Die Schwärze, die Karrods Sinne erfasst hatte, wich plötzlich dem Schwarz des verkohlten Bodens, der plötzlich wenige Meter unter ihm erschien. "Was zum -" Karrod schlug hart auf dem Boden auf. Hätte er nicht instinktiv die Arme vor sein Gesicht gerissen, hätte er sich wohl ernsthaft im Gesicht verletzt. So kam er mit einer leichten Prellung am linken Unterarm einigermassen glimpflich davon. Wäre ein bisschen früh für ein Schädeltrauma..., dachte er sich, als er benommen am Boden lag.
Als jedoch plötzlich Kampfgeräusche an sein Ohr drangen, sprang er blitzartig auf - die Benommenheit war vom einen Moment auf den nächsten wie weggeblasen. Er sah Drakos, welcher von zwei Scamps bedrängt wurde. Er zog sofort sein Schwert und band sich den Glasschild, den er auf dem Rücken unter dem Umhang trug, los und wollte dem Argonier zu Hilfe eilen, als er den dritten Scamp bemerkte, der sich gerade zu überlegen schien, ob er sich auch auf Drakos oder doch lieber auf den Bretonen stürzen sollte. Karrod fühlte sich etwas gekränkt, er glaubte kaum, dass Argonier so viel besser schmeckte als Bretone...
Er nahm dem Daedra die Entscheidung ab und eilte auf ihn zu. Er versuchte, den Daedra in die Defensive zu drängen, indem er ihn, die Wucht des Aufpralls nutzend, mit dem Schild umstoss, doch das Viech war erstaunlich zäh und schnappte postwendend mit seinen scharfen Krallen nach Karrods Gesicht. Verflucht, ich sollte mir bei Gelegenheit einen Helm besorgen, fluchte Karrod, der bis zu jenem Zeitpunkt zu eitel war, einen dieser hässlichen Glashelme anzuziehen. Zudem war es ohnehin schwer genug, eine dunkelgrüne Variante aufzutreiben - in Cyrodiil sah er bisher nur diese neumodischen, grasgrünen Dinger.
Die Geschichte war schnell beendet - als der Scamp mit der linken Pranke nach ihm schlug, wehrte er mit dem Schild ab, wich dabei auf die andere Seite aus und rammte dem Daedra die Klinge bis zum Heft in die Brust.
Er war gerade daran, seine Klinge zu säubern, als Asharr und Kamahl erschienen und ähnlich unsanft landeten. Sie hatten das Empfangskomitee verpasst, aber was soll's, es gab ja hoffentlich noch einige Gegner mehr hier - ein bisschen mehr Action durfte es dann doch noch sein.

Wenig später machten sie sich zu dem grossen Turm auf, der in der Ferne zu sehen war. Nach Karrods Empfindung sah das Ding sehr bedrohlich aus, mit all seinen Zacken und Dornen... kein Ort, an dem er hätte wohnen wollen.
Langsam wurde er unruhig. Sie waren nun schon geraume Zeit unterwegs, ohne dass sich ein Daedra blicken liess. So gefährlich ist's hier nun auch wieder nicht, die Leute übertreiben wohl wieder mal..., dachte sich Karrod bei einem ersten Anflug von Langeweile.
"Sagt, Kameraden, woher rührt eigentlich euer Interesse an dem Tor?", fragte Karrod, der bisher angenommen hatte, es sei ebenfalls die Aussicht auf Abenteuer, die sie zu dieser Unternehmung anstiftete.
Doch sie hatten keine Gelegenheit mehr, ihm zu antworten, denn just in diesem Moment erschien ein Deadroth, dicht gefolgt von einem Sturmatronarchen. Konzentration war gefragt.
Während der Argonier sich um letzteren zu kümmern begann, blieb ihm und den zwei anderen der Daedroth. Zusammen mit Asharr und Kamahls Unterstützung aus der Ferne streckten sie das Monstrum nieder - es überragte Karrod zwar um ein grosses, doch einem gut geführten Stahllangschwert und einem wuchtigen Kriegshammer hatte es nicht sonderlich viel entgegenzusetzen.
Drakos, welcher mittlerweile von der Bildfläche verschwunden war, tauchte plötzlich wieder auf. Es schien, als wäre er mit dem Atronarchen fertig geworden. Doch der Kampf war kaum beendet, ging es schon wieder los: Sie waren gerade dabei, die Zähne des Daedroths herauszubrechen (angeblich bezahlten die Alchemisten gut dafür), als plötzlich die dröhnende Stimme eines Dremoras erklang, die ihn erschaudern liess. "Ihr habt in unserer Heimat nichts zu suchen doch werdet ihr gute Trophäen abgeben!"
Dreck, dachte Karrod missmutig und duckte sich sofort hinter seinen Schild, als ein Pfeil wenige Meter entfernt in den Boden einschlug. Sechs Dremora-Schützen, wie es schien. Merkwürdig, dachte Karrod, keine Nahkämpfer? So hatten sie jedenfalls leichtes Spiel: Erst mal bei den Schützen angelangt, wäre die Sache schnell beendet.
Da schwirrte ein Pfeil über seinen Kopf hinweg - Kamahl gelang es, einen der Dremoras auszuschalten. Blieben noch fünf... zu viele, als dass er sich ihnen nähern konnte, ohne gleich von Pfeilen gespickt zu werden. Doch für was hatte er im Marktviertel einen Unsichtbarkeits-Trank gekauft? Den schluckte er jetzt und eilte sofort weg von der Gruppe, damit die Schützen nicht ihn als nächstes Ziel auserkoren, solange sie seine Position noch erahnen konnten.
Während das Geplänkel zwischen den Daedra und ihrer Gruppe begann, schlug er einen grossen Bogen um die Feinde und begann, sich von hinten zu nähern. Der Schlag musste sitzen - die Wirkung des Trankes würde nicht ewig anhalten und einmal zugeschlagen, würde sie ohnehin aussetzen...
Er erkor denjenigen, der etwas ausserhalb der Gruppe stand. Er trug eine Daedra-Rüstung, jedoch ohne Helm - er holte ordentlich aus und schlug ihm den Kopf ab. Nicht sonderlich edel, aber zweckmässig. Und schliesslich war dies ja auch kein Duell zwischen zwei ebenbürtigen Kriegern.
Einer weniger - doch er war nun wieder sichtbar und die Dremora waren zweifelsohne nicht sonderlich erfreut darüber, dass er einen der Ihren hinterrücks umgebracht hatte. Zwei der verbliebenen Vier warfen ihre Bogen weg und zogen schmale, lange Daedra-Dolche. Karrod hob den Schild - auf zum Zweikampf. War nur zu hoffen, dass keiner seiner Gefährten versehentlich ihn anstatt der Dremora traf...