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Waldläufer
Cyrodiil, Colovanisches Hochland
Der Weg zurück nach Chorrol gestaltete sich lang und kalt. Die einzige Abwechslung zum weiss des Schnees und dem grau der Felsen, bot der Bretone neben Ihr.
Für Naasira hatte es keine Grund gegeben mit Ihren Entführern Smalltalk zu halten, sie waren sowieso über jede Kleinigkeit in Ihrem Leben informiert......naja, fast jede. Mit einem Schaudern dachte sie an Ihre kurze Zeit als Vampir.
Doch Ihr Begleiter gab sich voller Freude einer sehr alten Tradition hin, die in Hochfels schon seit Urzeiten gepflegt wurde: Dem Informationsaustausch über Leben, Land und Leute.....
Sie mochte den Kerl sogar, doch seine Fragen lösten, trotz der vorherrschenden Kälte, Schweissausbrüche bei Ihr aus. Und so versuchte sie die heiklen Punkte zu umschiffen und berichtete nur vage von Ihrer Familie und Ihrer Ausbildung zur Priesterin in Camlorn.
Den Rest glich sie den Tatsachen an, die auch schon in Chorrol bekannt waren. Sie war eben eine wanderende Priesterin, auf der Suche nach neuem und alten Wissen und war gerade dabei sich in Chorrol niederzulassen. Als sich die Gespräche den Reisen und den verschiedenen Orten zuwendete, sie beide schon besucht hatten, wurde Naasira lebhafter und begann ausführlich zu berichten und löcherte Karrod über die Orte, die er bereits besucht hatte.
Als sie etwa noch einen halben Tagesmarsch von Chorrol entfernt waren, drehten sich Ihre Gespräche um die Entführung. "Wie schade, nun werden die Banditen schon über alle Berge sein. Da haben wir doch total vergessen sie nach den Gründen auszufragen, bevor wir schliesslich aufgebrochen sind." Die Priesterin bemühte sich um einen zerknirschten Gesichtsausdruck, der ausdrücken sollte wie sehr sie den Umstand bedauerte, dass Karrod nichtmehr dran gedacht hatte die Banditen zu befragen. Der Schnee war mittlerweile dem typischen Bewuchs des Hochlandes gewichen. Als sie den forschenden Blick des Bretonen auf sich ruhen spürte, lief sie mit einem überraschten Ausruf in die nächste Wiese hinein. Verborgen von einigen Felsen und dem hohen Gras wuchs da eine ganze Pilzkolonie. Nicht das es diese Hasenpfoten nicht überall gab, doch sie boten Ihr eine willkommene Ablenkung und so plapperte sie über die hilfreichen Eigenschaften dieser Pilze und wie schwierig es sei solch schöne und grosse Exemplare zu finden.
"Passt gut auf sie auf, die sind kostbar." Mit diesem Kommentar drückte sie dem Bretonen eine Handvoll von den Pilzen in die Hand und lief mit schnellem Schritt voraus. Ohne sich umzudrehen rief sie Ihm noch zu: "Und beeilt Euch, ich will vor der Dämmerung in Chorrol sein."
Fast tat es Ihr leid, Karrod so abzukanzeln. Doch sie wollte Ihr Geheimniss schützen und das würde sie um jeden Preis tun. Sie traute es diesem Krieger in seiner rechtschaffenheit durchaus zu, Ihren Eltern kurzerhand eine Nachricht mit Ihrem Aufenthaltsort zukommen zu lassen. Beim Gedanken an Ihre Elter, die sie so lange schon nichtmehr gesehen hatte, rollte Ihr dann aber doch eine einzelne Träne die Wange hinab. Doch das war wohl der Preis für Ihre Freiheit.
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Ritter
Cyrodiil, vor Chorrol
Der Weg zurück war genau so kalt wie der Hinweg. Aber Karrod nahm das Ganze nun gelassener: Er hatte Naasira aus dem Banditenpulk rausgehauen und mittlerweile hatte er was zu essen… zugegeben, die Pilze, die sie unterwegs eingesammelt hatten, waren nicht allzu nahrhaft und die Vorräte aus dem Schuppen waren mittlerweile auch alle, aber hey, man konnte sie essen! Man hatte immerhin was im Magen und das alleine zählte. Zumindest versuchte sich Karrod das einzureden. Ausserdem sammelte Naasira noch sonstiges Zeugs, andere Pilze, die allerdings nicht zum Essen da zu sein schienen, aber eigentlich kümmerte ihn das auch nicht allzu sehr, es war ihm schon immer unverständlich gewesen, wieso die Alchemie die Leute derart in ihren Bann ziehen konnte.
Was seine Laune ein wenig trübte, war die Tatsache, dass er es versäumt hatte, die Banditen auszuquetschen. Karrod hatte angenommen, Naasira würde den Grund für ihre Entführung schon wissen, aber dem war nicht so. Merkwürdig, irgendeinen Anhaltspunkt musste es doch geben! Schliesslich war eine wandernde Priesterin nun wahrlich nicht das optimale Ziel einer Entführerbande. Ein Adliger oder ein reicher Kaufmann, ja, die konnten sich schliesslich freikaufen beziehungsweise freikaufen lassen.
Na ja, vielleicht war sie ja auch lediglich noch ein wenig verstört, hatte Mühe, sich zu konzentrieren. So schnell erholte man sich ja nicht von einem solch traumatischen Ereignis, das wusste er als Paladin nur zu gut – dies war nicht der erste Fall, in dem es Karrod mit einer Entführung zu tun hatte. So erklärte er sich auch die Tatsache, dass sie es, als sie die Gegend Abend im Umland Chorrols erreichten, plötzlich so eilig hatte. Sie hatten gerade über die möglichen Motive der Entführer gesprochen, da wurde Naasira unvermittelt wortkarg, hatte es plötzlich eilig, Chorrol so schnell wie nur möglich zu erreichen und das, wo sie doch beinahe am Ziel angelangt waren.
Wahrscheinlich würde sich das mit der Zeit geben, ein zwei Mal ausschlafen, ein kleiner Marktbummel oder Spaziergang und alles war wieder beim Alten.
Dann erreichten sie die Stadttore.
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