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Thema: Frank Miller's "300"

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  1. #1
    Zitat Zitat von es Beitrag anzeigen
    wovon redest du überhaupt? politische brisanz bei einem fantasycomicactionstreifen wie 300? monster? ninjas? zauberer? riesige transvestiten mit runtergepitchten stimmen? hallooo? propaganda? wofür? sparta?
    Es lässt sich ja wunderbar auf die aktuelle politische Situation übertragen. Sparta, Teil von Griechenland, Wiege der westlichen Kultur gegen die Perser, den Vorfahren des heutigen Irans. Keine Ahnung, wie sich das politisch auswirken wird, aber die realen Reaktionen zeigen ja, dass der Film irgendwas anrührt. Und dass der Iran wiederum den Film für antiwestliche Propaganda missbraucht, führ zu weiterer Spannung, die ohne den Film nicht möglich gewesen wäre.
    Aber okay, das ist natürlich alles spekulativ und vielleicht hat's überhaupt keine Folgen.

    Propagandistisch finde ich den Film aber auf jeden Fall. Ideologien lassen sich in fiktiven Stoffen auch ohne jeden Realitätsbezug verbreiten. Es fällt einfach auf, dass die spartanischen Krieger, auf deren Seite man sich als Zuschauer befindet, die einzigen "richtigen Männer" sind. Die Perser sind zum Teil schwarz oder asiatisch, sind androgyn oder monsterhaft oder verstümmelt, aber auf jeden Fall schwächlich und feige. Intellektuelle und Politiker sind alle verlogen und auf den eigenen Vorteil aus (klar ist Politik oft korrupt, aber der Film stellt das Militär (zumindest das spartanische) als viel ehrenhafter dar, was ich grotesk finde) und wo hier so schön an Rasse und Profession ausgelotet wurde, welches gute und welches böse Menschen sind, verwundert es kein bisschen, dass der einzige spartanische Überläufer ein Krüppel ist.
    Also das fand ich wirklich ekelhaft und abstossend. Zum Glück ist der Film auch sonst nur mittelmässig, sonst würde es mich vielleicht aufregen, dass ich mein Gehirn nicht ausschalten konnte.

  2. #2
    Zitat Zitat von Pyrus Beitrag anzeigen
    Intellektuelle und Politiker sind alle verlogen und auf den eigenen Vorteil aus
    nicht wirklich. die religiösen waren korrupt und der eine vergewaltigerkerl da. die anderen waren nur falsch informiert.

    abe worüber reden wir hier überhaupt >.<

  3. #3
    Zitat Zitat von es
    nicht wirklich. die religiösen waren korrupt und der eine vergewaltigerkerl da. die anderen waren nur falsch informiert.
    Wie auch immer, ich fand das Bild der Politiker jedenfalls sehr verzerrt (etwa auch wie sie immer geschlossen hinter dem Verräter auftauchen). Es geht mir ja auch nicht um die einzelnen Details, sondern darum welches Gesamtbild daraus entsteht.

    Zitat Zitat von Ianus
    Was ist mit der spartanischen Missgeburt?
    Ja, danke für das Stichwort. Nicht genug damit, dass er als einziger überläuft, auch seine Eltern waren doch schon Abtrünnige. Seine Deformierungen sind also eine Art Strafe für die Erbsünde Sparta verlassen zu haben?
    Also irgendwie habe ich damit echt Mühe.

  4. #4
    und bei Herr der Ringe erst, diese hässlichen feigen monster aus dem osten, die alle unehrenhaft sind und der verräter Gollum ist auch noch ein verlogener krüppel! die elben sind ganz klar sinnbildlich für herrenrasse und leitkultur, denen nur die menschen gleichwertig sind, die ihre kultur wahren und sich nicht von außen beeinflussen lassen, wie man an dem verfall von gondor sieht, überhaupt sind die politiker korrupt und müssen durch krieger, die dann den thron übernehmen, abgelöst werden! zum glück sind alle könige und weisen auch krieger und metzeln auch sofort die dunkelhäutigen aus dem wilden barbarischen süden ab! oder man denke nur an grima schlangenzunge, der zudem noch wie ein jude aussieht!!!

    ...mal im ernst, ich glaube wenn es wikinger wären und du dich nicht von irgendeiner blöden rechten zeitung hättest beeinflussen lassen, die ihn sich zunutze macht, wäre alles ok für dich und du hättest in 300 nur einen actionfilm gesehen. warum liest du sowas überhaupt? glaubst du auch, dass Anton Bruckner nazi-musik gemacht hat, weil er damals von der regierung zum volksidol für arische leitkultur stilisiert wurde?

    man kann in sehr viel mehr reinpacken, als drin ist ...und kontroversen haben schon viele filme ausgelöst, das macht den film aber längst nicht zu propaganda
    ...und wenn du sagst, dass die iraner ihn auch für sich auslegen, zeigt das doch schon, das sich jeder zurechtlegen kann, was er will, wenn er es nur sehen will ...und das wolltest du scheinbar, denn du hast ja schon vordem du den film gesehen hast, so über ihn geredet, von "ein bild machen" kann da nicht die rede sein

  5. #5
    Zitat Zitat von Serpico Beitrag anzeigen
    und bei Herr der Ringe erst, diese hässlichen feigen monster aus dem osten, die alle unehrenhaft sind und der verräter Gollum ist auch noch ein verlogener krüppel! die elben sind ganz klar sinnbildlich für herrenrasse und leitkultur, denen nur die menschen gleichwertig sind, die ihre kultur wahren und sich nicht von außen beeinflussen lassen, wie man an dem verfall von gondor sieht, überhaupt sind die politiker korrupt und müssen durch krieger, die dann den thron übernehmen, abgelöst werden! zum glück sind alle könige und weisen auch krieger und metzeln auch sofort die dunkelhäutigen aus dem wilden barbarischen süden ab! oder man denke nur an grima schlangenzunge, der zudem noch wie ein jude aussieht!!!
    Dies alles ist aber Wahrscheinlicher, als das 300 wirklich mehr Wirkung als vergleichbare Actionfilme haben wird. Es ist allerdings verzeihlich, da sich Toliken an Sagas und Ritterlegenden orientiert hat. Anachronistischer Inhalt passt zu anachronistischer Form.
    Zitat Zitat von Serpico Beitrag anzeigen
    ...und wenn du sagst, dass die iraner ihn auch für sich auslegen, zeigt das doch schon, das sich jeder zurechtlegen kann, was er will, wenn er es nur sehen will ...und das wolltest du scheinbar, denn du hast ja schon vordem du den film gesehen hast, so über ihn geredet, von "ein bild machen" kann da nicht die rede sein
    Das allerdings war reine Propaganda. Man kann im Iran eingesperrt werden, wenn man einen Xerxes-Bart trägt und damit das Prinzip der islamischen Leitkultur bricht. Die Erregung des Präsidenten ist nur ein Scheinmanöver. Der Film hilft dort unten dem Demokratisierungsprozess, haha.

  6. #6
    Herr der Ringe hat nicht diesen absoluten und reisserischen Tonfall. Es bricht keine Lanze für das Heldentum, sondern für kleine Antihelden. Herr der Ringe muss man anders interpretieren, ganz klar.

    Aber warum kommen als Alternativen zu meinen Interpretationen von 300 nur, die des gar nicht interpretierens? Dass hinter dem Film eine wahnsinnige symbolische Wucht steckt, wird wohl jeder gemerkt haben. Und mir passt da eben die Schlagrichtung nicht. In Spekulationen über weltpolitische Folgen werde ich mich sicher nicht weiter versteigen, aber ich persönlich komme mit dem Ton des Films auf jeden Fall nicht klar. Und auf Unterstellungen, dass mir das irgendwelche Zeitungen eingeflüstert hätten, kann ich verzichten.

    (sowieso, Bruckner und 300 in einem Satz! )

  7. #7
    Zitat Zitat von Pyrus
    Dass hinter dem Film eine wahnsinnige symbolische Wucht steckt, wird wohl jeder gemerkt haben.
    Nö, für mich ist das einfach nur ein Film über ein paar Spartaner, die gegen ein paar Perser kämpfen, mehr nicht.
    Okay, ich bin auch null polititsch aktiv oder interessiert, aber das hört sich in meinen Ohren kindisch an, so einen Film ernsthaft auf heutige politische Ereignisse zu reflektieren.
    Zumal der Comic ja schon ein paar Jährchen auf dem Buckel hat und Miller damals wohl kaum was Politisches damit aussagen wollte.
    Obwohl, dass der Film erst jetzt realisiert wurde, spricht vielleicht doch für einen politischen Hintergrund. Aber auch wenn es so wäre, ist mir das schnuppe. Ich sehe einfach einen mMn geilen Film und fertig.

  8. #8
    Ich fand den Film toll \o/

    Nein wirklich, der Film war nahezu perfekt (für eine Comicverfilmung mit historischen Hintergrund). Ich fand die Szene so geil, wo sie vor der verbrannten Stadt stehen, der eine schreit "hinter uns!" die drehen sich mit ihren Schilden und Speeren so schnell und elegant um, das kann ihnen kein GI nachmachen...

  9. #9
    Zitat Zitat von Pyrus Beitrag anzeigen
    Aber warum kommen als Alternativen zu meinen Interpretationen von 300 nur, die des gar nicht interpretierens? Dass hinter dem Film eine wahnsinnige symbolische Wucht steckt, wird wohl jeder gemerkt haben. Und mir passt da eben die Schlagrichtung nicht. In Spekulationen über weltpolitische Folgen werde ich mich sicher nicht weiter versteigen, aber ich persönlich komme mit dem Ton des Films auf jeden Fall nicht klar. Und auf Unterstellungen, dass mir das irgendwelche Zeitungen eingeflüstert hätten, kann ich verzichten.
    Der Comic hatte dieselbe "Wucht", bestand allerdings nur aus Schlachtszenen und dem Selbstmordversuch des Krüppels bevor er überlief. Die Kraft blieb dementsprechend auch im Film bei den Schlachtenszenen und jenen Szenen, die nicht nachträglich in die Handlung eingefügt wurden. Die ganze Handlung in Spartha hat den Film im Gegensatz zum Comic erträglich gemacht, dafür aber unguten politischen Touch hinzu geben. Ohne die Szenen ist das Werk ausschließlich Machoistisch.

    Aber abgesehen von diesen Szenen ist der Film was die Interpretationsmöglichkeiten angeht so ergiebig wie der "Fluch der Karibik".

  10. #10
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen
    Der Comic hatte dieselbe "Wucht", bestand allerdings nur aus Schlachtszenen und dem Selbstmordversuch des Krüppels bevor er überlief.
    Bitte, wer kannte den Comic, bevor es den Film gab? Bestimmt kaum einer der eingefleischten Kritiker, die Pyrus' Punkte noch um einiges übertreten.
    Und seine Argumente sind nicht haltlos, es stellt sich nur die Frage, wie bewusst die Stereotypen und martialischen Prämissen in den Film eingebaut wurden, und ob mit dem Ziel, den Zuschauer zu beeinflussen. Oder auch nicht, weil der Film für sich keinen echten Wahrheitsanspruch hat und die gleichen Prämissen in anderen Schlachtenepen in der gleichen Weise verwendet werden. 300s Setting ist nur geeignet, diese jetzt zum öffentlichen Thema zu machen, aber wenn schon sollte man gleich die Paradigmen des Genres diskutieren, das einfach auf Helden im Kampf mit schemenhaften Feinden besteht. Oder erkennen, dass der Film vorrangig kurzweilige Unterhaltung ist und bestenfalls vorhandene Resentiments weckt, aber an sich keine Propaganda darstellt.
    Der Film könnte zur Form der Darstellungsweise zwar zusätzlich Stellung beziehen, aber es ist verdammt nochmal auf kassentaugliche Unterhaltung ausgerichtet.

    Zitat Zitat
    Aber abgesehen von diesen Szenen ist der Film was die Interpretationsmöglichkeiten angeht so ergiebig wie der "Fluch der Karibik".
    Nicht wirklich, bei PoC ist das fiktive fest in die Handlung integriert, während es bei 300 ein Instrument ist, die ganz ursprüngliche Handlungsgrundlage interessant zu machen.
    Den Skelettpiraten oder den Meerestier-/D&D-Mindflayer-Mischungen kannst du nicht wirklich vorwerfen, dass die auf sie verwendeten Stereotypen auf reale Gruppen umgemünzt werden sollten. Okay, bei den wie üblich dummen Eingeboreren, die nur als Humoreinlage taugen schon, aber für die gibt es keine Lobby.
    300 bietet sich dagegen an, weil man tatsächlich einfache Ost-/West-Vergleiche bilden kann. Kann.

  11. #11


    This Thread is getting stupid.

  12. #12

  13. #13

  14. #14
    haha, du bist so uberhaupt nicht witzig

    und jetzt bring nen Spruch, vorzugsweise in Slang-Englisch oder wahlweise ein Bild selbstverständlich ebenfalls mit Slang-Englisch und dann sei still.

  15. #15
    Eine Geschichte, die über Jahrhunderte immer wieder dazu verwendet wurde, den Kampf von Helden gegen das absolute Böse zu besingen und zeitgleiche Kriege und Konflikte zu verklären, kann auch im Umfeld des jetzigen Irakdesasters und der Thematik des "clash of cultures" (Huntington) dazu verwendet werden, propagandistisch zu wirken oder auch nur als propagandistische Erzählung wahrgenommen zu werden. Also: Entweder äussert sich der Film zur Realität oder die Realität äussert sich zum Film. Das kann man praktisch auffassen, wie man will, mir persönlich ist die Debatte relativ schnuppe.

    Der Film selbst ist ein belangloses Brachialwerk, bei dem man das Hirn abschalten und sich gut zwei Stunden von homoerotischen Heroen im Kampf gegen Monster, Mutanten und Ninjas berieseln lassen kann. Empisch, zugegebenermassen, aber sicher nicht anspruchsvoll. Aber bitte: Wer will es schon immer anspruchsvoll? Ich hatte eine tolle Zeit im Kino (O-Ton ) und um das geht es ja. Und ich sage: Ähnlich wie Matrix darf man wohl jetzt erwarten, dass zu jeder sinnigen und unsinnigen Zeit auf diesen Film referiert wird.

    Ah, noch eine Randbemerkung: Pyrus hat Recht! Die Getreideszenen in filmischen Epen werden ganz klar überstrapaziert. Also, reicht.

    Und noch was: Ich hätte mir bei der Vorlage fast noch mehr rockige Musik als den üblichen Monumentalklassik-Mix gewünscht.

  16. #16
    Werde mir den Film ebenfalls ansehen.
    Allgemein gefallen mir solche,ich sag mal Antik angehauchten Filme,sehr gut,das Flair und die Umgebung stechen mir dabei besonders ins Auge.
    Mal sehen,vielleicht gehe ich mit meiner Freundin rein,wollten sowieso die Woche noch ins Kino gehen.
    Danach editiere ich meine Meinung.

  17. #17
    Hi!

    Habe den Film auch letzte Woche Donnerstag gesehen, und muss sagen: Geil!

    Von der Handlung her natürlich nicht soooooo anspruchsvoll, aber ich fands einfach geil. Ab und an muss einfach mal so ein stumpfer Film mit viel Schwertern und Blut sein, da kam 300 gerade recht. Halt son richtiger Männerfilm
    Besonders geil waren die Szenen die man schon aus dem Fernsehtrailer kennt wie die Szene in der Leonidas "Das ist Sparta schreit", da hat das ganze Kino in der Situation drauf gewartet, das konnte man förmlich spüren^^
    Sehr geiler Film, wirklich. Auch das Slo-Mo-Gemetzel kam immer wieder gut.

  18. #18
    Zitat Zitat von Pyrus Beitrag anzeigen
    Keine Ahnung, wie sich das politisch auswirken wird, aber die realen Reaktionen zeigen ja, dass der Film irgendwas anrührt.
    Die Reale Reaktion war in etwa dieselbe wie bei Sin City: Wieder mal ein guter Actionfilm ohne viel Hirn dahinter, huzza! Ich habe nicht vernommen, dass sich jemand der linken Kritiker aufgestanden und bemängelt hätte, dass die Kirche, die Politik und die Wirtschaft als voll von Sexualmördern dargestellt wurde.

    Zitat Zitat
    Es fällt einfach auf, dass die spartanischen Krieger, auf deren Seite man sich als Zuschauer befindet, die einzigen "richtigen Männer" sind.
    Was ist mit der spartanischen Missgeburt?

  19. #19
    Zitat Zitat von Ianus Beitrag anzeigen

    Was ist mit der spartanischen Missgeburt?
    Und wenn man weiter überinterpretieren möchte könnte man auch sagen, dass das Perfektionsdenken der Spartaner die Niederlage einleutet. Immerhin ist es gerade diese Missgeburt, die durch den Verrat den 300 das Genick bricht. Das ganze kannste dir immer so hinbiegen wies dir gerade in den Kram passt.

    Aber die Diskussion rund um das Propaganda Gedöns ist sowieso mehr als unnötig und imho kein fundierter Kritikpunkt.

    Ob wirs hier wohl noch bis Post 300 schaffen....?

    Geändert von Duke Earthrunner (17.04.2007 um 18:17 Uhr)

  20. #20
    Zitat Zitat von Duke Earthrunner Beitrag anzeigen
    Ob wirs hier wohl noch bis Post 300 schaffen....?
    I don't think so.


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