@MagicMagor
Ich kenne mich mit anderen Spieleentwicklerszenen nicht aus, deswegen weiß ich nicht genau, was du mit ernsthaft meinst. Ist das in anderen Szenen wirklich so, dass ein Großteil der Spiele dort auch fertig wird? Es stimmt schon, der RPG Maker hat gegenüber anderen Tools und dem Selberprogrammieren den großen Vorteil, dass man so gut wie keine Kenntnisse braucht um damit ein Spiel zu erstellen; deswegen sind in der Makercommunity vergleichsweise mehr Gelegenheitsentwickler. Vielleicht werden die im Laufe der Zeit wirklich wegfallen, so dass am Ende nur noch der harte Kern übrigbleibt. Obwohl ich mir vorstelle, dass die meisten hier in der Community von sich behaupten würden, dass sie ernsthaft an einem Spiel arbeiten.

@real Troll
Die klassischen Heldengeschichten sind gar nicht mal das Problem; gut umgesetzt können die genauso gut unterhalten wie andere Geschichten und es ist auch nicht so, dass ich den Hypes hinterherweine (die sind ja immer ein zweischneidiges Schwert). Es ist mir nur aufgefallen, dass in diesem Jahr kaum neue hinzugekommen sind. Velsarbor und London Gothic sind schon älter als man denkt. Wenn ich mich nicht ganz irre, hat lachsen Velsarbor schon auf der Sommernato 2004 präsentiert, das ging mindestens bis zur Käferebene und die Vorstellung von London Gothic war auch 2004. Unabhängig davon sind das beides Ausnahmespiele, finde ich. Die meisten Spiele von der Hauptseite sind zwar solide umgesetzt, aber nichts weltbewegendes, wobei das nicht so negativ gemeint ist wie es klingt. "Die verlorene Epoche", oder "Reinkarnation" fand ich z.B. ziemlich nett gemacht.

@Topp
Bei Vorstellungen hat man auch kaum eine andere Wahl, als auf die Grafik zu schauen. Man weiß weder wie die Story umgesetzt wurde, noch ob die Spielmechanik so gut ist wie der Entwickler sie anpreist. Der Grafikfetischismus bezieht sich dann auch mehr auf die Screenthreads und Vorstellungen, denn ich kenne kaum eine Demo oder Vollversion, in der es so eine Grafikpracht zu bewundern gab. Ich hab es Fetischismus genannt, weil viele erwarten, dass alle Spiele wie die Screens aus dem Screenthread aussehen müssen und mMn seltsame Anforderungen an die Grafik gestellt werden; sei es nun die Fülle der Map, Lichteffekte, Schmetterlinge oder eben mathematisch korrektes Mapping.

Mit den "anderen Bereichen" meinte ich die Spielmechanik und das Geschichtenerzählen. Wie du ja vielleicht noch von dem Storythread weißt, bin ich was letzteres angeht gar nicht so anspruchsvoll, aber bei einem großen Teil der Makerspiele, die ich in letzter Zeit gespielt habe, dümpelte die Geschichte nur im Hintergrund vor sich hin und die Charaktere waren selbst für meinen Geschmack zu simpel gestrikt. Ich denke, das Problem ist hier nicht mal, dass die Leute keine Geschichte erzählen könnten, sondern dass einfach keinen so großen Wert darauf legen. Noch auffälliger wird das bei der Spielmechanik, die in vielen der Makerspiele zu sehr nach Schema F aufgebaut ist; sprich massenweise Kämpfe und lineare Dungeons.