Ich wurde gebeten, hier etwas reinzuschreiben. die meisten (nun ja, die wichtigsten ) kennen mich wahrscheinlich noch. Egal. Ich möchte nur kurz erklären, wo ich die letzten Monaten war.

Ich war nämlich...

Tot.
Eines Morgens stand ich auf. Das ist nichts Besonderes. Ich tue das an vielen Morgenden. Doch dieser Morgen war anders. Etwas lag in der Luft. Es war mir, als wäre mein Spiegelbild verschwommen. Und... mein Frühstück scheint mir nicht zu schmecken? Ja, schmecke ich überhaupt etwas? Seltsam. Auf dem Weg ins Badezimmer trete ich aus Versehen gegen den Schuhschrank. Es scheint mir, als spüre ich nichts.... auch beim duschen fühlt sich mein Körper seltsam kalt an, so... ungesund irgendwie. Wir dem auch sei, ich trete nun in den flur, um die Post reinzuholen. Im Flur begegne ich meiner Nachbarin. Ich wünsche ihr einen guten Morgen aber sie beachtet mich nicht. Merkwürdig. Andererseits.... na ja. Post. Was haben wir denn hier? Werbung, Werbung, Werbung, Werbung, ein neutral braun verpacktes, längliches Päckchen für meine Nachbarin, die gerade arbeitet und daher nich aufgemacht hat. Ich lege es zur Seite, um es später mit einem neutralen Lächeln nach oben zu bringen. Ein Geburtstagswunsch an meinen Vater. Kommt vielleicht etwas früh, der Mann hat erst in vier Monaten Geburtstag. Egal. So, haben wir das also auch erle.... huch, da ist ja noch was! Na so was, ein Schreiben von der Telekom. an meinen Herrn Vater. Nach kurzem Überlegen mache ich es auf. Wahrscheinlich die Telefonrechnung für letzten Monat. Die ist ziemlich dünn heute.... egal. Oh, eine Telefonrechnung mit persönlicher Widmung! Wahrscheinlich bedanken sie sich für Unser herzliches Beleid gilt ihnen, Herr Gerk. Wir bedauern den Tod ihres Sohnes; da der T-DSL yadda yadda yadda vorübergehend gesperrt.. Ich setzte mich hin.

Das war es also.

Ich war tot.

Nun wurde mir alles klar. Es macht Sinn. Durchaus. Schliesslich haben die ja meine Sterbeurkunde. Gut. Nun, was sollte ich tun? Ganz offensichtlich war ich ja tot. Meine arme Freundin, die ist bestimmt traurig.
Ich fuhr zum T-Punkt.
Auf meine Begrüssung "Guten Tag, ich bin tot" leerte sich der Raum recht zügig. Nach einer Vierzigminütigen Diskussion und dem Vorlegen meines Personalausweises hatte ich den Typen am Schalter immer noch nicht überzeugt. Der Mann mus qualifiziert, schliesslich arbeitet er für eine grosse Firma. Ich bin also tot. Aha. Aber es macht nichts. Er schaltet den DSL-Anschluss wieder für mich (Ich = mein Vater laut Telekompappnase)frei - gegen die Einrichtungsgebühr, versteht sich. Ich wollte den Typen gerade an die Wand dübeln und ihm die Fresse in destlliertes Wasser halten (damit die Augen platzen), als mir einfiel, wo man die treffen kann. Nämlich direkt am Arsch, da, wo sie die Brieftasche haben. Ich war ja eh schon mein Vater, also kann ich ja auch Kündigungspapiere für mich anfordern..... was soll ich sagen, kaum ein halbes Jahr später habe ich wieder einen Internetzugang mit DSL 1500 bei Arcor und immer noch keine Entschuldigung von der Telekom. Möge sie verrotten.