Versteckt hinter ein paar Bäumen lugten sie hervor und beobachteten wie ein paar Gestalten direkt an den Fallen vorbei stolzierten, die sie in monatelanger Arbeit aufgestellt, gegraben und konstruiert hatten. Besonders die pompöse Installation mit dem Amboss war ihr ganzer Stolz gewesen. Und wäre es wohl immer noch, wenn nicht ständig alle Wanderer einfach daran vorbeispazieren würden.
Manche haben sogar Fotos gemacht. Mit ihrem Handy. Nicht telefoniert haben sie, sondern einfach geknippst. Dass das heute überhaupt geht!
Tonberry unterbrach das aufgeregte Morbol Muhrrayzischend.
Gibt doch sogar schon iPhone, also sei still und konzentrier dich!
Worauf denn? Schmierst du uns Brote? Da muss ich doch nicht konzen...
Schhhschhhhh!
Taraia knuffte Muhrray und deutete auf die Leute, die an ihren Fallen vorbei direkt zur kleinen Hütte gelaufen waren, die in einiger Entfernung von ihnen lag.
Brote schön und gut...
Muhrray zog eine Augenbraue hoch (was ziemlich albern aussah) und ließ Luft durch seine dicken Lippen zischen. "schön und gut" sowas hatte sie ja noch NIE gesagt.
...aber ich will auch mal wieder was anständiges essen!
Muhrray zischte auch das letzte bisschen Luft heraus. Sie schien endlich einmal den Hunger nach Fleisch mit ihm zu teilen. Wie sehr er auf diesen Tag gewartet hatte. Eine kleine Freudenträne schimmerte in seinen Augenwinkeln, die nicht wirklich existierten. Er wischte sie schnell weg und nickte hektisch.
Jajaja, ich habe auch Hunger. Ich glaube die Kuh, die wir neulich gefangen haben, die war schlecht.
Muhrray, die war nicht schlecht, das war ein Stier.
Ein sehr magerer Stier!
Wie zur Bestätigung knurrte der Magen des Morbols. Sie sahen sich noch einmal bedeutungsvoll an und machten Bewegungen, von denen sie dachten, dass sie einer Zeichensprache nahe kämen.
Also auf drei?
Ja, auf drei!
Sie schlichen langsam an ihr Futter heran.
Eins!
Formte Taraia lautlos.
Die beiden hatten nun die Hälfte des Weges zurück gelegt.
Zwei!
Flüsterte Muhrray grummelnd. Auf einer rein monsterlichen Frequenz, natürlich. Sie waren nur noch wenige Schritte vom Hütteneingang entfernt.
Drei!
Quiekte Taraia fast zu laut, aber sie hatten den Überraschungseffekt dennoch auf ihrer Seite.
Morbol Muhrray schlang seine Tentakeln um den rechten Arm Kamuis, während Taraia eine Waffe aus dessen Taschendings, das sie nicht benennen konnte, schnappte und in ein dunkles Gestrüpp warf. Dann griff auch sie nach Kamui und schleppte diesen mit Muhrray, der gleichzeitig fiese Fesslungstricks mit einem Seil anwedete, zusammen zu einem Strauch, der nahe der Hütte stand.
Sie waren vorbereitet gewesen und bevor die anderen erst begriffen hatten, was wirklich geschah, waren sie mit ihrem Futter schon in einem der Gänge verschwunden, die sie seit gefühlten drei Ewigkeiten gebuddelt hatten und die ihnen jetzt endlich zu ihrem verdienten Festessen verhelfen sollten.

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