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  1. #1
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    in meiner gruppe betreue ich 3 autisten. und diese unterscheiden sich total von einander.
    Na klar, schließlich sind wir Individuen. Leider scheinen viele Menschen Autismus gerne zu verallgemeinern und meinen, Einzelaspekte von autistischen Personen seien bei allen anzutreffen.
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    wegtherapien kann man das ganze NICHT. das ist nur eine änderung im verhalten und hilft ihm, sich der umgebung anzupassen, damit der autist akzeptiert ist.
    Dummerweise missverstehen einige Menschen dies. Ich las mal einen Artikel, in dem es hieß, dass die breite Meinung herrsche Autismus sei nicht heilbar, dabei werde es in den USA mit Erfolg therapiert. Absoluter Stuss.
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    ist oft schlimm anzusehen wenn eltern versuchen, ihr kind pernament zu ändern und draufhinhalten und es dann nur noch unglücklich ist.
    Kennst du die so genannte "Festhaltetherapie"? Äußerst grausame Folter, wenn du mich fragst. Die Kinder werden dabei von den "Therapeuten" gewaltsam festgehalten, so dass sie sich nicht mehr bewegen könne, gleichzeitig wird ihnen erzählt, man liebe sie. Nach einiger Zeit werden sie dann losgelassen und dazu aufgefordert, die "Therapeuten" zu umarmen und ihnen in die Augen zu blicken. Leisten sie dem nicht Folge, so werden sie wieder eine lange Zeit über festgehalten. Wenn die Kinder dann die "Therapeuten" umarmen, ihnen in die Augen blicken und andere unerwünschte Eigenarten ablegen, wird dies als "Erfolg" angepriesen. Dabei resultiert dieser "Erfolg" einzig und allein dadurch erreicht, dass die Kinder viel zu viel Angst haben, wieder gewaltsam festgehalten zu werden, so dass sie den Anweisungen Folge leisten.
    Im Grunde genommen legen die Kinder ihre Stereotypien nur ab, um die Aufforderungen der "Therapeuten" als neue Stereotypien anzunehmen.
    Außerdem ignorieren die Verfechter dieser "Therapie" die aktuelle Autismusforschung. Die Verfechter gehen insgesamt von einer "Schuld" der Eltern aus, was ja auch absolut falsch ist. Schließlich gilt es als erwiesen, dass Autismus nicht durch Erziehung zustande kommt. Hinweise darauf, dass Autismus biologischer Natur ist, gibt es inzwischen ja auch genügend.
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    aber was ich noch sagen muss: OBACHT bei der diagnose autismus. ich muss sagen, es wird immer häufiger dass, wenn man mal nicht weiß, was mit dem kind/beeinträchtiger person ist, wird einfach autismus in die akte geschrieben. habe auch eine klientin, wo der zu behandelte arzt nur den kopf schüttelt und ebenfalls sagt, sie sei kein autist und hat mir auch recht gegeben.
    Was ist das denn für ein behandelnder Arzt? Hat er Qualifikationen auf dem Gebiet?
    Ansonsten kommt es auch darauf an, wer den Autismus feststellte. Wenn man wie ich in einem Autismuszentrum die Feststellung Autismus erhält, kann man eigentlich auch sicher davon ausgehen, dass man autistisch ist. Überhaupt kann man sagen, dass man einer Feststellung von klassifizierten Ärzten oder Psychologen, vertrauen kann.
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    besondes am anfang, als die krankheit entdeckt wurde, war das häufig.
    Ich empfinde es als beleidigend, dass du Autismus als Krankheit bezeichnest.
    Geändert von Kazuki (31.07.2007 um 20:56 Uhr)
    Ich habe als autistischer Mensch keine Krankheit; ich bin Teil menschlicher Vielfalt.
    Und ist Vielfalt in dieser Welt denn nicht etwas sehr Wünschenswertes?

  2. #2

    Leon der Pofi Gast
    @kazuki

    hab ich doch geschrieben, dass sie sich unterscheiden. damit wollte ich auch ansprechen, dass man autismus nicht verallgemeiner kann, falls du das falsch aufgefasst haben solltest

    das mit der krankheit ist nicht so gemeint, ist mir rausgerutscht. ich weiß schon, dass es genauso wie trisomie21 keine krankheit ist.
    was die diagnose betrifft, in der schule, lehrer, ärtzte und in meiner 4 jährigen berufserfahrung habe ich nun mal diese erfahrung gemacht, dass im zweifelsfall autismus geschrieben wird. jetzt bei beeinträchtigen menschen. finde das sehr schlimm, ist aber so. ich kann hier halt nur von wirklich beeinträchtigten menschen reden die auch eine leichte intelligenzminderung (ich hasse dieses wort) haben

    und man kann eine vermutlich genetischen/biponale störung nicht therapieren. das ist fakt.
    stuss ist es, wenn man sich der breiten masse gegen seinen willen anpassen muss
    Geändert von Leon der Pofi (31.07.2007 um 21:11 Uhr)

  3. #3
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    was die diagnose betrifft, in der schule, lehrer, ärtzte und in meiner 4 jährigen berufserfahrung habe ich nun mal diese erfahrung gemacht, dass im zweifelsfall autismus geschrieben wird. finde das sehr schlimm, ist aber so.
    Merkwürdig, dass unqualifizierte Menschen sich anmaßen, so etwas feststellen zu wollen. Da lobe ich mir die mich behandelnde Psychiaterin, die die Vermutung auf Asperger hatte und mich dann zu einer Spezialistin weitervermittelte, da sie selbst ja keine Qualifikationen auf diesem Gebiet besitzt.
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    stuss ist es, wenn man sich der breiten masse gegen seinen willen anpassen muss


    Nachtrag:
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    hab ich doch geschrieben, dass sie sich unterscheiden. damit wollte ich auch ansprechen, dass man autismus nicht verallgemeiner kann, falls du das falsch aufgefasst haben solltest
    Das ist mir schon klar. Ich wollte das nur noch einmal ansprechen, weil diese Verallgemeinerung doch sehr häufig vorkommt, was mich sehr stört.
    Geändert von Kazuki (31.07.2007 um 21:16 Uhr)
    Ich habe als autistischer Mensch keine Krankheit; ich bin Teil menschlicher Vielfalt.
    Und ist Vielfalt in dieser Welt denn nicht etwas sehr Wünschenswertes?

  4. #4

    Leon der Pofi Gast
    Zitat Zitat von Kazuki Beitrag anzeigen
    Merkwürdig, dass unqualifizierte Menschen sich anmaßen, so etwas feststellen zu wollen. Da lobe ich mir die mich behandelnde Psychiaterin, die die Vermutung auf Asperger hatte und mich dann zu einer Spezialistin weitervermittelte, da sie selbst ja keine Qualifikationen auf diesem Gebiet besitzt.

    glückwunsch das du einen qualifizierten hast. ich musste mich schon öfter mit so menschen herumärgern, ich sags dir
    ich vermute, es macht einen unterschied ob es sich jetzt um menschen mit beeinträchtigung + intelligenzminderung (ich hasse dieses wort, muss man aber pädagogisch benützen, menschen sind trotzdem in ihren fähigkeiten und leben intelligent. finde es immer schlimm, wie sich manche mutmaßen über die intelligenz zu urteilen) oder wie bei dir, eben um diese form des autimuss handelt.

    weil bei beeinträchtigten menschen ist es einfach schwerer, ursachen herauszufinde und desswegen sind manche ärzte dazu verleitet, die diagnose autismus durchzuführen. da genügt oft schon, wenn der klient nicht in die augen sehen will, einen tagesablauf braucht, laute geräusche nicht mag, nicht mit anderen menschen klarkommt, sich die finger in die ohren stöpselt, autoagression, auf dinge fixiert usw, und der patient wird als autist abgestempelt, wenn man so eine kombination hat. aber wer soll ihm auch widersprechen? eltern haben häufig keine ahnung und setzen sich erst nach der diagnose mit dem thema ausseinander und der klient selbst, kann es nicht anders erklären oder wie es oft vorkommt. nicht sprechen und sich nur nonverbal ausdrücken.

    aber nochmal sorry wegen der krankheit ist genauso wenig ne krankheit wie trisomie21
    ich bemühe mich eh, dass ich mich immer richtig ausdrücke und niemanden in seinem befinden verletze, aber es ist oft schwer das auch einzuhalten und manchmal mischt es sich ein. ich bekomm immer die krise, wenn jemand mongolid sagt.... oder so jugendliche "hey du spasti". das tut mir irgendwie selber weh, weil ich weiß, ich arbeite jeden tag mit den menschen und so dumme ignorranten machen sich auch noch lustig

    vor 2 wochen hatte ich ein schönes erlebniss mit einem autisten in unserer gruppe.
    ich war mit ihm einkaufen. der setzt sich mitten im geschäft auf den boden.
    ich "möchtest du nicht aufstehen?" er: "nein, nein."
    ich setze mich neben ihm auf den boden. leute schon alle blöd geschaut.
    "ist schon irgendwie fad oder?"

    dann ist er aufgestanden und wir sind eis essen gegangen. sowas meine ich zum beispiel.
    leute, die den willen aufzwingen hätten ihn einfach am arm genommen, hoch gezogen und ab gehts
    Geändert von Leon der Pofi (31.07.2007 um 21:37 Uhr)

  5. #5
    Zitat Zitat von Leon der Profi
    ch bekomm immer die krise, wenn jemand mongolied sagt.... oder so jugendliche "hey du spasti". das tut mir irgendwie selber weh, weil ich weiß, ich arbeite jeden tag mit den menschen und so dumme ignorranten machen sich auch noch lustig
    Es ist ein sonderbares Phänomen, dass zum Teil eine solche Abneigung gegenüber Menschen besteht, die anders sind. Da werden diese Menschen entweder abfällig als Behinderte bezeichnet oder mit anderen kränkenden Namen versehen oder aber man macht sich über sie lustig. Die Spitze ist für mich allerdings, wenn Ärzte anfangen, etwas zu pathologisieren. Es ist einfach unglaublich, dass das Bestreben nach der Ausschlöschung der Andersartigkeit von Menschen, damit begründet wird, dass es Krankheiten seien. Wie willkürlich derartige Pathologisierungen sind, zeigt das Beispiel der Homosexualität in der Vergangenheit.
    Ich habe als autistischer Mensch keine Krankheit; ich bin Teil menschlicher Vielfalt.
    Und ist Vielfalt in dieser Welt denn nicht etwas sehr Wünschenswertes?

  6. #6

    Leon der Pofi Gast
    Zitat Zitat von Kazuki Beitrag anzeigen
    Es ist ein sonderbares Phänomen, dass zum Teil eine solche Abneigung gegenüber Menschen besteht, die anders sind. Da werden diese Menschen entweder abfällig als Behinderte bezeichnet oder mit anderen kränkenden Namen versehen oder aber man macht sich über sie lustig. Die Spitze ist für mich allerdings, wenn Ärzte anfangen, etwas zu pathologisieren. Es ist einfach unglaublich, dass das Bestreben nach der Ausschlöschung der Andersartigkeit von Menschen, damit begründet wird, dass es Krankheiten seien. Wie willkürlich derartige Pathologisierungen sind, zeigt das Beispiel der Homosexualität in der Vergangenheit.
    sehe ich auch so. menschen mit trisomie wurden in manchen kulturen sogar als heilig angeprießen weil sie einfach anders waren. ich hatt da mal ein furchtbares erlebnis. ich musste mich so zusammenreissen, nicht aufzustehen und dem eine in die fresse zu geben. ich war mit einem klienten von mir einkaufen weil er sich ne dj ötzi cd kaufen wollte (der übrigens ein sehr lieber mensch ist und einen meiner klienten sofort umarmt hat und ein autogramm +foto gab). davor waren wir in einem cafehaus. und da er spastiker ist und wie es nun mal ist, der speichel öfter läuft, ging ein mann bei der tür raus und sagte "das hätte es bei hitler nicht gegeben".

    manche menschen sind einfach so verbohrt und egoistisch. aber wir bemühen uns, dass wir das thema näherbringen. wir veranstalten immer ein großes sommerfest, wo auch andere leute kommen können oder gehe selbstverständlich mit meinen leuten in die öffentlichkeit. viele menschen sind aber durchaus positiv eingestellt. bei jugendlichen hab ich auch durchaus gute erfahrungen gemacht und schlechte. es lässt sich eben nicht über einen kamm werfen.

    aber die frage ist sowieso. "was ist normal"? für mich ist normal ein schwammiger begriff, der sich im laufe der zeit ändert. was für andere nicht normal ist, ist für andere selbstverständlich. ich finde es auch fürchterlich, dass manche menschen abtreiben weil die möglichkeit besteht, ihr kind würde trisomie21 haben. das lässt sich ja zu einem gewissen maße nachweisen. aber das mus jeder für sich entscheiden

    doch auch bei beeinträchtigungen an sich gibt es viele vorurteile. "down syndrom" leute sind dicklich, lachen ständig, haben ne dicke zunge und wollen am liebsten geknuddelt werden solche sprüche kommen teilweise direkt von betreuern selbst, da denke ich mir immer "hackts?".

    aber genau das gefällt meinen klienten. raus ins leben, einkaufen und einfach nur die anderen menschen beobachten. was andreas zum beispiel eine freude hat, wenn er sich nur einen kopfhörer und cds kauft. und ich höre mir trotzdem mit ihm nachmittag seinen karl moik an, auch wenn mir das kotzen kommt bei der musik. aber ihm gefällts und wenn ich sehe, was er eine freude hat, meine güte. warum sollte ich ihm das nehmen?

    ich sehe wie schnell es gehen kann und will nur das beste für meine klienten. einer meiner gruppe ist vor paar wochen gestorben. (spastiker, im schlaf umgedreht und erstickt) und ich war selber wochenlang fertig. und ich denke das macht auch einen betreuer aus. was nützt es mir, wenn ich reingehen, den tag rumbiege und im endeffekt nichts für die menschen geleistet habe? ich habe ihm beim essen geholfen, gewickelt, gepflegt, einkaufen gegangen, mit ihm gespielt gelacht und ihm geholfen wenns ihm mal schlecht ging und von einem tag auf den anderen wird er aus dem leben gerissen. das war wirklich hart

    @biber ich hätte eine gute zusammenfassung von ca 30 seiten über autismus und personenbeschreibungen von ein paar klienten (foto und namen hab ich eh raus) wenn dich das thema interessieren würde. ist relativ aktuell (1 jahr alt) und hat auch neue erkentnisse usw schon eingeschlossen.
    Geändert von Leon der Pofi (31.07.2007 um 22:05 Uhr)

  7. #7
    Hmm, bis zu ungefähr meinem 17.-19. Lebensjahre hatte ich praktisch identische Verhaltensweisen: Fixierung auf wenige Hobbys, körperlich sowie sprachlich-sozial völlig unbegabt, verletzend sowie verletzlich, nicht fähig, sich in andere Personen hineinzuversetzen, Volllabern anderer von meinen Hobbys auf extrem fanatische Weise, mathematisch begabt und übertrieben ängstlich.

    Danach änderte ich mich radikal und ich war im Gegensatz zu den frühen bis mittleren Jugendjahren nicht mehr sozial isoliert. Inwiefern kann man in meinem Fall von Asperger/Autismus sprechen bzw. wo liegt eigentlich die ungefähre Grenze? Weiter würde mich interessieren, inwiefern man soziale Beeinträchtigungen hat, aus welchen Verhaltensweisen man herauswächst und welche beibehalten werden.

    Mir ist aufgefallen, dass ich mich auch jetzt stets zu allem hingezogen fühle, was sich in eine Ordnung eingliedern lässt. Auf Bücher, Filme, Spiele, etc. bezogen heisst das, dass ich ständig den Drang habe, eine Serie oder Reihe geordnet aufzufassen. Ist relativ schwer zu erklären, jedenfalls finde ich Dinge immer genau dann interessant, wenn sie eine in sich logische Struktur enthält, dessen einzelne Elemente sich gleichen, aber dennoch solch starke Unterschiede aufweisen, dass sie im Gesamtkonzept wiederum "interessant" wirken. Die Spielereihen Zelda, Warcraft aber auch Final Fantasy weisen diese Eigenschaften sehr stark auf. Entsprechendes galt für meine RPG-Maker Projekt-Ideen, die ich aber nie verwirklchte: jedes Spiel entsprach einer ganz bestimmten Art von RPG und unterschied sich ganz systematisch bestimmt von den Restlichen. Auffallend ist sowas auch im Studium, insbesondere in den mathematischen Fächern: Sobald ich das System erkenne, fällt es mir leicht. Sobald aber kreative, intuitive Überlegungen angestellt werden, fällt es mir unglaublich schwer.

    Ich gehe davon aus, dass es sich hierbei lediglich um eine Charaktereigenschaft oder vielleicht Begabung handelt, die aber dem Autismus auf eine Weise ähneln muss. Auf jeden Fall würde mich das ganze Thema sehr interessieren, wäre also seriösen Informationen nicht abgeneigt.
    Electrodynamics:

  8. #8
    Zitat Zitat von TheBiber
    Danach änderte ich mich radikal und ich war im Gegensatz zu den frühen bis mittleren Jugendjahren nicht mehr sozial isoliert. Inwiefern kann man in meinem Fall von Asperger/Autismus sprechen bzw. wo liegt eigentlich die ungefähre Grenze? Weiter würde mich interessieren, inwiefern man soziale Beeinträchtigungen hat, aus welchen Verhaltensweisen man herauswächst und welche beibehalten werden.
    Na ja, feste Grenzen gibt es nicht, sie sind fließend. Man spricht daher auch von einem Autismusspektrum. Auch lässt sich nur schwer allgemein sagen, aus welchen Verhaltensweisen man herauswächst und aus welchen nicht, da alles sehr individuell ist.
    Zitat Zitat von TheBiber
    Auf jeden Fall würde mich das ganze Thema sehr interessieren, wäre also seriösen Informationen nicht abgeneigt.
    Falls du einem Buch nicht abgeneigt sein solltest, würde ich dir Ein guter Tag ist ein Tag mir Wirsing von Nicole Schuster empfehlen. Es ist erschien im Februar dieses Jahres, weshalb es ganz aktuell ist. Zum einen ist das Buch sehr fachlich, zum anderen aber auch persönlich, da die Autorin selbst autistisch ist. Meines Erachtens gibt dieses Buch sehr gute Informationen über die verschiedenen Aspekte des Autismus.
    Ich habe als autistischer Mensch keine Krankheit; ich bin Teil menschlicher Vielfalt.
    Und ist Vielfalt in dieser Welt denn nicht etwas sehr Wünschenswertes?

  9. #9

    Leon der Pofi Gast
    Zitat Zitat
    Falls du einem Buch nicht abgeneigt sein solltest, würde ich dir Ein guter Tag ist ein Tag mir Wirsing von Nicole Schuster empfehlen. Es ist erschien im Februar dieses Jahres, weshalb es ganz aktuell ist. Zum einen ist das Buch sehr fachlich, zum anderen aber auch persönlich, da die Autorin selbst autistisch ist. Meines Erachtens gibt dieses Buch sehr gute Informationen über die verschiedenen Aspekte des Autismus.
    kann ich auch nur empfehlen.
    da es wie kazuki geschrieben hat, auch persönliche aspekte zeigt und nicht nur kalte fakten. habe es mal zur hälfte gelesen.

    dieses buch ist für den einstieg auch nicht ungeeignet.
    wie der titel vermuten lässt, zeigt es die grundrisse von autismus.
    es schneidet zwar einiges an, aber ufert nicht zu sehr aus.
    fürs reinschnuppern gut geeignet.


    es gibt mittlerweile enorm viele bücher zu diesem thema, wenn man alleine mal bei amazon sucht. aber wenn du auch personen kennen lernen möchtest, geh einfach mal in einen bereich der lebenshilfe, diakonie, karitas usw und frage mal, ob du die einrichtung besichtigen darfst. soll jetzt keine begaffung sein, sondern es schadet nicht, wenn man mal kontakt aufbaut. finde es angenehmer, wenn einfach mal ein mensch die einrichtung ansieht, als bevor wieder ne ganze schulklasse reinkommt. zumindest bei uns ist es so, dass man mal den ganzen tag oder paar stunden die arbeit in der gruppe besichtigen darf und fragen stellen kann. kommt aber selten vor.
    Geändert von Leon der Pofi (31.07.2007 um 22:21 Uhr)

  10. #10
    Zitat Zitat von Kazuki Beitrag anzeigen
    02.08. um 18:00 Uhr auf 3sat wird eine halbstündige Dokumentation über "hochbegabte Asperger" wiederholt, in welcher diese Frau auch drin vorkommt. Außerdem ein weiterer erwachsener Aspie sowie ein Jugendlicher mit Kanner.

    Hier übrigens auch noch eine imo recht interessante Quelle - wie seriös sie ist kann ich nicht sagen, geht zumindest darum, dass das Asperger-Syndrom beschrieben wird und welche Anzeichen dafür sprechen, gleichzeitig noch mit Beschreibungen zu hierzu abgrenzenden "Verhaltensanormalitäten".

    Und hier noch ein Selbsttest - nicht allzu ernst zu nehmen, aber ich fands zumindest interessant ihn gemacht zu haben.

    Zum Thema selbst kann ich nicht wirklich was sagen, ich habe mich lediglich letzte Zeit drum informiert (unter anderem in 2 themenbezogenen Foren gelesen) aufgrund des Verdachtes selbst betroffen zu sein. Was mich nur bei dem ganzen Kram nervt ist die Tatsache wie sensationsgeil der Durchschnittsmensch bezüglich des Themas seit Rain Man zu sein scheint. Die oben genannte Doku, welche morgen läuft, vermittelt auch noch mehr oder weniger, dass Autisten halbe Übermenschen wären, und Wiki-Artikel wie der über Inselbegabung (welcher btw als einzige "echte" Quelle die Doku-Reihe "Expedition ins Gehirn" genutzt hat) sagt auch noch aus, 50% der Inselbegabten seien Autisten.

    Was mich interessieren würde, gäbe es annehmbare Dokumentationen über Autismus, die nicht aus Sensationsgeilheit entstanden sind, sondern verschiedenste "Durchschnitts"-Menschen im autistischen Spektrum mit einem weniger voreingenommenen Bild porträtieren?
    Geändert von Dark Paladin (01.08.2007 um 12:55 Uhr)

  11. #11
    Zitat Zitat von Dark Paladin
    02.08. um 18:00 Uhr auf 3sat wird eine halbstündige Dokumentation über "hochbegabte Asperger" wiederholt, in welcher diese Frau auch drin vorkommt. Außerdem ein weiterer erwachsener Aspie sowie ein Jugendlicher mit Kanner.
    Ja, ich sah die Sendung bereits bei ihrer Erstausstrahlung.
    Zitat Zitat von Dark Paladin
    Und hier noch ein Selbsttest - nicht allzu ernst zu nehmen, aber ich fands zumindest interessant ihn gemacht zu haben.
    Ach, der. Dieser Test ist ja inzwischen sehr weit verbreitet im Internet. Na ja, er soll ja ganz hilfreich sein, wenn man Tendenzen zu Asperger feststellen möchte.
    Zitat Zitat von Dark Paladin
    Was mich interessieren würde, gäbe es annehmbare Dokumentationen über Autismus, die nicht aus Sensationsgeilheit entstanden sind, sondern verschiedenste "Durchschnitts"-Menschen im autistischen Spektrum mit einem weniger voreingenommenen Bild porträtieren?
    Ich bin auch auf der verzweifelten Suche, nach so einer Sendung. Aber das können wir wahrscheinlich erst einmal vergessen. Alle Dokumentationen, die ich bisher sah, beschäftigten sich mehr oder minder mit spektakulären Fähigkeiten von autistischen Menschen. Zudem wurde der Autismus in diesen Sendungen auch eher negativ dargestellt.
    Vermutlich erscheint es den Verantwortlichen wenig interessant, autistische Menschen aufzuzeigen, die über keine spektakuläten Fähigkeiten verfügen. Mir scheint es auch, dass derartige Fähigkeiten häufig als einzig positives Merkmal des Autismus betrachtet werden, so dass eine Sendung, die nicht nur Negatives berichten will, den positiven Teil aus solchen Fähigkeiten schöpft. Zumindest sah ich bisher nicht das Gegenteil.
    Ich habe als autistischer Mensch keine Krankheit; ich bin Teil menschlicher Vielfalt.
    Und ist Vielfalt in dieser Welt denn nicht etwas sehr Wünschenswertes?

  12. #12
    Also erstmal: Es gibt kein "normal", deswegen möcht ich dieses Wort gar net verwenden.

    Und bezüglich ob ich echt daran erkrankt bin oder etwas davon habe oder was auch immer: Ich hab mich noch nie genauer untersuchen lassen bezüglich dieser Sache. Aber ich weiss dass ich schwere soziale Probleme hatte seit ungefähr 20 Jahren wegen meinem Verhalten oder einfach weil ich bin wie ich bin. Die meisten kommen damit irgendwie nicht zurecht.

    Und ich finde mich völlig "normal", basta. Aber Tatsache ist dass ich irgendwie anders bin sonst würds nicht ständig Probleme geben. Und ich hab schon sehr viele dieser autistischen Züge, welche vermutlich wir alle irgendwie haben aber bei mir scheint es extremer. Ob ich tatsächlich "Autist" bin, dass hab ich noch nie genauer untersuchen lassen und ich möchts auch gar nicht wirklich wissen, denn was soll ich damit? Andere mich bemitleiden lassen? Mir gehts bestens und da brauch ich sowas nicht. Aber es könnte schon sein dass es stimmt. Das Wort wurde aber wie gesagt nie ausgesprochen, aber es ist nicht so dass ich "neutral" bin von meiner seelischen Seite, mehr kann ich net verraten. Und ausserdem ist das auch gar nichts bedenkliches, wie gesagt haben wir das alle in uns in einem bestimmten Masse aber es gibt dann halt wohl so ausgeprägtere Arten wo dann ein Syndrom vorliegt, was aber auch eigentlich in keinster Art und Weise hinderlich sein muss wenn einfach alle damit klar kommen dass jemand nicht dem gesellschaftlich geprägten Standart entspricht oder wie ich das jetzt nennen soll.
    Geändert von Justy (16.08.2007 um 18:49 Uhr)

  13. #13
    Zitat Zitat
    Auf jeden Fall, es sind bei mir Sozi Issues da,
    Zitat Zitat
    Aber das Issue ansich wurde nie beim Wort gennant und es hatt nie geheissen "Autism"
    Zitat Zitat
    für mich war es ein hochinteressantes Thema und der andere wird irgendwie "overhelmed" oder fühlt sich "gespammt".
    Zitat Zitat
    Well ja...
    Autism or Anglizism?

  14. #14
    Ich game eigentlich immer in Englisch, kann sein dass sich das auf meine Wortwahl niederlässt. Aber ich bin nicht so ein Grammatik und "feinste mono Sprache" Akrobat, hauptsache ich werde verstanden mit dem was ich sage. Für gewisse Bereiche wie z.B. Computer kann ich gar nicht anders als es mit Englisch zu vermixen da dort ne ganze Menge kaum auf Deutsch übersetzbar wäre da in der Fachwelt eben nur englishe Begriffe existieren. Aber ich scheine es zu übertreiben.

  15. #15
    @leon

    dein bericht würde mich auch intressieren. als kind hatte ich nämlich auch ein paar ähnliche.. besonderheiten sag ich jetzt mal.
    (spontan veränderte wahrnehmung der gesamten umwelt, motorisch unbegabt, mal abgestumpft und mal überemotional, diverse ängste, begabung im auswendig lernen von langen nummern und dieses systematische sammeln von allem was irgendeine regelmässigkeit aufweist). weiss nicht mehr so genau. ist schon ein weilchen her.
    Geändert von Ultimate Duran (30.08.2007 um 13:38 Uhr)

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