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Thema: [Roman/Postapokalypse/Endzeit] A.D. 2153

Baum-Darstellung

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  1. #2
    Sooo.
    Also, erstmal sind die Beschreibungen sehr detailliert und geben ein ordentliches Bild der Welt ab, der Text ist angenehm frei von Tippfehlern usw. Der Schreibstil ist in einem gewissen Sinne atmosphärisch, aber es gibt einige wirklich große Probleme, an denen du unbedingt arbeiten musst. Wenn du diesen Text schon länger schreibst, kann es natürlich gut sein, dass die neueren Teile besser sind, ich glaube aber nicht, dass alle Probleme aus der Welt sind, also nimm die Hinweise ruhig ernst (ist also als konstruktive Kritik gemeint ). Zur Handlung kann man natürlich noch nichts sagen.


    Aber erstmal ein paar Stellen im Text, die gar nicht gehen:
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    Doch binnen 2 Jahrzehnten schafften es die Geschäftsmänner, die hinter Cybercron standen,
    Lass das raus, ist logisch an der Stelle.
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    Und dann kam der große Krieg zwischen den Großmächten dieser Welt.
    Der große krieg der Großmächte klingt komisch. Verherrend?
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    Eine andere wichtige Erfindung von ihnen war eine leistungssteigernde Kampfdroge.
    Uh, das klingt schlecht, Genitiv? Oô "Eine ihrer anderen wichtigen Erfindungen"
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    Selbst um 2110 herum waren alle Staaten der Welt hoch verschuldet. Der Krieg, der kurz zuvor gewütet hatte, hatte zu einer noch höheren Staatsverschuldung geführt.
    Hier steht zwei mal das gleiche, einmal mit Begründung und einmal ohne.
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    Sie hatten die verbliebenen Rohstoffvorkommen ausgebeutet, die Wälder abgeholzt und gleichzeitig die Luft verschmutzt.
    Dieses "gleichzeitig" klingt etwas polemisch. So a la "Sie haben nicht nur, NEIN, sondern...!!"
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    Und als Folge davon waren auch fast alle Tiere ausgestorben.
    Das ist eine schlecht relativierte Aussagen. Besser wäre "die meisten Arten", "zahlreiche Tierarten" oder etwas ähnliches. Denn ganz ehrlich, wer weiß schon, ob die überlebenden Mikroben und Co nicht eine größere Zahl haben.
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    Das klang seltsam, denn Heaven war die Stadt, in der der Hauptsitz von Cybercron war.
    "die den Hauptsitz beherbergte" oder sowas.
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    Doch was war denn in dieser Zeit von Korruption noch fair.
    Das klingt sehr strange. Erstmal braucht es ein Fragezeichen, und dann ist das Wort Korruption von der Definition her vorbelegt (schau mal auf Wikipedia). Nicht, dass es in diesem Kontext nicht auch passen würde, aber ich glaube, das ist nicht, was du sagen willst.
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    Die Titaniumschicht, die auch als Panzerung diente, war gut 20 Meter dick
    O_ô Extreme sind ja schön und gut, aber man kann es auch übertreiben. 1 Meter Metall ist verdammt viel, mehr als 5 finde ich in jederlei Hinsicht untragbar.
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    Auch innerhalb des Komplexes hatten die Architekten und Bauherren nicht an Vorsichtsmaßnahmen gespart.
    Das, was du beschreibst, ist kein Job für Achitekten, nimm die raus.
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    Es hing nur vom Sicherheitspersonal ab, ob sie die Luft aus der Etage absaugten und so den Eindringling jämmerlich ersticken ließen, oder ob sie ihn vom Cybercron-Sonderkommando beseitigt ließen. Dessen Befehl es war, die gesamte Ebene zu säubern.
    Ich sehe das Stilmittel der Übertreibung, aber eine ganze Etage mit sonst wie vielen gut ausgebildeten Mitarbeitern umzubringen, ist wirtschaftlich nicht gerade intelligent. Relativiere das Ganze. Mach aus dieser Vorgehensweise ein Gerücht, oder eine "letzte Möglichkeit", denn das sowas alltäglich passiert, ist glaub ich etwas unglaubwürdig.
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    war die Flashbang schon detoniert
    Davon abgesehen, dass ich ein deutsches Wort benutzen würde, ist Flashbang bestimmt nicht die richtige Bezeichnung für die Dinger, sondern Slang (nehme ich zumindest an). Das passt nicht, wenn der bisher relativ nüchterne Erzähler es sagt.
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    Doch es war zu spät, um auszuweichen. Zwei weitere Soldaten gingen zu Boden. Jedoch waren sie nicht verletzt, sondern tot.
    Doch, jedoch hintereinander klingt doof. Wiederholung. "Diesmal" vielleicht.
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    Ein weiterer Schuss kam aus dem Nichts und der schon Verwundete ließ seinen Kopf in die Blutlache fallen. Er lebte noch, doch sicher nicht mehr lange. Der Einschlag der Kugel hatte ihn umgeworfen. Nun lag er da und wand sich in Krämpfen. Blut floss aus seiner Brust und auch Blutblässchen stiegen an der Wunde auf. Man hatte ihm ein sauberes Loch durch die Lunge verpasst.
    Diese sechs Sätze würde ich auf zwei runterkürzen. Im Ernst, es geht doch nur darum, dass er in der Lunge getroffen wurde und sich noch etwas windet.
    Zitat Zitat
    Seine stahlblauen Augen leuchteten in dem fahlen Straßenlaternenlicht. In ihnen lag eine eisige Kälte. Sein finsterer Blick und seine emotionslose, kalte Ausstrahlung konnten einem ohne weiteres das Blut in den Adern gefrieren lassen.
    Verarschen? Gleiches Problem wie gerade, nur ist es hier noch krasser... ^^''


    Das führt uns dann zu den generellen Problemen.
    • Vermeide Wiederholungen, Synonyme benutzen!
    • Verknappe deinen Text. Das heißt nicht, dass er zwangsweise kürzer werden muss, aber geh über die einzelnen Teile und überlege, was du in diesen Teilen sagen willst. Sag es mit dem nötigen Umfang und lass den Rest raus. Keine 6 Sätze, um einen getroffenen Soldaten zu beschreiben, ich bin immer noch traumatisiert. Man ist manchmal positiv überrascht, wie viel man aus einem Text rausnehmen kann, ohne dass die Atmosphäre darunter leidet. Das kann übrigens auch für ganze Teile gelten. Du willst darstellen, dass man nicht ohne weiteres in das Gebäude reinkommt? Eine kurze Aufzählung der Sicherheitsmaßnahmen reicht, eventuell mit einem Gerücht oder einer kleinen Anekdote am Schluss. Denn so atmosphärisch eine Beschreibung ist, eine Geschichte sollte sich auf die Handlung konzentrieren.
    • Das "Lesegefühl" muss besser werden. Das kannst du erreichen, indem du dir den Text selbst laut vorliest und alle Stellen markierst, die sich komisch anhören (das sind bei dir vor allem Probleme mit Fällen und Wiederholungen!). Da merkt man mehr als man denkt.
    • Deine Geschichte ist bisher seeehr schwarz-weiß. Seeeeeeehr schwarz-weiß. Es gibt den bösen, diabolischen Konzern, der in seiner Arroganz die armen Menschlein ausbeutet und es gibt alle anderen. Das kann natürlich ein Stilmittel sein, aber für gewöhnlich ist die Welt nicht soo simpel (übrigens nichtmal in Final Fantasy VII, wobei die Japaner absolut kein Orientierungspunkt für sowas sind, und erst recht nicht in Shadowrun).
    • In diesem Sinne benutzt du auch zuviele Extreme. Damien ist ja sowas von furchteinflößend und die Mauern sowas von dick und der Konzern sowas von böse. Wenn in einer Geschichte alles so extrem ist, kann man 1.) schlecht Spannung aufbauen (weil es an vielen Stellen eh nicht mehr besser oder schlechter geht), außerdem wirkt es einfach lächerlich.

    Das sind meine Hauptpunkte, aber wichtig sind erstmal das Verknappen und das Lesegefühl, ohne die wirds auf lange Sicht nix! Und Potenzial hat der Schreibstil auf jeden Fall (zur Geschichte kann man ja noch nicht viel sagen).

    Geändert von La Cipolla (22.11.2009 um 15:12 Uhr)

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