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Thema: [RPG] Los Muertos ...und nehme mit: RPG #1! (In der obskuren Hoffnung, es wird mehr.)

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    @SEN Der Priester ist nicht bei uns. Schau dir doch nochmal die Gruppenzusammenstellung im ersten Post an und schreib das etwas um...

    Die Wiese um ihn erinnerte ihn langsam an das Teletubbie-Land. Fehlte nur noch, dass noch mehr dieser verrückten Wesen auftauchten und er auf einen Hasen trat. Die Schäfchenwolken über ihm deprimierten ihn zunehmen. Auf die in den Raum geworfene Frage erwiederte er nur lakonisch: "Was interessieren dich die Zwillingsberge? Du hast doch gehört, dass wir uns noch weiter plagen müssen, dass es sich dabei nur um eine Station auf unserem beschwerlichen Weg handelt." Gewöhnte er sich jetzt tatsächlich auch eine so theatralische Redeweise an? Das sollte er sich schnell wieder abgewöhnen, auch wenn es einem Clown vielleicht gut zu Gesicht stand. Erst jetzt bemerkte er, dass er immer noch dieser verdammte Kostüm trug, an dem sogar ein paar Kuchenreste und Blut klebten. Schlimmer konnte es nicht werden.

    Er sollte also in vier Jahren eine Odysee hinter sich bringen mit einem verrückten alten, einem Kind mit seiner Töhle und einer theatralischen Diva. Aber wenn er genauer darüber nachdachte passte er ganz gut in diesen bunten Haufen. "Na ja in welche Richtung müssen wir nochmal?" Er erhob sich und blickte sich fragend um. Langsam begann ihm dieses Spiel Spaß zu machen, er fühlte sich wieder etwas wie ein Kind, dass ein neues Viedeospiel bekommen hatte. "Auf nach Level Neun...", flüsterte er grinsend, wenn er grinsen hätte können.

    Geändert von kate@net (18.06.2007 um 19:24 Uhr)

  2. #2
    Es wurde ja immer besser. Erst diese seltsam-fragwuerdige Bande hier und dann ein... ja was war das ueberhaupt??! Auf jeden Fall hatte er... es - einen sehr komischen Namen bei dem sich Lynn ersteinmal Mühe geben musste ihn richtig auszusprechen...

    Und wovon zur Hölle redete der Kerl eigentlich??! "Die Zwillingsberge. Xolótl." Sie kam sich vor wie in einem schlechten Abklatsch von Tolkien's "Der Herr der Ringe"... Zwillingsberge, Zwillingstürme... war dieses.. Xolótl sowas wie Gollum? Sie sollte mit ihren stummen Selbstgesprächen aufhören schoss es ihr durch den Kopf.

    "Warum zum Geier sollten wir dir glauben?" Sie hoffte das komische Wesen damit nicht wütend zu machen aber dennoch war sie der Meinung dass ihre Skepsis durchaus angebracht war.

    Um endlich einmal zu erfahren mit wem sie es denn eigentlich zu tun hatte fragte Lynn schließlich "Wer seid ihr denn eigentlich alle ueberhaupt? Ich meine... wenn wir die nächsten vier Jahre zusammen verbringen sollen... wäre es vielleicht nicht schlecht zu wissen mit wem man es zu tun hat..."

    In diesem Moment flüsterte der Clown in einem scheinbar recht belustigten Ton "Auf nach Level Neun.." Bei dieser Wortwahl entfuhr Lynn unweigerlich ein Kichern, obwohl sie im Nachhinein wohl nicht sagen könnte wieso.....

  3. #3
    Zitat Zitat von kate@net Beitrag anzeigen
    @SEN Der Priester ist nicht bei uns. Schau dir doch nochmal die Gruppenzusammenstellung im ersten Post an und schreib das etwas um...
    Ist verwirrt durch durch soviel getexte , soviel geschwaffel , soviel bla und blubb und Töterö -.-"

  4. #4
    Arnold sah den Padre und die beiden Kinder nacheinander an.
    "Also wenn ihr beide nichts erzählen wollt, ist das eure Sache, aber hier die ganze Zeit nur rum zu sitzen ist glaub ich auch nicht das beste. Vor allem hab ich Hunger, ich konnte nicht mal mehr mein Frühstück aufessen. Also wäre ich dafür, dass wir uns aufmachen zu diesen Zwillingsbergen, wovon dieser Skelettengel geredet hat. Was ich nur komisch finde ist, dass ich scheinbar der einzige bin, der diesen Hunde-Menschen-Gott geseheh hat. Aber vielleicht hat er ja noch was anderes zu tun..."
    Wieder schwafelt Arnold von irgendetwas, was eigentlich niemand interessierte. "Eigentlich ist das alles doch sehr sehr witzig. Was für ein Zufall, dass Vtipky, also mein Nachname aus Tschechien stammt und übersetzt 'witzig' heißt. Witzig oder?" Arnold sah mit einem freudigen Knochengesicht zu den anderen. "Oh, entschuldigung!"

    Geändert von Pursy (18.06.2007 um 14:36 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat
    Ist verwirrt durch durch soviel getexte , soviel geschwaffel , soviel bla und blubb und Töterö -.-"
    Lesen ist aber eigentlich der Sinn von sonnem Rollenspiel .
    Wäre übrigens für den Anfang vielleicht gar nicht schlecht, wenn man die verschiedenen Gruppen irgendwie in der Schriftart oder in der Farbe von den anderen unterscheiden könnte, oder? Wäre etwas übersichtlicher; auch, wenn man alles liest... Aber hin und wieder sinds schon manchmal verwirrende Umschwünge ;_;.

    Geändert, danke für den Hinweis, cipo *reuig guck*

    Belmondo und das Skelett, welches bisher noch kein Wort von sich gegeben hatte, aber leicht nach Holzkohle roch, schauten nur kurz verwundert, schenkten der Sache dann aber wieder weniger Beachtung; die beiden Kinder hatten das Geschehen gar nicht wirklich bemerkt, schwadronierte das Beliebtere von beiden doch noch immer über sein Leben und sprang das zweite wild durch das Gras. "...und jetzt wird es spannend! Ich springe also vor diesen Transporter und ziehe sie geschickt weg. Wir sind beide gerettet - bis auf einige Verletzungen, aber soetwas steckt man weg...", berichtete Zack noch immer mit einem euphorischen Unterton, als brauchte es Beschönigungen, um sein Heldentum zu verstärken. Doch an dieser Stelle unterbrach ihn Belmondos skeptische Stimme: "Du 'ast Schennifär also gerettet?" Empört kam die Antwort: "Aber ja doch!" Auch die kleine Angelita, die zuvor noch aus Gras und einigen gänseblümchenartigen Büscheln einen Kranz zu flechten versucht hatte, war inzwischen hellhörig geworden. "Glaub' ich nich'! Du warst da noch ganz dick!", meinte sie auf Zack zutapsend. "Da 'at sie recht, la petite.", kicherte der Franzose verhohlen. Jene stubste dem Angelito an die breiten Knochen, die noch an die vorherige Form erinnerten. Der - offenbar vom Selbstvertrauen eines waschechten Toten gepackt - fuhr danach unbeirrt fort und brummelnd wendete seine Skeptikerin sich wieder der Pflanzenwelt zu.

    Geändert von Mordechaj (19.06.2007 um 14:57 Uhr)

  6. #6

    Leon der Pofi Gast
    das mit der farbe wäre eine tolle idee. bringt mehr übersicht

    Arnold hatte noch immer ein Grinsen auf dem Gesicht. Wenn man den Totenkopf nun so nennen mochte. "Dann auf zu diesen Bergen". Das Wetter war ruhig und der Tag schien nicht wirklich zu verstreichen. Die kleine Gruppe schlenderte nebeneinander her, als Pater Christofero langsam stehenblieb und zu seinen Füßen sah.
    In seinen Knöcheln schien bereits mehr Unkraut zu stecken, als im Umreis von 100 Kilometer. Er setzte sich und pulte das klebrige Kraut heraus.
    Cody sah ihm länger zu. "Für Maniküre haben wir auch später noch Zeit. Wir sollten uns mal beeilen".

    Arnold lächelte. "'Wir haben doch genug Zeit. An Altersschwäche solls nicht liegen. Was ich dich vorhin schon Fragen wollte, was ist das für eine Gitarre? Ne Stradivari wäre besser gewesen. Könnten wir vertschechern". Cody schmunzelte. Zumindest hätte er es getan, Gesichtszüge waren jetzt nur noch schwer auszumachen. "Ich dachte du bist Tscheche, hast du dich jetzt nicht selber beleidigt? Ausserdem glaub ich nicht, dass uns Geld an diesem Ort was nützt".

    Christofero stand wieder auf und seine Füße schienen direkt zu strahlen. "In unserem Klingelbäutel wäre auch genug Kohle gewesen". Die Plauderei hielt noch eine Weile an, bis sie sich beschlossen weiter zu gehen. Die Berge kamen schon etwas näher, waren jedoch noch weit entfernt. Karin hatte Codys Hand umklammert und sah zu ihm hoch. "Warum hast du das eigentlich getan? Deine Zeit war noch nicht gekommen". Cody wandte den Kopf zur Seite und streichelte Katrin behutsam über den Hinterkopf. "Wenn die Zeit gekommen ist, entscheide ich selbst. Ich war mein halbes Leben mit dir alleine....". Er hustete leise. "Lass uns spähter reden".

    Der Pater rüttelte an seiner Robe, die lose an ihm zu hängen schien. "Jahrelang hab ich diesen Bauch in Form gebracht und nun?".
    Karin steckte ihre kleine Hand in den Brustkorb und lies ihre Knochen klingeln, indem sie dagegenschnippste. "Ich habe auch Hunger".
    Arnold schüttelte nur seinen Kopf. "Gott verdammt, seit ihr dumm. Ihr KÖNNT keinen Hunger haben". Er blickte schnell zum Padre.
    "Nichts für ungut". Kurze Pause. "Was meinen sie, mittelloser Student?". Arnold lachte. "Die Returkutsche für das "Gott verdammt?"

    Geändert von Leon der Pofi (18.06.2007 um 17:17 Uhr)

  7. #7
    Puah, die Gruppeneinteilung leuchtet mir erst sehr langsam so richtig ein...

    Christofero hatte in seinem Dorf genügend Zeit gehabt sich an eine unüberschaubare Vielzahl an Flüchen zu gewöhnen. So lange sie nur von untoten Skeletten und nicht von irgendwelchen noch gottloseren Kreaturen kamen, konnte ihm das relativ egal sein.

    "Nun denn, dafür dass ich nun eigentlich keinen Hunger mehr haben soll, verspüre ich aber noch immer einen immensen Appetit!"
    Er blickte sich kurz um und schnell fiel sein Blick auf einen Baum, nicht weit von ihnen entfernt, wie ihn Christofero auch im Kirchhof gepflanzt hatte. Die saftigen und leuchtenden Äpfel, die daran hingen, liesen ihm das Wasser im Unterkiefer zusammenlaufen... Nun ja, oder auch nicht, mangels entsprechender Drüßen. "Der Herr führt uns wie ein guter Hirte durch das finstere Tal und schenkt uns all das, was wir brauchen!"
    Ohne zu zögern setzte Christofero Kurs auf den Apfelbaum. "Moment, halt mal!" rief ihm Arnold hinterher "Ich hab so was schon oft in Filmen gesehen. Vielleicht ist der Baum ja eine Falle oder wieder so eine göttliche Erscheinung..."
    Der Padre lachte munter "Im schlimmsten Fall ist es der verschollene Baum des Lebens. Und das kann uns im Moment wirklich herrlich egal sein!"

  8. #8
    Zitat Zitat von Trial Beitrag anzeigen
    Puah, die Gruppeneinteilung leuchtet mir erst sehr langsam so richtig ein...
    Mir noch immer nicht *Cipo und seine konfusen Ideen verflucht und auf den Boden spuckt* Krutzifix noch eins

    Der Alte schaute sich um , soll diese Band von Verrückten Geister , Untode die ihm diesen Traum , in den er geraten schon doch redn was sie wollten. Er würde nicht hier rum stehen und warten bis er wieder erwachen würde, wenn er das überhaupt jemals wieder tat.

    Ein Herzinfakt musste er gehabt haben , ja bestimmt und nun lag er im Krankenhaus und seine liebe Frau würde ihm die Hand halten bis er die Augen öffnen würde , so musste es sein.
    " Auf gehts Kameraden ...," mit diesen Worten setze er sich auf den Stock gebeugt in Bewegung , in welche Richtung auch immer, hier schien es egal wo es einen hinverschlagen würde.

    Wie von Geisterhand geführt bewegten sich die Zwerge wie auf einem Laufband stehend durch die Wiese hinter dem alten Mann her, emotionslos und mit leeren Blick , so wie je her.

    Geändert von Wohan (18.06.2007 um 17:45 Uhr)

  9. #9
    Xolótl atmete tief aus. Der Tag war zu kurz, um jedem Möchtegernshakespeare seine Allüren zu erlauben.
    "Du willst wissen, wie es in der zweiten Ebene aussieht?", fragte er D'Allessandro, "Dann solltest du erst einmal die erste hinter dich bringen, mein Freund. Und denke daran. Jedes Wort zehrt an deiner Zeit. Und im Gegensatz zu deinem Vorrat an Worten ist diese hier begrenzt."
    Mit einer angedeuteten Verbeugung verschwand die Hundegestalt, bevor noch jemand ein Wort erheben konnte. Der Alte und seine Gartenzwerge machten es vor, und nach einigem Zweifeln folgten auch die anderen dem Weg zu den Zwillingsbergen.


    "Im schlimmsten Fall ist es der verschollene Baum des Lebens. Und das kann uns im Moment wirklich herrlich egal sein! Zumal dort hinten..."
    Der Priester stoppte und blinzelte (beziehungsweise er versuchte es). Nicht weit entfernt erkannte er einen kompletten Wald. Der Apfelbaum war nur ein Ausläufer gewesen. Einen kurzen Moment überlegte er, warum beim Herrgott er diese Naturerscheinung erst jetzt bemerkte, aber solche Gedanken halten nie lange im menschlichen Hirn.
    Am Waldesrand erkannte die Gruppe eine kleine Hütte aus Holz und ... Mauerresten. "Freiheit" war auf einem Steinstück vermerkt, und der Padre konnte sich des Eindrucks nicht erwehren, einige getrocknete Blutspuren auf dem Baumaterial der seltsamen Behausung zu erkennen. In einem kleinen Gatter liefen einige Hühner herum, die soweit ganz normal aussahen, abgesehen von der Schädelmaske, die auf ihren kleinen Köpfen steckte.

    Geändert von La Cipolla (19.06.2007 um 09:32 Uhr)

  10. #10
    @ Sen: Guck doch mal in den Vorbereitungsthread, da ist ein wenig was zusammen gekommen, wenn du da nicht bereits schon was gelesen hast. Ansonsten frag doch einfach mal die anderen.


    "Na wenn das der verschollene Baum gewesen wäre, dann hätte ihn schon jemand gefunden!" Arnold deutete auf die kleine Hütte und ging auf sie zu.
    "Vielleicht kann uns dort jemand was zu essen geben. Ich meine wenn er auch Tscheche wäre würde er es tun, denn Tschechen sind berühmt für ihre Gastfreundschaft, aber eigentlich bin ich ja auch nur Halbtscheche, weil mein Vater aus Tschechien kommt, also hab ich nur die halbe tschechische Gastfreundschaft. Aber wenn ich dort säße wäre mir das egal, ich meine..."
    Cody blickte kurz genervt zu Arnold rüber. "Schon klar, wir wissen was du meinst!"
    "Entschuldigung, aber so bin ich nun mal. Außerdem bin ich es nicht gewöhnt von jemanden der in deinem Alter ist gedutzt zu werden. Aber das ist eine besondere Situation, da darfst du das ruhig tun. Und Padre, sie natürlich auch."
    Er klopfte ihm kurz auf die Schulter, was ihn ein bisschen von der Hütte ablenkte. "W..was? Oh, danke."

    Geändert von Pursy (19.06.2007 um 14:29 Uhr)

  11. #11

    Leon der Pofi Gast
    Katrin beobachtete die Hühner im Gatter. Sie sahen eigentlich wie ganz gewöhnliches Geflügel aus. Selbst mit ihren merkwürdigen Flügelmasken, waren sie richtig niedlich. Ein Huhn scherrte im ausgelegtem Heu herum, in der Hoffnung ein paar Körner zu finden, während ein anderes vergnügt gurrte. Karin bohrte ihren Finger durch das quadratische Gitter und stupste eines der Hühner an. Es war bräunlich mit weißen Tupfen. Langsam reagierte es auf ihren Finger und begann, mit dem Kopf herumzuwackeln.

    Das junge Mädchen rief den Anderen heiter zu. "Hey kommt mal rüber, dass müsst ihr euch ansehen. Die sind so niedlich". Pater Christofero hob seine Kutte, um nicht über die selbige zu stolpern. Der Bauch hatte damals doch Fläche weggemacht. In Gedanken, leckte er sich über seine Lippen. "Hmmm. Unverarbeitete Brathähnchen". Das getupfte Huhn war nun in Katrins Reichweite und ließ sich sogar streicheln.

    Arnold tippte mit dem Zeigefinger an sein Kinn. Klack. Klack. Klack.
    "Mich würde interessieren was.....". Ohne ein weiteres Wort ging er an Christofero und dem Mädchen vorbei, kniete sich nieder und packte das Geflügel. Das Mädchen fiel vor Schreck rückwerts auf den Boden. "Was machen sie da? Tun sie ihm bitte nicht weh!". Der Padre schmunzelte.
    "Gott wird den Lehrer leiten, um uns ein gelungenes Mahl zu servieren, auf das wir alle satt würden". Arnold schüttelte nur den Kopf. "Nichts da, ich bin doch kein Unmensch. Naja, eigentlich schon. Ihr wisst was ich meine oder? Ich wollte damit andeuten, dass weil wir ja gestorben sind, wir praktisch keine Menschen mehr sind, in dessen Paradox wir wiederum..."

    Alle gleichzeitig: "Wir haben VERSTANDEN!". Mit einem kräftigen Ruck, entfernte er den merkwürdigen Helm des Huhnes. Er taumelte zurück und wirkte selbst für ein Skelett, blasser den je.

    Geändert von Leon der Pofi (19.06.2007 um 19:17 Uhr)

  12. #12
    D’Alessandro fühlte sich ob der spitzfindigen Bemerkung Xolótls nicht sonderlich beleidigt. Er war es immer gewohnt, durch seinen Redestil als seltsam oder gar lächerlich betrachtet zu werden, doch das störte ihn nie. In seinen Adern floss das Blut eines verkannten Poeten – nur leider wurde er in der falschen Zeitepoche geboren, um wirklich Anerkennung finden zu können. Außerdem wusste er, dass er etwas Besseres war, als all die anderen Menschen - ein Freigeist; jemand den Goethe in seiner Jugendzeit als Vorbild betrachtet hätte … doch vielleicht …. vielleicht bildete er sich einfach nur ein kleinwenig zu viel auf sich ein.

    Nachdem das Geschöpf verschwunden war, nahm der Adelige einen letzten, langen Zug von seiner Zigarette und trat diese daraufhin auf der Wiese aus. Mit betrübtem Blick und langsamen Schrittes folgte er anschließend den vier anderen Skeletten zu den Zwillingsbergen - unwissend, was sie wohl erwarten würde.

  13. #13
    Belmondo und die Angelitos hatten die Absturzstelle erreicht. In den brennenden Trümmern einer kleinen Flugmaschine stand ein Mann mit langen, wenn auch versengten Gewändern und einem Turban, der schwarze Bart war offenbar gerade erst vor den Flammen gerettet worden.
    "Bei Allah!", meinte er mit einem Blick auf seinen Leib. Ein großes Loch klaffte an der Stelle, wo man eigentlich einen Großteil von Rippen und Wirbelsäule erwartet hätte.
    "Ich wusste, dass dieser Idiot von einem Abdul den Tank angezapft hat. Wenn ich ihn wiedersehe, das schwöre ich bei..."
    Ihm fiel auf, dass er nicht alleine war. Ein großgewachsener Mann mit Hut und Glasauge stand vor ihm, zu seinen Seiten jeweils ein Kind mit Engelsflügeln auf dem Rücken. Alle drei waren Skelette. Muhammed Parijan Rudainah-Saaza schluckte.
    "Ich werde ihn nicht wiedersehen, nehme ich an?"
    Die anderen nickten.
    "Ist dies das Paradies? Dann frage ich mich, wo zur Hölle sind meine Jungfrauen?"
    Belmondo zog eine Augenbraue in die Höhe und richtete einen knöchigen Finger auf den Schritt des Arabers. Muhammed realisierte, was der Fremde gemeint hatte, als er an seinem Körper, der sämtlichen Fleisches braubt war, hinab schaute.
    Er begann mit Schreien.


    Die Gartenzwerge des Alten mochten nicht die redseligste Gesellschaft sein, aber sie trugen dazu bei, das Grüppchen noch ein wenig seltsamer wirken zu lassen. Lynn, D'Alessandro, Jim und der alte Burgsberg waren schon fast einen Tag unterwegs, als sie einen kleinen Bach erreichten. Wäre die Sprache im Stande, ein Wort wie "Bächlein" zu bilden, ohne dass es völlig lächerlich klang, wäre es an dieser Stelle angebracht gewesen. Beim näheren Hinschauen erkannte man Fische, die durch das Gewässer schwammen, auf ihren kleinen Köpfen trugen sie allesamt Schädelmasken, was ein wenig seltsam anmutete. Am Ufer saß ein Mann und angelte, der Eimer, den er neben sich stehen hatte, war noch immer leer, was in Anbetracht der Tatsache, dass nichts an seiner Angelschnur hing, aber auch nicht weiter verwunderlich war.
    Als die Grupe näherkam, fiel etwas anderes auf.
    Der Fischer hatte Haut. Und wäre sie nicht knallblau gewesen, hätte man fast zu dem Schluss kommen können, er sei am Leben. Aber auf jeden Fall bot eine ungewöhnliche Erscheinung, mit einem Strohhut, in dem unzählige Angelhaken steckten und seiner Fischerweste über dem Fleisch. Neben ihm saß ein kleines Kind und starrte in den Teich, zur Beruhigung der Neuankömmlinge allerdings war es vollständig skelettiert und trug kleine Engelsflügel auf dem Rücken. Sobald der Junge die Fremden gesehen hatte, begann er mit fröhlichem Winken. Eine Reaktion des Anglers dagegen blieb völlig aus.


    "Was macht ihr mit meinen Hühnern?"
    Ein alter Mann war aus dem Eingang der Tür gekommen und starrte misstrauisch zu den Neuankömmlingen.
    "Seid ihr neu hier?"
    Der Pater nickte.
    "Durchaus, mein Sohn. Und wir haben etwa seit unserem Tod nichts mehr gegessen. Denkst du, du könntest einige von Gottes Geschenken entbehren, um seine Kinder mit Sättigung zu erfüllen?"
    "Ihr wollt meine Hühner Fressen?", fragte er verdutzt. Der Priester hüstelte sich.
    "So hätte ich es nun nicht ausgedrückt."
    Sein Gegenüber schüttelte energisch den Kopf.
    "Kommt rein. Ich hab den ganzen Kühlschrank voll, ihr müsst nicht wie die Barbaren irgendwelche Tiere reißen."
    Die Seelen folgtem dem Skelett in seine Behausung. Die Wände waren mit Bildern und Fotos beklebt, viele davon zeigten die Berliner Mauer, ein paar Zeitungsausschnitte waren ebenfalls zu finden.
    Der Padre überlegte kurz, seit wann er im Stande war, deutsch zu lesen, verwarf diesen Gedanken dann aber schnell wieder. Es spielte keine Rolle.
    Der Alte kam mit den Armen voll Essen ins Wohnzimmer und deckte den Tisch.
    "Setzt euch. Ich kann euch glaube ich ein wenig mehr über diesen Ort erzählen."
    So verfielen seine Zähne in einen Redeschwall, und eine halbe Stunde später wusste die kleine Gruppe, dass der Mann vor einigen Jahren beim Fall der Mauer zertrampelt worden war und seit dem hier lebte, diese ominöse Reise, die er antreten sollte, schien ihn nicht weiter zu interessieren. Jenen Wald, vor dem sie sich befanden, nannte man den steinernen Wald, angeblich sei es dort drin sehr gefährlich, meinte er, aber wenn man drum herum laufen würde, könnte es gut und gerne einen zu sätzlichen Monat Zeit in Anspruch nehmen.
    "Ihr seid nicht zufällig in Deutschland gestorben und habt mir etwas für meine kleine Sammlung Freiheit mitgebracht?", fragte er nach seinen Ausführungen noch.
    Es war überraschend, wie sättigend das Essen auf einen Skelettkörper wirkte.

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