Also ich hab Eroberung nun in 2 Wochenend-etappen durchgespielt (10-12 Stunden Spielzeit) und ich muss echt meinen Hut vor dir ziehen.

Gesagt sei vorneweg dass ich zwar ein großere Fan von Feuer um Mitternacht bin (und ich wohl alle Demos und die Vollversion mehrmals gespielt habe) - das ich allerdings Helden gleich 2mal abgebrochen habe, obwohl ich auch schon recht weit war, und es bis heute nicht wieder angefangen habe. Das ganze ist auch schon sehr lange her. Mir kam in Eroberung zwar viel bekannt vor und ich konnte mich auch an viele Details wieder erinnern, doch es hat eine ganze Weile gedauert bis ich mich in die Reaktionen der Charaktere gegenüber Atrik eingelebt hatte (und mir das Helden-Ende sozusagen selbst zusammengereimt hatte). Nach dieser schwierigen Spielphase (Mine etc.), mochte ich jedoch die meisten recht schnell. Nur der Charakter, der gekocht hat ist mir etwas fremd geblieben (Sogar der Name ist nicht hängen geblieben).

Deine Spiele bauen sehr auf der Interaktion der Charaktere und ihren Gefühlen von Liebe bis Hass untereinander auf. Und das kannst du auch wahnsinnig gut, am Ende jedes Spiels mag man sie einfach alle. Soviele Details die die Personen besitzen, alles wirkt lebendig und glaubhaft.

Also erstes Lob. zusammengefasst: Schwerpunkt, Drama: Sehr gut.

Kritisch ist zu sagen, dass zugunsten der Charaktere die Gesamt-Handlung etwas strauchelt (ein typsiches Manko vieler japanischen RPGs vor allem).

Vielleicht nicht ganz so deutlich zu sehen in dieser Szene:


oder hier:



Solche Nebenstränge werden benutzt um Reaktionen der Charaktere in eine gewisse Richtung herbeizuführen. Ich weiß nicht wie ich es beschreiben soll, aber solche Stränge müssen etwas besser ausgearbeitet werden, ich hab da immer so einen Deus-Ex Machina Gefühl, welches Spieltiefe vermissen lässt.

2. Großes (Größtes!) Manko:
Dein Mapping ist wunderschön, alles wirkt natürlich und wild und fesselt einen an den Bildschirm! Aber es ist so verdammt unübersichtlich.

Das Nordgebirge mit Atrik: Woher soll ich wissen wo ich springen kann und wo nicht? Ich muss an der Wand entlang gehen und überall und in alle Richtungen Enter drücken °_°.
Oft übersieht man einen Weg oder eine Tür, und hängt dann an einem Tor und weiß nicht wie man es aufbekommt.
Im Raumschiff z.B. drückt man irgendwo einen Schalter (Ich Glaube in Raum 20), und ein Teleporter in Raum 12..! (mind. 5-6Maps hinter einem) wird aktiviert. Ich hab mir echt den Wolf gesucht in deinem Spiel, das war damals auch der erste Abbruchsgrund für Helden - ich hing gerade in der Universitätsstadt und hab irgendwas stundenlang gesucht, bis mir die Musik zum Hals raus hing . Generell hast du das Tür-Schalter Prinzip viel zu sehr ausgelutscht, ein negatives Highlite war auch die Traumwelt in der man immer von A nach B, nach C, nach B, nach C, nach A laufen musste. Schalter hier, Schalter da, Schalter dort, Schalter wo?

In kurz: Mapping: Gut, Dungeondesign: Mies.

Was dir in FuM besser geglückt ist, nämlich die Welt und die NPCs lebendig wirken zu lassen ist auch hier etwas zu kurz gekommen. Man hatte einfach nichts davon Lesatron zu erkunden (Items gabs sowieso viel zu viele, die gingen nie aus ), ich bin generell eigentlich ein Spieler der alles erkundet aber hier hab ich echt einige Passagen weggelassen.

Im ganzen hats ne Menge Spaß gemacht, aber auch nur mit dem Maker als Orienierungshilfe (ah da muss ich lang) und es gab mind. 5-6 Stellen bei denen man nachhelfen musste um weiter spielen zu können.