Ich ignoriere jetzt mal vollkommen alle Streiterei in diesem Thread (die ich nach dem dritten Beitrag eh aufgehört habe zu lesen weil mir dieser Zeterzirkus auf die Eier geht) und werde Dir eine Kritik zu Deiner Geschichte geben. Du verzeihst mir sicherlich, wenn ich keine Typos suchen mochte, aber da Deine individuelle Grammatik das ein wenig schwer macht, beschränke ich mich mal auf eine inhaltliche Kritik.

So wie ich Deine Geschichte verstanden habe, sprichst Du vom Verfall der Sprache. Dein Protagonist lebt in einer utopischen Welt unter eine Weltregierung, die offensichtlich ziemlich stark an Orwells 1984 erinnert. Der Begriff Thoughtcrime stammt auch daher, habe ich Recht? Du baust eine weltregierungsgeleitete Gesellschaft auf, die sich aufgrund des Verfalls der Sprache dazu entschlossen hat, sie abzuschaffen. Die Zentralfigur in Deinem Universum war für mich eindeutig Roland Heinlein (Anspielung auf Robert Heinlein?), denn der schien ein Linguist zu sein, der sich zu seiner Zeit, mit dem Sprachverfall befaßt hat. Oder mit anderen Worten, der durch den Zusammenfluß der verschiedenen Sprachen einen Kulturverfall gesehen hat. Ironischerweise hast Du ihn selber so schreiben lassen, also war er auch ein Opfer dessen, was er kritisiert hat. Genialer Punkt, der geht an Dich.
Daraus hat sich dann die Weltregierung gedacht, daß sie durch Abschaffen des gesprochenen Wortes etwas dagegen tun könnten, denn gedacht wird in Bildern -- daher auch die Differenzierung zwischen dem "thought name", dem "spoken name" und dem "written name". Was aber nicht bedacht wurde, durch Abschaffung der Sprache wurde ihre Entwicklung vernichtet und sie blieb völlig dort stehen, wo sie abgeschafft wurde und entwickelte sich nicht mehr weiter. Eine tote Sprache (wie Latein) entwickelt sich nicht und somit hat sich das verfallene Gut entgültig in geschriebener Form festgesetzt.
Die Idee des Thoughtcrimes als vergiftende Gedanken im Netzwerk war auch ziemlich klasse, wenn auch partiell von Orwell entliehen. Vor allem der zweifelnde Protagonist, der am Ende, ohne es zu wissen, ein Gedankenverbrechen begeht, hat mir gefallen. Und die Cryostasis als eine Art mentales Jenseits zu betrachten, hat was für sich.

Wenn ich richtig interpretiert habe, dann finde ich den Gedanken hinter der Geschichte ziemlich beeindruckend. Und selbst in professionellen Geschichtsschreiberforen würdest Du damit in der experimentellen Rubrik garantiert punkten können. Hat mir ziemlich gut gefallen, ehrlich, wenn auch teilweise sauschwer zu lesen.

Und an alle, die den Schreibstil kritisieren: was man von Denglisch halten mag oder nicht (auch ich halte nicht viel davon), aber in der Handlung der Geschichte ist es nur schlüssig. Der Protagonist schreibt von einer toten Sprache, die aus einem absoluten Extremverfall hervorgegangen ist (dessen Anfäge man heute schon sehen kann, wenn man einige Leute hier schreiben sieht) und darum kann er gar nicht anders schreiben. Diese Geschichte in normalem Deutsch zu verfassen, wäre ein handlungstechnisches Paradoxon gewesen (zumindest aus der Ich-Perspektive), zumal dadurch der kritische Aspekt dahinter gar nicht zum Tragen gekommen wäre -- zumindest nicht in so einem Ausmaß.
Darum ist der Schreibstil, so seltsam und schwierig er ist, aus erzählerischer Hinsicht genial und schlüssig. Das sollten sich einige vielleicht mal klarmachen.