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Ehrengarde
Cyrodiil, Festung Carmala
„Mein Name ist übrigens Kamahl.“ Nach diesen Worten drehte er sich um, verließ die Zelle und folgte dem Gang weiter. Während er die Zellen sich in diesem Gang befanden und einige Seitengänge, die gelegentlich von dem Gang abzweigten und meist schon nach ein paar Metern endeten, untersuchte, hatte er Zeit über seine Gefühle für die Bretonin nachzudenken. Den Drang, irgendjemanden in seiner Nähe zu beißen oder eines seiner Opfer bis auf den letzten Tropfen auszutrinken kannte Kamahl schon. Diesen Drang musste er schon lange Zeit unterdrücken und kam damit mitlerweilen verhältnismäßig gut zurecht. Aber jetzt auch noch ein sexuelles Interesse an irgendeiner Frau, die ihm über den Weg lief? Was ist wenn dieser Drang nicht nur bei dieser Frau sondern auch bei anderen Frauen auftreten würde? Würde er irgendwann diesem Drang nicht mehr standhalten können und den Beischlaf mit irgendeiner Frau vollziehen und dabei Spuren hinterlassen, oder noch schlimmer Nachkommen zeugen? Ihn schauderte allein schon bei der Vorstellung.
Doch bevor er seinen Gedankengängen weiter folgen konnte kam er an einer Zelle an, in der eine skeletierte Leiche lag, die aus noch nicht alzu ferner Vergangenheit zu stammen schien. Kamahl fragte sich was mit ihr passiert sein könnte? Irgendjemand, der sich mit den falschen Leuten angelegt hatte, oder vielleicht das letzte Opfer der Entführer? Er blickte sich in der Zelle etwas genauer um. Da er allerdings keine weiteren Hinweise fand, verließ er die Zelle und setzte die Durchsuchung fort. Allerdings erreichte er kurz darauf eine Stelle, an der der Gang eingestürzt war und es kein Weiterkommen mehr gab. Auch in diesem Bereich war nichts mehr zu finden, anscheinend war diese Ruine wiederholt geplündert worden, was für ihn hieß, das er entweder mit kaputter Rüstung weiterziehen musste oder irgendwo anders das Gold herbekommen musste. Die Bretonin vielleicht,...? Aber egal, jetzt musste er erst einmal hier heraus. Er machte sich auf den Rückweg zu ihr. Als er in der Nähe der Zelle, in der er sie gefunden hatte, ankam drang ein leichter Lichtschein um die Ecke. Also wartete sie immer noch auf ihn.
Er bog um die Ecke und sah Naasira an der Wand lehnen. Er erzählte ihr von dem Ergebnis seiner Suche und sie wirkte irgendwie so, als ob sie diese Nachricht schwer treffen würde. Wieso konnte er allerdings nicht erahnen. Auf dem Weg nach grübelte er darüber nach, was ihr so wichtig sein könne, das sie der Verlust so schwer treffen könne.
Als er durch das Tor ins Frei trat war er für einen Moment geblendet, seine Augen gewöhnten sich aber schnell wieder an das Licht. Neben ihm stand Naasira, die anscheinend etwas mehr mit dem Licht zu kämpfen hatte wie er. Sie danke ihm für die Rettung und bot ihm an, ihn dafür mit Gold zu entlohnen, wogegen er absolut nichts einzuwnten hatte. Sie teilte ihm daraufhin umgehend mit, das es da allerdings noch ein Problem gäbe, bei dem er ihr helfen könne, wofür sie ihn dann auch entsprechend belohnen würde. Sie stellte sich vor ihm hin und nahm eine Haltung an, die im krassen Gegensatz zu dem Zustand ihrer Kleidung und ihrer Haare stand.
Kamahl ließ sich ihr Angebot durch den Kopf gehen und teilte ihr mit, das er vor der Annahme des Auftrages ein paar mehr Informationen über die Art der Aufgabe wissen musste. Während er sie anblickte und auf eine Antwort wartete fiel ihm auf, das ein Wildschwein hinter ihr vorbeitrotete. Er wunderte sich, das eines dieser Tiere, die normalerweiße als als agressiv und leicht reizbar galten sich so friedfertig verhielt. Noch mehr allerdings wunderte er sich über den Gesichtsausdruck des Wildschweines. Es hatte jenen Gesichtsausdruck angenommen, den er von seinen Kameraden im Fürstenhaus Redoran kannte, wenn sie sich im Zustand der alkoholischen Glückseligkeit befanden. Also entweder hatte das Schwein gerade eine sehr interessante Kräutermischung gefressen, in der nächsten Taverne einen über den Durst getrunken oder die Bretonin beherschte einen hervorragenden Beruhigungszauber.
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