@ Grak'Azul
Danke für die lobenden Worte. Vor allem finde ich es schön, dass es mir offenbar geglückt ist, ein Gesamtpaket zu schnüren, das sich recht zügig ohne Längen durchspielen lässt. Den Dialogstil und insbesondere Mackwitz' Kavallerieschneidigkeit behalte ich natürlich bei - auch wenn sich jeder Held im Laufe der Handlung... na ich will hier nichts ausplaudern.
Dann will ich Dir auch einmal voller Anerkennung auf die Schulter klopfen, dass Du Dir das Geheimnis des Wolfswaldes schon irgendwie vorher gedacht hast. Und damit so etwas nicht zu häufig passiert, tauchen in der VV ein paar Figuren auf, mit denen vielleicht nicht unbedingt zu rechnen ist; schon allein, weil sie nicht den Sprung in das Gedächtnis unserer Zeit geschafft haben. Vollkommen zu Unrecht, im übrigen.
Ach, ja. Noch ein Satz dazu:
@ Spark Amandil
Ein Hurra dem Standardkampfsystem! Damit kann ich auf bugfreie Art und Weise ein paar schöne Extras einbauen.
Zum Elementesystem:
Nee, im Gegenteil. Die Fähigkeiten der Gruppenmitglieder sind ebenfalls in das Elementsystem einbezogen. Dinge aus dem Rucksack können zusätzlich genutzt werden, sind aber nur ein Teil des Systems. Ein Beispiel:
Eine Gegnerart weist Schwächen gegenüber dem Element Feuer auf. Dann kann man ihr mit allem, was es an Fähigkeiten, Zaubern und Rucksackdingen aus diesem Elementbereich gibt, ordentlich zu Leibe rücken. Eine Reihe von Gegner haben zudem noch besondere Stärken oder Schwächen in Bezug auf gewisse Waffenarten. Wer gut kombiniert, geht durch die Gegnerreihen wie ein heißes Messer durch warme Butter. Wer einfach drauflos haut, schafft es auch schon irgendwie, benötigt aber immer einen guten Vorrat an Heilgegenständen und dergleichen. Ich habe es so aufgezogen, dass die richtige Taktik spürbar belohnt wird.
Nicht immer wird jeder Held gegen jeden Gegner die optimale Fähigkeit einsetzen können. Aber dafür gibt es zum einen die Kampfmittelchen aus dem Rucksack und zum anderen die "normalen" Waffen, die mit ihren Kampfgrafiken auch zu Ehren kommen sollen.
@ Mike
"Zaubern" wird Mackwitz ganz sicher nicht. (Und was es da mit Heisen auf sich hat, wird in der VV geklärt.) Der wackere Leutnant setzt auf faszinierend zerstörerisches schweres Kriegsgerät und seine Kampftechniken, zu denen noch ein paar kommen werden.
@ Grak'Azul
[...]Eine Folge der Bevölkerungsexplosion und vor allem des Anschwellens der Städte im 19. Jahrhundert war die neue und vielfach genutzte Möglichkeit anonymen, nicht mehr von den Stadtvätern reglementierten Sex'. Der Straßenstrich stammt aus dieser Zeit. Wie wenig das nur eine Angelegenheit der Unterschicht war, zeigt die Verbreitung von Geschlechtskrankheiten auch unter Angehörigen der Königshäuser. Dass dennoch das Ideal der Treue, Sitte und Lauterkeit hochgehalten und gepriesen wurde, zeigt, dass damals auch nur Menschen gelebt haben.
[...]
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Der Adel fällt aus der Statistik ja ohnehin heraus, weil dessen arrogante Blasiertheit (Deutsch, die Sprache überflüssiger Tautologien ) und freizügige Lebensweise stark verpönt waren. Um einen Gegenpol zum verhassten Adel und zur "verlotterten" Unterschicht zu bilden, hat das Bürgertum sich daher über das Ideal der Sittlichkeit/der Moral/der erhörten Körperkontrolle abgegrenzt; außerdem - womit ich wieder den Bezug zu Jahn herstellen möchte - war dieses Ideal ja eher Teil eines Vorgängermodels zur Triebsublimation, d.h. aufgeschobener Sexualtrieb führt zu erhöhter Arbeitskraft, führt wiederum zu mehr Wehrhaftigkeit des Einzelnen.
Zu Zeiten der Volksbewaffnung somit von großem politischen und militärischen Interesse, gegenwärtig ("Sexualinflation", olé!) aber natürlich ziemlich obsolet.
Ohje, ich trifte ab ...
Außerdem ändert es freilich nichts an der Tatsache, dass sich ständig über dieses selbstauferlegte Credo hinweggesetzt wurde.
Ich wollte nur eben auch einen Grund zum Motzen haben! Ganz ohne geht's mir sonst nicht gut.
Um einen Gegenpol zum verhassten Adel und zur "verlotterten" Unterschicht zu bilden, hat das Bürgertum sich daher über das Ideal der Sittlichkeit/der Moral/der erhörten Körperkontrolle abgegrenzt;
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Ja, nach außen hin, hinter verschlossenen Kammertüren wurde unterdessen fleißig das Hausmädchen gevögelt... (entschuldigt meine Ausdrucksweise). Ich fühle mich an Heinrich Manns "Der Untertan" erinnert...
Im Übrigen ist Mackwitz ja ein Offizier, und die waren sowieso ordentlich zu Gange (wenn wir bei Lesestoff sind, dann darf ich hier mal den "Radetzkymarsch" von Joseph Roth hochhalten; manchmal hatte ich ja den Eindruck, dass real Troll den ohnehin als Inspiration verwendet hat).
Jedenfalls freue ich mich über jede Neuigkeit von der Allreise und auch sehr auf die Kämpfe.
Hurra! Eine Fachdebatte über Phänomene des Trieblebens!
Zitat von Grak'Azul
Ohje, ich drifte ab ...
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Im Gegenteil. Und mit der Feststellung, dass Teile des Bürgertums ihre zunehmend Dekolleté-freien Stilformen ganz bewusst als Gegenwelt zum Adel formten, hast Du ja auch völlig recht. Zumindest galt das als offizieller Benimmkanon für Frauen. Bei Männern sah das wieder etwas anders aus, hier stand der Adel in vielem Pate, nicht zuletzt in einem bewusst auf Kriegsmut und Männlichkeit abhebenden Rollenvorbild. Und da ist der Sex auch nicht mehr weit.
Zitat von Groogokk
Ich fühle mich an Heinrich Manns "Der Untertan" erinnert (...)
wenn wir bei Lesestoff sind, dann darf ich hier mal den "Radetzkymarsch" von Joseph Roth hochhalten; manchmal hatte ich ja den Eindruck, dass real Troll den ohnehin als Inspiration verwendet hat).
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Zumindest das zweite halte ich auch für einen wirklich großen Roman. Vorbilder sind beide hingegen nur seeehr indirekt. Die "Allreise" ist - auch wenn diese Kleindebatte vielleicht anderes verheißen mag - alles andere als ein Sittenbild der damaligen Zeit. Das Spiel soll in allererster Linie unterhalten.
Hätte ich "Untertan" und "Radetzkymarsch" statt Jules Verne herangezogen, würde es weder Prof. Heisen (nicht gerade der Heßling-Typus) und schon gar nicht eine Figur wie Mackwitz geben (auch wenn Mackwitz vielleicht in Deinen Augen die ins Gegenteil verkehrte Parodie des melancholisch-fatalistischen Trotta ist). Aber schön finde ich es schon, zu lesen, was das Spiel bei Dir alles an Assoziationen weckt. Danke.
Die "Allreise" ist - auch wenn diese Kleindebatte vielleicht anderes verheißen mag - alles andere als ein Sittenbild der damaligen Zeit. Das Spiel soll in allererster Linie unterhalten.
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Natürlich, und das ist ja auch gut so. Sind mir die Gäule ein bisschen durchgegangen.
Trotzdem finde ich (wie ich schon irgendwo mal geschrieben habe) in der Allreise Themen und Motive, die ich in einem Maker-Game (und, wenn wir schon dabei sind, auch einem professionellen Mainstream-Spiel) kaum erwartet hätte. Das Spiel erinnert mich an vieles, und es hätte mich gewundert, wenn wir in unseren Bücherregalen nicht einige Überschneidungen über Jules Verne hinaus gefunden hätten. I'm lovin' it!
PS: Netter neuer Avatar (oder ist der auch schon wieder alt?)!
Trotzdem finde ich (wie ich schon irgendwo mal geschrieben habe) in der Allreise Themen und Motive, die ich in einem Maker-Game (und, wenn wir schon dabei sind, auch einem professionellen Mainstream-Spiel) kaum erwartet hätte.
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Ich denke mal, ich habe mit dem Szenario schon einen ziemlich glücklichen Griff getätigt. Schon allein die Verbindung aus fortschrittlicher Vergangenheit mit Humor und antiquierten Gaststars birgt genügend Potential, etwas originelles zuwege zu bringen. Und da mir diese Art der Spiele selber zu selten unterkommt (kennst Du eigentlich "Martian Dreams"?), freue ich mich um so mehr über ein Programnm wie den Maker, um mir selbst etwas zu basteln.
Der Avatar ist neu. Und danke auch für dieses Lob.
Nach unserem Gespräch darüber (ist schon wieder ein dreiviertel Jahr her, auf S. 18 dieses Threads) hatte ich es mir heruntergeladen und tatsächlich angefangen, es zu spielen. Ich hatte ja wie gesagt "Ultima VI" gespielt (damals war ich aber in der 7. Klasse und kam nicht weit), aber doch vergessen, wie einfach die Grafik und wie unbarmherzig das Gameplay war. Nach ein paar Stunden hab ich "Martian Dreams" liegen lassen, ich hab einfach nicht mehr die Geduld für die vielen Notizen, die ich für das Spiel bräuchte.
Damit habe zumindest ich die Spiele, die ein Steampunk-Szenario aufweisen, nicht ausgeschöpft; ich habe zum Beispiel "Arcanum" nie gespielt (aber 1000 Tests davon gelesen). Fasziniert hat mich das Szenario aber auch schon immer, ich kann mich erinnern, stundenlang in Rollenspielläden über "Space:1889" gebrütet zu haben. Und ein paar Wochen, bevor ich die Allreise fand, trug ich mich mit dem Gedanken, mit dem Adventure Game Studio ein Adventure über einen Leutnant zu machen, der als Sohn eines Armeeoffiziers in Indien aufwuchs, nun zum ersten Mal nach GB kommt und sich in der Gesellschaft absolut nicht zurechtfindet. Bisher ist aber die Arbeit dazwischengekommen. Umso mehr freue ich mich auf die Vollversion der Allreise...
@ Groogokk
Gute Steampunkspiele sind wirklich arg selten. Zu Space:1889 gibt es auch ein altes PC-Spiel. Das ist technisch aber noch grattiger als Martian Dreams und inhaltlich zumindest bis zu dem Punkt, bis zu dem ich gespielt habe (also ungefähr 20 min) auch noch völlig belanglos. Bei Martian Dreams hat übrigens einer aus der Heldengruppe ein Tagebuch, man muss also nichts mitschreiben.
Dein Indienspiel solltest Du übrigens weiterverfolgen. Wenn es so eine Mischung aus Tarzan, Crocodile Dundee, Kolonialzeit und Großstadttreiben wird, wie ich mir das gerade ausmale, wäre es geradezu eine Schande, aus so einer Vorgabe nichts zu machen. Da die Allreise-Ressourcen sowieso frei sind, hättest Du ja sogar schon ein bisschen Material.
Dein Indienspiel solltest Du übrigens weiterverfolgen. Wenn es so eine Mischung aus Tarzan, Crocodile Dundee, Kolonialzeit und Großstadttreiben wird, wie ich mir das gerade ausmale, wäre es geradezu eine Schande, aus so einer Vorgabe nichts zu machen.
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Glaub mir, es liegt ncht an fehlender Motivation oder fehlendem Ideenreichtum. Allerdings würde es fast nur in GB spielen und höchstens in Rückblenden nach Indien zurückkehren. Und es wäre kein Steampunk, sondern wäre so historisch, wie es meine Recherchen erlauben würden (also auch nicht allzusehr ). Kämpfe gäbe es wohl nur einen einzigen, im Extremfall zwei, und deren Ausgang würde nicht mit Würfelglück entschieden... und ich würde vollständig eigene Grafiken haben wollen, was natürlich die erforderliche Zeit auf der nach oben offenen Skala in den Himmel jagt.
Aber genug der semi-off-topic-Gespräche, was gibt es neues von der Allreise? Lass mich mal wieder was raten, hmmmmnjm, ich rate: Mit der Kanonenkugel können die Helden ja mangels Kanone im All nicht mehr auf die Erde zurückkehren. Befreundete Aliens setzen unser vierblättriges Kleeblatt aber nach bestandenen Abenteuern wieder auf dem blauen Planeten ab. Obwohl ich was haarsträubenderes besser fände, wie wäre es hiermit: Da sie die schöne Einrichtungen ihres Transportgeschosses nicht zurücklassen wollen, klemmt ein Alienraumer sich ihr Gefährt unter den Flügel und entlässt ihn aus einer Umlaufbahn wieder Richtung Erde. Die Helden schlagen in Kairo ein - warte, nein! Es gibt eine Teleporterverbindung zwischen einem Planeten und einer Ruinen im Wüstensand Ägyptens! Das ist es!
Es gibt eine Teleporterverbindung zwischen einem Planeten und einer Ruinen im Wüstensand Ägyptens! Das ist es!
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...und die Aliens sind in Wirklichkeit Ägypter, die mit einem Raumschiff plus Zeitmaschine - was die alten Ägypter beides längst erfunden hatten - sich in den Weltraum des 19ten Jahrhunderts gebeamt haben und nun nicht mehr zurück kommen!
Oder so ähnlich
Eins vorweg, ich hab nichts mit der Entwicklung des Spieles zu tun, aber was ich mir mit einen Sherlock-Holmes-artigen Deduktionsfähigkeiten zusammenreime, könnte dem ein oder anderen etwas Spielspaß vermießen
Weiterhin hoffe ich auf gutes Gelingen, 4/5 klingt ja schon nach einem baldigen Vergnügen
Ist zwar bei dem Entwicklungsstand etwas spät Linksstipps zu geben, aber vllt interessiert dich diese Seiten
Technik: http://www.paleofuture.com/ - die Zukunft die niemals geschah
Umwelt: http://www.sivatherium.h12.ru/library/Dixon/main_en.htm - Besonders das Kapitel Tropical Forests und Islands haben einige gute Anregungen für fremdartige Fauna
Und nun zum Fanboyteil:
Los, Real Troll, haben will!