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Thema: Now Watching - Post Apocalypse Edition in 48fps

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat von Knuckles Beitrag anzeigen
    Ich habe mir gestern den Film Power Rangers angeschaut und meine Fresse... der war so verdammt mies. Jetzt war schon die Serie nicht der Überflieger, aber der Film hat das noch meilenweit unterboten. Da waren die hässlichen Kostüme der Rangers nur der Anfang eines großen Haufens Bullshit. War seine Zeit nicht wert und ich bin froh nicht im Kino gewesen zu sein.
    Zitat Zitat von Kynero Beitrag anzeigen
    Danke! Endlich mal jemand, der mit mir einer Meinung ist! Fand gerade diese beschissenen Teenie Probleme mehr als nur nervig. Damals haben sie sich doch auch ohne groß Tamtam geprügelt, warum geht das heute nicht mehr?

    Habe gestern nun auch endlich mal Power Rangers (2017) gesehen. Muss dazu sagen, dass ich etwas vorgeschädigt bin, da ich zu Kindergartenzeiten und vielleicht auch noch in den ersten Jahren der Grundschule ein ziemlicher Fan der Serie war (nur die ersten zwei Staffeln), inzwischen aber auch das eine oder andere über japanische Popkultur weiß und mich mit derlei Dingen vor ein paar Jahren im Rahmen des Studiums auch wissenschaftlich auseinandergesetzt habe

    That being said, der Film war Müll. Und mir bleibt nichts anderes übrig als zu schlussfolgern, dass die Macher fundamental nicht verstanden haben, was Power Rangers ist. Wahrscheinlich haben die Verantwortlichen sich im Rahmen der Entwicklung nicht einmal entsprechende Super Sentai Serien angeschaut, um sich inspirieren zu lassen. Denn nichts anderes war das Original: Die amerikanisierte Version einer klassischen Super Sentai Serie! Mit vielen aus der Vorlage direkt übernommenen Szenen. So cheesy und bekloppt die Power Rangers im TV auch waren (und sind), besonders für ältere Zuschauer, kann ich ihr nicht einen gewissen Charme und eine Menge Kreativität und Energie absprechen: Wo sonst werden farbenfrohe Strampelanzüge im Rahmen uniformierter Verwandlungen, Martial-Arts-Kämpfe, Kaiju-mäßige Riesenmonster (hauptsächlich realisiert mit old-school Mann im Gummi wie bei Godzilla xD) versus Dinosaurier-Roboter (!), die sich zu größeren Mechs kombinieren, Aliens, eine Hexe auf dem Mond und ein schwebendes Gesicht im Glas als weiser Anführer sowie ein kleines bisschen Teenager-Schulalltag in einen Topf geworfen und verquirlt? Die Serie war quasi der Inbegriff der Rule of Cool, kreiert um kleine Jungs zu begeistern. Egal wie wenig all die Elemente zusammenpassten, sie wurden zu einem (halbwegs) funktionierenden Ganzen verwoben.

    Der neue Film hat nichts von alledem. Nicht wirklich. Ich verstehe den Wunsch, es etwas glaubwürdiger und bodenständiger angehen zu wollen, aber sie haben quasi alles rausgelöscht, was die Franchise so durchgeknallt und interessant gemacht hat - inklusive des augenzwinkernden Charmes. All das ist einem weit unterdurchschnittlichen Teen-Drama über ein paar langweilige Charaktere gewichen, die sich zufällig kennenlernen, teilweise in peinlich-nerviger Jugendsprache kommunizieren, und unendlich lange brauchen, um ihre Kräfte zu erwecken. Nichts ist mehr farbenfroh, stattdessen natürlich alles "dark & gritty".

    Das Pacing und die Handlungsstruktur sind mit Abstand die größten Probleme und greifen quasi direkt ineinander. Ich kann ja nachvollziehen, dass es eine Originstory und der Start einer neuen Kino-Reihe werden sollte (haha, das war wohl nichts), aber schaut euch einige der besten Vertreter dieses Konzepts nur mal an - In Batman Begins ist Bruce Wayne spätestens ab der Hälfte der Spielzeit voll entwickelt als Batman, der Rest der Geschichte hat Spaß damit und nimmt am Ende wieder Bezug auf den Beginn. In Raimis Spider-Man war es doch ähnlich. Power Rangers dagegen? Der Film dauert 124 Minuten. Als Power Rangers treten die Hauptfiguren ausschließlich in den letzten 21 Minuten auf. Ja, ich habe tatsächlich die Zeit gestoppt. Wenn das Werk so einen Titel hat, dann sollte man als Zuschauer auch erwarten dürfen, dass er diesem gerecht wird. Aber nö, gerade einmal weniger als 17% des Films zeigt sie als fertig etablierte Gruppe. Das zieht sich einfach ewig hin - man wartet ständig darauf, dass endlich mal was von Belang passiert. Irgendeine beeindruckende Sequenz.

    Wir habens kapiert, danke, sie müssen zusammenhalten und einander vertrauen, um sich zu verwandeln. Das muss man nicht noch an gefühlt zehn weiteren Stellen übertrieben betonen und die Leute dann permanent beim Scheitern, Zweifeln und erneut Versuchen zeigen. Wenn das Drama um Freundschaft und persönliche Probleme wenigstens irgendwie faszinierend und glaubwürdig gewesen wäre, Hand und Fuß gehabt hätte, könnte ich vielleicht darüber hinwegsehen (ich mag Coming-of-Age-Geschichten), doch hier werden bloß die üblichen alten Klischees durchgenudelt und nur äußerst oberflächlich behandelt. Dabei wäre es so leicht gewesen, mehr daraus zu machen. Kimberlys Mobbing- Hintergrundgeschichte, aber eben als Täterin mit Schuldgefühlen, war zum Beispiel ein brauchbarer Einfall, der auch noch nicht so völlig ausgelutscht ist. Aber das wird in exakt einer Szene erzählt und spielt danach nie wieder eine Rolle. Es lag vor allem an dem fürchterlichen Drehbuch, für mehr waren ehrlich gesagt allerdings auch die Schauspieler nicht gut genug.

    Als es dann ganz am Ende zum Finale endlich so weit ist, Spezialeffekte und Action, kann dies auch nichts mehr retten, weil sie selbst das völlig versemmelt haben. Die japanische Ästhetik hat der Vorlage jede Menge gegeben. Davon ist hier nichts mehr zu spüren. Wo damals ein cooler, Samurai-ähnlicher Megazord mit Modellen, Miniaturen und Anzügen realisiert wurde, bekommen wir hier nur einen billig wirkenden und hässlichen CGI-Clusterfuck dargeboten, der undefinierbar außerirdisch aussieht. Goldar ist kein eigenständiger Charakter mehr, kein Handlanger, und hat auch keine Sprechrolle. Er ist von Anfang an groß und völlig hirnlos. Was Rita als Space Hexe damals so ulkig machte, war ihr Sammelsurium aus abgefahrenen, skurrilen Monstern, die sie der Heldentruppe in den Weg stellte. Wie originell man damit in der neuen Kinofassung mit großem Budget hätte sein können!

    Rita zum ursprünglichen grünen Ranger zu machen war meiner Ansicht nach eine der wenigen guten Ideen der Story, aber das erfährt man gleich zu Beginn und kann alleine auch nicht mehr viel rausreißen. Die komplette Seite des Feindes, die komplette Bedrohung des Films, besteht nur aus dieser einen Person. Es gibt sonst keinerlei Gegenspieler, keine Untergebenen, an denen die Truppe sich in der Mitte hätte messen lassen und daran wachsen können. Nur ein paar gesichtslose CGI-Kanonenfutter-Puttys tauchen auf, viel davon bloß virtuell in einer Trainings-Montage. Zu wenig. Hauptsache, Elizabeth Banks hatte Spaß an ihrer Rolle. Die war so hart am overacten, dass es doch ein wenig an die Original-Rita erinnerte, was einerseits borderline-unterhaltsam war, aber sich andererseits vollkommen mit dem realistischeren und dunkleren Stil des übrigen Filmes biss. Auch hätte Rita die werdenden Rangers in den ersten anderthalb Stunden jederzeit aus dem Weg räumen können, aber tat es nicht mit der ultra-behämmerten Begründung, sie seien "nicht würdig" -__-

    Das waren noch nicht alle Probleme. Das Product-Placement war schwer zu ertragen. Habe es selten offensichtlicher und aufdringlicher erlebt als hier. Der Film ist im Grunde eine zwei Stunden lange Werbung für Krispy Kreme Donuts. Kein Scherz. Wenn der damit verbundene Joke wenigstens funktionieren würde... Beim ersten Mal ruft es eventuell noch ein müdes Lächeln hervor, aber nach der fünften Erwähnung ist es einfach nur noch zum Schämen. Frage mich, ob die Firma die Hälfte des Produktionsbudgets bezahlt hat, denn so ungefähr wirkt das hier. Und wo wir gerade bei Humor sind - der wird einem zu sehr reingedrückt, wenn er dann an ein paar wenigen Stellen doch mal vorkommt. Im Finale ist ein gelb-schwarzer Camaro-Sportwagen zu sehen, der vom Zord plattgetrampelt wird. Wäre eine wunderbar dezente Anspielung auf Transformers gewesen, wenn man es dabei belassen hätte. Aber nein, einer der Charaktere muss das noch mit einem "Sorry, Bumblebee" kommentieren und zerstört damit den Scherz. Die äußerst kurzen Cameo-Auftritte früherer Ranger-Schauspieler oder die eine Szene, in der mal das klassische Intro-Theme für wenige Sekunden angespielt wurde, waren auch nicht gerade Fanservice erster Güte.

    Darüber hinaus hat mir missfallen, dass man mit dem vorliegenden Reboot offenkundig auf der Superhelden-Hype-Welle mitsurfen wollte, was mächtig in die Hose gegangen ist. In der Serie waren die Rangers stark, aber nicht überpowert, auch nicht in verwandelter Form. Und sie trainierten ihre Kampffertigkeit ständig im Dojo. In der aktuellen Filmfassung hingegen finden sie ihre Power-Kristalle und können auf einmal über 40 Meter breite Schluchten springen und so weiter. WTF? Die Protagonisten haben selbst überhaupt nichts dafür getan, es hätte sonstwem in die Hände fallen können. Wozu also das große Gelaber vonwegen "Es dürfen nur die erwählt werden, die sich würdig erweisen"?!

    Schlussendlich ist dieser Streifen so ziemlich das Gegenteil von dem geworden, was er meiner Ansicht nach hätte sein sollen. Nach der Ankündigung des Films gab es eine Zeit, in der ich wirklich glaubte, dass das Potential hätte. Ein Power Rangers Reboot hätte jedoch ein bunter, lauter, cooler, rockiger Popcorn-Spaß werden müssen, bei dem wenigstens ein paar der japanischen Super Sentai Anleihen durchscheinen und bei dem die Truppe spätestens nach der ersten halben Stunde etabliert und komplett ist. Etwas, das vielleicht ein paar Guardians of the Galaxy Vibes versprüht, wenn ihr wisst was ich meine. Da ist durchaus noch genug Platz für Gefühl und Spannung. Teen-Drama schön und gut, aber macht die Helden wenigstens sympathisch und nachvollziehbar, gebt ihnen spezifische Charakter-Arcs die nicht für alle fünf prinzipiell die selben sind. Und vor allem: Verfrachtet nicht alle nennenswerten Action- und Effektsequenzen in die letzten 20 Minuten! Da müssen schon im zweiten Akt ein paar Appetithappen dabei sein.

    Power Rangers 2017 ist ein überwiegend schnarchig-langweiliger weil anderthalb Stunden auf der Stelle tretender, ästhetisch dunkler und einseitiger Film, der 100 Millionen USD gekostet hat, aber aussieht, als wäre er für höchstens ein Drittel davon gemacht worden. Tonal ein völliges Durcheinander, das nicht weiß, was es will - mal möchtegern dramatisch und ernst, gefolgt von idiotischem Humor, Camp und Doughnut-Werbung. Die Story geht über die minimalsten Basics nicht hinaus und bietet keinerlei Überraschungen oder Wendungen - sogar die peinliche Fernsehserie war damals komplexer und vor allem vielseitiger als das hier, meine ich ganz ehrlich. 3/10

    Geändert von Enkidu (08.01.2018 um 20:33 Uhr)

  2. #2

    Badass Freakin' Administrator
    stars_admin
    Zitat Zitat von Enkidu Beitrag anzeigen
    That being said, der Film war Müll.
    Eine riesige Wall of Text, dabei hattest du mit diesem Satz schon alles gesagt.

    Ich selbst war am Sonntag endlich in Pitch Perfect 3, der dieses Mal eine recht ausgefallene Geschichte hatte. Und auch wenn die Musik wieder wichtig war, die Story drumherum war total durchgeknallt. Wie die beiden Teile zuvor, hat mich auch dieser Teil gut unterhalten können. Vor allem die Kommentare von Gail und John waren mal wieder hart unter der Gürtellinie und haben für viele Lacher gesorgt. Sicherlich muss man den Film nicht im Kino sehen, ist mir aber egal.

  3. #3
    Gestern auf Amazon The Huntsman and the Ice Queen geschaut. Hatte nach den vernichtenden Kritiken schlimmeres befürchtet. Gut war der Film nicht, doch als Fantasy-Fan fand ich, dass es als passable Durchschnitts-Unterhaltung funktioniert hat und durch seine weitgehende Linearität und Losgelöstheit von der Schneewittchen-Story wesentlich zugänglicher war als der style-over-substance Vorgänger mit seinen unpassenden und/oder geklauten Szenen, seinem chaotisch-schlechten Drehbuch und einer schwachen Hauptdarstellerin. Der Nachfolger dagegen ist zwar nichts besonderes, aber erreicht wenigstens die Minimal-Anforderungen.

    Es handelt sich sowohl um ein Prequel, als auch um ein Sequel. Nach der langen Anfangssequenz, welche die Eiskönigin und die Hintergrundgeschichte von HANS MAN beleuchtet, gibts einfach einen zeitlichen Schnitt und die Geschichte des Vorgängers wird übersprungen. Wobei der Erzähler aus dem Off am Anfang recht blöd war. Größte Stärke des Films ist vermutlich die Star Power: Mit gleich drei talentierten und schönen Frauen in wichtigen Rollen - Charlize Theron, Jessica Chastain und Emily Blunt - sowie Chris Hemsworth als Titelfigur Eric der Jäger oder besser gesagt HANS MAN und Nick Frost in einer Nebenrolle, wurde da einiges aufgefahren. Außerdem gelungen waren die meisten der stylishen Kulissen und Effekte und nicht zu vergessen der Soundtrack, der wieder von James Newton Howard komponiert wurde.

    Obwohl die Struktur in Ordnung geht, hat auch dieser Film einige Skript-Mängel. Da wären unter anderem die schwachen Dialoge, die zwischenzeitlich auch vor stumpfen Beleidigungen nicht Halt machen und natürlich kaum zu einem Märchen passen. Oder die uralten Klischees, die im Laufe der Handlung und in übertriebener Darstellung mal wieder aneinandergereiht werden. Ferner ist die Verbindung zum ersten Teil nicht immer gelungen: Einerseits schön, dass die Verantwortlichen die Geschichte frei weiterspinnen, andererseits fällt auf, dass sie die immer wieder erwähnte aber eben (außer in einer kurzen Rückblende-Einstellung von hinten) nicht gezeigte Schneewittchen vermutlich gerne richtig und besser integriert hätten. Schätze, dazu ließ sich Kristen Stewart nicht erweichen.

    Was mich wie schon in "Snow White and the Huntsman" abermals tierisch genervt hat, war die grauenvolle deutsche Übersetzung. Ich bin normalerweise der erste, der sagt, dass man nicht unbedingt jeden Begriff und Namen eindeutschen muss und das nicht immer gut klingt. Aber dieser Film zeigt erneut, wie peinlich es werden kann, wenn man das Gegenteil tut und Namen mit traditionell verwurzelter Entsprechung in einer deutschen Synchronisation einfach englisch belässt! Ein Märchenfilm ist einfach kein Platz für sowas. Warum nicht Schneewittchen anstatt Snow White? Warum nicht Eiskönigin anstatt Ice Queen? Warum nicht Jägersmann anstatt HANS MAN? Sollte das irgendwie cool wirken? Wenn man so einen Sprachen-Mix andauernd hört, stört das gehörig die Immersion. Zumindest geht es mir so.

    Unterm Strich ein überraschend und erfrischend geradliniger, simpler und anspruchsloser Fantasyfilm mit ein paar guten Darstellern, Szenen und Production Values in einer wieder relativ oberflächlich bleibenden Geschichte (die wenigen Wendungen ahnt man übrigens immer schon ne Stunde im Voraus) mit dummen Dialogen und vielen Genre-Klischees. Eigentlich ganz nette Unterhaltung für Zwischendurch und dem Vorgänger eben gerade dadurch leicht überlegen, dass hier etwas kleinere Brötchen gebacken werden, was besser zu dem Stil passt. Erwartet aber nicht zu viel Action oder Spannung, es sind einige Längen vorhanden. Dringende Empfehlung, anstatt auf deutsch die englische Originalfassung zu gucken, falls verfügbar. Es gibt eine Extended-Fassung, die wenige Minuten länger läuft. Dazu kann ich nix sagen, habe nur die Kinoversion gesehen. Vermute aber, dass der Unterschied nicht gravierend ist. 6/10

  4. #4
    La isla mínima (oder auf deutsch mit dem furchtbaren Titel "Mörderland") von 2014 ist ein spanischer Krimi/Thriller. Zwei Ermittler werden 1980, nur wenige Jahre nach dem Fall des Franco-Regimes, damit beauftragt, in einer spanischen Sumpflandschaft nach zwei verschwundenen, jugendlichen Schwestern zu suchen. Die Polizisten sind im verschwiegenen Dorf nicht wirklich willkommen, was die Nachforschungen erschwert. Ich bin normalerweise kein Fan von Krimis, aber dieser hat mich überzeugt. Schon das zeitliche Setting macht die Dinge interessanter. Die Story ist recht düster und der Film zwar relativ langsam, aber durchgehend extrem atmosphärisch und bietet vor allem wunderschöne Cinematographie mit Aufnahmen der Gegenden aus der Luft, sowie faszinierende Charaktere, die zum Teil möglicherweise selbst noch die eine oder andere Altlast der Diktatur mit sich herumschleppen. 8/10

    Ich habe True Detective (ebenfalls von 2014) noch nicht gesehen, aber von einigen Leuten gehört, dass das für das Genre super sein soll. Jetzt las ich, dass viele La isla mínima damit vergleichen bzw. sich beim Schauen daran erinnert fühlten. Vielleicht hilft euch das als Anhaltspunkt, um sich besser was unter dem Film vorzustellen. Hier ein spanischer Trailer. Es gibt noch andere, auch mit deutscher Synchro, aber die sind alle so grausam amerikanisiert, mit schnellen Schnitten versehen und mit dramatischer Musik unterlegt, dass man fast glauben könnte, es handle sich um einen Actionfilm - was dem Werk nicht gerecht wird. Diese Vorschau trifft den Ton sehr viel besser:



  5. #5
    Peter Jacksons King Kong Remake von 2005 blieb ein ganzes Stück weit hinter den Erwartungen zurück. Das liegt vor allem am Tempo bzw. der hoffnungslos übertriebenen Länge. Es dauert fast ne Stunde, bevor die mit dem Schiff überhaupt mal losfahren! Anschließend brauchen sie auf der Insel unnötig lange, ohne dass die zusätzliche Zeit viel zur Charakterentwicklung beiträgt. Da sind zum Beispiel der Kapitän und andere Nebenfiguren, die zunächst beachtlich viel Screentime bekommen, aber ab der Rückkehr nach New York komplett aus dem Film verschwinden. Da fragt man sich, wozu die Mühe vorher, wenn man später doch nichts mit denen anfängt? Ein weiteres Problem war das durchwachsene Casting. Teilweise ja durchaus gelungen - Naomi Watts als Ann Darrow passte wunderbar - aber sorry, Jack Black als Carl Denham kann ich nicht ernst nehmen. Wenn ichs mir recht überlege, kann ich Jack Black in überhaupt gar nichts ernst nehmen Totale Fehlbesetzung, gerade in einer Rolle wie dieser. Und das beeinträchtigt leider den gesamten Film. Ferner mochte ich viele der zu offensichtlichen CGI-Effekte mal wieder nicht (besonders die Brontosaurier-Stampede störte und ist im vergangenen Jahrzehnt schlecht gealtert). Jackson hat versucht, aus King Kong ein gewaltiges Epos zu machen, was das 100-Minuten-Original von 1933 in dieser Form aber nie war. Daher wirkt das Remake künstlich aufgeblasen. Mit nur 2 anstatt 3 Stunden Laufzeit, mehr praktischen Effekten und besseren Schauspielern in einigen der Schlüsselrollen, hätte dies locker ein 8/10-Film und neuer Genreklassiker werden können, aber so wie er ist kann ich nur gut-durchschnittliche 6/10 Punkte vergeben.


    Raum von 2015 ist ein faszinierend-bewegendes, emotional komplexes, kanadisch-irisches Drama um ein hartes Thema (je weniger man vorher über die Handlung weiß, desto besser) mit klasse schauspielerischen Leistungen. Brie Larson als junge Mutter, die unter widrigen Umständen ihren Sohn aufzieht. Man denkt sich in die Figuren hinein und sorgt sich um sie. Besonders gut fand ich, wie der Film auch das Leben und die Schwierigkeiten nach der Flucht eingehend beleuchtet - so etwas wird in vergleichbaren Geschichten oft ausgespart oder nur ganz kurz angerissen. Andererseits dachte ich mir trotzdem, dass man aus dem Konzept mit dem Raum als erdachten Kosmos besonders am Anfang noch einiges mehr hätte herausholen können. Vermute, da war die Literaturvorlage, die noch stärker ins Detail geht und generell mehr erklärt, wie so oft überlegen (die Autorin des Romans, Emma Donoghue, hat selbst das Drehbuch für den Film geschrieben). Auch über Old Nick hätte ich gerne noch etwas erfahren. Egal. Eine aufwühlende Gefühls-Achterbahnfahrt, welche den Zuschauer nachdenklich zurücklässt, aber die Hoffnung niemals aus dem Blick verliert. Bestimmt nicht für jeden was und keine seichte Kost, trotzdem zurückhaltend und manchmal gar minimalistisch umgesetzt. Hat damals ja eine Menge Preise abgeräumt, würde sagen die waren verdient 8/10

  6. #6
    Zitat Zitat
    Wenn ichs mir recht überlege, kann ich Jack Black in überhaupt gar nichts ernst nehmen

  7. #7
    Ha!


    Ich war übrigens so frei, die Evolution von Denham mal visuell zu veranschaulichen:



    Kaum ein Unterschied feststellbar xD


    Aber im Ernst, ich hab nicht grundsätzlich ein Problem mit Jack Black. In Filmen wie School of Rock mag ich ihn sogar. Doch er ist eine Ulknudel, die sich permanent selbst spielt, ohne jede darstellerische Bandbreite. Wenn ich nur sein Gesicht sehe, denke ich sofort "Comedy". Ganz schlechte Idee, ihm eine der Hauptrollen in einem Film zu geben, der im Wesentlichen immer noch ein Drama/Thriller/Abenteuerspektakel ist. Er soll im Handlungsverlauf mehr oder weniger besessen und rücksichtslos rüberkommen, aber der einzige Eindruck, den ich gewinne, ist einer von cheesy-schelmischer Belustigung, die auch den Inhalt der Dialoge überschreibt.

  8. #8
    Die unendliche Geschichte III ist eine dieser Erinnerungen, die ich eigentlich lieber permanent verdrängt hätte >_<'




    Okay. Das ist so schlecht, dass es irgendwie schon wieder lustig ist

  9. #9
    Zitat Zitat
    Die unendliche Geschichte III ist eine dieser Erinnerungen, die ich eigentlich lieber permanent verdrängt hätte >_<'
    Nach dem, was ich gehört habe, Black ebenfalls . Und ich würde ihn mir heute auch nicht nochmal ansehen.

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