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Thema: "Ost-WestRPG" - Was ist das???

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Zitat Zitat
    Ihr, mir eurem Schubladendenken. Zumal ich es mir schon zweimal überlegen würde "Realismus" und "Drache" im selben Text zu verwenden.
    Fehlt euch wirklich die Fantasie dazu, aus einem Kampf zwischen Zwerg und Drache, den Zwerg als Sieger hervorgehen zu lassen? Die Größe ist nicht entscheidend!!!!!!111 Beides sind Fabelwesen und können ausgelegt werden, wie es einem beliebt ist. Es gibt keine Maßstäbe, an die man sich zu halten hat, eher spricht hier aus euch die Regel der West-RPGs.
    Der Punkt, den SDS hier angesprochen hat, ist weniger der fehlende Realismus in der Bedeutung von "Wiederspiegelung der Realität" sondern eher Realismus im Sinne "logisch konsistent".
    Die Figur des Drachen wurde nicht von West-RPGs erfunden. Das Fabelwesen "Drache" ist enstanden aus diversen Mythologien und fand darüber seinen Einzug in die fiktionale Literatur und in letzter Konsequenz auch in die Computer- und Videospiele. Je nachdem aus welchem Kulturraum man kommt verbindet man den Begriff "Drache" automatisch mit bestimmten Eigenschaften. So ist ein Drache in der Regel ein großes Reptil, flugfähig und kann Feuer speien. Je nachdem wird ihnen ein sehr hohes Alter und hohe Intelligenz zugesprochen. Interessant ist, daß die Vorstellung von Drachen in Asien und Europa stark unterscheidet. Während westliche Drachen eher als riesenhafte Raubtiere dargestellt werden sind asiatische Drachen sowohl in ihrer Form anders (mehr schlangenförmig) als auch in ihrem Charakter. Asiatische Drachen sind in der Regel sehr weise und gute Charaktere. Dennoch sind auch hier einige Faktoren identisch (Reptil und flugfähig).

    Ebenso sind Zwerge mit bestimmten Vorstellungen verknüpft, kleinwüchsig, goldgierig, gute Bergleute, bärtig und eher rauhbeinig.
    Die Tatsache, daß wir aufgrund unseres kulturellen Hintergrunds mit bestimmten Begriffen bestimmte Vorstellungen automatisch verbinden ist für Autoren sehr nützlich, denn wenn ich sage "Hans ist ein Zwerg" hat der Leser sofort ein Bild von Hans im Kopf, während wenn ich sage "Hans ist Hiskala" hat der Leser keine Ahnung wie er sich Hans vorstellen soll, ich muss erst die Rasse "Hiskala" beschreiben.

    Und um jetzt auf das Problem Drache vs. Zwerg zurückzukomen, wenn man eben diese Vorstellungen von Zwerg und Drache zugrunde legt, die das Groß der Leute der im Kopf hat, ist es einfach unmöglich, daß ein Zwerg gegen einen Drachen gewinnt. Um dieses Kräfteverhältnis wirklich zu erzeugen müßte man beide Gestalten soweit umformen, daß kaum jemand sie noch als Drache und Zwerg bezeichnen würde.

    Der Mensch denkt nunmal in Schubladen, so funktioniert unser Gehirn. Statt sich darüber zu beschweren sollte man sich lieber überlegen wie man das vorteilhaft nutzen kann.

    Ansonsten kann ich, was die Eingangsfrage angeht, nur SDS zustimmen. Interessant ist aber auch, daß in der Makercommunity oft bestimmte Konzepte aus Ost-RPGs imitiert wird, ohne daß es eine technische Notwendigkeit dafür gibt. Ich kenne zB kein Spiel, das alleine für den Computer entwickelt wurde, das das Speichern nur an bestimmten Punkten erlaubt. Bei Konsolenspielen war dies durchaus auf den geringen Speicher zurückzuführen, da man bei wenigen möglichen Speicherpunkten weniger abspeichern musste, als wenn man überall das Speichern erlaubt. Selbiges übrigens gilt für die begrenzte Anzahl an Speicherslots. Bei den Speicherpunkten kann ich das durchaus noch als Gameplaytechnisches Mittel gelten lassen, aber eine begrenzte Anzahl an Speicherslots macht für ein PC-Game mMn keinen Sinn. Zu schade, daß man das im 2k nicht so einfach umgehen kann.

  2. #2
    @MagicMagor:

    Vielleicht habe ich mich etwas ungünstig ausgedrückt, so dass du dich gezwungen sahst mich zu berichtigen. Ich habe durchaus verstanden, worauf SDS mit "Realismus" ansteuerte, der zweite Satz in meinem Post sollte eigentlich auch ironisch rüberkommen.
    Was sind Mythen und Sagen? Es sind alte Überlieferungen, die aus Zeiten stammen, in denen die Angst der Menschen vor dem Übernatürlichen so groß war, dass sie dieser Angst ein Gebilde verschaffen mussten, um damit klar zu kommen. Je nachdem, woher man stammt, kommt man auch mit unterschiedlichen Vorstellungen in Berührung. Ich für meinen Teil habe den Großteil meiner Kindheit mit russischen Märchen und Erzählungen verbracht und in diesen sind Drachen alles andere als intelligent und weise. Sie sind riesig und deshalb auch mächtig, einige können Feuer spucken, andere können fliegen, aber kein Drache war auch nur im Entferntesten weise. Zwerge hingegen sind klein, intelligent, kräftig gebaut, haben oft die Rolle eines legendären Waffenschmieds und sind sonst eigentlich mindestens auf der Ebene eines Menschen. Warum sollte ein Zwerg es nicht schaffen können einen Drachen zu besiegen, ein Mensch schafft es doch auch? Dass ein kleinwüchsiges Wesen nicht gleich Zwerg ist, sollte wohl klar sein, so gibt es auch Wesen, die klein, dumm und in der Regel nur die dreckige Arbeit erfüllen, wie beispielsweise die Arbeit in Minen. Das trifft eigentlich nicht gerade die asiatischen Vorstellungen von Fabelwesen, jedoch sind wir oft umgezogen und das mehrmals in ein anderes Land, wo ich wieder mit völlig anderen Vorstellungen konfrontiert wurde. Ich denke, dass ich gerade dieser Tatsache zu verdanken habe, dass ich heute so offen gegenüber anderen Vorstellungen bin und fremde nicht so kritisch betrachte, wie es hier so manch einer macht. Ich sehe nicht ein, wieso ich mich nur auf die eine Seite der Münze fixieren und die andere Seite an dieser messen soll. Für mich sind Mythen, Sagen und Legenden nichts weiter als kulturell unterschiedliche Ansichten über das Übernatürliche. Westliche Ansichten halten sich streng an die Überlieferungen, sind recht einfach gestrickt (je größer, desto mächtiger) und haben oft den Tod als Anhaltspunkt für die Wesen und Geschehnisse. Östliche hingegen und speziell die Asiaten sehen im Übernatürlichen keine exakten Gebilde, zumindest optisch betrachtet, vielmehr konzentrieren sie sich auf das Innere und die damit verbundenen Fähigkeiten. Das Übernatürliche kann alle Formen annehmen und erscheinen wie es einem beliebt ist. Es kann beispielsweise nur ein streunender Hund scheinen und dennoch gleichzeitig ein mächtiges Wesen darstellen, beispielsweise einen Dämon. Die Kraft und Magie wird mit der Seele verbunden und nicht mit der äußeren Hülle. Das verstehen, oder wollen viele nicht verstehen und beim Geringsten Unterschied zu ihren westlichen Vorstellungen hört man dann meistens nur noch "BAH, UNREALISTISCH!!!11". Mir geht's einfach nur darum, dass diese Aussagen absoluter Mist sind. Man sieht auch in diesem Thread oft genug, dass die Leute hier so sehr von westlichen Ansichten über Fabelwesen (imo besonders, nein teilweise wahrscheinlich nur durch westliche Rollenspiele; du kannst mir nicht erzählen, dass gerade in der heutigen Zeit, wo der erste Kontakt eines Menschen größtenteils der Fernseher und später die PC/Videospiele sind, es Mythen in der ursprünglich vollen und reinen Erzählform leichter Zugang zum Menschen haben, als durch Spiele oder Filme; und gerade da sind es oft nur vermischte oder stark gekürzte Formen) geprägt sind, dass sie andere nur noch belächelnd ansehen, oder gar den Rücken zukehren. Welcher Liebhaber von westlichen RPGs könnte sich einen Kaktus als Gegner vorstellen, ohne sich dabei halb tot zu lachen, aber bei einem Gegner, wie einem Skelett, sich vollkommen in seinem Element wiegt... Welcher Liebhaber von westlichen RPGs hält die Monster in der Final Fantasy-Reihe (gerade diese spiegeln, meiner Meinung nach, am Besten die östlichen Ansichten über Fabelwesen wieder) nicht für absolut lachhaft, übertrieben und deplatziert... Wahrscheinlich nur sehr, sehr wenige. Ich weiß, dass ich nichts dagegen machen kann, da Schubladendenken und subjektive Wahrheit den Menschen unzertrennlich angewachsen sind, dennoch sehe ich keinen Grund dafür, nicht meine Meinung darüber zu sagen. Wer sich immernoch nicht vorstellen kann, worum es mir geht: Alles ist relativ!!!111 >

    Geändert von Kyuu (11.09.2006 um 14:21 Uhr)

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