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Ich meine, wer will schon ein feiges Egoistenschwein spielen?
Ich. Einer meiner DSA-Charaktere (Aybaru) ist genau so ein Typ, egoistisch jähzornig und kann Menschen in der Regel nicht ausstehen.

Was macht den Reiz eines solchen Charakterschweines aus? Für mich ist es die Komplexität. Menschen werden nicht als unsoziale Charakterschweine geboren, wenn jemand sich also so entwickelt hat, muss das einen Grund haben. Oft ist es auch so, daß sie mit ihrem "Macho"-Gehabe ihren weichen Kern verstecken oder schützen wollen. Wer sich von anderen Menschen abkapselt tut dies in der Regel, weil er zuviel Angst vor menschlicher Nähe hat.
Genau diese Komplexität in der Psysche des Charakters macht für mich den Reiz aus. Sollte man einen solchen Charakter als Protagonisten nutzen wollen, muss man natürlich dem Spieler diese Komplexität auch zeigen und nahe bringen. Wenn der Spieler die Hintergründe des Charakters kennt oder auch nur erahnen kann, sieht er das unsoziale Verhalten gleich mit ganz anderen Augen und es besteht die Möglichkeit, daß der Spieler den Charakter versteht. Und schon kann sich eine emotionale Bindung zwischen Spieler und Charakter aufbauen, die unabdingbar für das Gelingen einer solchen Geschichte ist.

Solche Charaktere bieten auch sehr viel Raum für die charakterliche Entwicklung im Laufe der Geschichte. Vielleicht gelingt es einigen Partymitgliedern im Laufe der Geschichte die harte Schale des Protagonisten zu knacken und ihn wieder dazu bringen menschliche Nähe nicht sofort abzulehnen.
Charakterliche Entwicklung fügt der Geschichte eine weitere sehr spannende Ebene zusätzlich zu der äußeren Handlung hinzu.