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Ritter
Wie es der Zufall so will, habe ich grade meine Kolumne für unsere Schülerzeitung über Intenetsucht fertig geschrieben und dachte mir (oder besser gesagt andre dachten sich für mich^^) ich poste sie mal hier rein. Und ja, ich gebe es zu, ich bin auch süchtig!
Gefangen im Netz Teil 3
In unserer heutigen Medien- und Spaßgesellschaft und das auch noch zusammen mit unserer Ich-AG-Haltung ist es ja kein Wunder dass wir Jugendlichen immer mehr verkümmern. Nein, natürlich sind wir nicht nur politisch völlig desinteressiert, faul und unkreativ, sondern auch noch total unfähig zu sozialen Kontakten. Ja, man schreibt keine kontaktfreudigen Briefe mehr, man hat ja einen Rechner. Und wenn man einen Internetanschluss hat, dann ist man auch gleich internetsüchtig und gewalttätig, wegen der Werte, die uns dort vermittelt werden. Auf genau einen Punkt unserer Unvollkommenheit möchte ich einmal genauer zu sprechen kommen, die allen wohlbekannte Internetsucht.
Wir alle wissen ja, dass man nach so ziemlich allem süchtig sein kann, was es gibt; Exzessive Gespräche mit seinen Zimmerpflanzen, krankhaftes Eierwärmerstricken, Rahmspinat mit Sauerkraut, Plastikflaschen und so weiter und sofort. Mal mit Ausnahmen der Dinge, nach denen man unter keinen Umständen süchtig sein kann, ohne gleichzeitig masochistische Züge zu besitzen, wie nach Schülerzeitungssitzungen, schlechtem Humor und verschimmelten Obst.
Manche von euch kennen das vielleicht so schnell, wie oft der Fernseher angeschaltet wird, damit man vor dem stupiden Nachmittagsprogramm abchillen und allen Stress vergessen kann, so geht einer der ersten Griffe auch oft an den Einschaltknopf für den PC.
Wo trifft man so viele Leute von überall her, schön in Sparten seiner Interessen eingegliedert, wo kann man wildfremden Leuten an seinen persönlichen Gefühle teilhaben lassen, ohne nie mit deren Reaktionen konfrontiert werden, oder sich Sorgen um seinen Eindruck machen zu müssen, wo kann man spannende Games zocken, wo findet man die Informationen die man grade so dringend brauch und wo findet man die vielen, vielen unnötigen Informationen, die einen überfluten, auf uns einwirken und uns verwirren?
Genau, in dem uns allen wohlbekannten Internet! Und so sitzen die Süchtigen dann vor ihren Monitoren und kommen nicht mehr davon los. Dunkle Augenringe hinter den Brillengläsern, vom nächtelangen durchmachen, kommen besonders auf der blassen Haut- man geht ja nicht mehr vor die Tür, wenn es nicht unbedingt sein muss- gut zur Geltung. Jegliches Zeitgefühl verloren klicken die nervösen Hände auf der Maus, oder man hört ein leises Klacken der Tastatur, welche sich, zusammen mit dem ICQ-Geräuschen, mit der runtergeladenen Musik vermischen. Die Augen hängen am Bildschirm, immer bereit jedes noch so vermeintlich nebensächliche Blinken zu bemerken und automatisch mit traumwandlerischer Sicherheit zu reagieren.
Neben dem Computer stehen noch die Reste einer großen Pizza in einer Pappschachtel oder die Verpackungen einer Fast-Food-Kette. Meist pinnen die Bestelllisten mehrerer Lieferservice in Sichtweite, sodass man nicht noch unnötig Zeit mit Suchen oder gar Selbst-Kochen verschwenden muss.
Seltsame Namen tragen sie. Ihre ehemaligen Identitäten haben sie abgelegt und sich im Netz selbst neu erfunden. So leben sie ein neues Leben fernab von der Realität...ob sie wohl jemals wiederkommen?
Woran könnt ihr jetzt erkennen, ob ihr auch ein von „ihnen“ seid? Also erst mal lest ihr grade das ist schon mal ein gutes Zeichen, weil ihr euren Blick vom Monitor entfernt habt (außer ihr haltet die Apokalibse davor, aber dann seid ihr nicht nur internetsüchtig sondern auch sehr seltsam).
Die ersten Anzeichen sind die typischen Suchtverhalten, wenn ihr mal nicht on seid, wie Unruhe und Nervosität und der Realitätsverlust, oder besser gesagt das Verharmlosen und Ignorieren der Abhängigkeit.
Man gesteht es sich selbst nicht ein, dabei gibt es nach Angaben der hessischen Landesstelle gegen die Suchtgefahren in Frankfurt am Main in Deutschland etwa eine Million Süchtige. Das sind drei Prozent der gesamten Internetnutzer Deutschlands. Das ist auch der Grund dafür, warum die Nachfrage an Therapien gegen die Sucht rapide steigt. In diesen werden auch die Ursachen für die Sucht bekämpft, wie Identitätsprobleme, Depressionen oder Manien, die oft die eigentlichen Probleme sind, die nur durch die Sucht zum Ausdruck kommen. Also nehmts nicht zu sehr auf die leichte Schulter, wenn ihr selbst merkt, dass der Konsum immer mehr zunimmt und ihr es nicht mehr schafft euch zu lösen, und sucht euch Hilfe.
See you later in the Real-Life.
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