Zu deinem Traum kam mir als erstes in den Sinn, dass der Stab eine interessante Rolle übernimmt - und gewissermassen als Phallus dastehen könnte. Das ist die übliche freudian'sche Deutung, würde ich mal sagen, daher lasse ich dich damit in Ruhe. Deuten kannst effektiv nur du selbst, auch wenn wir Freud-Jerks untereinander jeweils gegenseitig Träume gedeutet haben. Funktioniert hat's gut, weil wir alles voneinander wussten.
Egal. °x°

Wie hier im Sumpf auch schon erwähnt, habe ich etliche Freitodepisoden hinter mir, wovon eine ernst genug war, mich in die Psychiatrie zu bringen. Und dieser Moment, in dem die blanke Rasierklinge geruhsam und bestimmt deine Pulsadern hochführt, in dem sie dem pulsierenden Blut entgegenstrebt, es auf ewig zu entlassen - dieser Moment dauert eine Ewigkeit. Es ist tatsächlich so. Ja, die Sinne werden unheimlich geschärft, aber genauso getrübt; man nimmt alles nur noch durch eine Röhre wahr. Die Klinge, der Arm - dies ist sehr scharf, doch der Rest ist nur gedämpft wahrnehmbar. Und die Gedanken kreisen um die tragische Vorstellung, nun doch nicht seinen Platz in der Weltgeschichte einzunehmen, doch nicht für etwas Bedeutendes bestimmt gewesen zu sein - doch zugleich diese Vorfreude, endlich erlöst zu sein. Es sind Momente, die ich niemals vergessen werde. Und die ich nur ungern aus eigenem Antrieb wiederholen würde.

Zitat Zitat von Cipo
Leistung nicht im Sinne von tolle Arbeit, Geld, Haus, sondern von was erreichen, was irgendwie höher ist.
Genau diesen Drang trage auch ich in mir und es macht das Leben so leer.

Ich empfehle dir, falls noch nicht erfolgt, die Lektüre der wichtigsten Existenzialisten in meinem philosophischen Fundus Martin Heidegger «Das Dasein ist ein Sein zum Tode.» und Arthur Schopenhauer «Der Mensch kann zwar tun was er will, aber nicht wollen was er will.»
Vielleicht probier ich aber gerade, einen Geläuterten zu bekehren...

Es trifft sich gut, dieses Thema, weil ich so endlich einen Traum von mir darlegen kann, den ich gerade heute gehabt habe...

Und zwar werde ich auf einmal von einem Haufen Neo-Nazis in gelben Pullovern durch die Stadt gejagt. Kaum bin ich ein paar entkommen, da tauchen die Nächsten plötzlich aus einer Menschenmenge auf und greifen nach mir. Interessant ist, dass manche wirklich grosse Männer sind und manche sind viel kleiner und schwächer als ich.
Jedenfalls laufe ich vor denen davon und plötzlich bin ich an einem Hafen. Meine Verfolgungsträume spielen sich immer in dieser Szenerie ab. Da hat es ein grosses Lagerhaus und darein renne ich auch schnellstens. Sie sind auch da überall verstreut und haben noch Zeit, irgendwelche Sprüche zu klopfen, währenddem sie mich jagen.
Nachdem ich einen Zahn zulege, sind sie plötzlich abgehängt, ich renne aber weiter, eine lange Treppe hinunter; auf dem Weg begegne ich Passanten, Asiaten, Inder und Chinesinnen. Ich frage mich, wann das unendliche Treppenhaus sein Ende findet; das Haus hatte eigentlich einen Parterre-Eingang. Ich sehe also aus dem Fenster und sehe, dass ich noch weit, weit oben bin, renne also weiter herunter. Endlich erreiche ich eine Türe, die mich in einen dunklen Hof führt, vor mir ist eine Anhöhe aus Dreck und ich laufe nach oben um ein angrenzendes Dach zu erreichen. Ich sehe auf der anderen Seite nach unten, aber wieder nur gähnende Leere. Also versuche ich mich zu halten und runterzuklettern, aber plötzlich ist das Dach sehr hoch. Ich zögere, doch als ich fast runterfalle schwinge ich mich nach unten, klammere mich an der Regenrinne fest und diese biegt sich soweit nach unten, dass ich am Boden landen kann.
Ich laufe zurück, allerdings durch einige Seitenstrassen und schaffe es, die Meute zu umgehen. Offensichtlich hat sie mich woanders gesucht. Jedenfalls erreiche ich ausserhalb des Hauses meine Freundin; sie spricht mit einem Penner und einem grossen, stämmigen Bodybuilder. Sie glaubt mir nicht, dass ich verfolgt werde, denkt, ich übertreibe und sagt in etwa, ich sei ja eh schizophren.
Ich blicke hinter mich und da versammeln sich die Neo-Nazis wieder. Einer blickt mich verheissungsvoll an. Ich stupse meine Freundin an und zeige ihr die Verfolger, aber sie zuckt nur mit den Achseln. Auch mein hilfesuchender Blick an den Bodybuilder wird abgewiesen. Der Penner isst glaube ich währenddessen ein Eis.
Und da bin ich auch schon aufgewacht.

Zitat Zitat von Zerwas
[...] Ich persönlich denke ja, dass Träume nichts weiter als unsere Wünsche und/oder Ängste wiederspielen.
Ich denke, dass Träume bzw. Traumdeutung weniger über die Zukunft oder andere Personen Aufschluss geben können, sondern mehr über die eigene Person. Ist mal ein etwas anderer Ansatz.
Der Ansatz ist nichts Neues, sondern wurde von Freud und später Jung genauso fortgeführt. Die heutige Traumdeutung bedient sich noch genau den Erkenntnissen, die auf diesem Ansatz basieren.
Du kennst wahrscheinlich also eher esoterische Traumdeutung, die irrsinnigerweise von universellen Symbolen ausgeht; d.h. ein Affe bedeutet immer, dass dich ein Freund betrügen wird, obwohl die subjektive Assoziation mit einem Affen immer eine andere ist.

Die effektivste und 'korrekteste' Art, seinen Traum zu deuten, ist, eine Assoziationstabelle zu erstellen. Streiche Symbole und Ereignisse heraus und stelle sie in die Tabelle. In die nächste Spalte schreibst du, was dir dazu in den Sinn kommt usw.
Wie bei einer mathematischen Gleichung musst du am Ende nur die Assoziationen in den Kontext einfügen und wirst wesentlich schlauer über dein Unbewusstes sein.

Berichte von einem Licht am Ende des Tunnels erscheinen AFAIK in allen Kulturkreisen, also kann man, Cipolla, nicht von einer gehirngenerierten whatever Projektion sprechen, sondern muss, wie Zerwas schon sagte, ein anatomisches Phänomen zugrundeliegen.