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Thema: Katharsis

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Also ich fand's sehr gut. Die Mischung aus einer furchteinflößenden Geschichte, die mit etwas Witz gepaart ist (weswegen ich den von Hänsel angesprochenen Satz mit der Kehle auch als einen der besten erachte) kommt gut an, zu kurz ist das Ganze vielleicht. Auch würde ich noch an der Pointe arbeiten, ich stelle mir eher vor, dass der Junge schon lange so etwas wie der alte Dedaan ist, wovon der Alki bloß noch nichts weiß. Ein unglücklicher Zufall also, aber das wäre dann eher meine Version des Endes, also lass es am besten so. ;)

    Ansonsten kann ich nicht wirklich irgendwelche stilistischen Fehler oder gar zu extreme Neufindungen entdecken. Von meiner Seite gibt's auch für den Stil 'nen Pluspunkt.

    ... und seit wann bittesehr müssen Titel oberflächig was mit dem Inhalt zu tun haben?

  2. #2
    Danke für die Reaktion.

    An Hänsel:
    Ja, stimmt, an einigen Stellen war die Sprache vielleicht etwas gestelzt, da magst du Recht haben.
    Blöderweise war jetzt die Nummer mit der alkoholverkrusteten Kehle aber eigentlich gezielt gesetzt. Die Formulierung sticht ziemlich hervor, und sie stellt eben nochmal heraus, dass die Worte des alten erst durch jenen Filter müssen - die Alkoholkruste in seinem Hals.
    Dass man über die Formulierung stolpert ist eigentlich gar nicht SO ungewollt - schade nur, dass sie bloß negativ aufstößt.

    Hehe, und ja, die Sache mit der Katharsis ist natürlich ein bisschen ironisch; denn die Läuterung, die der Jüngling letztlich erfährt, ist natürlich von einer anderen Natur als die, die der übliche Literat erzielen möchte - sofern man von einer Läuterung sprechen will.
    Wahrscheinlich hast du Recht, die "Sage" war in der Tat ein bisschen lieblos, aber da sie, wenn sie auch einen recht großen Teil der Geschichte einnimmt, eher funktionellen Charakter besitzt, halte ich das nicht für so großartig. Letztlich ist sie ja bloß eine Kneipengeschichte, von der der Alte nicht mal genau weiß, was sie zu bedeuten hat, und der Leser erfährt auch nur oberflächlich, worum es überhaupt geht - zumal sie alles andere als spektakulär endet.

    An Welt:
    Ja, natürlich ist die Sache weder abgeschlossen noch inhaltsschwer. Aber muss denn unbedingt erzählt werden, was der Junge eigentlich vorhat?
    Eigentlich ist es gerade die Pointe, auf die die Geschichte aufgebaut ist; die Geschichte endet eben - trotz der Fahrt, die sie gegen Ende endlich erhält - ernüchternd unspektakulär...

    Ah, aber ich halte mein Maul... ich will ja eigentlich gar nicht über meinen eigenen Kram diskutieren. Ich sollte besser zuhören.
    Verzeiht!

    Geändert von Topp (10.08.2007 um 03:42 Uhr)

  3. #3
    Zitat Zitat von Topp Beitrag anzeigen
    An Welt:
    Ja, natürlich ist die Sache weder abgeschlossen noch inhaltsschwer. Aber muss denn unbedingt erzählt werden, was der Junge eigentlich vorhat?
    Eigentlich ist es gerade die Pointe, auf die die Geschichte aufgebaut ist; die Geschichte endet eben - trotz der Fahrt, die sie gegen Ende endlich erhält - ernüchternd unspektakulär...
    nein, das muss natürlich nich erzählt werdne! ich persönlich kam mir nur etwas verlassen vor aber wenn es so geplant war wie du sagst udn das unspektakuläre ende absicht is, dann ist dir die geschichte gelungen denn genau das war auch mein eindruck. nur hätte ichs besser gefunden wenn ein wenig mehr krachbumm am ende gewesen wäre, irgendwas was den leser dazu bringt sich auch in ein paar tagen noch an die geschichte zu erinnern und zu sagen "ich hab das was gelesen, wo ..."

  4. #4
    Zitat Zitat von welt
    nein, das muss natürlich nich erzählt werdne! ich persönlich kam mir nur etwas verlassen vor aber wenn es so geplant war wie du sagst udn das unspektakuläre ende absicht is, dann ist dir die geschichte gelungen denn genau das war auch mein eindruck. nur hätte ichs besser gefunden wenn ein wenig mehr krachbumm am ende gewesen wäre, irgendwas was den leser dazu bringt sich auch in ein paar tagen noch an die geschichte zu erinnern und zu sagen "ich hab das was gelesen, wo ..."
    Haha, ja, magst Recht haben. Möglicherweise ist mein Geschmack ein wenig eigen geworden, weil ich - siehe auch meine Signatur - in den letzten beiden Jahren beinahe ausschließlich Terry Pratchett gelesen habe, und auch wenn seine neueren Werke ein bisschen epischer (ich weiß, bei Romanen SEHR witzig - aber du weißt sicher, was ich meine) ausfallen, sind diese ernüchternden Konfliktlösungen bei ihm ziemlich typisch. Naja, seitdem bin ich ziemlicher Fan, wenn allzu viel Fahrt einfacher gebremst wird, als man erwartet; das ist meiner Meinung nach auch eine Form von "Krachbummpointen" (wundervolles Wort):
    Wenn eine Krachbummpointe "erwartet" wird, die dann auf übertrieben dämliche Art ausbleibt.
    Aber ich bin natürlich nicht Terry Pratchett noch irgendein anderer verdienender Autor; dass mir das nicht so gut gelingt, wie ich es gerne hätte, kann sehr gut sein - daher bin ich dankbar für die Resonsanz, die ich erhalte. Früher oder später bekomme ich vielleicht ja sogar den Kniff raus.

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