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contra principia negantem non est disputandum .
(Alter Lehrsatz der Logik: Wenn selbst über für die Diskussion grundlegende Begriffe / Prinzipien Uneinigkeit herrscht, kann nicht diskutiert werden. Was ich von G3 sah, war eine Baustelle in Bezug in extrem vielen Aspekten - nicht nur die Technik. Wer das anders sieht, hat eine so andere Sicht von "fertig" und "unfertig", daß da über die Definition von fertig / unfertig Uneinigkeit herrschen muß - oder Gothic 3 nicht nur Technikbugs, sondern auch anderen Schwächen nur selektiv zeigt [etwas, was auch möglich wäre. Sacred ist dafür ein gutes Beispiel. Ich hatte die Releaseversion durchgespielt und nicht einen Bug!].)
yep, da sind wir uns einig, dass es Ansichtssache ist.

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Wo soll ich anfangen?
Konzeptschwäche 1: Der Anfangsheld. Das ist nur ein ganz persönlicher Grumpf von mir gegenüber Gothic 2 und 3. Wurde bei Gothic 2 noch eine ziemlich suboptimale Ausrede benutzt, um den Held auf 0 zu setzen, wurde bei G3 etwas noch viel perverseres gemacht: Der Held startet zwar nicht mehr mit denselben Werten wie bei den Vorgängern, aber diese neuen und deutlich besseren Werte sind letztendlich wieder vom Ergebnis her die gleichen wie in den Vorgängern. Das zerstört jede Glaubwürdigkeit der Welt bei mir - der mächtige mehrfache Drachentöter, Träger von Orkschlächter mit einer Stärke, die kaum ein anderer sterblicher Mann haben sollte (war immerhin Maximum in G1!) - besiegt von einer Blutfliege. Besiegt von einem Waran. Besiegt von einem Scavenger. Besiegt von einem Wildschwein. WTH? Was wurde aus der Aussage, Blutfliege und andere Low Level - Gegner aus den Vorgängern sollten diesmal nur Zierde sein? Sind die plötzlich mutiert und wurden zu Mörderbestien?
Da muss ich gegen halten. Keiner deiner genannten Gegner hat mir in irgendeiner Form Schwierigkeiten gemacht. Ein Wildschwein im AddOn zu beginn zu töten war unmöglich. Hier ist es kein Problem. Die Blutfliegen und Scavenger sind so, wie sie sein sollten -> Null Chance (Blutfliege = Schneller Angriff und Scaveneger, naja, da kann man so ziemlich jeden Schlag nutzen...)
Ansonsten stimmt es schon, dass Gothic nicht mit Baldurs Gate in dieser Hinsicht vergleichbar ist. Aber der Held kann zu beginn wesentlich mehr, als bei den Vorgängern.


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Baldur's Gate zeigt, wie man Fortsetzungen mit übernommenen Helden richtig macht. Gothic ist jetzt das dritte mal Wölfe, Blutfliegen, Scavenger und Warane verhauen (bzw verhauen werden). Ein neues Spiel, und nichts hat sich geändert. Ne, sorry, das gabs schonmal -> Gothic 1. Von den Nachfolgern hätte ich mir da ein bißchen mehr Innovation gewünscht.
Wildschweine, die Dörfer ausrotten können, meinte ich damit jetzt nicht.
Nur weil ich andere Gegner habe, wird das Spiel nicht besser. Wobei es dennoch viele, viele neue Gegner gibt

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Konzept 2: Geschichte und Geschichtenerzählung. Ich bin diesbezüglich nicht neutral, weil ich Morrowind mochte. Aber mir kommts subjektiv zumindest so vor, als wäre selbst da ein dickerer roter Faden in der Geschichte. Gothics Stärke war immer die Geschichte, beziehungsweise in Teil 2 eher die Erzählung der schon ganz am Anfang verratenen Geschichte. Davon merkte ich bei G3 gar nichts - und wenn ich mir so die Erfahrungen von Leuten durchlese, die es schon 20+ Stunden gespielt haben, wird sich daran auch so schnell nichts ändern. Hier wurde eine der Hauptstärken der Gothicserie aufgegeben. Ja selbst das Questlog ist Müll, schlimmer noch als das Morrowindtagebuch ohne AddOns. Urks.
Ja, es ist unheimlich frei. Aber ich mochte Oblivion, ich mochte Gothic. Ich kann mit beiden Arten gut leben. Man fühlt sich ein bisschen verloren in dieser riesigen Welt. Es fällt schwer zu unterscheiden, was gut und böse ist. Man weiß nicht, welchen Plänen die einzelnen Gruppierungen folgen... Kurz gesagt: Spannender kann es gar nicht mehr sein. Es ist einfach nur klasse 8)
Habe mich entschlossen zu den Assassinen zu gehen. Mein erster Quest um überhaupt mit der Gilde in Kontakt zu bringen hat mich schon so in Gewissensbisse gebracht.
Andauernd müssen schwerwiegende Entscheidungen getroffen werden. Verrat oder klappe halten oder doch insgeheim unterstützen. Das mit den Fraktionen erinnert mich an Wizardy 7, nur dass es hier deutlich besser rüberkommt.
Zum Questbook. Bei Oblivion wurde alles bis aufs kleinste gezeigt und da haben sich viele beschwert, hier wird nicht soviel gezeigt und es hagelt auch beschwerden. Nutzlos ist es dennoch nicht. Was die meisten nicht berücksichtigen, hoffe Du hast es dennoch gesehen, ist, dass die Städte in der Logkarte angeklickt werden können und dann bekommst Du die entsprechenden Quest vor Ort angezeigt. Die Gesprächnotizen tun ihr übriges. IMHO völlig ausreichend.

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Konzeptschwäche 3: Einsteigerfreundlichkeit. Mich triffts eher weniger, da ich die Vorgänger gespielt habe, aber wer mit G3 in die Welt einsteigt? Uh. Ab ins kalte Wasser, kann ich da nur sagen. Zuerst in Sachen Hintergründe. Dann in Sachen Steuerung (Tierkämpfe).
Dazu kann ich nur sagen: Wenn es zu schwer ist, Schwierigkeitsstufe auf leicht und fertig. Dort sind die Tierchen deutlich leichter. Ist doch keine Schande, wenn man auf leicht spielt und Spielart kennenlernen möchte.

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Konzeptschwäche 4: Ganze Welt im Speicher. Watt? Die Engine beherrscht Streaming, verflucht nochmal! Damit wäre die Perfomance auf allen Rechnern unter 2Gig Ram deutlich besser, die Ladezeiten würden sich minimieren, und es gäbe nur einen einzigen sichtbaren Unterschied zu jetzt: Beim Einsatz von Teleportmöglichkeiten innerhalb der Welt müßte ein bißchen grafischer Schnickschnack abgebildet werden (siehe Dungeon Siege 2). Und schon hätte man wie jetzt eine Welt ohne jede Ladebalken, mit deutlich besserer Perfomance auf vielen Rechnern, besseren Ladezeiten und so weiter, und so fort. Aber nein, man muß ja die ganze Welt gleichzeitig laden, statt zu streamen.
Kann ich nichts zu sagen, bei mir läuft das Spiel sehr gut, ohne Ruckler und ähnlichem. Und ja, 2 GB RAM sind in Ordnung. Dafür habe ich keine Nachladzeiten.

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Konzeptionsschwäche 5: Nebenquests. Quantität statt Qualität. Wenn ich in den Anfangsstunden Xmal dieselbe Quest unter anderem Namen mache, wirds schon langweilig. Hole 5 Waffenbündel. Hole 3 Waffenbündel. Kloppe dich, um Ansehen zu bekommen. Kloppe dich, um Ansehen zu bekommen. Und so weiter, und so fort, in jedem Dörfchen einmal. Oblivion killt viele der Quests durch Questpopups, Gothic 3 viele durch Einfallslosigkeit.
Questmäßig hat bis jetzt Oblivion die Nase weit vorne. Wsa da bei der dunklen Bruderschaft abgezogen wurde, war einfach nur Klasse. Die Quest waren aber noch nie so richtig die Stärke von Gothic. Hm, bis auf die kleine unscheinbare Sache, dass man gelungene Quest sehr versteckt erhielt. G2 -> Beweis der Schuld des Richters z.B.
Da hoffe ich noch drauf

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Und so geht es weiter... von den massiven technischen Problemen abgesehen (von denen der Rechner, auf dem ichs spielen konnte, bis auf die Clippingfehler und willkürliche Perfomanceeinbrüche und einmalig Discohimmel zum Glück verschont blieb) stimmt mir da einfach sovieles nicht. Angefangen bei der saumäßigen KI, weiter über die Killersäue (allgemein vermurkstes Balancing), in meinen Augen mißratenen Animationen (noch eine aufgegebene Stärke), bis hin zur Sache wie die Geschichtsdarstellung in den ersten Stunden ist da nichts, von dem ich sagen würde: Super, das ist die Rollenspielerleuchtung des Jahres!
Ach komm. Kann zwar deine Beschwerde verstehen, sowie ich auch die Beschwerden im WoG verstehen kann, wenn das Spiel nur mit vielen Bugs läuft, aber es gibt sehr viele, wo es bis auf Kleinigkeiten einwandfrei läuft.

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Nein, da muß ich eher den kritischeren Stimmen (gbase.ch und co) zustimmen: Hier wurde gepfuscht. Nach Patches kann daraus ein sehr gutes Spiel herauskommen. Aber Meilenstein? Gothic 1 war ein Meilenstein. Dieses Machwerk eher nicht. Außer es legt später enorm zu - was aber, da ich durchaus heute Reviews gelesen habe, nicht der Fall zu sein scheint.

Vielleicht ist das Spiel auch einfach nichts für mich. Ich warte jetzt lieber auf NWN2 und Dragon Age ._.
Für mich ist es das beste Spiel der letzten Jahre, eindeutig. 8)