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Cyrodiil, Weg in die Kaiserstadt
Arwen war erst ein paar Schritte gegangen, als ihr aufging, dass der Weg zu Fuß in die Kaiserstadt entschieden zu lange dauern würde. Sie verfluchte die Tatsache, dass man in Cyrodiil nicht teleportieren konnte wie in Vvardenfell, aber irgendetwas schien hier im Magicka zu fehlen.Vielleicht war die Zusammensetzung anders, vielleicht war es dünner oder dicker, mehr oder weniger, wer konnte das schon sagen. Jedenfalls war Teleportation unmöglich. Sie hatte es selbst mal ausprobiert und das einzigeErgebnis war, dass sie wie festgemauert in der Erde stand und alle Bemüungen umsonst blieben. Nicht mal ein klitzekleines Stückchen hatte sie sich fortbewegt. Also würde sie wohl ein Pferd kaufen müssen. Arwen liebte Pferde, aber sie waren so anfällig, so rasch sterblich. Und gerade weil sie Pferde liebte hielt sie sie im Allgemeinen aus jeglichem Kampfgeschehen heraus. Aber es half ja nichts. Am besten wäre jetzt ein Rappe aus Cheydinhal gewesen, denn das waren die schnellsten Pferde Cyrodiils, aber Cheydinhal war weit entfernt. Also kaufte sie einen schlanken und doch zäh aussehenden Fuchs der hiesigen Zucht, dem sie den Namen Firefly gab. Leise sprach sie auf ihn ein und klopfte beruhigend seinen Hals bevor sie aufstieg. Und kurz darauf befand sie sich im Galopp auf dem Weg zur Kaiserstadt.
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Cyrodiil, Weg in die Kaiserstadt
Arwen war schnell geritten. Sehr schenll. Und hatte nur kurze Pausen zwischendurch eingelegt, um ihr Pferd trinken oder ausruhen zu lassen, während sie sich selbst keine große Erholung gegönnt hatte. Zwar hatte sie aus der hohlen Hand an Fluss oder Quelle, wo sie eine kurze Rast eingelegt hatten, ebenfalls Wasser geschöpft und getrunken, aber nicht einmal gegessen hatte sie etwas. Sie hatte auch keinen Hunger. Die Sorge um Malukhat trieb sie voran und lag wie ein Knoten in ihrem Magen. Wobei sie sich fragte, warum sie sich Sorgen machte. Der Erzmagier war mächtig und kein hilfloser Tattergreis. Doch vermutlich würde er nichts unternehmen, wenn er sie in Gefahr glaubte. Warum eigentlich? Wie konnte sie, eine unbekannte, unbedeutende Dunmerin ihm irgendetwas bedeuten? Doch egal, sie würde es hier in der Wildnis keinesfalls herausfinden und zudem gab es Vordringlicheres. Sie hoffte nur, dass nicht irgendwie erneut ein Lich ins Spiel kommen würde. Von der Art hatte sie genug bis ans Ende ihres Lebens und darüber hinaus. Überhaupt: wie sollte sie Malukhat befreien? Sie war allein und schließlich kein Heer imperialer Legionssoldaten. Und wo steckte er überhaupt? In irgendeinem Verlies? Einem Keller in der Kaiserstadt? Vor der Kaiserstadt? Oder war nur das Treffen der Entführer und jener Möchtegern-Banditen, die von ihr ins Oblivion geschickt worden waren, in der Kaiserstadt? Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass die Hauptstadt ihr einziger Anhaltspunkt war. Und irgendwo musste man ja schließlich beginnen.
Seufzend schwang sie sich wieder auf Firefly und galoppierte erneut los. Den berühtem Weißgold-Turm sah sie bereits seit geraumer Zeit, doch das bedeutete nichts. Den sah man in ganz Cyrodiil, sofern man sich auf irgendeiner Anhöhe befand. Doch langsam rückte er näher oder besser gesagt - sie kam ihm näher und würde bald am Ziel sein. Und dann? Der Weg in den Wahnsinn schien wieder einmal seinen Lauf zu nehmen.
Plötzlich hielt sie ihr Pferd an. Von der Seite sah sie andere kommen. Leute. Einer war ein großer Dunmer auf einem Pferd. Malukhat??? Er war frei? Und saß auf einem Pferd? Sie wusste nicht, was sie unwahrscheinlicher fand: die Tatsache, dass der Erzmagier reiten konnte oder sich offenbar in Freiheit befand. Allerdings schien er nicht wirklich frei zu sein, denn seine Begleitung wirkte schlichtweg unerfreulich. Fassungslos starrte sie herüber und vergaß gänzlich, dass sie eigentlich von der fies aussehenden Eskorte Malukhats lieber nicht gesehen werden wollte.
Geändert von Shiravuel (05.07.2007 um 19:48 Uhr)
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Cyrodiil vor der Kaiserstadt
Die Eskorte war schneller aus Arwens Augen verschwunden als sie "Sera" hätte sagen können und die Dunmerin war sich nciht mehr sicher, ob ihre Augen ihr nicht nur einen Streich gespielt hatten. Lebte Malukhat überhaupt noch? Würde sie ihn jemals wiedersehen? War lediglich ihr Wunsch, ihre verzweifelte Hoffnung es gewesen, die sie hatten annehmen lassen, dass es sich bei dem hochgewachsenen Dunmer um Malukhat handelte? Sie wusste es nicht, fühlte sich nur müde, so müde mit einem Mal. Ein seltsamer Gedanke ging ihr im Kopf herum: "Man kann jemandem mit einem Lachen ins Leben zurückholen, doch man kann ihn nicht darin halten"
Langsam wendete sie ihr Pferd und ritt in die Nacht hinein. Fort von der Kaiserstadt und ihren eigenen, trügerischen und zerschlagenen Hoffnungen. Irgendwohin, egal wohin. Ihre Sehnsucht und ihre Trauer würde sie dennoch mit sich herumtragen, denn diesen Gefühlen konnte man nicht entgehen. Kurzzeitig vielleicht, aber Erinnerungen würden ihren Schlaf und ihr Wachsein wie eisige Blitze durchzucken und den hochgewachsenen Erzmagier vor ihren Augen auftauchen lassen. Malukhat in durchnässter daedrischer Rüstung. Maulkhat umgeworfen auf dem Boden. Malukhat selbstsicher und lachend. Malukhat schlecht gelaunt und arrogant. Malukhat in tausend Bildern und Erinnerungen. Und wenn es ihr schon so ging, wie mochte sich dann Joplaya, die seine Tochter war, fühlen?
Arwen verschwand in der Dämmerung und bald darauf breitete sich über Cyrodiil die Nacht wie ein samtschwarzer Schleier, welcher von tausend glitzernden Juwelen am Himmel durchbrochen wurde und von zwei Monden, die auf ewig über Nirn wachten.
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