. Und ein Snowpiercer hat das auch gut dargestellt.

    Mein Panem Ranking:
    Catching Fire -> Hunger Games -> Mockingjay Part 1 -> Mockingjay Part 2

    Durchweg gelungen finde ich eigentlich nur die ersten beiden Teile. Catching Fire finde ich dabei einen Tick besser, da hier das Kapitol stärker im Mittelpunkt steht.
    Die beiden Mockingjay-Teile sind dagegen zu aufgeblasen. War eine dumme Idee (aus künstlerischer Sicht), zwei Filme daraus zu machen. In Part 2 mag ich eigentlich nur so richtig die letzten 20-25 Minuten. Was mich persönlich auch etwas stört, sind die Szenen, die in Berlin am Messedamm/ICC gedreht wurden. Die reißen einen doch etwas raus (habe selbst 9 Jahre in Berlin gelebt).

    Geändert von Cooper (23.11.2017 um 15:56 Uhr)

  9. #9
    Ich war nie groß Fan der Reihe, ebensowenig wie ich irgendie Superheldengeschichten mag und guck den Kram dann trotzdem. Finde die auch sehr unterhaltsam, AAABER!!!


    Geändert von Itaju (23.11.2017 um 16:42 Uhr)

  10. #10

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Ich habe mir gestern den Film Power Rangers angeschaut und meine Fresse... der war so verdammt mies. Jetzt war schon die Serie nicht der Überflieger, aber der Film hat das noch meilenweit unterboten. Da waren die hässlichen Kostüme der Rangers nur der Anfang eines großen Haufens Bullshit. War seine Zeit nicht wert und ich bin froh nicht im Kino gewesen zu sein.

  11. #11
    Super Dark Times (2017)



    Wenn ein Film mit den Worten "Ein fesselnder Mix aus Stand By Me und Donnie Darko" wirbt (siehe Cover), dann macht mich das ziemlich hellhörig, wo ich doch letzteres für einen der besten Streifen den Genres halte. Doch nach dem Abspann des Films verstehe ich aber immer noch nicht wo bitte schön dieser Mix war? Der Film kann zwar am Anfang ne recht ansehnliche und düstere Atmosphäre aufbauen, schafft dies aber nicht konsequent zu Ende. Den Genickbruch leisten aber meiner Meinung nach die Schauspieler, die sehr komische Charakterentwicklungen durchmachen, die mir nicht wirklich verständlich erschienen (abgesehen von ihren schauspielerischen Leistungen). Irgendwo hat man irgendwie alles schon mal besser gesehen und dadurch auch insgeheim mehr erhofft. Ich war am Ende doch etwas enttäuscht und erstaunt, denn Super Dark Times beginnt vielversprechend, verliert sich aber dann in der Mitte und beendet das Begonnene nicht vernünftig. Sehr schade.

  12. #12

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    War vorhin im Kino und habe mir Olaf's Frozen Adventure angeschaut. Dabei handelt es sich um einen Kurzfilm, der passend zur Weihnachtszeit die Traditionen von Elsa und Anna in den Mittelpunkt stellt. Wenn sie denn welche hätten... Und genau da kommt Olaf ins Spiel, denn er ist auf der Suche nach einer Tradition für die beiden Schwestern. Der Kurzfilm ist relativ lustig, wenn auch durch die vier neuen Songs hin und wieder etwas nervig. Ein kurzweiliges Vergnügen, dass für ein paar Lacher gut ist. Das war jedoch nicht die Hauptattraktion, denn natürlich war ich in Pixars Coco. Durch Zufall sah ich heute Nachmittag, dass der Film bei uns auch einmalig als OV laufen wird und so war der Plan für den Abend klar. Durch den Trailer von Coco wusste ich schon grob, was mich in dem Film erwarten wird und ich wurde nicht enttäuscht. Es ist ein schöner Film, der die Familie in den Mittelpunkt stellt und dabei den Tag der Toten (auch unter dem Namen Día de Muertos bekannt) in den Mittelpunkt stellt. Wer sich nur ein bisschen mit mexikanischer Kultur auskennt, weiß wie farbenfroh und bunt es dabei zugehen kann. Und genauso ist auch der Film, der wirklich von der ersten Minute an Spaß macht und erst recht, wenn es dann in die Welt der Toten geht.

  13. #13
    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Ich habe mir gestern den Film Power Rangers angeschaut und meine Fresse... der war so verdammt mies. Jetzt war schon die Serie nicht der Überflieger, aber der Film hat das noch meilenweit unterboten. Da waren die hässlichen Kostüme der Rangers nur der Anfang eines großen Haufens Bullshit. War seine Zeit nicht wert und ich bin froh nicht im Kino gewesen zu sein.
    Danke! Endlich mal jemand, der mit mir einer Meinung ist! Fand gerade diese beschissenen Teenie Probleme mehr als nur nervig. Damals haben sie sich doch auch ohne groß Tamtam geprügelt, warum geht das heute nicht mehr?

    Ich bin am Überlegen, mir die Serie Diff'rent Strokes (70er Sitcom) mal zu geben. Habe vor ein paar Wochen quasi die komplette Lebensgeschichte der damaligen Kinderdarsteller aufgearbeitet und wow, das war spannend und irgendwie traurig zugleich... Was da alles abging war echt nicht mehr schön. Gary Coleman und Dana Plato sind vermutlich die tragischsten Persönlichkeiten aus Hollywood und ja, Gary Colemans Frau hat ihn definitiv auf dem Gewissen, aber das liest man im Netzt eh nur noch.

  14. #14
    Endlich mal Justice League gesehen. Zuerst zum Rahmen: SEHR froh, ihn im Kino gesehen zu haben, SEHR verärgert, ihn auf Deutsch gesehen zu haben. Ich glaube, da ist echt eine Menge verloren gegangen, was mich tatsächlich irgendwo überrascht hat. Ironischerweise war Jeremy Irons, vor dem ich etwas Angst hatte, vergleichsweise gut gemacht.
    Zum Film könnte man eine Menge sagen, viele seltsame und schlechte Details sowie viele gute und vor allem "fan-tastische" Momente heraustellen (Höhepunkt: Superman folgt Flash aus dem Augenwinkel ), aber am Ende sind mir zwei Sachen wichtig:
    1. Im Gegensatz zu BvS wurde ich ganz gut unterhalten und habe mich nicht beleidigt gefühlt oder war ob der Qualität ernsthaft verwirrt. Und das ist das wichtigste! Steppenwolf war gar nicht mal so schlimm wie erwartet, nur halt lame und random (gerade mit diesem Namen in der deutschen Synchro ), aber immerhin mit einer ordentlichen Bildschirmpräsenz und deutlich spürbarer Gefahr.
    2. Der Film kommt – wie 100% zu erwarten war! – zu früh, zu früh, viel, viel zu früh, und alles andere konnte eigentlich nur noch Schadensbegrenzung sein. Sie hätten MINDESTENS, zwangsweise Aquaman vor diesem Film bringen müssen, das hätte viel gerettet. Flash hätte auch nicht geschadet. Dann hätte man der ernsthafte interessanten Cyborg-Storyline die Aufmerksamkeit geben können, die sie verdient, man hätte wirklich Payoff und nicht nur Lippenbekenntnis, und man hätte vor allem Aquaman nicht so halbgar einführen-abfrühstücken müssen. Aber hey, das überrascht eigentlich niemanden, oder? Außer vielleicht WB, jetzt, wo der Film wohl doch kein Avengers-Money gemacht hat. Buhu, such surprise.
    Aber wie gesagt, als Superhelden- und Action-Film geht er irgendwo klar. Was auch nicht überrascht, weil er wirklich super-super-safe ist.

  15. #15
    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Ich habe mir gestern den Film Power Rangers angeschaut und meine Fresse... der war so verdammt mies. Jetzt war schon die Serie nicht der Überflieger, aber der Film hat das noch meilenweit unterboten. Da waren die hässlichen Kostüme der Rangers nur der Anfang eines großen Haufens Bullshit. War seine Zeit nicht wert und ich bin froh nicht im Kino gewesen zu sein.
    Zitat Zitat von Kynero Beitrag anzeigen
    Danke! Endlich mal jemand, der mit mir einer Meinung ist! Fand gerade diese beschissenen Teenie Probleme mehr als nur nervig. Damals haben sie sich doch auch ohne groß Tamtam geprügelt, warum geht das heute nicht mehr?

    Habe gestern nun auch endlich mal Power Rangers (2017) gesehen. Muss dazu sagen, dass ich etwas vorgeschädigt bin, da ich zu Kindergartenzeiten und vielleicht auch noch in den ersten Jahren der Grundschule ein ziemlicher Fan der Serie war (nur die ersten zwei Staffeln), inzwischen aber auch das eine oder andere über japanische Popkultur weiß und mich mit derlei Dingen vor ein paar Jahren im Rahmen des Studiums auch wissenschaftlich auseinandergesetzt habe

    That being said, der Film war Müll. Und mir bleibt nichts anderes übrig als zu schlussfolgern, dass die Macher fundamental nicht verstanden haben, was Power Rangers ist. Wahrscheinlich haben die Verantwortlichen sich im Rahmen der Entwicklung nicht einmal entsprechende Super Sentai Serien angeschaut, um sich inspirieren zu lassen. Denn nichts anderes war das Original: Die amerikanisierte Version einer klassischen Super Sentai Serie! Mit vielen aus der Vorlage direkt übernommenen Szenen. So cheesy und bekloppt die Power Rangers im TV auch waren (und sind), besonders für ältere Zuschauer, kann ich ihr nicht einen gewissen Charme und eine Menge Kreativität und Energie absprechen: Wo sonst werden farbenfrohe Strampelanzüge im Rahmen uniformierter Verwandlungen, Martial-Arts-Kämpfe, Kaiju-mäßige Riesenmonster (hauptsächlich realisiert mit old-school Mann im Gummi wie bei Godzilla xD) versus Dinosaurier-Roboter (!), die sich zu größeren Mechs kombinieren, Aliens, eine Hexe auf dem Mond und ein schwebendes Gesicht im Glas als weiser Anführer sowie ein kleines bisschen Teenager-Schulalltag in einen Topf geworfen und verquirlt? Die Serie war quasi der Inbegriff der Rule of Cool, kreiert um kleine Jungs zu begeistern. Egal wie wenig all die Elemente zusammenpassten, sie wurden zu einem (halbwegs) funktionierenden Ganzen verwoben.

    Der neue Film hat nichts von alledem. Nicht wirklich. Ich verstehe den Wunsch, es etwas glaubwürdiger und bodenständiger angehen zu wollen, aber sie haben quasi alles rausgelöscht, was die Franchise so durchgeknallt und interessant gemacht hat - inklusive des augenzwinkernden Charmes. All das ist einem weit unterdurchschnittlichen Teen-Drama über ein paar langweilige Charaktere gewichen, die sich zufällig kennenlernen, teilweise in peinlich-nerviger Jugendsprache kommunizieren, und unendlich lange brauchen, um ihre Kräfte zu erwecken. Nichts ist mehr farbenfroh, stattdessen natürlich alles "dark & gritty".

    Das Pacing und die Handlungsstruktur sind mit Abstand die größten Probleme und greifen quasi direkt ineinander. Ich kann ja nachvollziehen, dass es eine Originstory und der Start einer neuen Kino-Reihe werden sollte (haha, das war wohl nichts), aber schaut euch einige der besten Vertreter dieses Konzepts nur mal an - In Batman Begins ist Bruce Wayne spätestens ab der Hälfte der Spielzeit voll entwickelt als Batman, der Rest der Geschichte hat Spaß damit und nimmt am Ende wieder Bezug auf den Beginn. In Raimis Spider-Man war es doch ähnlich. Power Rangers dagegen? Der Film dauert 124 Minuten. Als Power Rangers treten die Hauptfiguren ausschließlich in den letzten 21 Minuten auf. Ja, ich habe tatsächlich die Zeit gestoppt. Wenn das Werk so einen Titel hat, dann sollte man als Zuschauer auch erwarten dürfen, dass er diesem gerecht wird. Aber nö, gerade einmal weniger als 17% des Films zeigt sie als fertig etablierte Gruppe. Das zieht sich einfach ewig hin - man wartet ständig darauf, dass endlich mal was von Belang passiert. Irgendeine beeindruckende Sequenz.

    Wir habens kapiert, danke, sie müssen zusammenhalten und einander vertrauen, um sich zu verwandeln. Das muss man nicht noch an gefühlt zehn weiteren Stellen übertrieben betonen und die Leute dann permanent beim Scheitern, Zweifeln und erneut Versuchen zeigen. Wenn das Drama um Freundschaft und persönliche Probleme wenigstens irgendwie faszinierend und glaubwürdig gewesen wäre, Hand und Fuß gehabt hätte, könnte ich vielleicht darüber hinwegsehen (ich mag Coming-of-Age-Geschichten), doch hier werden bloß die üblichen alten Klischees durchgenudelt und nur äußerst oberflächlich behandelt. Dabei wäre es so leicht gewesen, mehr daraus zu machen. Kimberlys Mobbing- Hintergrundgeschichte, aber eben als Täterin mit Schuldgefühlen, war zum Beispiel ein brauchbarer Einfall, der auch noch nicht so völlig ausgelutscht ist. Aber das wird in exakt einer Szene erzählt und spielt danach nie wieder eine Rolle. Es lag vor allem an dem fürchterlichen Drehbuch, für mehr waren ehrlich gesagt allerdings auch die Schauspieler nicht gut genug.

    Als es dann ganz am Ende zum Finale endlich so weit ist, Spezialeffekte und Action, kann dies auch nichts mehr retten, weil sie selbst das völlig versemmelt haben. Die japanische Ästhetik hat der Vorlage jede Menge gegeben. Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Wo damals ein cooler, Samurai-ähnlicher Megazord mit Modellen, Miniaturen und Anzügen realisiert wurde, bekommen wir hier nur einen billig wirkenden und hässlichen CGI-Clusterfuck dargeboten, der undefinierbar außerirdisch aussieht. Goldar ist kein eigenständiger Charakter mehr, kein Handlanger, und hat auch keine Sprechrolle. Er ist von Anfang an groß und völlig hirnlos. Was Rita als Space Hexe damals so ulkig machte, war ihr Sammelsurium aus abgefahrenen, skurrilen Monstern, die sie der Heldentruppe in den Weg stellte. Wie originell man damit in der neuen Kinofassung mit großem Budget hätte sein können!

    Rita zum ursprünglichen grünen Ranger zu machen war meiner Ansicht nach eine der wenigen guten Ideen der Story, aber das erfährt man gleich zu Beginn und kann alleine auch nicht mehr viel rausreißen. Die komplette Seite des Feindes, die komplette Bedrohung des Films, besteht nur aus dieser einen Person. Es gibt sonst keinerlei Gegenspieler, keine Untergebenen, an denen die Truppe sich in der Mitte hätte messen lassen und daran wachsen können. Nur ein paar gesichtslose CGI-Kanonenfutter-Puttys tauchen auf, viel davon bloß virtuell in einer Trainings-Montage. Zu wenig. Hauptsache, Elizabeth Banks hatte Spaß an ihrer Rolle. Die war so hart am overacten, dass es doch ein wenig an die Original-Rita erinnerte, was einerseits borderline-unterhaltsam war, aber sich andererseits vollkommen mit dem realistischeren und dunkleren Stil des übrigen Filmes biss. Auch hätte Rita die werdenden Rangers in den ersten anderthalb Stunden jederzeit aus dem Weg räumen können, aber tat es nicht mit der ultra-behämmerten Begründung, sie seien "nicht würdig" -__-

    Das waren noch nicht alle Probleme. Das Product-Placement war schwer zu ertragen. Habe es selten offensichtlicher und aufdringlicher erlebt als hier. Der Film ist im Grunde eine zwei Stunden lange Werbung für Krispy Kreme Donuts. Kein Scherz. Wenn der damit verbundene Joke wenigstens funktionieren würde... Beim ersten Mal ruft es eventuell noch ein müdes Lächeln hervor, aber nach der fünften Erwähnung ist es einfach nur noch zum Schämen. Frage mich, ob die Firma die Hälfte des Produktionsbudgets bezahlt hat, denn so ungefähr wirkt das hier. Und wo wir gerade bei Humor sind - der wird einem zu sehr reingedrückt, wenn er dann an ein paar wenigen Stellen doch mal vorkommt. Im Finale ist ein gelb-schwarzer Camaro-Sportwagen zu sehen, der vom Zord plattgetrampelt wird. Wäre eine wunderbar dezente Anspielung auf Transformers gewesen, wenn man es dabei belassen hätte. Aber nein, einer der Charaktere muss das noch mit einem "Sorry, Bumblebee" kommentieren und zerstört damit den Scherz. Die äußerst kurzen Cameo-Auftritte früherer Ranger-Schauspieler oder die eine Szene, in der mal das klassische Intro-Theme für wenige Sekunden angespielt wurde, waren auch nicht gerade Fanservice erster Güte.

    Darüber hinaus hat mir missfallen, dass man mit dem vorliegenden Reboot offenkundig auf der Superhelden-Hype-Welle mitsurfen wollte, was mächtig in die Hose gegangen ist. In der Serie waren die Rangers stark, aber nicht überpowert, auch nicht in verwandelter Form. Und sie trainierten ihre Kampffertigkeit ständig im Dojo. In der aktuellen Filmfassung hingegen finden sie ihre Power-Kristalle und können auf einmal über 40 Meter breite Schluchten springen und so weiter. WTF? Die Protagonisten haben selbst überhaupt nichts dafür getan, es hätte sonstwem in die Hände fallen können. Wozu also das große Gelaber vonwegen "Es dürfen nur die erwählt werden, die sich würdig erweisen"?!

    Schlussendlich ist dieser Streifen so ziemlich das Gegenteil von dem geworden, was er meiner Ansicht nach hätte sein sollen. Nach der Ankündigung des Films gab es eine Zeit, in der ich wirklich glaubte, dass das Potential hätte. Ein Power Rangers Reboot hätte jedoch ein bunter, lauter, cooler, rockiger Popcorn-Spaß werden müssen, bei dem wenigstens ein paar der japanischen Super Sentai Anleihen durchscheinen und bei dem die Truppe spätestens nach der ersten halben Stunde etabliert und komplett ist. Etwas, das vielleicht ein paar Guardians of the Galaxy Vibes versprüht, wenn ihr wisst was ich meine. Da ist durchaus noch genug Platz für Gefühl und Spannung. Teen-Drama schön und gut, aber macht die Helden wenigstens sympathisch und nachvollziehbar, gebt ihnen spezifische Charakter-Arcs die nicht für alle fünf prinzipiell die selben sind. Und vor allem: Verfrachtet nicht alle nennenswerten Action- und Effektsequenzen in die letzten 20 Minuten! Da müssen schon im zweiten Akt ein paar Appetithappen dabei sein.

    Power Rangers 2017 ist ein überwiegend schnarchig-langweiliger weil anderthalb Stunden auf der Stelle tretender, ästhetisch dunkler und einseitiger Film, der 100 Millionen USD gekostet hat, aber aussieht, als wäre er für höchstens ein Drittel davon gemacht worden. Tonal ein völliges Durcheinander, das nicht weiß, was es will - mal möchtegern dramatisch und ernst, gefolgt von idiotischem Humor, Camp und Doughnut-Werbung. Die Story geht über die minimalsten Basics nicht hinaus und bietet keinerlei Überraschungen oder Wendungen - sogar die peinliche Fernsehserie war damals komplexer und vor allem vielseitiger als das hier, meine ich ganz ehrlich. 3/10

    Geändert von Enkidu (08.01.2018 um 20:33 Uhr)

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