Und der Thread ist nicht totzukriegen !__!
*Story post*
„Schaffst du’s?“ Eine Frage die Kamui am heutigen Tag schon in unzähligen Variationen gestellt hatte, wenn er sich wieder einmal umdrehte um Vinni eine helfende Hand zu reichen.
„Danke, geht schon.“ Stets kam im wechselnden Gewand die passende Antwort wenn die Hand des Begleiters ergriffen wurde.
Das Wetter hatte sich zwar aufgeklärt, der Schnee türmte sich dennoch weiterhin hüfthoch auf dem immer steiler und tückischer werdenden Pfad der beiden Reisenden. Der Weise lebte in einer abgelegenen Hütte hoch oben in den Gebirgen welche die Forgotten Lands von den Lonely Hearts trennten. Seine Hütte befand sich in einer Art Talkessel im unzugänglichsten Bereich des Massivs und sowohl die Elfe als auch der Krieger wussten nur allzu gut wie mühsam der Weg werden würde, waren beide doch schon einmal dort gewesen um Rat zu erbitten.
Wenn Vinni ehrlich war, so wusste sie nicht recht ob sie beide überhaupt den richtigen Weg einschlugen, aber Kamui schien gemessen an seiner Zielstrebigkeit den Weg sehr wohl zu kennen und so vertraute die junge Frau auf die Vorgaben ihres enigmatischen Begleiters. Sie selbst hatte überhaupt mehr mit der Bewältigung der Strecke zu kämpfen als mit der Frage welcher Weg wohl der richtige sei. Hätte sie in der Kälte noch ihre Beine spüren können, würde sie wohl registrieren dass ihre Kleidung von der Hüfte abwärts vom Schnee durchnässt war. Die junge Frau dachte sehnsüchtig an die Felsspalte zurück, in der sie noch vor einigen Stunden ausgeharrt hatte und gleichzeitig vertrieb sie den Gedanken um eine Verschnaufpause zu bitten, sich warme Atemluft in die hohle Hand pustend.
Auch wenn Kamui nichts sagte, so war ihr sehr wohl bewusst dass er ohne sie wesentlich schneller vorankommen könnte und nur ihretwegen sein Tempo drosselte.
Ihm schienen die äußeren Umstände gar nichts auszumachen, dabei hatte er eigentlich sogar größere Mühen zu bewältigen als die Elfe, indem er ihnen beiden einen sicheren Weg durch den tiefen Schnee bahnte und hin und wieder seiner Begleiterin eine Hand reichen musste.
Selbst unter so extremen Bedingungen wirkte ihr Gegenüber gänzlich unbeteiligt, als würden alle diese Widrigkeiten ihn nicht betreffen und selbige beiseite treten um ihn unbehelligt passieren zu lassen. Vinni gruselte es bei dieser Vorstellung, zeigte sie doch sehr deutlich dass Kamui zwar ein Mensch war, jedoch nicht wirklich menschlich und gleichzeitig beneidete sie ihn um diese Überlegenheit. Schweigend setzten sie ihren Marsch fort und Zeit verstrich.
Ob ihn das auch einsam macht? Dieser Gedanke gesellte sich nach einiger Zeit ebenfalls in die unzähligen Grübeleien über ihren Begleiter. In diesem Moment realisierte die Elfe auch wieder einmal wie wenig sie von dem jungen Krieger wusste und wie gerne sie ihn ausfragen würde wie es ihm ergangen war, was er all die Jahre gemacht hatte und wie er im Leben über die Runden kam und niedergeschlagen ahnte sie dass er es ihr sicher nicht erzählen würde.
Jetzt auf einmal dachte sie an den Mann den sie in Geisterstadt geheilt hatte, seinen Namen wusste sie nicht mehr, aber sie erinnerte sich daran wie betroffen Kamui wirkte als sie beide auf ihn getroffen waren. Mehr bruchstückhafte Details kamen Vinni in Erinnerung, der Mann erwähnte doch noch andere Leute, es müssen Freunde von Kamui sein, vielleicht sogar wichtige Personen, möglicherweise Familie.
Wie ein Blitz durchzuckte es die junge Frau als sich unvermittelt ein Stein unter ihren Füßen löste und sie den Halt verlor. Sämtliche Versuche die Balance auf dem glitschigen Schnee wiederzuerlangen scheiterten kläglich und selbst Kamui realisierte zu spät den Sturz der Elfe so dass sie sich kurz darauf der Länge nach am Boden liegend wiederfand, das Gesicht im Schnee.
„Nein lass, ich komm schon zurecht“, würgte sie die Hilfeversuche des jungen Kriegers unwirsch ab und begann sich widerwillig aufzurappeln.
Familie...wieder wurde Vinni neidisch. Es muss schön sein jemanden zu haben, nicht alleine zu sein. Sie wühlte nach einem Taschentuch um sich den geschmolzenen Schnee aus dem Gesicht zu wischen und mit ihm die Tränen mit denen er sich vermischt hatte.
„Geht wieder, wir können weiter“, wies sie ihren Begleiter, der sich zögerlich nickend wieder der Marschroute widmete. Schweigen. Und wieder verstrich die Zeit.
„Mach einfach das beste draus...“
„Häh?“ Aus ihren Gedanken gerissen starrte Vinni ihr Gegenüber verdutzt an. Kamui war stehen geblieben und drehte sich zur jungen Frau.
„Da vorne wird’s gleich noch mal haarig, fürchte ich. Aber wenn wir die Stelle geschafft haben wird es Zeit für eine Rast, also Kopf hoch!“
Immer noch leicht verwirrt über die vorangegangenen Worte des Kriegers folgte sie etwas benebelt den Deutungen ihres Begleiters. Das nackte Grauen überkam die Elfe bei dem Anblick der sich ihr bot.
Mit weit aufgerissenen Augen und Mund sah sie sich mit einer ungefähr zwanzig Meter in die Höhe ragenden Steilwand konfrontiert, über und über vereist und ganz und gar nicht den Eindruck erweckend dass sie leicht zu meistern sei. Geschockt und eingeschüchtert von dem Bild sackte die junge Frau in die Knie und seufzte. Kamui trat jetzt zu ihr.
„Ist zum Glück nicht sehr hoch“, begann er scheinbar ein Selbstgespräch während er Umhang und Rucksack neben der Elfe auf dem Boden verstaute, gefolgt von Excalipoor. Nun kniete er sich vor seinen Rucksack und förderte ein Seil zutage welches er sich sogleich wie eine Schärpe umhängte. Prüfend beäugte er die Manschetten an seinen Unterarmen, ein leichtes Klicken ertönte und mit schnappendem Geräusch schnellten Krallen aus ihrer Vorrichtung hervor.
„Wenn ich oben bin hole ich erst das Gepäck und dann dich mit dem Seil hoch, okay?“
Ohne eine Antwort abzuwarten (und ohne mit so einer zu rechnen) wandte er sich der Felswand zu und suchte sie nach einer geeigneten Einstiegsstelle ab, Bergsteigen gehörte offensichtlich ebenfalls zum genetischen Repertoire eines Klonkriegers. Als er endlich fündig würde, versenkte er eine Kralle im Gestein und zog sich nach oben.
Vinni hatte sich unterdessen immer noch nicht wieder gefangen und verharrte regungslos am Boden. Hatte sie sich schon den ganzen Tag wie ein Klotz am Bein gefühlt, so hatte ihre Stimmung nun wohl ihren absoluten Tiefpunkt erreicht. Wie Gepäck war sie nun also, nur ein anderes Wort für Ballast. Das bedrückte die junge Frau sehr und sie wusste nicht recht wie sie mit ihren Empfindungen umgehen sollte.
Kamui währenddessen hatte sich schon gute sieben Meter emporgearbeitet und auch wenn er hin und wieder am Eis abrutschte, so bestritt er den Aufstieg souverän und zügig.
Seine Begleiterin jedoch mochte dieses Geschick nicht beeindrucken, immer noch war sie bedrückt und fühlte sich unnütz, so registrierte sie auch nicht dass der junge Krieger mittlerweile mehr als die Hälfte der Wand gemeistert hatte und allmählich sogar Gefallen am Bergsteigen fand.
Die Elfe dachte nach. Mach einfach das beste draus, hat er gesagt, in ihren Ohren klang das einfach nur zynisch, Vinni hatte in ihrer Lethargie einfach keinen Schimmer was sie tun sollte. Allmählich spürte sie ihre Beine wieder und das Ausmaß ihrer jämmerlichen Verfassung wurde ihr gewahr und sie sehnte sich in all ihrem Selbstmitleid auf einmal nach Wärme und Vertrautheit.
„Hah!“, stieß Kamui in mittlerweile gut fünfzehn Metern Höhe hervor, denn er hatte eine besonders knifflige Passage überwunden, bald hatte er das Ende erreicht und das in rekordverdächtiger Geschwindigkeit wie er zufrieden feststellte.
„Das beste draus machen...“, murmelte Vinni vor sich hin. Einem Schlafwandler gleich, streifte sie ihren nassen Mantel ab und entfaltete ihre Engelsschwingen. Wohltuende Wärme breitete sich in ihrem Körper aus und alles Ungemach war mit einem Schlag vergessen und endlich konnte sie wieder klar denken.
„Das beste, ja...“ Sie lächelte und warf nun das erste Mal einen Blick auf den Fassadenkletterer Kamui, der seinem Ziel zum Greifen nah war. Ungefähr ein Meter trennte ihn nun noch vom Erfolg seiner Klettermission, ein Meter den er ebenfalls mit Leichtigkeit überwinden würde, ein kleiner lächerlicher Meter und er rutschte wieder einmal am Eis der Wand aus, ein Meter und das Gestein gab unter seiner Kralle nach, ein Meter und auch der Fels unter der zweiten Kralle begann bedrohlich zu bröckeln, ein Meter und...
„Schaffst du’s?“
Vom Ende der Steilwand grinste ihm Vinni entgegen und reichte ihm die Hand.
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Soderle, das wäre Teil 1 !__! Habe meinen Part mal gesplittet um der Welt die Gelegenheit zum Spammen zu geben und weil das alles sonst ein wenig ZU lang wäre
Ansonsten noch ein Hallo an Lift, ich nehme hiermit Wetten an wann er sich das nächste Mal meldetSelbes gilt für Arty und das ganze andere Gesocks das sich jetzt von CT zu CT schleift ò_Ó

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Selbes gilt für Arty und das ganze andere Gesocks das sich jetzt von CT zu CT schleift ò_Ó



