Anscheinend war er noch einmal in Ohnmacht gefallen. Jedenfalls wachte Asharr langsam auf, und alles um ihn herum war still und schwarz. Als seine Sinne langsam wieder funktionsfähig wurden, war das erste, das er bemerkte, rasende Kopfschmerzen. Und Übelkeit Toll. Das hatte ihm gerade noch gefehlt. Mit einem halb eingeschlagener Kopf alleine in einer Ayleidenruine. Mit etwas Glück war er nicht weit vom Ausgang entfernt, doch sein Glück schien sich heute in Grenzen zu halten... Sein Kopf dröhnte wie die große Glocke einer Akatosh-Kapelle an einem Sundas zu Mittag. Langsam versuchte Asharr aufzustehen, was einen neuerlichen schub an Übelkeit mit sich brachte. Er musste die ganze Selbstbeherrschung zusammenkratzen, über die er im Moment verfügen konnte, um sich nicht übergeben zu müssen. Er stützte sich an einer Wand ab. Gut. Er war nicht mitten in einem Raum. Er wusste aus erzählungen, das manche Ruinen geradezu gigantische Hallen haben konnten. Vorsichtig streckte er den anderen Arm aus, was ihn fast stürzen ließ. Doch auch auf der anderen Seite war eine Wand. Er war also in einem Gang. Oder in einem Kerker oder in einem Loch...... Diesen Gedanken schob Asharr schnell wieder beiseite. Er machte einen vorsichtigen Schritt... noch einen... noch einen... und er fiel wieder hin. Verdammt, dachte Asharr.Ich muss hier raus. Wer weiß was für Viecher hier lauern. Mühsam holte er seinen Rucksack, der komischerweise immer noch bei ihm lag. Er verstand nicht, warum die Banditen, die ihn zusammengeschlagen hatten, ihn nicht auch ausgeraubt hatten. Er erinnerte sich nicht genau... da war doch irgendetwas gewesen, mit Kampfeslärm oder so... Er bekam seine Felsdflasche zu greifen, und trank das darin enthaltene Wasser mit gierigen Zügen. Er spürte, wie das Wasser angenehm kühl seine Kehle herunterlief. Danach fühlte er sich etwas besser. Wieder stand er langsam auf. Er spürte das Gewicht seiner Ebenerzrüstung wieder, und auch, wie sich sein Dolch schmerzhaft unter seinen Brustpanzer gebohrt hatte. Das war gut, seinen Sinnen war nun wieder halbwegs zu trauen, und der Schmerz weckte ihn vollends auf. Wieder ging er, einen Schritt nach dem anderen, und er begegnete keiner Wand. Also ein Gang. Immer schneller konnte er gehen, doch der Gang erstreckte sich immer weiter. Plötzlich machte der Gang eine Biegung, und Asharr rannte gegen die Wand. Hätte ich nur die Augen eines Kajiit, dachte Asharr und rieb sich seine Stirn, die auch noch bekanntschaft mit der Wand gemacht hatte. Er ging weiter, und es wurde etwas heller. Der kleine Gang, in dem er sich befunden hatte, mündete anscheinend in einen größeren, in dem es ein paar leuchtende Steine zu geben schien.
Wieder fiel Asharr auf den Boden. Er hatte eine ziemlich hohe Stufe übersehen, und war wieder schmerzhaft hingefallen. Heute war wirklich nicht sein Gückstag.
Er rappelte sich auf und sah sich um. Eine Tür! Hoffentlich führte diese nach draußen. Nur raus aus dieser verdammten Ruine! Warum war er alleine hineingegangen? Er hätte auf die Abenteurer warten sollen. Er hätte sich am liebsten selbst geohrfeigt, doch stattdessen ging er auf die Türe zu. Das einzige, das ihn vom rennen abhielt waren seine schwere Rüstung und seine Kopfschmerzen. Mit erheblicher Mühe stemmte er die türe auf.

Geblendet trat er ein paar schritte zurück. Er war draußen. Mit zusammengekniffenen Augen trat er in das grelle Sonnenlicht. Als sich seine Augen langsam an die Dunkelheit gewöhnten, sah er das ein paar Leichen draußen liegen. Offensichtlich Banditen, deren Überfall misslungen war. Also hatte es doch Kampfgeräusche gegeben. Doch waren die Abenteurer jetzt in der Ruine oder waren sie weitergezogen? Egal... Es war zu gefährlich ihnen jetzt noch nachzustellen. Am ende würden sie ihn noch für einen Banditen halten, und ihn umbringen.
In der Nähe lag ein umgefallener Baumstamm. Asharr setzte sich darauf, legte seine Rüstung und seinen Rucksack ab und entspannte sich ein bisschen. Die Luft tat ihm gut, und langsam hörte sein Kompf auf zu dröhnen. Dass ihn ein Bandit jetzt mit einem einzigen Pfeil töten könnte war ihm egal. Noch so ein Tag, und er würde glatt selbstmord begehen. Vielleicht war er zu alt für solche Abenteuer.Langsam bekam er Hunger, die Übelkeit verschwand. Er packte seine Vorräte aus seinem Rucksack und begann zu essen. Der Anblick der Leichen störte ihn nicht, von seiner Zeit bei der Legion war er schlimmeres gewohnt.

Als er gegessen hatte und ausgeruht war, war die Sonne schon etwas gesunken. Er laegte seine Rüstung wieder an, was einige Zeit in Anspruch nahm und von einigen derben Flüchen begleitet wurde. Schließlich schulterte er wieder Rucksack und Hammer, und machte sich auf die Suche nach einer Straße oder einem Weg. Das war nicht schwer, und schon bald fand er die Straße von der er gekommen war. Nur, in welche Richtung? Nach einigem Zögern ging er nach rechts. Falls es die Falsche Richtung war, würde er schon eine Herberge oder einen Hof finden, wo er übernachten konnte. Über diesen schlechten Tag sinnierend ging Asharr die Straße entlang. plötzlich hörte er mehrstimmiges Knurren. Die sicht war durch eine Wegbiegung versperrt. Er glaubte gehört zu haben, wie ein Schwert gezogen wurde. Asharr lockerte seinen Hammer und ging vorsichtig weiter. Tatsächlich wurde ein recht blasser Dunmer von einigen Bären verfolgt. Die Reflexe seiner Zeit als Legionär kamen wieder hoch.
"Haltet durch", schrie er und rannte, seinen Streithammer ziehend, auf die Bären los. Er hatte gerade noch Zeit, daran zu zweifeln, ob er schon wieder in form war, da war er schon heran. Er ließ seinen Streithammer mit vooler Wucht niederfahren, und traf tatsächlich die vorderpfote eines der Bären, der daraufhin abrupt stehen blieb, um dem neuen Gegner zu begegnen. Obwohl die Pfote gebrochen war, war der Bär immer noch Wehrhaft. Asharr entging dem vorschnellenden Maul des Bären durch einen raschen Rückwärtsschritt, doch vor dem darauffolgenden Tatzenhieb schützte ihn nur seine Rüsttung. Asharr stürzte, sofort warf sich der Bär auf ihn. Es war Asharr ein Rätsel wie er das mit einer gebrochenen Tatze anstellen konnte, doch die Tatsache bestand. Nun war sein Streithammer unbenutzbar. Er war froh, sich am Vortag einen Dolch gekauft zu haben. Das Problem war: wie sollte er hinkommen. Seine fähigkeiten waren nach den vorangegangenen Ereignissen noch nicht ganz wiederhergestellt, und der Bär war schwer. Sich mit einer Hand der wütenden Angriffe des Bärens erwehrend, tastete Asharr nach seinem Dolch. Nach einigen bissen und kratzern bekam er ihn schließlich zu fassen. mit einer so raschen bewegung, wie se ihm mit einem Bär über ihm möglich war, zog er seinen Dolch und rammte diesen dem Bären in die Herzgegend. Röchelnd brach der Bär über ihm zusammen. Mit letzter kraft hob er den Bären von sich. Hoffentlich war der Dunmer geschickt und stark. Sonst war dieser tot, und er auch, denn er konnte jetzt unmöglich gegen zwei Bären, und was sonst noch alles kommen mochte kämpfen. Er musste sich unbedigt ein paar Minuten und einen Heiltrank lang ausruhen.