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Held
Nach dem quer lesen dieses Threads muss ich einfach immer wieder sagen, dass die typischen Zocker hier einfach total arrogante Besserwisser sind, die sich einfach nicht anmuten können, die ganze Sache mal differenziert zu betrachten, so wie es Krey hier tut. Er als Threadersteller ist so ziemlich der einzige, der im ganzen Thread vernünftigte Posts und haltbare Argumente bringt, zumal seine Argumente nichts mit dem politisierten Killerspiele-gehören-verboten-quatsch zu tun hat, sondern viel mehr fundierte Fragen bezüglich pädagogischem Sinn von Computerspielen beinhalten.
Nur weil die Killerspiele-Debatte gerade politisch völlig in ist, heisst das noch lange nicht, dass man als Spieler die entwicklungspsychologischen Hintergründe vernachlässigen kann. Ihr tut so, als wäre beispielsweise CS völlig ungefährlich für minderjährige Personen, welche noch kein fundiertes Weltbild aufgebaut haben, ihr tut so, als könnte man ruhigen Gewissens einem 14-Jährigen Alkohol und Zigaretten anbieten.
Krey hat ganz am Anfang betont, dass es hier NICHT um die Debatte über das Verbot von Killerspielen geht, sondern viel mehr frägt er nach dem eigentlichen Berechtigungssinn solcher und insbesondere darauf hingewiesen, die Killerspiele nicht gemäss Medien-Definition, sondern gemäss "ab 16/18" aufzufassen. Was kommt als Antwort? Die typischen Gegenargumente der aktuellen Killerspiele-Debatte, ich gratuliere zu eurer völlig undifferenzierten, verständnislosen Haltung.
Hab ihr vielleicht schonmal Kreys Alter angeschaut? Er wäre jetzt mal rein rechtlich gesehen in dem Alter, wo Killerspiele explizit verboten sind wie Zigaretten und Alkohol auch. Er will Informationen und Aufklärung über ersteres und frägt nach dem Sinn und die einzigen Antworten, die kommen, beinhalten die völlige Verharmlosung, dass er sich neue Freunde suchen soll und das typische Killerspiele-führen-nicht-zu-Amokläuf-Gesülze, das man einfach als haltloses 08/15-Argument hinklatscht, nebenbei kommt dann noch dieses "aber die Medien, aber die Medien...", worum es hier Krey nun echt nicht geht.
Also gehen wir das ganze mal mit differenzierter Sicht an: Wir reden erstmal über wirklich gewalthaltige Spiele, da ich diese selbst nur selten spiele, kommen mir deshalb noch nicht einmal Namen in den Sinn. 
Fragen wir mal nach dem Sinn dieser Spiele, wirtschaftliche Überlegungen mal ausgeschlossen. Hierzu müsste man sich einmal generell nach dem Sinn von Computer- und Videospielen fragen: Sie machen Spass und bieten eine angemessene Herausforderung, psychologisch wurde das ganze auch unter dem durchaus positiven Begriff des Flow zusammengefasst, der sich aber nicht nur bei Spielen, sondern so ziemlich in jedem Lebensbereich einstellen kann.
Gut, Flow lässt sich also überall feststellen, gehen wir nun also eine Stufe weiter und fragen uns nach den positiven und negativen Seiten von Computer- und Videospielen, da die Liste nicht abschliessend ist und auch je nach Spiel massiv variert, bringe ich nur einige Beispiele, wichtig ist, alles nur als Konjunktiv zu betrachten, also Möglichkeitsformen im Sinn von "sie können, haben das Potential":
Positiv: Fördern logisch-abstraktes Denken (Strategiespiele, Adventures), fördern die Reaktionsfähigkeit (Shooter, Jump'n'Runs), fördern soziale Kompetenzen (Mehrspieler-Spiele)
Negativ: Machen süchtig, so dass man andere Dinge vernachlässigt werden, gerade weil sie keinerlei körperliche Anstrengung beanspruchen (den Wii mal vorweggelassen), fördern somit also die Faulheit; man ist einer Anspannung ausgesetzt, die man in sich nicht abbauen kann wie beispielsweise im Sport; Sie haben ähnliches psychologische Gefahrenpotential wie das Fernsehen, weshalb eine Alterseinstufung zwingend erforderlich ist.
Da wir ja um Killerspiele reden, ist der letzte Punkt der entscheidenste. Ich bringe deshalb nur mal ein Beispiel: Nehmen wir an, wir hätten eine sozial stark strapazierte jugendliche Person, Problem mit Freunde, Familie, im Leben, wie es nicht selten vorkommt. Solche Personen sind potentiell gefährdet, im Drogenmilieu, in Gewaltkriminalität oder letztendes im Amoklauf zu landen. Wo sie landen hängt nun letztendlich vom Medium selbst ab, falls diese Personen nicht sozial retabliert werden können: Kommen sie mit Drogen in Kontakt, landen sie potentiell schnell in der Drogenszene, befassen sie sich mit Geld, beginnt schnell die Kriminalität, befassen sie sich mit virtueller Gewalt, kommt schnell der Gedanke, dies auch in Echt zu probieren. Und wieso? Weil eine solche Person potentiell nichts zu verlieren hat und auch nichts hat, wo er sich festhalten kann.
Natürlich ist das nicht in jedem Einzelfall so, doch psychologische Feldstudien zeigen, dass die Wahrscheinlichkeiten übereinstimmen, es gibt einen statistischen Zusammenhang, man sagt, die Tatsachen korrelieren.
Gehen wir nun einen Schritt weiter und machen mal einen Abstecher in die politische Debatte: Was wäre, wenn es beispielsweise keine Killerspiele gäben würde? Damit nehmen wir den oben genannten Personen zumindest einen Nährboden für potentielle Amokläufe. Auf diesem Argument stützen sich übrigens die Politiker. Das Gegenargument ist relativ einfach, nämlich dass man durch ein Verbot die Killerspiele nicht explizit verschwinden lassen kann, im Gegenteil, durch die Kriminalisierung wird das ganze erst recht kriminell und potentiell gefährlicher.
Kommen wir wieder zurück zum Sinn von gewalthaltigen Spielen: Sie machen Spass, man beteiligt sich aktiv am Geschehen im Gegensatz zu gewalthaltigen Filmen oder Sendungen. Dadurch können psychisch kranke Personen stark beeinflusst werden, insbesondere wenn die Realität und die Spielewelt nicht mehr explizit getrennt werden kann. Durch die psychische Konditionierung, dass man das Töten in Spielen quasi erlernen kann (was man durchaus sagen darf, wenn Realität und Spielwelt eins werden), ist es für solche Personen dadurch ein ganzes Stück einfacher, echte Tötungen zu vollbringen. Für solche Personen stellen gewalthaltige Spiele eine enorme Gefahr dar, um einiges höher als andere gewalthaltige Medien.
Man sieht also, man darf die Killerspiele bei weitem nicht so verharmlosen wie man es immer gerne tun würde. Selbstverständlich ist der durchschnittliche CS-Gamer kein Amokläufer, das liegt daran, dass er normalerweise psychisch gesund ist und in einem sozial stabilen Umfeld lebt. Von dem her ist das Argument "ich spiele auch CS, bin ich deswegen ein Amokläufer?" einfach nur undifferenzierter Bullshit und darf in bei solchen Fragenstellungen gar nicht als relevant betrachtet werden.
Killerspiele sind wie Alkohol oder Zigaretten oder aus meiner Sicht auch weiche Drogen: Ein gesunder, stabiler Menschen mit genügend Selbstverantwortung weiss damit umzugehen. Sobald man allerdings nicht mehr von solchen Menschen ausgeht, muss man die ganze Sache differenzierter betrachten. Insbesondere Jugendliche sind im Allgemeinen noch zu jung, um genügend Selbstverantwortung zu besitzen, weshalb Aufklärung zwingend notwendig ist und deshalb finde ich es gut, wie sich Krey hier gibt, er ist wohl vernünftiger als ein Grossteil derer, die in diesem Thread solche undifferenzierten Kommentare von sich gegeben haben.
Electrodynamics:

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