Thorr war immer noch ganz sprachlos. Gab aber mit einem Nicken zu verstehen, das er lieber jetzt als später die Stadt durchsuchen wolle. Tarrior wechselte in mühseliger Arbeit die Rüstung. Zwar war die Stadt nach Aussage einiger Flüchtlinge gesichert worden, doch konnten sich noch immer Deadra durch die Ruinen bewegen. Die Knochrenrüstung saß nach einigen Minuten wieder fest am Körper. Wie üblich verzichtete der Dunmer wieder auf den Helm, welchen er seit er die Rüstung besaß nur zweimal getragen hatte, aber für den Fall immer im Gepäck mit sich trug. Er prüfte sein Schwert. Es glänzte immernoch und war in perfektem Zustand. Die Waffen der Vampirjäger würde er wohl nicht benötigen, aber sicherlich würden sie sich gut verkaufen lassen. Danach gingen die beiden, nachdem sich Thor vergewissert hatte, das er alles wichtige bei sich führte, entschlossen Richtung Stadt. Man konnte die Flammen aus der Entfernung sehen, man konnte den Rauch riechen und man konnte die Hitze spüren. Von den Dunmer war diese jedoch alles andere als schlimm, als Dunmer war er die Hitze gewöhnt und weil er solange am Roten Berg gelebt hatte, war Hitze wohl das letzte was ihm zu schaffen machen konnte.

Der Nord neben ihm verzog keine Miene, Tarrior konnte daher nicht einschätzen wie es ihm unter diesen intensiven Bestrahlung in seiner Rüstung erging. In der Stadt würde es sogar noch heißer werden, wenn sie an den brennenden oder schwelenden Gebäude vorbei durch enge Gassen und Straßen liefen. Er hatte Nords gesehen, die schon unbekleidet durch Morrowind liefen, weil ihnen das schwüle Klima dort schon zu warm war. Wie doch sollte es denn hier sein? Sie hatten das Stadttor fast erreicht, da machte Tarrior provisorische Barrikaden aus, es lagen einige Leichen in Rüstung auf der verbrannten Fläche vor dem Tor. Er nam auch die dunklen Energien deadrischer Magie und deren Auren war. "Vor kurzem muss hier vor der Stadt noch ein Tor in das Reich des Vergessens gestanden haben": dachte er sich. Vor dem Stadttor war verbrannte Erde und seltsame Berge, wie Reißzähne sprießten aus der Erde.Die beiden Gefährten, durchschritten das Stadttor und fanden sich in einem Bild aus einem Alptraum, oder der Fantasie eines kranken Geistes wieder. "Bei allem Heiligen, nicht mal Shegorath würde so eine Zerstörung gutheisen" spracht Thorr zu Tarrior.Kvatch lag in Trümmern vor ihnen, brennend, rauchend, zerfallend. Die Straßen übersät mit Leichen. Menschen, Mer, Khajiit, Argonier und Deadra. Stadtwachen, die in Ausübung ihrer Pflicht starben, Bürger und Reisende die nicht schnell genug fliehen konnten.

Die Angreifer hatten ein gewaltiges Blutbad angerichtet, eine Sinfonie des markabren aus Oblivion, bestehendaus Blut, Tod, herumliegenden Eingeweiden und abgerissenen Körperteilen. Die Opfer der Angreifer waren fürchterlich verstümmelt , aufgeschlitzt und verbrannt worden. Doch einige der deadrischen Kadaver waren vergleichsweise frisch. Nicht viel länger Tod als ein paar Stunden. Durch brennende, teilweise nur noch schwelende Ruinen oder Häuser gesäumte Straßen gehend, fanden die beiden Gefährten das Gebäude zu dem Tarrior die ganze Zeit wollte. Die Kirche der Neun in der Stadt. Der Turm lag in Trümmern verteilt auf dem Platz, der die Kapelle umgab, aber der Rest des Gebäudes war intakt geblieben. "Also stimmen die Geschichten. Die Deadra sind nicht in der Lage den heiligen Boden ihrer Verwandten der Aedra zu betreten": stellte er in Gedanken fest. Dann nam er auch Gewusel in Umgebung des heiligen Gebäudes war. Den Rüstungen nach zu urteilen bestand die Gruppe aus Mitgliedern, der nun dezimierten Stadtwache. Sie versuchten verzweifelt die Gebäude in der Umgebung der Kapelle zu löschen. Doch schien es nicht richtig zu gelingen. Dem Dunmer war die verdammte Stadt egal, vielleicht hätte er ja mit einem Frostzauber helfen können, aber warum sollte er? Hatte er denn einen Grund? Er war dieser Stadt nichts schuldig, sollten die Kaiserlichen doch selbst sehen, wie sie klarkamen.

Mit einem einen verächtlichen Schnauben stieß er die Türen der Kapelle auf. Zumindest versuchte er es, konnte die wuchtigen Türflügel jedoch nur ein Stück weit mit seinem Stoß öffnen und trat ein in das wabernde schwach erleuchtete Dunkel der Kapelle. Es waren nur sehr wenige Personen im Inneren, wer auch immer hier Zuflucht gefunden hatte, half wohl gerade beim Löschen der Stadt. Auf einer Bank sitzend entdeckte er dann drei Personen, die seine Aufmerksamkeit erregten. Ein Nord, muskulös mit lederner Rüstung verletzt anscheinend ein Krieger. Ein junger Mann seinen Roben nach zu urteilen ein Magier, doch fast noch ein Kind, vielleicht auch nur ein Novize. Dieser war ebenfalls verletzt, aber nur einige Kratzer und Schürfwunden. zwischen den beiden, saß ein Mann. Von Gesicht und Gestalt alt, doch weise. Die Roben, die er trug, wiesen ihn eindeutig als Magier aus, in den Händen hielt er einen Stab, welcher schmucklos scheinbar nur aus Holz und einigen Stahlkuppen an den Polen bestand. Dieser Mann konnte vielleicht der Magier sein, nachdem Tarrior auf der Suche war. Schnellen Schrittens lief er auf die drei zu. Vorbei an einem Mann, der seiner einfachen Robe nach wohl ein Priester war. Thorr folgte ihm lautlos und mit einem entsetzten Gesicht, Tarrior war es egal. Der Mann in den Roben eines Magiers, hatte nun alle Priorität.