-
General
Cyrodiil, Ayleidenruine Vindasel
Aurel, der sich so schnell wie möglich dem Lich näherte, beobachtete fassungslos Artons Überlebenskampf. Er wollte helfen... er musste helfen. Und doch konnte er nicht schnell genug zu dem Ungetüm vordringen, um eingreifen zu können.
Er starrte auf den Lich, welcher regelrecht Vergnügen bei dem zu verspüren schien, was er dem Waldläufer antat. Ein solches Vergnügen, dass er den Rest der Abenteurergruppe zu vergessen schien.
Aurel verspürte einen nie gekannten Zorn. Er hatte gegen Orks gekämpft, gegen Nordkrieger und auch gegen Dunkelelfen, aber immer waren es Gegner aus Fleisch und Blut gewesen, lebende, fühlende Wesen wie er, die Ehre, Furcht, Mitgefühl kannten, egal, welche Grausamkeiten der Krieg sie auch manchmal tun ließ.
Dieses Ding aber, das Arton auf so grausame Weise malträtierte, war das körperlich gewordene Böse. Boshaftigkeit, Grausamkeit, Blutdurst, der sich in einem Körper manifestiert hatte. Was auch immer der Lich zu Lebzeiten gewesen war, ein mächtiger Zauberer oder ein großer König, nichts war in dieser Kreatur mehr davon übrig geblieben.
Rasend vor Zorn sah Aurel dem Lich bei seinem furchtbaren Tun zu, während er sich mit immer schnelleren Schritten dem Untoten näherte. Sein Schwertarm erhob sich zu einem Hieb, wie er ihn noch nie geführt hatte. All seinen Zorn legte er hinein, und ein gewaltiges Krachen, das Geräusch berstender Knochen, ertönte, als Aurels Schwert den Lich traf. Verzaubertes Silber schnitt wie durch Butter durch die Knochen des Schlüsselbeins des Untoten und wurde erst vom Brustpanzer aufgehalten, nachdem es beträchtlichen Schaden angerichtet hatte.
Der Lich fuhr herum, und ein Fauchen erfüllte die Kammer.
„Wurm, du wagst es...“
Aurel ließ den Lich weder ausreden, noch eine Handlung ausführen. Er riss dem Monstrum sein Schwert aus dem Leib und hieb erneut auf es ein. Diesmal, zur Überraschung des Untoten, welcher seinen Stab erhoben hatte, um den Schlag abzuwehren, aber tiefer. Wieder ertönte das Geräusch berstender Knochen, und der Lich knickte plötzlich ein. Aurel hatte ihm eines seiner ungepanzerten Beine vom Leib getrennt, und während der Lich zu Boden fiel, löste sich seine Krone von seinem vermoderten Haupt.
Das Fauchen des Lichs wurde nun zu einem hohen Kreischen, und Aurel nahm darin mit Befriedigung etwas wahr, was vorher nicht in der Stimme des Untoten gewesen war... Angst.
Er schaute zu der schussbereiten Waldelfe und zu der Dunmerzauberin und rief ihnen hastig drei Worte zu, während er die Krone mit dem Fuß von dem Lich wegstieß.
„Kiara, Arwen... jetzt!“
...
-
Turn to page 394
Wie gelähmt hatte Arwen gesehen, was das Ungeheuer mit dem Kaiserlichen tat. Sie war nicht einmal fähig gewesen sich zu bewegen, zu schreien oder irgendetwas zu tun. Es war, als hätte die Zeit still gestanden und selbst ihr Atem hatte gestockt. Sie fühlte sich irgendwie außerstande, as Gesehene zu begreifen, wirklich zu realisieren. Arton, der sich durch Horden von Daedra gekämpft hatte, starb hier. Irgendwo da draußen. Durch diesen Lich. Sie hatte doch nur ein Artefakt holen wollen. Und selbst das in fremdem Auftrag. Einfach holen und abgeben und Belohnung kassieren. Es hatte so einfach geklungen. Und war zu einem Albtraum geworden.
Noch immer regungslos und erstarrt vor Entsetzen sah sie, wie der Bretone mit seinem Schwert auf den Lich eindrang und sie kontne seine Wut, seinen Haß, seine Trauer fast greifbar spüren. Und war selbst doch noch immer wie gelähmt. Und empfand plötzlich wilden unbändigen Hass auf Malukhat. Hätte der Erzmagister sich nicht aus dem Staub gemacht, wäre er hier gewesen.... Sie war sicher, dass es anders ausgegangen wäre. Dass sie keinen Toten in der Gruppe gehabt hätten. Sie wusste selbst nicht, warum sie dachte: "Das hätte er einfach nicht zugelassen!" Aber er hatte es zugelassen. War verschwunden. Dabei hatte sie - Arwen - sich eingebildet, dass er etwas für sie empfunden hatte. Einen Hauch von Interesse. "Närrin", schalt sie sich selbst. Dieser Erzmagister war eher ein Erzhalunke, der nur für sich selbst Gefühle hatte.
Dann landete sie fast abrupt wieder in der Gegenwart, sah den Lich fallen, die Krone rutschen und hörte Aurels auffordernden Schrei, mit welchem er sie und Kiara rief. Und ohne nachzudenken ballte sie ihre magische Kraft zusammen, konzentrierte sich und ließ einen Feuersturm auf den Lich los. Feuer und Untote vertrugen sich nie gut. Und hoffte nur, dass die Waldelfe ein paar ordentliche Pfeile hinterher schoss.
Stichworte
Berechtigungen
- Neue Themen erstellen: Nein
- Themen beantworten: Nein
- Anhänge hochladen: Nein
- Beiträge bearbeiten: Nein
-
Foren-Regeln