Jeder hat sicherlich die Möglichkeiten ein Spiel zu erstellen, was seinen eigenen Leistungen enstpricht. Dabei gibt es aber einige kleine Stolpersteine. Zum einen wachsen Menschen mit der Zeit und insbesondere im Makerbereich lernt man auch immer wieder dazu, lernt Kniffe oder neue Denkansätze.
Selbst Lachsen hätte nicht am ersten Tag wo er den Maker kennen gelernt hat sowas wie Velsarbor aus dem Ärmel schütteln können.
Zweitens ist es das Talent. Für ausgefeilte Technickspielereien ist ein mathematisch-logisches Verständniss unabdingbar bzw. extrem hilfreich. Ähnlich verhält es sich mit dem grafischen. Wer grafisch nicht begabt ist, wird von Posen und Artworks wie in Velsarbor nur träumen können.
Das wichtigste aber, und das scheint dir zu fehlen, ist die realistische Einschätzung der eigenen Möglichkeiten und die Anpassung des Spieles an eben diese. Jeder der anfängt ein Konzept für sein Spiel auszuarbeiten sträumt über vor tollen Ideen, die das Spiel noch besser machen. Aber letztendlich wird man nie alle einbauen können. Entweder weil der Zeitaufwand zu groß ist, oder einem einfach das nötige Können fehlt. Dann muss man Sachen streichen und das Spiel gesund schrumpfen, bis es einen Zustand erreicht wo man durchaus sagt "Das kann ich schaffen".
Die Tatsache, daß du das Spiel schon mehrmals generalüberholt hast, zeigt das genau dort dein Problem liegt. Dein Anspruch an dein Spiel übersteigt deine Möglichkeiten und wenn du etwas besser geworden bist, willst du das sofort im gesamten Spiel umsetzen und machst bereits bestehendes neu. So wirst du aber niemals fertig.
Erstelle ein Spielkonzept, wo du bei jedem Punkt weißt wie du ihn umsetzen kannst. Wenn du irgend ein Feature auf der Liste stehen hast, du aber nicht erklären wie du das in etwa umsetzen kannst, streich es. Features für die du zwingend Hilfe von anderen brauchst sind ebenso ein großes "No-no".
Damit erhälst du ein Konzept, was durchaus von dir alleine zu bewältigen ist.
Dann makere das Spiel. Erfreu dich daran, wieviele Punkte der Liste du schon abgehakt hast, oder wieviel der Story schon implementiert ist. Wenn dir eine tolle Idee kommt wie du bestehende Sachen verbessern kannst, schreib es auf und leg es beiseite. Widerstehe der Versuchung sie sofort umzusetzen.
Dann wenn du fertig bist, kannst du gucken ob und wenn ja wo du noch etwas ausbessern willst, oder das Spiel alleine gut genug ist zum Veröffentlichen.
Das wichtigste ist, daß das Spiel fertig wird und Spaß macht. Orientiere dich nicht an anderen Makergames, diese protzen oft mit Technick und Grafik, werden aber, wie mitaki schon gesagt hat, selten fertig. Orientiere dich lieber an den alten Konsolenspielen für SNes oder GBA. Die Spiele haben auch Spaß gemacht ohne, daß jede Map wie ein Kunstwerk aussah oder jeder NPC 50 selbstgemachte Posen hat. Velsarbor ist nicht der Maßstab für ein gutes Spiel, Velsarbor ist so ziemlich die Speerspitze was überhaupt geht. Versuche einfach ein gutes Spiel zu machen und strebe nicht nach Perfektion, die man sowieso nie erreicht.
Ich selbst habe mittlerweile auch diesen Weg gewählt. "Duality" mein eigentliches Projekt sollte auch mit unzähligen Features protzen, ist bis heute aber nicht über die Planung hinaus. Jetzt habe ich ein Nebenprojekt angefangen wo ich versuche den Aufwand auf das nötige Minimum zu reduzieren. Es gibt zwar Technickspielereien, aber alles in einem gesunden Rahmen, etwas was ich innerhalb einer Woche durchaus hinkriege. Grafisch versuche ich nur mit dem RTP auszukommen. Und im Gegensatz zu Duality, habe ich hier das Gefühl auch durchaus irgendwann fertig zu werden.
Perfektionismus ist eine Bestie, die man unter Kontrolle halten muss. Die besten Ideen oder auch das beste Talent nützt nichts wenn sie dem Perfektionismus zum Opfer fallen.









