@OldDaddy: ich finde die Geschichte auch sehr schön und dazu fällt mir die "Geschichte vom Stein und dem See" ein. In der kurzen Zusammenfassung wirft man einen Stein in einen See und es kommen Wellen auf, am Ende mag der See wieder ruhig werden, aber der Stein liegt immer noch schwer am Grund.
Ich mag solche Geschichten, sie zeigen, dass manche Wunden nicht heilen können.

@Ifrit: Du hast ein sehr wichtiges Wort genannt, dass bei dem Verzeihen eine große Rolle spielt: Ehrlichkeit. Und die kann man einfach nicht beweisen durch verrückte Dinge oder gekaufte Geschenke.
Dass der Mensch Fehler macht ... okay, meistens ist das für mich wirklich ein Grund zu verzeihen. Ich gebe auch zu mir dann egoistisch zu denken "Das könnte dir ja auch passieren". Auf der anderen Seite wiederhole ich mich gerne: es gibt Fehler, die man nicht verzeihen kann. Und da bin ich auch gerne sehr lange nachtragend.
"Die Zeit heilt alle Wunden": glaubst du das klappt beim Verzeihen?

@vio: was ein genialer Denkansatz, neue Perspektive für mich an das Problem zu gehen und ein Danke schon allein dafür. Vielleicht nehmen viele Menschen wirklich das aus Höflichkeit gesagte "Entschuldigung" aus dem U-Bahn-Beispiel auch mit bei ernsten Fehlern, die eigentlich eine andere Art von Entschuldigung verlangen ... das ist ech gar nicht abwägig.
Für mich ist dein Gedankengang mit dem Betroffenden auch nachvollziehbar: manchmal ist dem Menschen gar nicht bewusst, was er für einen Fehler begangen hat. Ich muss aber auch sagen, dass dort für mich als Betroffenen ein Verzeihen leichter fallen würde. Ich würde eben wissen, dass es unabsichtlich war (was für mich ein Grund zum Verzeihen ist, denn andere Fehler geschehen aus voller Absicht und Überzeugung heraus!).
Viel schlimmer ist der letzte Fall von dir:

Zitat Zitat
Anders liegt der Fall wiederum bei einer wirklich üblen Sache, wo beide wissen dass es unverzeihlich war
Man kann wohl wirklich kein "Schon gut" von den Lippen bringen. Vielleicht kann man sich es vorheucheln, aber das ist wieder dann nur eine "Illusion von Entschuldigung", denn der Keil zwischen den beiden Menschen bleibt bestehen, weil kein wirkliches Verzeihen möglich ist.
Und auch du sagst, wenn zeitlich etwas Abstand dazwischen liegt wäre ein Verzeihen leichter.

@Mascara: dein Zitat klingt so ähnlich, siehe:

Zitat Zitat
nur brauche ich erstmal meine Zeit damit klarzukommen und damit umzugehen.
Wie ich auch schon Ifrit (und alle anderen hier natürlich auch) gefragt habe: Glaubt ihr eine Entschuldigung annehmen fällt leichter, wenn man Zeit hatte sich Gedanken darüber zu machen und etwas Abstand zu gewinnen?
Ich muss aus meinen persönlichen Erfahrungen sagen, dass ich meist in dieser Phase ein Gefühl wie "tiefen Hass" oder "Enttäuschung" über diese un-entschuldbare Tat entwickelt habe und es mir immer schwerer fiel. "Vergessen" bzw. "Verdrängen" ist die eine Möglichkeit, aber "Verzeihen": ich glaube mitlerweile, dass manche Dinge unverzeilich bleiben und auch die Zeit eben nicht diese Wunde heilt (zugegebener Maßen habe ich keine Ahnung wie lang die Zeitspanne wohl sein muss, in 30 Jahren mag ich anders darüber denken).
Eine Entschuldigung wird wohl immer schwerer und, ich denke, immer unglaubwürdiger, je mehr Zeit verstreicht (im Sinne von "Ehrlichkeit"). Und ich finde hier sieht man stark die Komplexität des Problems, das ich versuche verständlich zu machen (und ich hofffe es klappt einigermaßen): denn ein direktes Entschuldigen nach der Tat ist auch nicht möglich, weil man darauf ebenso nicht klar kommt. Deswegen sind manche Fehler für mich nicht verzeihbar.