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Thema: TXC-514/Kapitel 1

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Hi Bauzi,

    also erstmal ein paar Fehlerchen:

    "Zuerst fand er seinen Aktenkoffer nicht,
    den er jedoch glücklicher Weise nach einigen Minuten des Suchens unter seinem Schreibtisch fand. Dann fand er seine Kravatte nicht. (...)zu seinem Pech fand er dann auch noch seinen Schirm nicht"
    - Hier wird zu viel gefunden, oder?

    "(...) eine Gesellschaft der Egoisten ist, die nur auf sich selbst schaut. Platz für Sozialisten bleibt da einfach nicht"
    - Also verwechselst du hier irgendetwas? Hört sich an, als verwendest du Sozialist als Antonym für Egoist, was seltsam bis falsch wäre..

    "Das ganze muss auf einmal plötzlich geändert werden“
    - Hört sich etwas holprig an, zumal auf einmal und plötzlich ziehmlich dasselbe meinen.

    Zur Geschichte:
    Während des gesamten Anfangs wird ja immer irgendeine politische These thematisiert, wegen der der Protagonist bei der Partei wohl nicht mehr so beliebt ist. Konkretisiert wird sie nie, bis zum oben genannten Abschnitt mit den Egoisten/Sozialisten...
    Also wenn *das* jene These ist, dann würde ich das langweilig, uninspiriert und auch unlogisch finden. Die Kritik an unserer anonymen Ellbogen-Gesellschaft wurde doch schon soo oft geübt, dass sie weder neu noch irgendwie schockierend wirkt. Sollte das einzige, worum es politisch gesehen geht, genau das sein, fände ich das ziehmlich lahm.

    Die Beziehung zwischen den beiden Figuren in der U-Bahn finde ich gerade zu lachhaft. Sie treffen sich gerade mal ein, zwei Minuten, reden ein paar Sätze, dann kommen Sachen wie:
    "So ein niveauvolles Gespräch am Morgen hatte er bis jetzt noch nie."
    Das wird gesagt, nachdem die beiden gerade mal ihre Standpunkte bezüglich des Egoismus' klargemacht haben - innerhalb zweier Sätze. Wie du siehst vollkommen unrealistisch.

    Die Andeutung hiernach, vor Jahren sei etwas passiert, ist wie Michaels angeblich doch so brisante Idee auch nur angedeutet und nicht mal ansatzweise genauer beschrieben. Warum erzählst du nicht einmal etwas Konkretes, über Michael, seine Idee, den Staat, die Partei, den Vorfall, irgendwas? Wenn man den ganzen schwammigen und überflüssigen Kram weglässt, hat die Geschichte leider nicht viel Inhalt, sondern nur Andeutungen weiterer Andeutungen..

    "denn sie gab ihm einfach so ihre Handynummer"
    Warum gibt die Frau ihm seine Handynummer, wenn sie ihn eh töten will und das auch tut? Nur damit er sie anrufen und sie ihm sagen kann, dass er jetzt stirbt? Hat für mich irgendwie keinen Sinn.

    "Wird alles so wie ich es mir vorgestellt habe?"
    Natürlich, er muss sein Leben beenden und nocheinmal dem Leser klarmachen, dass er nie sagen wird, was denn diese Idee war, warum Michael eigentlich eine Rolle gespielt hat, wo er doch fast nichts wichtiges getan oder gesagt hat.

    Und dann der Höhepunkt:
    „Ciao und sag meiner Frau, dass ich sie liebe."
    "Und eines noch Xei: Ich verzeihe dir.“
    Also zum ersten hast du nicht an üblichen Klischees solcher Szenen gespart. Warum lässt du ihn das sagen, was schon hunderte von Autoren vor dir in Büchern oder Filmen verbrochen haben? Melodramatische Abschiedsszenen sind selten gut, vor allem nicht solche stereotypischen.

    "sehr sympathischen Menschen"
    "Seine letzten Worte taten ihr in der Seele weh"
    "eine ganz besondere Person starb"
    Zum zweiten wird hier eine tiefe zwischenmenschliche Beziehung suggeriert, die ich irgendwie im Text nicht finden konnte. Ja, ich hab nochmal nachgelesen und gesucht und so, aber die beiden werden durch die paar inhaltslose Satzfragmente nicht zu Superfreunden - sie bleiben de-facto Fremde. Und als solche und vor allem nach der kurzen Zeit würde keine Frau aka Terroristin sowas sagen.

    Zum Stil:
    Der ist glücklicherweise ganz gut, liest sich recht flüssig, aber ohne irgendwo irgendwelche literarischen Leckerbissen zu bieten. Ausbaufähig, aber für diese Geschichte wahrscheinlich ausreichend.

    Insgesamt ist der ganze Batzen Text einfach viel zu oberflächlig, und die ganzen Andeutungen nerven, weil absolut gar nichts konkretisiert wird. Dass der Protagonist stirbt macht diesen ersten Teil für mich eh fast überflüssig, da bis auf die Frau nichts wichtiges eingeführt wurde. Die Info "Querdenker werden umgebracht", die mir das alles als einziges vermittelt hat, hättest du in einem Satz unterbringen können.

    Glaubhafte Charaktere sind auch dein Problem. Diese hier sind viel zu profillos und flach. Es kommt mir fast vor, als hättest du beim schreiben nicht gewusst, wohin sich die Figuren entwickeln sollen.

    Alles in allem sehe ich durchaus Potential, denn ich liebe Dystopische Geschichten, und spüre irgendwie wohin die Geschichte gehen soll. Dieses erste Kapitel aber ist alles andere als das, was ich lesen will, sorry.
    Du kannst aber gerne ein zweites schreiben, vielleicht wirds besser, würde es mir bestimmt durchlesen.
    Und außerdem kann man nie genug schreiben, um sich zu verbessern

    Bye
    Neo

  2. #2
    Zitat Zitat
    Doch klingt sie zu abgehackt, man hätte mehr an den übergängen der einzelnen Sätze noch arbeiten können.
    Ja da tu ich mich schwer.

    Zitat Zitat
    "(...) eine Gesellschaft der Egoisten ist, die nur auf sich selbst schaut. Platz für Sozialisten bleibt da einfach nicht"
    - Also verwechselst du hier irgendetwas? Hört sich an, als verwendest du Sozialist als Antonym für Egoist, was seltsam bis falsch wäre..
    Absolut nicht da ist alles so wie es sein soll. Du verstehst da etwas sehr falsch. Es ist eben wie du gesagt hast kein Antonym und soll auch keines sein.

    Zitat Zitat
    Während des gesamten Anfangs wird ja immer irgendeine politische These thematisiert, wegen der der Protagonist bei der Partei wohl nicht mehr so beliebt ist. Konkretisiert wird sie nie, bis zum oben genannten Abschnitt mit den Egoisten/Sozialisten...
    Da unterschätzt du mich. Natürlich wird alles thematisiert und ergibt einen Zusammenhang nur später und schon gar nicht im ersten Kapitel. Ich bin doch nicht bescheuert und buttere alles in das erste Kapitel rein, dann kennt sich der Leser vor Informationen gar nicht mehr aus.
    Ich schau lieber, dass er immer einen Happen bekommt und dann macht alles auf einmal Sinn. Happen kann allerdings ein zu kleines Wort dafür sein.

    Zitat Zitat
    Also wenn *das* jene These ist, dann würde ich das langweilig, uninspiriert und auch unlogisch finden.
    ... wieder: Unterschätze mich nicht

    Zitat Zitat
    Die Kritik an unserer anonymen Ellbogen-Gesellschaft wurde doch schon soo oft geübt, dass sie weder neu noch irgendwie schockierend wirkt.
    Nicht schockierend sondern deutend und hinweisend ist/wird sie. Ja Kritik wird ausgeübt aber es steht nicht im zentralen Thema von TXC.

    Zitat Zitat
    Sollte das einzige, worum es politisch gesehen geht, genau das sein, fände ich das ziehmlich lahm.
    Ist es aber bei weitem nicht

    Zitat Zitat
    Die Beziehung zwischen den beiden Figuren in der U-Bahn finde ich gerade zu lachhaft. Sie treffen sich gerade mal ein, zwei Minuten, reden ein paar Sätze, dann kommen Sachen wie:
    :/

    Zitat Zitat
    Die Andeutung hiernach, vor Jahren sei etwas passiert, ist wie Michaels angeblich doch so brisante Idee auch nur angedeutet und nicht mal ansatzweise genauer beschrieben.
    Seine Idee wird auch nicht genauer beschrieben. Ist aber ein Fehler, weil ich es nicht getan habe. Wurscht im Spiel wirds erklärt und darauf kommt es mir persönlich an das dort alles passt in dieser Richtung.

    Zitat Zitat
    Warum erzählst du nicht einmal etwas Konkretes, über Michael, seine Idee, den Staat, die Partei, den Vorfall, irgendwas?
    Könnte ich machen, will ich aber nicht. Aus dem einfachen Grund, dass es mir vom Spiel zu sehr weggehen würde wenn man Teile durch ihn erfährt. Zumal er nur ein einigermaßen unwichtiger Statist ist.

    Zitat Zitat
    Wenn man den ganzen schwammigen und überflüssigen Kram weglässt, hat die Geschichte leider nicht viel Inhalt, sondern nur Andeutungen weiterer Andeutungen..
    Wo kein wichtiger Inhalt gewollt, so keiner dort ist.

    Zitat Zitat
    Warum gibt die Frau ihm seine Handynummer, wenn sie ihn eh töten will und das auch tut?
    Bitte was? Das wird doch klar oder? Sie hat in ihm doch etwas gefunden und hatte Gefühle von Reue in sich. Eigentlich wollte sie ihn später anrufen, aber er kam ihr zuvor.

    Zitat Zitat
    Natürlich, er muss sein Leben beenden und nocheinmal dem Leser klarmachen, dass er nie sagen wird, was denn diese Idee war, warum Michael eigentlich eine Rolle gespielt hat, wo er doch fast nichts wichtiges getan oder gesagt hat.
    Jetzt wirst du aber lächerlich. Für ein erstes Kapitel und einem nicht wirklich wichtigen Charakter hat er einfach nichts zu sagen.

    Zitat Zitat
    Also zum ersten hast du nicht an üblichen Klischees solcher Szenen gespart.
    "Sag ihr, dass ich sie liebe"
    Also ehrlich: Würdest du sowas nicht sagen? Realität kein Klischee. Klischee ist dann das vlt mit der Vergebung, aber mehr Ansichtssache.

    Zitat Zitat
    Zum zweiten wird hier eine tiefe zwischenmenschliche Beziehung suggeriert, die ich irgendwie im Text nicht finden konnte.
    Ja das ging wirklich zu tief. Sympathisch kann er aber allemal sein, besonders nicht: nein.

    Zitat Zitat
    Insgesamt ist der ganze Batzen Text einfach viel zu oberflächlig, und die ganzen Andeutungen nerven, weil absolut gar nichts konkretisiert wird.
    Geduld ist eine Tugend

    Zitat Zitat
    Dass der Protagonist stirbt macht diesen ersten Teil für mich eh fast überflüssig, da bis auf die Frau nichts wichtiges eingeführt wurde.
    Es wird sogar noch besser! Xei ist mehr oder weniger vollkommen überflüßig und wird mehr keinen Auftritt finden.

    Zitat Zitat
    "Querdenker werden umgebracht"
    Genau.

    Zitat Zitat
    Glaubhafte Charaktere sind auch dein Problem. Diese hier sind viel zu profillos und flach. Es kommt mir fast vor, als hättest du beim schreiben nicht gewusst, wohin sich die Figuren entwickeln sollen.
    OK ein Fehler von mir: Wozu soll ich sie in meinen Gedanken entwickeln lassen wenn sie sowieso nie wieder vorkommen?

    Zitat Zitat
    Dieses erste Kapitel aber ist alles andere als das, was ich lesen will, sorry.
    Ja ist schlecht gewählt als erstes Kapitel. Öhm... Tja ich werd sowieso nur mehr Kurzgeschichten, oder Ausschnitte schreiben.

    Zitat Zitat
    Du kannst aber gerne ein zweites schreiben, vielleicht wirds besser, würde es mir bestimmt durchlesen.
    Zweites? Nein es sind doch schon mehr. Ich hab sie mir selbst noch nicht durchgelesen und verbessert.

    Tjo danke euch zwei für die Kritik und vor allem dafür, dass ihr euch Zeit genommen habt alles zu lesen und auch was dazu schreiben. Es gibt mMn nichts demotivierenderes wenn man etwas vorstellt und einfach niemand sagt oder schreibt etwas dazu. Egal ob positiv oder negativ, man merkt, dass es hallt nicht allen am Arsch vorbei geht.

  3. #3
    Also erstmal dürfte es hier vielen egal sein, ob deine Geschichte nur das "Frontend" eines tieferen RPGs oder sowas ist: Im Atelier steht sie als autarke Geschichte, und so wird sie auch (von mir) verstanden und bewertet.

    Zitat Zitat
    Zitat Zitat
    Sollte das einzige, worum es politisch gesehen geht, genau das sein, fände ich das ziehmlich lahm.
    Ist es aber bei weitem nicht
    Das freut mich schonmal sehr, denn in den ganzen viel zu allgemeinen Informationen war das hier als These noch am greifbarsten, deswegen der Irrtum.

    "Zumal er nur ein einigermaßen unwichtiger Statist ist."
    "Wo kein wichtiger Inhalt gewollt, so keiner dort ist."
    "Für ein erstes Kapitel und einem nicht wirklich wichtigen Charakter hat er einfach nichts zu sagen."
    "Xei ist mehr oder weniger vollkommen überflüßig und wird mehr keinen Auftritt finden."
    Und vor allem:
    "Wozu soll ich sie in meinen Gedanken entwickeln lassen wenn sie sowieso nie wieder vorkommen"

    Du schreibst also allen ernstes ein ganzes Kapitel über zwei Figuren, die weder eine weitere Bedeutung für die Story haben noch weiter in der Geschichte vorkommen werden? Wozu das ganze? Das macht alles doch null und nichtig und reduziert die Informationen die ich kriege auf quasi nichts.

    Ein absichtlich belangloses und inhaltsleeres Kapitel? Sowas habe ich wirklich noch nie gesehen...

    Edit: Euer Game zumindest siehst ganz cool aus

    Geändert von NeoInferno (21.11.2006 um 17:34 Uhr)

  4. #4
    Man bekommt Informationen über Michael. Er kommt zwar nie wieder vor, aber
    zu genau dieser Stelle wo er starb kommt man hin. Er wird nur namentlich
    erwähnt im Spiel weiter nicht. Ok seine politische Orientirung bekommt
    man auch zu hören nur sehr sehr spät...
    Es ist quasi wirklich nur eine kleine Geschichte über die man im Spiel
    ein wenig drüberstolpert. Mehr nicht.
    Dann erfährt man noch:
    -Da war was in der Vergangenheit
    -Da ist vlt etwas politisches im Gange
    -Ein Mensch starb wegen seinen Ideen.
    -Die Welt ist nicht unsere, aber sie ähnelt unserer

    Recht schwer zu erklären wie das alles in einem Zusammenhang mit dem
    Spiel an sich steht.
    Das zweite Kapitel ist dann mehr oder weniger auch eine kleine Geschichte
    die allerdings um den Haupthelden an sich näher bringt.
    Mit Kapitel 3 fängt dann erst der Start zur eigentlichen Geschichte.

    Zitat Zitat
    Edit: Euer Game zumindest siehst ganz cool aus
    Ich danke!

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