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Kämpfer
Bravil, Kriegergilde
Es hatte bereits gedämmert, als die beiden Frauen in die Kriegergilde zurückkehrten. Die anderen Gildenmitglieder fragten nichts, aber elian konnte ihre Blicke spüren. Niemand schien so recht zu wissen, wie er sich verhalten sollte. Aber die anderen gaben sich alle mühe, um sie vor einem erneuten Zusammenbruch zu bewahren. Der würde noch früh genug kommen, wenn sie schlafen ging - das sah jeder schon voraus.
Bis dahin aber versammelten sie sich um saßen beisammen, reichten ihr etwas Met und Obst, unterhielten sich mit ihr. Sie kam von allein auf ihren Vater zu sprechen. Und da sie offensichtlich reden wollte, schwiegen die anderen und hörten ihr zu. Sie erzählte von schönen Kindheitserinnerungen, lustigen Ereignissen und auch, wie die Mutter und der Bruder immer wieder ihre Gemeinheiten ausdachten. Dann schwieg Melian, schwieg und weinte stumme Tränen. Sie blickte ins Leere und merkte nicht, wie Toke leise zur Tür hereinkam und den anderen Mitgliedern ein Zeichen gab beide allein zu lassen. Toke setzte sich zu ihr und nahm ihre Hand.
"Willst du wissen, was passiert ist?" fragte er sie. Ein leises Nicken war die Antwort. "Dein Vater ist eingeschlafen und nicht mehr aufgewacht. Er ist ganz friedlich in der Nacht gestorben." Toke wartete Melians Reaktion ab und erzählte weiter. "Er hat seinen letzten Willen hinterlassen. Er möchte gerne in den Bergen bei Bruma bestattet werden. Und er lässt dir dies zukommen." Toke griff in seine Brusttasche und überreichte Melian eine Halskette. Sie war fein gearbeitet und von einzigartiger Schönheit. Feine Muster durchzogen das Silber und in der Mitte war ein dunkelroter Stein eingearbeitet. Ein eigenartiger Glanz ging von ihr aus und Melian konnte nicht anders, als sie sofort anzulegen. Umittelbar durchfuhr ein warmer Schauer ihren Körper. "Wenn jemand einen Zauber auf dich wirkt, dann reflektiert die Kette ihn zum Teil zurück", erklärte Toke. Melian betrachtete das schöne Schmuckstück lange, ehe sie Toke dankte. Sie dankte ihm für seinen Besuch und dass er sich nicht durch die Mutter und den Bruder hatte täuschen lassen. Sie fühlte sich ein wenig besser, wenn diese Katastrophe auch noch schwer auf ihrer Seele lastete.
Ein Knarren ließ beide aufsehen. Aus dem Schatten trat ein Argonier, in dunkler Kluft und mit einem seltsamen Blick - irgendwie wirkte er kalt und unnahbar. Er kam näher und schließlich leuchtete es Melian ein. Das war der Argonier, der beim Überfall der Banditen dabei gewesen war! Sie wusste nicht, was sie empfinden sollte. Sollte sie Angst haben? Aber er hatte ihr ja gar nichts getan, eher hatte er sie beschützt, genauso wie der seltsame Dunmer. Und doch fühlte sie sich nicht ganz wohl, ein ungutes Gefühl beschlich sie. Vielleicht, weil sie ihn einfach mit dieser furchtbaren Situation in Verbindung brachte.
"Wie heißt ihr?" bracht Toke das Schweigen.
"Hashan", antwortete der Argonier, ohne seinen Blick von Melian abzuwenden.
"Ähm, ich kenne ihn. Vielleicht haben euch die anderen Gildenmitglieder schon von dem Banditenüberfall erzählt? Er war dabei, wenn auch nicht als Bandit. Ohne ihn wäre ich vielleicht nicht hier." Sie hatte ihre Sprache wiedergefunden und fand, Hashan habe eine Chance verdient. Er war jedenfalls daran beteiligt gewesen ihr das Leben zu retten.
"Wenn das so ist, setzte Euch doch zu uns, Hashan. Ich werde die anderen Mitgleider um etwas Wein für euch bitten. Und Hunger habt Ihr sicher auch." Toke verließ den Raum und Hashan und Melian saßen sich nun allein gegenüber.
"Danke", brachte sie schließlich zögerlich heraus. Die anderen Mitgleider saßen sich nun zu ihnen und man fragte Hashan eifrig aus. Schließlich war nicht alle Tage so ein Besuch i der Gilde. Nur Melian schwieg und streichelte abwesend ihr Amulett.
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