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Thema: Starke weibliche Figuren

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat
    ... aber ich weiß gerade auch nicht, was für einen Input du dir erhoffst. ^^
    Seh ich genauso, aber ich kann ja mal meinen etwas bissigen Post von vor ein paar Seiten "etwas" ausführlicher wiederholen:

    Da es hier vor allen Dingen über das Design eigener (Hobby-)Projekte geht, gehe ich erstmal auf bisherige Makerspiele ein. Wenn du dich fragst, ob ich mich als Frau in Maker-Spielen schlecht repräsentiert fühle, dann nein. Das liegt einfach daran, dass einfach alle Sorten von Charakteren nicht wirklich gut repräsentiert sind – unabhängig von ihrem Geschlecht oder Nicht-Geschlecht. Im Sinne von Charakterdesign würde ich nichtmal behaupten, dass man sich da gar keine Gedanken macht. Diese Charaktere können bestimmt wunderprächtige Steckbriefe füllen, meist ist aber die Dialogführung einfach suboptimal. Ich habe nicht selten das Gefühl, dass sich die gleiche Stimme durch verschiedene FaceSets zieht. Deshalb wäre für mich der Ansatz erstmal, Charakterdesign prinzipiell zu hinterfragen und auch mal darüber nachzudenken, wie man einen Charakter richtig darstellt, bevor man sich so im Detail verhadert und, wie leider sehr schön von diesem Thread demonstriert, das Auge für das Wesentliche verliert.

    Dazu kommen aber natürlich auch noch andere Faktoren. Es gibt hier auch einige Spiele, die ihren Fokus auf Gameplay, nicht auf Story haben. Da kann man Charakterentwicklung außer Acht lassen. Dazu kommt aber auch, dass viele Spiele mit Story gar nicht über den Demo-Status hinauskommen und eine Charakterentwicklung gar nicht abgeschlossen werden kann. Ein paar haben schon "Assembling the Void" angesprochen. Ich mag die Protagonistin, muss aber sagen, dass ich doch sehr das Gesamtbild schätze und ihre Entwicklung in der Demo noch gar nicht wirklich glänzen konnte (ohne zu bezweifeln, dass eine Vollversion kommt; die kommt aber leider bei anderen Spielen sicher nicht mehr).

    Wenn ich jetzt aber auf die professionelle Spielewelt eingehe: Ich denke, dass es ein Irrglaube ist, wenn man meint, dass große Spielefirmen bombastische Marktforschung betreiben. Tatsächliche Marktforschung ist teuer und keine Garantie, ob etwas wirklich ankommt. Es ist also leicht hier zu sparen. Wer schon einmal allein in der Werbung gearbeitet hat, weiß, dass einiges von Marketing-Weisheiten veraltete Konventionen sind, die einfach keiner mehr ändert. Das ist bestimmt nicht grundlegend so, aber man sollte nicht meinen, dass selbst bei professionellen Firmen alles genaustens hinterfragt wird. Und selbst wenn, dann gibt es meist doch eine gewisse Firmenphilosophie. Um mal von den Spielen wegzukommen: Die Cartoons von "Batman" und "Green Lantern" kamen beide bei Test-Screenings sehr gut bei Jungs und Mädchen an. Anstatt zu rufen "Ja, geil, mehr Kundschaft!" wurde das mit einem "Aber Mädchen kaufen keine Spielzeuge." abgetan. Da gehört schon gehörig auf's Zahnfleisch gefühlt.

    Um auch kurz auf den "Identifikationsfaktor" einzugehen: Ich glaube, dass Lieblingscharaktere nicht auf dem Level "so bin ich", sondern auf "so will ich sein" funktionieren. Es gibt gewisse Grundlagen, die Ähnlichkeiten sein könnten, aber auch vieles, was man gerne sein würde. Ähnlich wie bei Idolen der Popkultur. Um mal Neo-Lara Croft aus der neusten Installation zu nehmen: Es gibt Dinge, mit denen ich mich identifizieren kann, wie z.B. sie nicht sofort Badass ist, dass sie sehr impulsiv sein kann, auch dass sie sich sehr um ihre Kameraden sorgt... Das sind Dinge, die ich irgendwo auch an mir erkenne, aber ich kann verdammt nochmal nicht like a boss in der Wildnis allem trotzen, John McClane-Style Wunden ignorieren, Leuten Pfeile in die Birne hauen, japanische Gottheiten besiegen und mich unter vergammelten Leichen über alte Vasen zu freuen. Und ganz ehrlich – wie geil wäre es, wenn ich das könnte! Es ist Eskapismus par excellence.

    Ansonsten finde ich nichtmal, dass die Spielewelt voller schlechter Weiberschaft ist. Deshalb bin ich der Meinung, dass es der falsche Ansatz ist immer nur auf "SO NICHT!" zu zeigen. Denn, wenn denn Marktforschung betrieben werden sollte, die interessiert sich nicht primär für "Das find ich scheiße!", sondern für "Das find ich cool!". Als ich mit Spielen aufgewachsen bin, gab es nicht nur Zelda und Peach. Wer Adventures gespielt hat, der weiß, dass Gov. Elaine Marley, Zanthia und Grace Nakamura ihre männlichen Gegenpart alle in die Tasche stecken konnten. Laverne in "Day of the Tentacle" war alles andere als konventionell hübsch, aber einfach total witzig und kreativ. Samus, Leute, Samus! Selbst unter den Bösewichten hatten wir mit Star Crafts Kerrigan was beeindruckendes (auch wenn alles in SC2 über Bord geworfen wurde; Thema für sich). Ich bin eben nicht nur mit Big-Tits-Lara aufgewachsen und sehe deshalb nicht, warum man nicht einmal über andere Charaktere reden sollte. Denn wenn wir sie außer Acht lassen, passiert genau das, was mit Kerrigan und Samus passiert ist: Sie werden total verhunzt.

    Ich mein, ihr kennt hoffentlich alle Frauen. Und habt mit ihnen mal so'n bisschen geredet. Bei Manchen bin ich mir ja ehrlich gesagt nicht so sicher... Solange ihr die Frauenschaft beim Konzipieren nicht für Wesen von einem anderen Stern oder gar Objekte haltet, seid ihr schon auf einem guten Weg. Frauen sind schließlich auch nur Menschen und ebenso divers wie jedes andere Geschlecht. Inwieweit Geschlecht dann den Charakter beeinflusst, sollte nicht vergessen werden, aber auch nicht der Grundgedanke sein.

    Geändert von Wonderwanda (08.08.2014 um 21:27 Uhr)

  2. #2

    Katii Gast
    ich fand Lara auch mit ihren großen Brüsten total cool und badass damals.... Dawn von Lands of Lore war auch toll :P... und sogar damals bei ZakMcKracken Annie, Melissa und Leslie :P naja könnte man lange aufzählen

  3. #3
    @Wonderwanda
    Ich wollte sowieso noch einen Thread zum Thema Charaktere aufmachen, weil die Kritik hier schon öfters aufkam und ich es ähnlich sehe. Es lohnt sich nachzuforschen, warum die Figuren in den Maker-Spielen alle so klingen, als ob sie, wie du schon sagtest, mit der gleichen Stimme sprechen. Außerdem müsste man schauen, ob die anderen das genauso sehen und wie die Entwickler über die Figuren ihrer eigenen Spiele denken.

    Wunscherfüllung und die These von oben beißen sich denke ich nicht, meistens sind es ja eher Abenteuer, übernatürliche Kräfte, mehr Selbstbewusstsein usw. die man sich wünscht - eine andere Person möchte man nicht sein. Vor allem nicht das andere Geschlecht.

    Also zumindest bei den Film-Blockbustern ist das Ungleichgewicht ja offenbar so groß, dass man gar nicht umhinkommt, die negativen Beispiele zuerst zu nennen. Ich kenne zu wenige westliche Spiele, um dort die Lage beurteilen zu können (JRPGs haben die Probleme mMn nicht), aber in einigen der Artikel klingt es so, als ob es dort auch nicht so rosig aussieht. Positive Beispiele gibt es sicherlich, aber ob die etwas an der Gesamtsituation ändern?

    P.S. Hat Samus echt in einem der späteren Spiele mal eine Persönlichkeit? Ich kenne nur Super Metroid und einen Teil vom Gameboy, die haben ja praktisch keine Handlung.

  4. #4
    Zitat Zitat von Kelven Beitrag anzeigen

    P.S. Hat Samus echt in einem der späteren Spiele mal eine Persönlichkeit? Ich kenne nur Super Metroid und einen Teil vom Gameboy, die haben ja praktisch keine Handlung.
    @Kelven: ja hat sie, was allerdings auch eine Sexismus Debatte bei feministen und ein aufschrei der gamer ausgelöst da sie für fans zu entremdet wurde (zu emotional und co. )

    Falls dich das interessiert solltest du dir mal gameplay zuschnitte der "prime" Triologie im vergleich zu "other M" anschauen.

  5. #5
    Und darum schaue ich nicht mehr in Kelventhreads.

    Geändert von Holo (08.08.2014 um 23:27 Uhr)

  6. #6
    Weil Lord of Riva mir empfiehlt, dass ich mir Videos von Metroid Prime anschaue?

  7. #7
    Zitat Zitat von Nonsense Beitrag anzeigen
    Und darum schaue ich nicht mehr in Kelventhreads.
    Wie konntest du das dann schreiben...?!
    Epic Paradoxon!

  8. #8
    Zitat Zitat von Wonderwanda Beitrag anzeigen
    Wenn ich jetzt aber auf die professionelle Spielewelt eingehe: Ich denke, dass es ein Irrglaube ist, wenn man meint, dass große Spielefirmen bombastische Marktforschung betreiben.
    Und genau das ist der Punkt, der die ganze Diskussion ein bisschen sinnlos macht.
    Die Feministen, die schreien, die sind tatsächlich der Meinung, dass da ein Kommittee sitzt, das alles haargenau plant, und Marktforschungen betreibt, wie man die Gruppe der jungen Männer am besten anspricht.
    Nein, das ist nämlich nicht der Fall. Vielfach sind die Ideen einer Geschichte einer einzigen Person entsprungen, der mehr aus dem Bauch heraus entscheidet, was das Spiel besitzen soll und was nicht.
    Wer wirklich mal professionell an einem Spiel mitgearbeitet hat, der weiß auch, dass mal ganze Konzepte kurzfristig über den Haufen geworfen werden, oder ganze Levels rausfliegen, um sie gegen neue zu ersetzen. Vielleicht haben es auch schon einige erlebt, dass in einem Spiel irgendwas fehlt, und dass die Handlung gerade lückenhaft oder unlogisch ist. So was kommt eben oftmals durch kurzfristige Änderungen am Konzept.
    Wie ich schon bereits schrieb, ist Lara Croft nur eine Frau, weil der Lead Designer einen so akrobatischen Mann unästhetisch fand. Als anderes Beispiel würde mir da noch FF8 einfallen. Der erste Trailer enthielt noch völlig andere Szenen. z.B. war Rinoa an der Dollet Mission beteiligt, und sie trugen auch keine SeeD-Uniformen. Oder nehmen wir Portal 2, was uprsprünglich kein Sequel, sondern ein Prequel sein sollte, also ohne Chell.


    Zitat Zitat von Wonderwanda Beitrag anzeigen
    Tatsächliche Marktforschung ist teuer und keine Garantie, ob etwas wirklich ankommt. Es ist also leicht hier zu sparen. Wer schon einmal allein in der Werbung gearbeitet hat, weiß, dass einiges von Marketing-Weisheiten veraltete Konventionen sind, die einfach keiner mehr ändert. Das ist bestimmt nicht grundlegend so, aber man sollte nicht meinen, dass selbst bei professionellen Firmen alles genaustens hinterfragt wird. Und selbst wenn, dann gibt es meist doch eine gewisse Firmenphilosophie. Um mal von den Spielen wegzukommen: Die Cartoons von "Batman" und "Green Lantern" kamen beide bei Test-Screenings sehr gut bei Jungs und Mädchen an. Anstatt zu rufen "Ja, geil, mehr Kundschaft!" wurde das mit einem "Aber Mädchen kaufen keine Spielzeuge." abgetan. Da gehört schon gehörig auf's Zahnfleisch gefühlt.
    Ja, die Spielzeugindustrie arbeitet mit sehr veralteten und kontroversen Methoden, aber das mädchen keine Spielzeuge kaufen, ist schon merkwürdig, weil es derzeit weitaus mehr Spielzeug für Mädchen, als für Jungs gibt.
    Das sieht man auch in TV-Werbeclips, denn da fällt gravierend auf, dass im Kinderprogrammen, wo Werbung läuft, hauptsächlich Werbung für Mädchen gezeigt wird. Es gab da mal einen Artikel drüber, aber den finde ich grad nicht mehr. Vielleicht erleben wir aber in den Jahren einen Umschwung, und die Industrie geht weg von "Pretty in Pink", weil der Aufschrei von Eltern immer größer wird.
    Erste Erfolge sieht man bei der Firma GoldieBlox, die sich über Kickstarter finanziert hat, die diesbezüglich auch einen recht witzigen Werbespot gedreht haben:

  9. #9
    Zitat Zitat
    Die Feministen, die schreien, die sind tatsächlich der Meinung, dass da ein Kommittee sitzt, das alles haargenau plant, und Marktforschungen betreibt, wie man die Gruppe der jungen Männer am besten anspricht.
    Das ist meiner Wahrnehmung nach vollkommen falsch. Sicher gibt es auch solche, aber der absolute Großteil der ernst zu nehmenden Feministen geht von unterbewusst wirkenden Konventionen aus (und die moderne Akademik sowieso). Ich meine, sogar Anita Sarkeesian, die ja nun echt nicht das Glanzbeispiel ist, bringt einen entsprechenden Disclaimer in jedem zweiten Video.

    Wo nimmst du die Aussage her?

    Ich kenne es tatsächlich nur andersrum, nämlich dass sich Leute für ihre persönlichen, bewussten Entscheidungen beleidigt fühlen, obwohl viel eher die Einflüsse kritisiert wurden, die diese Entscheidungen mitgeformt haben, bevor irgendetwas entschieden wurde. Das kann ich tatsächlich auch verstehen, vor allem, wenn jemand wie Sarkeesian es nicht schafft, die persönliche Ebene von der gesellschaftlichen zu trennen, aber es hat nichts damit zu tun, dass Feministen vom "bösen Individuum/Konzern" ausgehen würden.

    That being said, natürlich beeinflusst all das auch die Planungen von Komitees, Privatpersonen etc. Es ist ja weithin bekannt, dass bspw. die Remember-Me-Leute einiges an Absagen gekriegt haben, weil ihr Protagonist eine Frau ist. Und das ist dann auch eine Ebene, wo man für wirkungsvolle Kritik persönlich werden muss, weil der gesellschaftliche Level nun mal nur die theoretischen Grundlagen legt.

    Zitat Zitat
    However, the fact that Nilin was a woman meant that when the game was shown to potential publishers, many were discouraged from backing the project, saying that a male character would sell better.[11] Also against the game were its protagonist's race and the general structure of the game, in that the majority of human enemies were taken down non-fatally.[12]

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