Direnni.
Niénor Direnni. Ein großer Name, der ihr, wie so oft, nichts anderes als Ärger einbrachte. Im Moment sorgte er dafür, daß sie von sonnigen Alinor aus nach Skyrim unterwegs war – ungefähr der letzte Ort, an den sie sich wünschte.
Niénor zog die nachtblaue Robe etwas fester um ihre Schultern, während sie mißmutig aufs Wasser und die dahinterliegenden Salzmarschen hinausblickte. Schon bald würden sie in den Hafen von Solitude einlaufen. Genau, Solitude...
Die Dirennifamilie hatte schon immer dafür gesorgt, ihre Finger in sämtlichen Unternehmungen zu haben, die Profit und Einfluß verschaffen konnten. Das war es, was ihren Clan bereits vor Jahrhunderten zu dem gemacht hatte, was er heute war. Und Einfluß war dieser Tage hauptsächlich ein anderes Wort für Thalmor.
Die Thalmor hingegen hatten größtes Interesse daran, Mitglieder der mächtigen Sippe in ihren Reihen zu wissen. Umso mehr im Moment, wo das Geschrei von Revolution Skyrim in Aufruhr versetzte. Mit den noch immer starken Banden der Direnni zum Hof von Solitude wuchs der Wert sogar noch, den Niénor für ihre Fraktion hatte.
Sie war, und sie haßte es, sich das einzugestehen, eine Art gute Partie für beide Beteiligten. Schlimmer noch, das war vermutlich das Beste, was sie, die aus einer kleineren Nebenlinie des Clans stammte, auf absehbare Zeit erreichen konnte.
Niénor merkte die Kälte an Deck kaum noch. Sie kochte vor Wut, wie jedes mal, wenn sie über diese Dinge nachdachte. Sie war stolz auf ihre Familie und überzeugt von den Ansichten der Thalmor. Es wäre ihr allerdings weit lieber, sie hätte weiterhin von Shimmerene aus stolz und überzeugt sein können. Jetzt war sie hier. Skyrim. Ein gefrorener Klumpen Dreck mit einem eigenen Bauernaufstand.
Die Altmer beobachtete abwesend, wie Hafenarbeiter ihre Fregatte ins Dock zogen und vertäuten. Die verfluchten Aufständischen waren der einzige Grund, weshalb sie jetzt hier war. Sie würden es schon bald bereuen.