Ergebnis 1 bis 20 von 62

Thema: Videospiele mit etwas Besonderem

Hybrid-Darstellung

Vorheriger Beitrag Vorheriger Beitrag   Nächster Beitrag Nächster Beitrag
  1. #1
    Zitat Zitat von Muhrray Beitrag anzeigen
    1. Was ist eine "unverbrauchte, SEHR charakteristische Melodie"?
    Eben eine Melodie, die sehr hohen Erkennungswert besitzt. Das ist für mich unverbraucht und charakteristisch, ebenso die Auswahl der Instrumente.

    Zitat Zitat
    2. Was ist am Aufbau der Musik "etwas besonderes", wenn die Form der einfachsten Erinnerungsmotivtechnik folgt?
    Was macht sie an welcher Stelle "besonders" aus?
    Es macht sie dann aus, wenn man merkt, dass eben jenes Stück mit Herzblut komponiert wurde, etwas eigenes hat. Ich verstehe nicht, warum für dich "einfach" und "besonders" nicht zusammen im Bezug stehen kann.

    Hier könnte ich genauso die Musik von "Radical Dreamers nennen", die einige sehr schöne Stücke besitzt, die sehr einfach, aber gerade deshalb besonders sind.

    Zitat Zitat
    3. Woran erkennst du eine "geniale Melodie"?
    Was macht sie "genial" bzw. wieso hat gerade Crono Trigger diese "genialen Melodien" und andere Titel nicht (z.B. Chrono Cross, um es direkt zu machen, vergleichend)?
    Ich erwähnte nirgends, dass auschließlich CT einen ach so tollen Soundtrack o.ä, hat.


    Zitat Zitat
    naja, das mit den "nur einfachen Mittel zur Verfügung" versteh ich als Argument für Crono Trigger genauso wenig wie dein Videobeispiel der "musikalischen Meisterleistung".
    Wenn du ein Orchester zur Verfügung hast, ist es um einiges leichter, Emotionen in einer Szene zu unterstreichen. Wenn du aber nur Midi Instrumente nutzen kannst, die nichtmal besonders toll klingen, ist es für mich auf jeden Fall eine "musikalische Meisterleistung", aus jenen Mitteln etwas so charakteristisches zu schaffen.

    Ich bemerke genau das gleiche beim selber komponieren: Auf meinem Keyboard klingt vieles leblos, künstlich, synthethisch, während die Kompositionen auf einem Klavier völlig anders klingen. Daher ist für mich mein altes Casio zum Teil nen kleines Handicap ^^.

    Ansonsten gehen unsere Meinung in Sachen Musik wohl einfach auseinander.

    Geändert von Desmond (29.04.2008 um 23:19 Uhr)

  2. #2
    Zitat Zitat von Desmond Beitrag anzeigen
    Eben eine Melodie, die sehr hohen Erkennungswert besitzt. Das ist für mich unverbraucht und charakteristisch, ebenso die Auswahl der Instrumente.
    Jedes Erinnerungsmotiv hat einen hohen Erkennungswert.
    Das ist Ziel der Form, aber sicherlich so noch lange nichts besonderes. Schließlich haben wir das ähnlich bei Terranigma, Final Fantasy VI, bei jedem Videospiel der Videospielgeschichte.

    Die Auswahl der Instrumente ist ebenfalls immer charakteristisch bei einem Erinnerungsmotiv: jedenfalls werden wir wenig Liebesmelodien mit einem Trompeten-Quartett eingespielt hören und Battle Themes auf der Blockflöte gehören wohl auch eher der Seltenheit an.
    Alles unterliegt also Konventionen.

    Zitat Zitat
    Es macht sie dann aus, wenn man merkt, dass eben jenes Stück mit Herzblut komponiert wurde, etwas eigenes hat. Ich verstehe nicht, warum für dich "einfach" und "besonders" nicht zusammen im Bezug stehen kann.
    Ich habe nie gesagt, dass "einfach" und "besonders" für mich nicht zusammenpasst.
    Für mich ist lediglich der CT Soundtrack nichts besonderes (was ich oben ja auch erklärt habe), aber aufjedenfall "einfach". "Einfach" sind die Melodien auch logischerweise, denn je einfacher das Erinnerungsmotiv, desto leichter wiederzuerkennen.
    In der Verarbeitung könnten wir dann auf Wagner hoffen und uns später fragen, warum wir nicht mal Steiner fanden, soll heißen: auch in der Werkumsetzung, im Videospiel selber, sehen wir die einfachste, kopierte, offensichtlichste Methode der Schaffung einer Verbindung: sprich Frog an oder triff ihn, Tschakka, da ist sein Erinnerungsmotiv.
    Für mich nichts besonderes.
    Wenn ich Tristan aus Mytic Quest treffe, passierts genauso nocheinmal.
    Wiederholungen über Wiederholungen.
    Konventionen ... ist der CT Soundtrack da ein Höhepunkt?
    Eine Ausnahme ist er schon mal nicht, er folgt dem Schema perfekt.

    Zitat Zitat
    Hier könnte ich genauso die Musik von "Radical Dreamers nennen", die einige sehr schöne Stücke besitzt, die sehr einfach, aber gerade deshalb besonders sind.

    Ich erwähnte nirgends, dass auschließlich CT einen ach so tollen Soundtrack o.ä, hat.
    Okay, dann müssen wir aber jetzt wirklich in Betracht ziehen, dass wir jedes x-beliebige Videospiel mit in die Liste nehmen könnten, allein wegen seiner einfachen, "schönen" Musikstücke. Erscheint mir letztendlich jedenfalls so.

  3. #3
    Zitat Zitat
    Was "Kunst an sich" ist, kann nicht klar werden, da wir es mit einem Begriff ohne realen Gegenpart zu tun haben. Die Frage ist in etwa so blöd, wie zu fragen was "Robert an sich" ist.[...]
    Also ist die Diskussion von keiner Seite zu lösen?! Ich habe mich mal bemüht, deine Kunstdefintion im Internet zu suchen, habe aber leider nichts gefunden, daher meine Frage. Weil du mit sehr vielen Beispielen und sehr stichhaltig argumentierst, dachte ich, dass es dazu eventuell so etwas wie eine Referenz gibt. Oder stammt sie von dir? (nicht, dass das eine Rolle spielen würde, aber eventuell gäbe es etwas mehr Möglichkeiten mich einzulesen, um die Gründe dieser Einschränkungen nachvollziehen zu können.

    Zitat Zitat
    Du bist mir allerdings noch immer ein paar Beispiele für komplett eigene Lesungen von Kunstwerken schuldig, die ich nicht als bloße Missverständnis abtun kann. Z.B. so etwas wie jemand, der den Werthers benutzt hat, um zum Sex Machine Playboy zu werden oder für eine Kolonialisation des Planeten Mars zu argumentieren.
    Ehrm... hm... ... häh?! nton:

    Zitat Zitat
    So wie ich bei Malerei für die Definition nicht bei der Farbe und beim Schreiben nicht bei den Buchstaben anfangen will, ignoriere ich auch hier den rein "handwerklichen" Aspekt des Programmierens mal gefliesst.
    Meinem Verständnis nach, wäre das Equivalent zur Farbe und den Buchstaben, der Programmcode. Das "Programmieren", also aus der Sprache, ein Spiel, eine Engine, was auch immer zu erschaffen, sollte doch dann eigentlich als Kunst gelten?!

    Zitat Zitat
    Die Spiele sind Leistungsschauen für die Mächtigkeit der Programmcodes und hat darüber hinaus keine für mich erkennbare Aussage.
    Ich finde nicht, dass Kunst unbedingt etwas aussagen muss. Sie kann auch einfach nur unterhalten (so wie ein Final Fantasy, Pong oder die herrliche Klopstock Szene aus Werthers *rofl*)

    Zitat Zitat
    Man versucht, ein Spielfilm mit Handlungsmöglichkeiten zu sein, ist am Ende aber weder Spiel noch Film.
    Exakt. Es ist ein Interaktiver-Spiel-Film, womit man etwas neues erschaffen hätte, was dann doch wiederum ebenfalls Kunst wäre?! Wieso kann ausserdem das Miteinander-Verbinden, einzener Künste nicht einfach für sich gesehen als Kunstform gelten?

    Zitat Zitat
    [...]aber du gibst dich wohl bewusst sehr beschränkt.
    Du musst nicht gleich persönlich werden... Hab doch gesagt, dass ich etwas langsam bin

    Geändert von Squall2k (04.05.2008 um 02:14 Uhr)

  4. #4
    Zitat Zitat von Squall2k Beitrag anzeigen
    Also ist die Diskussion von keiner Seite zu lösen?! Ich habe mich mal bemüht, deine Kunstdefintion im Internet zu suchen, habe aber leider nichts gefunden, daher meine Frage. Weil du mit sehr vielen Beispielen und sehr stichhaltig argumentierst, dachte ich, dass es dazu eventuell so etwas wie eine Referenz gibt. Oder stammt sie von dir? (nicht, dass das eine Rolle spielen würde, aber eventuell gäbe es etwas mehr Möglichkeiten mich einzulesen, um die Gründe dieser Einschränkungen nachvollziehen zu können.
    Die Diskussion ist durchaus zu lösen, aber nicht endgültig und nur als Verhandlungsschluss. Damit müssen wir leben.
    Was ich hier mache, ist in gewissem Sinne eine Kunst. Du wirst mich also entschuldigen müssen, wenn ich als Künstler nur beschränkt mein eigener Kritiker sein kann.

    Zitat Zitat
    Ehrm... hm... ... häh?! nton:
    Lass den Teil unter den Tisch fallen. Es war Arkus, der behauptet hat, dass jeder die Kunst anders empfinden würde, nicht du.

    Zitat Zitat
    Meinem Verständnis nach, wäre das Equivalent zur Farbe und den Buchstaben, der Programmcode. Das "Programmieren", also aus der Sprache, ein Spiel, eine Engine, was auch immer zu erschaffen, sollte doch dann eigentlich als Kunst gelten?!
    Nein. Man kann mit der Sprache genauso Banalitäten wie Hochkultur zum Ausdruck bringen. Der Akt des Sprechens selbst ist noch keine Kunst. Ich habe extra deswegen das Beispiel mit SotC genannt, wo die Programmstruktur zum Erlebnis des Spielers beiträgt. Die Linearität der Level erhält darin eine über die Ordnung hinaus gehende Funktion.
    Und ich wiederhole es hier noch einmal: Ich spreche über den Kunststatus von Videospielen, nicht über den Spielspaß. Blos weil ein Spiel in meinen Augen keine Kunst darstellt, bereitet es mir nicht weniger Freude.

    Zitat Zitat
    Ich finde nicht, dass Kunst unbedingt etwas aussagen muss. Sie kann auch einfach nur unterhalten (so wie ein Final Fantasy, Pong oder die herrliche Klopstock Szene aus Werthers *rofl*)
    Wenn du mit "Klopstock" die Szene auf dem Ball meinst, die ist der entscheidende Angelpunkt für die restliche Erzählung. ^^ Die ist nicht der Unterhaltung wegen dort gelandet, wie das komödiale Zwischenspiel im Noh.

    Zitat Zitat
    Exakt. Es ist ein Interaktiver-Spiel-Film, womit man etwas neues erschaffen hätte, was dann doch wiederum ebenfalls Kunst wäre?! Wieso kann ausserdem das Miteinander-Verbinden, einzener Künste nicht einfach für sich gesehen als Kunstform gelten?
    Weil es eine Handlung von ähnlicher Barbarität wie mit dem Bleistift über ein Ölbild zu kritzeln ist. Die ganzen "Interaktiven Spiel-Filme" waren bis auf wenige Ausnahmen komplette Reinfälle, da keine Synthese der beiden Formen entstand, Film und Spiel standen stets fast Verbindungslos für sich nebeneinander. Wie die gelungene Synthese von Künsten arbeitet habe ich am Beispiel der Kalligraphie zu erklären versucht. Ich bin der Meinung, dass diese darin beschriebene Synthese im Schnitt eben nicht geschieht und dementsprechend kein Werk sondern ein Poutporri - ein bunter Strauß Blumen mit einem Bändchen drum herum - entsteht. Die Blumen sind immer noch schön anzusehen, aber Kunst ist der Strauß deswegen keine.

    Zitat Zitat
    Du musst nicht gleich persönlich werden... Hab doch gesagt, dass ich etwas langsam bin
    Ich bin auch nicht der schnellste, im Wort könnte ich diesen Streit überhaupt nicht führen.

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •