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Thema: [Vollversion] Die Reise ins All

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Nach sehr, sehr vielen - deutlich mehr als den erwarteten - Spielstunden habe ich die Reise ins All komplettiert.

    Als ich mir das Spiel geladen habe, hatte ich die übliche Erwartungshaltung, die man Makerspielen so entgegen bringt. Allerdings hat mich dein Spiel wirklich überrascht.

    Meiner Meinung nach ist es das beste deutschsprachige Makerspiel das es bisher gegeben hat. Ich persönlich finde, dass es Unterwegs in Düsterburg um Längen schlägt, aber damit es nicht nur bei leerer Lobhudelei bleibt, nehme ich mir nach den 25 Stunden die ich im Laufe von 10 Tagen mit diesem Spiel verbracht habe jetzt eine Stunde Zeit und gehe auf verschiedene Aspekte ein.
    Allerdings sollten alle gewarnt sein, die das Spiel nicht gespielt haben, da ich auch ein wenig spoilern werde.

    Also dann fang ich einfach mal an:

    Genre/Setting:
    Das Genre ist im Pool der vorhandenen Spiele durchaus ungewöhnlich. Es spielt 1900 und ist wie in der Spielbeschreibung sehr stark an die Abenteuerromane von Jules Verne und anderen Erzeugnissen dieser Zeit angelehnt.
    Dies wird im Spiel konsequent umgesetzt und ist ein großer Pluspunkt. Ich persönlich finde Steampunk innovativer als klassische Fantasy Stories und vermutlich war es das Setting das mich überhaupt erst auf das Game aufmerksam gemacht hat.
    Allerdings muss man auch erwähnen, dass an einigen Stellen auch andere Settings sehr gut in Szene gesetzt wurden. Vor allem Szenen wie jene mit der "Schatzinsel" haben das Setting dann und wann aufgelockert.

    Die Story:
    Nicht nur das Setting war einwandfrei, auch die Story war wohl eine der besten die ich je gespielt habe.
    Es wurde kräftig in der Zutatenkiste gegraben und auch sehr sehr viel eingebaut, was man erwartet.
    Die Story wird zu keinen Zeitpunkt langweilig, die Dialoge sind gut durchdacht und die ein oder andere unvorhergesehene Wendung macht Lust auf mehr.
    Mir persönlich wäre keine Durststrecke aufgefallen - mich hat die Story gepackt, wie mich ein gutes Buch packt und ich wurde regelrecht gefesselt und konnte nicht mehr aufhören zu spielen.

    Die Charaktere:
    Ein wesentlicher Punkt der einem auffällt ist, dass die Charaktere an sich zwar klischeebehaftet sind (der dumme furchtlose Militär, die zickige falsche Reporterin und der alte, enorm intelligente und kluge Professor), aber trotz dieser Klischees wurde jeder Charakter sehr gut charakterisiert. Von der Lebenseinstellung hin bis zu den Wünschen und Ängsten wurde kein Punkt ausgelassen, aber das ist für mich nicht der Knackpunkt.
    Mich hat es gereizt die Charaktere zu erleben, wie sie miteinander interagieren, wie sie reden und vor allem wie sie sich im Laufe der Zeit entwickeln (!). Jeder der Charaktere durchlebt verschiedene Stadien und verhält sich im jeweiligen Entwicklungsabschnitt auch absolut nachvollziehbar. Das hinzugenommen zu den üblichen Bausteinen, wie Vergangenheit o.Ä. hebt das Spiel aus der Masse hervor.
    Die Nebencharaktere wurden auch alle sehr liebevoll ausgestaltet. Trotz teilweise relativ kurzer Auftrittsdauern lernt man jeden Feind zu hassen und jeden Freund auf eine eigene Weise zu mögen.
    Bei verqueren Persönlichkeiten wie Igor, dem Phantom oder dem General hast du bei mir voll ins schwarze getroffen.

    Sprache:
    Ja auch ein sehr wesentlicher Punkt. Vor allem die Rechtschreibung ist sehr positiv aufgefallen. Ich bin immer noch traumatisiert von zu vielen "s" und Grammatikfehlern anderer Machwerke.

    Doch zur Sprache zähle ich nicht nur die Rechtschreibung. Man kann darauf schließen, dass du einen sehr großen Wortschatz hast, viele Charaktere haben ihre sprachlichen Eigenheiten in Aussprache, so wie auch inhaltlich.

    Musik:
    Ja was soll ich sagen. Drei meiner absoluten Lieblingstitel was Reinninstrumentale Musik angeht waren vorhanden und auch sehr passend eingesetzt. Zum einen Wäre das der imperielle Marsch (Imperial March) aus Star wars. Das und das Ewig lange Raumschiff ... hier kann ich nur sagen Episch.
    Halls of the Mountain king im Vulkan und im Abspann. Ich liebe das Stück, mehr gibts nicht zu sagen. War schön auf der Venus damit überrascht zu werden.
    Und dann noch das Conan Maintheme. Bei den Spruchrollen und Tafeln über Krieg kam sie auch sehr gut an, auch wenn ich immer ans Original denken muss wenn ich diese Töne höre.

    Auch der Rest des Spieles hat durch gute musikalische Untermalung gepunktet. Sweet Home Alabama in Twaintown und andere Stücke, die ich jetzt nicht alle einzeln aufführen möchte haben maßgeblich zur atmosphärischen Untermalung beigetragen.

    Jetzt kommen wir zur Grafik/Mapping/Posen:
    Ja Ok, es war sehr viel geripptes Zeug dabei, allerdings wurde das meiste stimmig zusammengesetzt.
    Teilweise erkennt man Stilbrüche (Iguanodon im Urwald, oder der Allosaurus bei den Battlern), diese sind allerdings verschmerzbar.
    Umgebungsmäßig gibt es nichts Auszusetzen. Vom Urwaldtempel bis zum Indianerdorf war alles Dabei, was man sich in irgendeiner Weise vorstellen kann.

    Beim Mapping hat mich vor allem eine Sache fasziniert: Animation. Es gibt Maps die sind schön gemappt - aber es gibt auch Maps wie vor allem jene wie die Mars und Venusmaps. Ich ging durch diese Levels und war erstaunt. So etwas habe ich bisher auch in den meisten Kommerzgames vermisst.

    Auch die Charakterposen und die Damit verbundenen Mapanimationen waren einfach nur hammermäßig.

    Mein Fazit dazu: auch wenn die Maps meist sehr zweckmäßig konstruiert waren, haben diese Details die Atmosphäre erzeugt.

    Rätsel/Minigames
    Auch ein wesentlicher Punkt. Ich habe vor allem die Zahlenrätsel gehasst, aber ich hab mich wacker durchgequält (Die Schalter und Suchaufgaben fand ich viel ansprechender, aber das ist Geschmackssache) Schuld daran hatte die Story. Manche waren wirklich sehr sehr mies (Heisens Traumwelt z.B.) und ohne den bestehenden Fragen im Forum wäre ich daran elendiglich gescheitert.

    Die Minispiele waren in den meisten Fällen sehr gut. Einzig und allein das Angeln auf der Nautilus.... bis ich da draufgekommen bin dass man den Fisch mit den Haken "erschlagen" muss... Aber da es durchaus geniale Sachen gab , seh ich auch so manchem missglücktem Minispiel (die Gottseidank alle optional waren) nach.

    Jetzt komm ich noch zum Balancing:

    War die Gruppe zusammen, gab es keine Probleme. Diese Gegner wurden alle mit Leichtigkeit nach dem 2. Versuch gekillt. DIe Motivationskiller hier waren der Heisen in Heisens Angstwelt und der wesentlich früher auftauchende Mariatti (o.Ä. mir ist der Name grad entfallen) den man mit Eleanora und der Kreatur killen muss. Auch nach 20 Versuchen hatte ich keine Chance diese zu besiegen. Gottseidank hat mir ein Freund dann ausgeholfen - ich fand diese Gegner einfach nur unfair.

    Ich glaube alles in allem habe ich jetzt einen kleinen Eindruck gegeben wie ich das Spiel empfunden habe, es gäbe noch derartig viel zum sagen, aber dieser Textwall ist jetzt schon lang genug, also gehe ich noch kurz auf die Fehler ein, die mir aufgefallen sind.


    - Im Urwald kann man einen Stein nach norden Schieben. Schiebt man in vor den Baum auf dem ein Bienekorb hängt (Nahe einem Acker mit 2 Wurmlöchern und einer Möhre), dann kommt es zu einem sehr unguten Fehler... aufgrund der Blockade des Gangweges kann man keine Eingabe mehr tätigen. Sehr nervig, ich musste den letzten Save laden.

    - Im Krater vom Mars am Ende nach der Tarantula kommt der satz " du erhälst einen Kristallreif"
    einfacher Rechtschreib, oder Tipffehler (erhältst)

    - Marspyramide Ebene 3: das Rechte Treppenteleportevent fehlt, sind nur 2 von 3 Übergängen möglich.

    - Im Wohnraumschiff (das mit der Schatzinsel)
    Im Maschinenraum unten rechts ist ein Kohlensackevent fehlerhaft. Kurzzeitig sieht man von Mackwitz 2x

    - Schlangentempel Venus, Unten an der Treppe gibt es einen Mappingfehler, irgendwo schaut ein 8x8 Feld Gras durch den Tempel

    - In der Zorrohöhle beim Steinschieberätsel: Man schiebe einen Stein gegen den Ausgang und Tadam... zweiter Fehler der ienem zum Saveladen zwingt.

    - Nach dem Wildwest Abenteuer, wenn man am Steg mit Nemo redet (also direkt nach dem Raddampfer dann)
    Nemo faselt etwas von "Naturellement" Slang oder Tippfehler?

    - und noch ein sehr lustiger Fehler: Ganz am Ende in der fliegenden Stadt, in dem Raum mit dem Alarmknopf. Hat man im Raum davor die Wächter nicht ausgeschaltet und man geht zurück, so wird man entdeckt. An und für sich nicht schlimm, aber nervig.

    Das Wäre so weit alles was mr aufgefallen ist, allerdings habe ich Indien nicht gespielt, daher kann ich darüber auch nichts sagen.


    Abschließend noch 2 Sachen:

    Die Battler waren doch selbergezeichnet, gleich wie ie Faces und einige Tiles und charsets. Vor allem durch die reinschwarze Kontur auffällig. Die kleinste Ausführung der Kanonenblumen auf der Venus waren doch selbstgemacht oder?
    Der Iguanodon traf auch diese Stilrichtung, gleich wie die Flugmaschinen, die Anzüge usw.
    Hast du die selber gemacht oder hattest du wen der das für dich erledigt hat?

    Und ich persönlich bin mal gespannt ob du in der Lage bist dieses (dein) Meisterwerk zu toppen - ich muss sagen ich freue mich auf ein weiteres Spiel dieses Kalibers. In diesem Falle war jede Minute des Aufwandes Wert. Ich kann nur sagen Toi Toi Toi und mach weiter so.


    Gruß Cy

  2. #2
    @ Cyangmou
    Bei soviel Lob habe ich gar keine andere Wahl, als deinen Text zum definitiven Fazit zu erheben, das ich künftig jedem kecken Meckerer entgegenschleudern werde. Damit will ich einfach nur das ausdrücken: Vielen, vielen Dank für die Zeit, die du für so eine Nachbetrachtung aufgewandt hast. Ich freue mich generell über Rückmeldungen, aber diejenigen, in denen die Meinung strukturiert begründet wird, sind mir nicht nur die liebsten, sondern auch die wertvollsten.

    Was ich vor mich hinbastele, gestalte ich als Wette auf eine mögliche Spielerreaktion. Ob die in meinem Sinne ausfällt, weiß ich erst, wenn Spiel auf Spieler trifft (also wenn es zu spät ist) und mir eben jemand sagt, wie es war. Und noch lehrreicher ist für mich jede Äußerung, die mir vor Augen führen hilft, warum es so war. So ein Komplettbericht, der vom Szenario über Helden und Handlung bis zur Spielmechanik und zusätzlich noch Grafik und Klang reicht, ist für mich als Bastler von beträchtlichem Wert.
    Ich kann wunderbar Absicht und Wirkung abgleichen und je mehr geschrieben wird, desto größer ist mein Lerneffekt. Vieles, sehr vieles passte anscheinend, aber da wir uns beim Lob eh einig sein werden , gehe ich lieber auf die Mängel ein.

    Mathe: Ja, das war so eine Idee, die nicht wirklich unumschränktes Freudenfeuer entzündete. Die Zahlenrätsel erfreuen leider nur verschrobene Minderheitenolme wie mich, also fliegen die in den kommenden Projekten raus.

    knackharte Gegner: Heisen, Moriatti und die Echsenbeine (gar nicht genannt, die finde ich persönlich am schlimmsten) liegen deutlich über dem Durchschnittsschwierigkeitsgrad. Ich mag gelegentliche Herausforderungen, wenn dazwischen genügend fluffige, entspannende Spielmechanik liegt. In meiner Theorie steigt das Glücksgefühl mit der Höhe der Herausforderung, die bewältigt wurde, daher setze ich auch weiter auf gelegentliche Kämpfe dieses Kalibers. Die Idealbalanceformel für die Gratwanderung kenne ich leider nicht, also bleibt der Spielspaß an solchen Stellen potentiell absturzgefährdet. Notfalls nehme ich halt Zuflucht zur öden Phrase, es sei ja alles nur Geschmackssache.

    grafische Stilbrüche: Ich pixele nur meine Helden aus Prinzip selbst, ansonsten geht mir mein Mantra - Fertigbauteile sind effizienter als Eigenbau - über alles. Wenn ich 90% der Spielmaterialien zusammenklauben kann, kann ich für die restlichen 10% auch den nötigen Spaß am Eigenbau entwickeln. Säße mir der Gedanke im Genick, das und das und das müsse auch noch gepixelt werden und dies und jenes warte auch noch, zerdrückte mir das die Muße unter zuviel Realität. Und Kelven kann ich nicht fragen, wie er das eigentlich alles im Alleingang macht, denn dafür bin ich zu eitel und stolz.
    Aber deine Frage kann ich beantworten: Jepp, was du aufgezählt hast, habe ich selbst gepixelt. Ich mache das auch gerne, nur wird das in künftigen Spielen ebenfalls immer nur die Minderheit des Materials bilden.

    Inwiefern ich aber wirklich die richtigen Schlüsse ziehe und die Spielbestandteile unterhaltsam mische, kannst du ja bald wieder sehen. Nur einen Luxus gönne ich mir nicht, die Spaßgranaten der Allreise - Mackwitz und Szenario - wärme ich nicht wieder auf. Ein wenig Lust auf Neues habe ich dann schon.

  3. #3
    Zitat Zitat von real Troll Beitrag anzeigen
    Inwiefern ich aber wirklich die richtigen Schlüsse ziehe und die Spielbestandteile unterhaltsam mische, kannst du ja bald wieder sehen. Nur einen Luxus gönne ich mir nicht, die Spaßgranaten der Allreise - Mackwitz und Szenario - wärme ich nicht wieder auf. Ein wenig Lust auf Neues habe ich dann schon.
    Es spräche doch sicher nichts gegen ein paar Insiderwitzchen die an ein paar kleinen Stellen im Spiel verstreut sind, so zum Beispiel ein besonders zackiger Ausbilder, mit Gesichtszügen die Mackwitz ähneln, der in einer Kaserne seine Soldaten durch die Gegend scheucht aber keinen besonderen Auftritt hat.

  4. #4
    Mir gefällt dein Spiel auch außerordentlich gut. Bin jetzt bei dabei den streik zu lösen und bis hier her kam keine lange Weile auf.

    Du erzählst deine Geschichte gut und ich musste oft schmunzeln. Bis hierher hat mir am besten die Eishöhle gefallen mit dem Darwingag.

  5. #5
    @ wusch
    Das Schlimme ist: Fange ich einmal mit Mackwitzandeutungen an, gibt es kein Halten mehr. Dieser Stil ist zu prägnant und ich zu widerstandslos. Also mache ich einen gaaanz großen Bogen um irgendwelche Mackwitzpaladine oder ähnliche Verführungen.

    @ Framo
    Prächtige Zwischenmeldung! Werde Fortkommen zu verfolgen wissen!

  6. #6
    Und wieder einmal, inzwischen zum 8ten Mal, hab ich heute mit dem Spiel begonnen. Man möchte fast meinen es gäbe etwas kostenlos dabei - und in der Tat: Witz, zackige Hackenschläge die einen Wachhalten und immer wieder wissenswertes am Rand - so macht Zeitvertreib wirklich Spaß!

    Ich hoffe die Lösung auf deiner Homepage tuts noch? Hatte an anderer Stelle gelesen das es im Wilden Westen zu Problemen kam. Werde das zu unterbinden wissen, am besten mit lautem *peng* *peng* ^^

    Liebe, motivierende Grüße *katzenzungen schocki und kekse rüber reich*
    Ich hoffe sehr das ihr motiviert seid und durch den vielen Regen viel Zeit zum makern habt.

    Ich empfehle mich, sie wissen ja wo sie mich finden ^^

  7. #7
    Die Komplettlösung verdient ihren Namen nun wirklich. Irgendwelche Details sind eben nur das: irgendwelche Details. Also lass dich nicht beirren, die Lösung ist gut so wie sie ist und wie ich in meiner HP-Zugriffsspionagestatistik lesen darf, hilfst du damit immer noch zahlreichen Leuten. Lass dich nochmal dafür herzen.
    Achter Durchlauf? Ernsthaft? Vielleicht findest du ja dann alle Bonuslevel. Mwahahahaha! Nein, DAS eine Level habe ich nur für mich erstellt. Und gucke gar nicht erst im Maker nach, es ist zu durchtrieben versteckt.

    p.s.: Die Schlechtwetterfronten sind tatsächlich äußerst makerförderlich.

  8. #8
    Ausgezeichnet!

    Dann schieb ich noch ein paar Wolken rüber und hoffe auf eine eifrige, wasserfeste Muse, die bei Wolfenhain hilft.

    Schön das die Lösung ihren Dienst noch tut, ich denke ich werde mich dann einmal nach anderen Herausforderungen umsehen.
    : ) Ich empfehle mich und herz dich ebenso sehr zurück, die Maker der mir die regnerischen Tage mit einem breiten Lachen versüßt!

    Und ja, der 8te Durchlauf ist doch immer der Beste. *g* Und da ich inzwischen auch imstande war ein Anfangsdorf voller wilder Schafe zu makern werde ich vielleicht doch noch dieses eine Bonuslevel finden... eines Tages... vielleicht.

  9. #9
    Eine Map mit einer manuell geänderten Ändung (statt "Imu" irgend etwas anderes) hat er nicht versteckt, somit muss eine dieser 693 Maps die Richtige sein. Oder er hat die Spezialversion gar für sich behalten? Das werden wir leider nicht so schnell erfahren.

    Doch was jeder der Anwesenden weiß: die Reise ins All wird immer ein Spiel eigener bester Klasse bleiben und niemals seines Gleichen finden. Trolle können eben doch Genies sein.
    Zitat Zitat
    Und ja, der 8te Durchlauf ist doch immer der Beste. *g*
    Ich bin leider erst beim 5ten

  10. #10
    @ Viviane
    Bei dem Smiley haben Schönwettergebiete nicht den Hauch einer Chance. Ich ernenne dich mal zum Regengott ehrenhalber und bastele mir sicherheitshalber erst einen großen Schirm, bevor ich mich wieder an den Maker wage.
    Übungsaufgabe fürs Wochende: Baue eine Karte mit explodierenden Schafen und Vanilleeisregen.

    @ relxi
    Bei jedem Durchlauf werden es mehr Maps. Wenn du deinen Fünften durch hast, sind im Projektordner folglich 694. Wie viele du noch brauchst, bis auch das Bonuslevel dabei ist, sage ich natürlich nicht.

  11. #11
    Aha, das ist also der Troll-Trick *texteditorzurhandnehm*
    Einen ganz feinen Spaß hast du dir da ausgedacht

  12. #12
    Lang, lang ist's her.
    Nachdem ich den Sommer mit einem Marathon an Snes-Rollenspielen verbracht habe (SoM II, SoE, Star Ocean, Tales of Phantasia, Zelda) habe ich auch mal wieder den guten alten RPG Maker gestartet und die Allreise zum vierten Male gemeistert - und wenn das wiederholte Auspacken nicht schon Lob genug ist, im direkten Vergleich kann ich sagen, die Allreise braucht sich hinter den kommerziellen Spielen nicht zu verstecken, nein, sie ist in vielen Dingen sogar besser, ob Spielspaß, Erzählung oder (gefühlte) Vielfalt - die Allreise wirkt professioneller.
    Kurzum, hätttest du die Chance gehabt, diese Geschichte damals auf dem Super Nintendo zu erzählen würdest du jetzt mit isländischen Topmodels auf der SS real Troll durch die Karibik schiffen.
    Die Allreise ist der beste Beweis, dass aus einer Jugend verschwendet mit eingestaubten Abenteuerromanen und übermäßigen Fernsehkonsum doch noch ein veritables Mitglied der Gesellschaft geformt werden kann (das heißt, es besteht noch Hoffnung für mich)

    Dein Tanz mit der Sprache ist für mich, was die Allreise so besonders macht, es wirkt nicht gestelzt und die Charaktere haben tatsächlich wiedererkennbare Stimmen - auch das ist etwas was bei vielen professionellen Medien, und nicht nur Videospiele sondern auch Filme und Bücher nicht so gut rüberkommt.
    Ob Kasernenjargon, wagnereske Brunhilde, wissenschaftliche Neugier, das nonchalante Austauschen von Höflichkeiten oder Bud Spencer, es wirkt einfach fantastisch (im letzten Fall beängstigend) echt. Nur selten, merkt man da die Hand des 21 Jahrhunderts, Mackwitzs "Firma dankt" oder Robo-S... (okay, das ist schon ein schizophrenes Beispiel, aber das tschechische Robo wäre Heisen als wilheminischen Wissenschaftler unbekannt, dann lob ich mir aber wieder, dass nicht geflirtet sondern geturtelt wird)
    Ernsthaft, für deine Sprachgewaltigkeit beneide ich dich regelrecht.
    Und das geht alles einher mit deinem unverwechselbaren Humor, von Slapstick, was nicht so mein Fall ist, über den grandiosen loriotartigen Dialoghumor, Jonglieren mit popkulturellen Versatzstücken (ich liebe die Episode auf der Meteor) und intelligentem Metahumor (Chapeau @Lex-Barker-Etymologie).
    Selbst die Nebencharaktere sind toll gestaltet und in ihrer Überzeichnung eine willkommene Abwechslung zu den sonst bekannten eindimensionalen Stichwortgebern in Rollenspielen. Neben Zackenplitz Alterschrulligkeit gefällt mir vorallem Captain Bull und seine Redshirt Redcoats.
    Ich find es immer wieder süß, wenn es manchmal heißt, dass die Charaktere nicht die typischen Klischees seien, da extrem verallgemeinert, die Party fast 1zu1 wie in UiD oder auch anderen RPGs ist, liebenswürdiger, einfach gestrickter Haudrauf, eine Xanthippe, väterlicher Wissenschaftler und Stimme der Vernunft, übernatürliches, ultrastarke Wesen mit Daddy-Issues^^
    Das liegt an den Gegebenheiten der RPG-Konventionen (2 Kämpfer, 2 Magier) aber grundsätzlich funktionieren die Charaktere eben _weil_ sie solch tolle Klischees sind. Nur mal am Beispiel von Mackwitz, weil er natürlich am meisten hinaussticht,
    Schon Großvater wusste, was ein preußischer Offizier für eine Witzfigur par excellence abgibt (man denke an Leutnant Gustl, Mackwitzs geistigem Cousin aus Kakanien), wir spät Geborenen haben leider nicht mehr das Glück diese Figuren in der Wirklichkeit zu erleben und so sind sie aus der öffentlichen Wahrnehmung verschwunden, aber es funktioniert immer noch toll, altbewährt und trotzdem erfrischend - ein Erfolgskonzept.
    Eine zänkische Frau dazu, das sorgt für etwas Friktion unter der Party und jeder hasst die typischen Friede-Freude-Eierkuchen-Helden. Und last but not least, bietet es genügend Raum für Charakterentwicklung - ohne (!) dass sie am Ende der Narrative um 180 Grad gedrehte Figuren wären.
    Und Heisen, ach, der Gute, wie kann ich mit ihm mitfühlen, wo auch meine Freunde jeden Besuch mit mir in kulturellen Instituten meiden, das erinnert mich an eine Episode im April als ich einen Freund in den Pinakotheken mit vollem Elan und Eifer die kulturhistorischen Hintergründe der Deutschen Romantik darlegte und er mittendrin eingeschüchtert wiedergab, schrei doch nicht so...
    Aber, ich schweife ab

    Zum Gameplay brauch ich nicht viele Worte, es gefällt
    Um Grandy etwas zu paraphrasieren, es ist nicht lauf, lauf, lauf, kämpf, kämpf, kämpf, kämpf, kämpf, kämpf, kämpf, kämpf, laber, laber, laber sondern lauf, rätsel, kämpf, laber, dh. es ist ausgeglichen und fügt sich in die Geschichte ein. Es gibt keine Passagen nur mit langen Reden um dann wieder ein Dungeoncrawler zu werden (die ich verabscheue), sondern schön, gut und europäisch. Zu den weniger guten Dingen hast du ja auch schon genügend Kritik bekommen, sei es Mathematik in einer Freizeitbeschäftigung (schockschwerenot) oder die etwas verbuggten Jump&Run und Hindernisausweich-Minispielen.

    Zur Grafik. Die war sogar, besser als ich es in Erinnerung hatte, die kleinen Details überall - wunderbar. Gestört hat mich nur dasselbe was ich schon vor 2 Jahren sagte; die Oper, das Wasserpanorama bei der Nautilus mit den Lichtspiegelungen, die man nur an der Oberfäche sehen sollte und der etwas japanisch chubby-artig gezeichnete Tiger in Indien. - Bei einer solchen Spielzeit ist das aber natürlich zu verschmerzen, die vielen liebevollen Posen, Eigenarbeiten und Details machen das wieder mehr als wett.
    Chernikhovs Wolkenstadt scheint einen etwas falschen Wert bei Kontrast und Sättigung zu haben, sieht etwas farbarm aus, war wahrscheinlich meine Schuld :/ Btw. ich hab letztens etwas von einem Künstler gesehen, der die selbe Idee hatte, nur in künstlerisch begabter^^

    Zum Setting auch nicht viele Worte, für mich verkauft sich das schon von selbst. Und die rege Popkultur von 1815-1915 sorgt für genügend Abwechslung für 10 Spiele. Manchmal waren mir die Charaktere zu sehr von den Filmversionen als von den Originalen gepärgt, aber das ist wie bei Kreatur oder Dr. Jekyll sehr verständlich. Emotionaler Punktabzug weil es keine Fin de Siecle Stutzer gab ala Des Esseintes, Dorian Gray oder Severin aus Venus im Pelz - ein Charakter basierend auf Boldinis Gemälde von de Montesquiou nach deiner Art der Überzeichnung wäre Gold, sowie zu wenig Kipling im Orient. Ich gehöre übrigens zu dewr Minderheit denen der Orient besser gefällt als Yankeeland, das hatte so eine schöne Lawrence von Arabien Atmosphäre, den mMn passenderen Gegenspieler und obwohl Karl May nicht mit Verne und Wells mithalten kann, fand ich Kara Ben Nemsis Prüfungen herrlich
    Bakschisch als belebte Metropole mit Handel, Basar und regen Treiben - ähnlich wie das Lurchdorf, nicht nur einfach Staffage, sondern man spürt wie es "funktioniert", sowas ist super.

    Zum Schluss noch etwas beruflich bedingte Mäkelei, ka, ob ich mich darüber schon mal beschwert habe, der Pteranodon, wird nicht nur als Pterodactylus im Spiel bezeichnet, sondern hat auch noch Zähne! Wirklich ein nicht zu verzeihender Fehler :P Das Tier heißt doch auch schließlich Ptera-NO-Don

    Das Ende war unerwartet und deshalb effektiv - Kudos!


    Btw. was ich dich auch mal fragen wollte, hast du tatsächlich die Pulpheftchen 'Der Luftpirat und sein tollkühnes Schiff' gelesen, das ist doch so obskur, dass ich es vor (und bei rechter Betrachtung auch nach) der Allreise nur aus Anspielungen in anderen Medien und Sekundärliteratur kannte/kenne. Bis heute ist mir nur der Kommandeur mit lateinischem Pseudonym und geheimnisvoller Vergangenheit, technisch überlegenem Schiff, indischer Besatzung und Inselstützpunkt von Jules Verne unter die Augen gekommen

    Noch eine Frage, nach den Jahren hast du bestimmt einiges auch wieder vergessen was du eingebaut hast, wann hast du zum letzten Mal die Allreise durchgespielt?


    @Wolfenhain
    Hätte nicht gedacht, dass ich mal an einer High-Fantasy Geschichte wirklich interessiert bin. Vom Trailer aus zu urteilen, wird es graphisch bombastisch und wieder wirklich innovativ.
    Am besten gefällt mir, dass du nicht diese typische tolkienartige Ausgeburt nachahmst, sondern (wiedermals) back to the roots gehst und dich stilistisch an der nordisch germanischen Mythenwelt orientierst. Wenn das nicht nur das Design betrifft (was auch noch ziemlich an manches franco-belgische Comic erinnert ) sondern auch etwas Beowulf, Tacitus oder Edda drin ist - in einer mythischen Welt naturalmente, dann werde ich auch da wieder vollends begeistert sein

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