@Vinni:
Hat Kamu schon gemacht und joah, es scheint da doch ne Möglichkeit zu geben

Zum Abschluss des Tages hatte ich einen "kleinen" kreativen Schub und fing an einen Storypart zu schreiben. Begleitet von den Liedern "Haunted" und "Field of Innocence" konnte ich irgendwie nicht mehr aufhören

Tja und nun kommt etwas, was es länger nicht mehr gab. (Zumindest nicht von mir )
Post alà Lion in ÜBERLÄNGE!

Viel Spaß beim lesen
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Lions Augen waren geschlossen. Er atmete noch, zwar stockend, aber sicher. Immernoch konnte er den immensen Druck der Schattenbänder seines Gegners spüren, sowie die Stimme von jenem, der sein Leben zu beenden drohte.
“Soll ich noch ein wenig mit dir spielen? Dich quälen? Ich könnte auch… deine Seele durchsuchen, dich am Leben lassen und dir das nehmen, was dir am wichtigsten erscheint. Ja.. Das würde dich sicher quälen oder?”
Der junge Mann ballte die Fäuste. “Wag.. es nicht einmal du… Bastard..”
Bei dem bloßen Gedanken daran, seine Geliebte noch mal sterbend zu Wissen, machte ihn rasend. Seine Gedanken fokussierten sich auf die Schönheit, für welche er so tiefe Gefühle hegte.
“Salagia heißt sie? Schöner Name, sicherlich auch ein schönes Kind.”
Lion zuckte zusammen. Während an sie dachte, hatte der dunkle Magier die Gelegenheit genutzt seine Gedanken auszuspionieren.
“Wenn du ihr was tust, wirst du Höllenqualen leiden… das Verspreche ich dir, Abschaum..”
Der alte Mann lachte.
“Schau dich an, du mickriger Schwächling, du bist am Boden gefesselt und nicht einmal mehr in der Lage aufzustehen und da wagst du es MIR zu drohen?”
Der Magier drückte seine ausgestreckte Faust fester zusammen, sodass die Schattenbänder Lion auf noch heftigere Weise die Luft abschnürten.
“Es muss doch irgendeinen Ausweg geben, verdammt!” dachte er sich. Er versuchte sich zu konzentrieren. Er musste seinen Feind irgendwie ablenken. Irgendetwas… ein kleiner Funke würde reichen, der ihn ablenken würde, das würde Lion die Möglichkeit verschaffen, sich zu befreien.
Mit Mühe öffnete er ein Auge und starrte in das, durch die Kutte verhüllte, mögliche Gesicht des Mannes in der schwarzen Kutte.
“Ich muss.. es schaffen….”
Er versuchte jegliche Energie in seinem Körper zu mobilisieren. Jegliche Restkraft. Er dachte an alles was er schon erlebt hatte. Der Kampf gegen Zodiak kam ihm wieder in Erinnerung, wo er schon einmal alles gegeben hatte.
Ihm war mehr als bewusst, dass er auch hier alles geben musste, wenn auch sein Gegner um einiges schwächer ist als Zodiak es war, jedoch war Lion diesmal alleine.
“Ich habe.. noch ein Ziel zu erreichen… und das wird niemand verhindern…”
“Ich habe genug von deinem Geschwätz Lion, folge deinem Meister in das Reich der Toten.”
Die Bänder drückten noch stärker zu, sein gesamtes Leben zog am inneren Auge des jungen Mannes vorbei, das letzte Bild, welches er klar vor sich sah, war seine Liebste mit ihrem schönsten Lächeln.
“NICHT hier.. und NICHT jetzt!”
Plötzlich sprangen die Fesseln der Schatten in alle Richtungen ab und ein helles rotes Licht blendete den Bruder seines ehemaligen Meisters.
Als er langsam wieder die Augen öffnete und sich wieder an die gewohnte Beleuchtung gewöhnte, erschrak der alte Mann.
“Was zum…?!”
Lion stand dort, sein Körper komplett in Flammen gehüllt, doch waren sie nicht unkontrolliert wie zuvor und peitschten zu jeder Seite, sondern umschlungen den jungen Mann und bildeten eine feurige Aura.
“Auch das wird dir nicht helfen!”
Abermals streckte der alte Mann die Hand aus und ließ Blitze aus Dunkelheit auf seinen Gegner zuschießen.
Lion machte keine Anstalten auszuweichen. Seine verengten Augen ließen seinen Gegenüber nicht auch nur für eine Sekunde aus dem Fokus weichen, während die Schattenblitze von der flammenden Aura verschluckt wurden.
“Es scheint… ich bin nun am Zug…”
Lion streckte seine Arme nach vorne und bildete zwei magische Kugeln, die eine aus Eis, die andere aus Feuer.
Er schlug mit beiden Händen auf den Boden auf und sofort begannen ein Flammen- und ein Eisstrahl ihren Weg zum Ziel anzutreten.
Der dunkle Magier drehte sich um und wollte laufen, da er die Stärke dieses Zaubers fürchtete, doch der Flammenstrahl zog sich im Kreis um ihn herum und hüllte ihn ein. Wie in einem Käfig aus loderndem Feuer gefangen, bewegte sich Lions Gegner keinen Zentimeter.
Der Strahl aus gefrorenem Wasser bildete eine Linie am Boden und ließ eine weiß-bläulich glitzernde Wand aus dem Boden emporragen.
Es begannen sich heraustretende Spitzen an der Wand zu formen, welche den dunklen Magier fokussierten. Plötzlich schossen besagte Spitzen, wie scharfe Lanzen auf ihr Ziel zu und durchbohrten sowohl die Flammenwand, als auch den darin Gefangenen.
Blutend sackte der alte Mann zu Boden. Keuchend. Schwitzend. Bald sterbend.
“Es ist noch…. Nicht.. Vorbei… Lion..!”
Ein letztes mal hob der Mann in der schwarzen Kutte die Hand, nicht bemerkend, dass der Flammenkäfig in sich zusammenfiel, um den Gefangenen, wie ein Tsunami, unter sich zu begraben.
Die flammende Aura um den Körper des Jünglings verflog. Er sackte in die Knie und verlor das Bewusstsein.

Lion wachte auf. Schaute sich um. Er hatte Verbände am Körper und lag in einem Bett. Auf dem Tisch daneben stand eine Schüssel mit etwas essbarem und ein Becher mit Wasser. Er setzte sich aufrecht hin, als jemand durch die Tür gehuscht kam.
“Du bist wach!” sagte ein Mann mittleren Alters und lächelte.
“Was..?” Lion fiel es schwer anständig zu sprechen. Sein Körper hatte sich noch nicht ganz regeneriert.
“Du hast zwei Tage geschlafen. Du warst scheinbar völlig ausgelaugt von dem Kampf gegen ihn…”
“Zwei Tage?
Der Mann nickte.
“Ich möchte dir im Namen unseres Dorfes danken, Lion. Du hast uns von diesem Unmensch befreit. Rechtmäßig bist du nun der Eigentümer des Turmes und den darin liegenden Dingen. Du bist der neue Meister.”
“Ich… brauche nur ein Buch daraus.”
“Aber..”
“Kein aber. Ich brauche nur ein Buch und dann bin ich wieder weg.”
Der Mann lächelte und nickte.
“Trotzdem danke..”
Lion lächelte und stand auf. Er betrachtete seine Kleidung, welche über einem Stuhl hing.
“Na toll.. Das Zeug kann ich wohl vergessen.”
“Ich kann dir..”
“Nein danke, du brauchst mir nichts zu geben. Ich werde mir aus dem Turm etwas nehmen, aber danke.” Der junge Mann grinste.
“Na gut..”
Lion ging, nur bekleidet mit Unterwäsche, aus dem Haus in Richtung des Turmes. Langsam öffnete er das Tor und ging hinein. Draußen war es hell, da die Sonne schon seit geraumer Zeit aufgegangen war.
Als erstes führte Lions Weg zu einem, alt aussehenden, Schrank. Er wühlte einige Zeit darin rum und fand eine zusammengelegte Ausrüstung, welcher ein Zettel mit seinem Namen darauf beilag.
Er nahm den Zettel und betrachtete die Rückseite.


Lion, ich hoffe, dass du dies hier bemerkst, wenn du auf deinen Wegen hierhin zurückkehrst. Ich habe diese Sachen für dich zurückgelegt. Sie sind ein Zeichen dafür, dass du mein bester Schüler bist. Ich hoffe sie werden dir gute Dienste leisten. Zwischen den Gewändern liegen zudem einige Schriftrollen, welche dir unter Umständen mal nützlich sein könnten.
Ich hoffe, das du ein anständiger Mann geworden bist.
Du weißt, du bist wie ein Sohn für mich gewesen und so wird es immer bleiben. Ich werde immer über dich Wachen, vergiss das nicht.
Dein Freund und ehemaliger Meister



“Ich danke dir…” Lion kniete nieder und schloss seine Augen, um dem Mann, der wie ein Vater für ihn gewesen war, seinen Dank auszusprechen.
Er zog die Dinge, welche dort zusammengelegt waren an und betrachtete sich in einem Spiegel. Auffällig schimmerte die Robe, welche er trug in einem dunkleren Rot, verziert mit Goldenen “Rahmen”. Ein Mantel in derselben Farbe baumelte seinen Rücken runter und war mit einer Kapuze versehen. Zuletzt war noch der alte Wanderstock seines Meisters dabei, in welchen sowohl sein Name, als auch der von Lion eingeritzt waren.
Der junge Mann lächelte.
Langsam begab er sich zu den Treppen und stieg sie empor, in der Hoffnung in einem der Bücher einen Weg zu finden, damit Salagia sich wieder an ihn erinnert.
Stunden verbrachte er dort oben, las ein Buch nach dem anderen. Der Tag zog langsam vorbei und es wurde dunkel, als er an dem letzten Buch ankam.
“Wenn hier auch nichts drinsteht…”
Er blätterte die Seiten durch und hoffte eine Antwort auf seine Fragen zu finden. Vergeblich. Er seufzte und legte das Buch zur Seite. “Mist.. Ich hatte so sehr gehofft hier etwas zu finden..”
Langsam ging er hinaus auf den Bereich vor dem Turm. Der Kampf hatte dem Boden ganz schön zugesetzt, jedoch dürfte dies bald wieder ausheilen.
Lion schaute hinauf in den Himmel. Es war eine wolkenlose Nacht, in welcher tausende von Sterne, die den Mond zu begleiten schienen, aufleuchteten.
“Was soll ich nur tun…” flüsterte der Mager in die Nacht hinein.
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@Kamu
Und damit gerechnet, dass ich das so schnell über die Bühne kriege? *g*