Danke für deine Kritik und deinen Verbesserungsvorschlägen, ich werde sie mir zu Herzen nehmen. Ich finde es fast schade, dass noch nicht mehr Leute hier gepostet haben.
Und keine Sorge, der Typ ist nicht nur ein Spanner. Und wenn dir der Aufbau zu gut ist- Nunja, das ist eine Geschichte, die das Leben schreibt. wie gesagt, das hier ist wirlich passiert. Hier nun Kapitel 2 der Geschichte. Ich erhoffe mir mehr Feedback :

Kapitel 2 - Wenn Gott mich anders gewollt hätte, dann hätte er mich anders gemacht
(Johann Wolfgang von Goethe)
Steve Wood
In der 8. Klasse wurde die Freundschaft zwischen Ben und mir allmählich wieder intensiver. Wir hielten unsere Freundschaft durch beidseitiges Interesse an japanischen Animes und trafen uns immer öfter unter der Woche und an den Wochenenden.
„Hast du Hausaufgaben gemacht?“
„Ja.“
„Darf ich sie abschreiben?“
Wir hielten stets zusammen, jedenfalls glaubte ich das zu jener Zeit.
Irgendwann im Sommer hatte Ben die Idee, sich eine Softair zuzulegen:
„Wozu brauchst du ne Waffe?“, fragte ich ihn mal.
„Ich hab das Gefühl, ich brauche sie irgendwann einmal.“
Und so kam er durch einige Bekanntschaften irgendwann an eine solche Waffe.

Kail spielte zu jener Zeit eine nebensächliche Rolle. Er fand bei den „größeren“ Gruppen keinen Anhang und hat sich mit den beiden Außenseitern Ross und Stefan angefreundet, mit denen er seine eigenen kleinen Geheimnisse hegte und versuchte, sich einer höheren Autorität zu bedienen. Dennoch nutzte es ihm nicht allzu viel, denn Kail war niemals wirklich von den anderen Mitschülern beachtet worden. Man hatte ihn als „Freak“, oder als „Idioten“ abgestempelt.

„Eiersalat!“, hörte ich Kail eines Tages mal rufen und musste mit ansehen, wie er Ross äusserst gewaltsam an seinen Mannesstolz griff, und somit unterschied sich mein Urteil nicht unbedingt von dem der anderen.
Kail war in meinen Augen ein sehr seltsamer Kerl, den man besser zu vermeiden wusste, als ihn zu verstehen.
Wie in so vielen Schulklassen hatte auch unsere einen „Klassendepp“, der gemobbt und verprügelt wurde, und das seit der 5. Klasse. Und das geschah niemals zu knapp, es wurde fast zum Alltag, deswegen versuchte auch keiner mehr wirklich, etwas dagegen zu tun, so traurig es auch ist. Dieser arme Kerl war Jim. Kail hatte sich damals ein wenig mit ihm angefreundet und ihn unterstützt. Er hatte daher natürlich etwas heldenhaftes, und wusste durch diese Gutmütigkeit bei den Mädchen und den Lehrern zu punkten.
Eines Tages hielt er sogar so sehr zu Jim, dass Karsten und drei weitere ihm seinen Hochmut heimzahlen wollten. Auch Ben war durch den „Gruppenzwang“ daran beteiligt.
Kail und ich saßen ganz vorne im Bus.
„Den Penner verprügeln wir“, hörten wir Karsten zu seinen Freunden über Kail sagen.
„Fahr mit zu mir wenn du willst. Da wärst du erstmal sicher“, flüsterte ich ihm zu.
„Danke.“
„Hey, Kail- Wo willst du denn hin?“, rief Karsten ihm zu als er bemerkte, dass er sich wieder hinsetzte.
„Ach, ich fahr mit zu Steve“, erwiderte er ihnen.
„Pokémonkarten austauschen oder was?“

Als wir einen halben Kilometer später an der nächsten Bushaltestelle ankamen, stiegen wir beide aus und liefen los.
„Also tschüss Steve. Und danke…“, sagte er zu mir.
„Ähm…Moment…“, erwiderte ich. „Willst du nicht lieber noch für ´ne halbe Stunde zu mir kommen? Die könnten dich sehen wie du unten vorbeiläufst.“
„Ach ne, die werden nach Hause laufen. Die denken doch ich wäre bei dir.“
„Na dann, machs gut…“, winkte ich ihm zu. Ich sah Kail noch kurze Zeit hinterher.

Zuhause angekommen dachte ich darüber nach.
´Hätte ich doch lieber darauf bestehen sollen, dass er mit mir kommt?´
Diese Frage raste mir wie ein Blitz durch meinen Kopf. Als ich vor der Mattscheibe saß, um mir das Neueste über Avril Lavigne´s neuestem Lied erzählen lies, kam ich zu dem Entschluß ihn anzurufen.
Ich nahm den Hörer und wählte seine Nummer, die ich aus den alten Zeiten noch auswendig wusste.
„Hallo?“, meldete sich eine Frauenstimme.
„Ja, hallo. Ich bin ein Freund von Kail und…“
Plötzlich legte die Person am anderen Ende den Hörer auf.
´Da muss was passiert sein´, dachte ich mir.
Ich holte mir eine Flache Cola und schenkte die klebrige Flüssigkeit in ein glänzend poliertes Glas, als mich das Sprudeln der Kohlensäure dazu aufforderte, es noch einmal zu versuchen.
Ich nahm den Hörer und drückte die Wahlwiederholungstaste.
„Ja?“
Das war Kail´s Stimme.
„Kail?“
„Ja, Steve?“
„Ja, ich bins. Und wie geht’s dir? Ist alles in Ordnung bei dir?“
„Nein“, erwiderte er mit zitternder Stimme. „Ich hätte auf dich hören sollen, die haben mich abgefangen.“
„Okay erstmal ganz ruhig“, sagte ich schockiert. „Haben sie dir was getan?“
„Nein, mir geht’s gut. Sie haben mir nur auf die Nase gehauen, sie blutet jetzt. Und ´nen blauen Fleck habe ich, weil ich hingestürzt bin.“
„Da bin ich ja beruhigt.“ Ich atmete auf. „Was gedenkst du, jetzt zu tun?“
„Meine Mutter hat in der Schule angerufen. Unser Lehrer weiß Bescheid. Er sagte das habe morgen Konsequenzen. Außerdem wird mich meine Mutter zur Schule fahren.“
Ansonsten war ich am restlichen Tag mit meinen Hausaufgaben beschäftigt und mit der Frage, ob ich am nächsten Morgen auch etwas abkriegen werde, da ich immerhin Kail helfen wollte.
Eine wie sich herausstellte unberechtigte Frage, die mir dennoch den restlichen Tag Angst machte.
„Und war Kail gestern bei dir?“, war das Einzige, was Karsten mich grinsend fragte.
„Nein. Aber ich denke, das wisst ihr ja besser als ich, oder?“, grinste ich zurück.
„Der Feigling schwänzt heute anscheinend. Ist nämlich noch nicht hier.“
„Er lässt sich von seiner Mutter hochfahren“, erwiderte ich und versuchte, so geistesabwesend wie möglich rüberzukommen.
Allerdings sagten sie auch nichts mehr, sie schienen zu ahnen was sie erwartete:
Ein Schulverweis und eine unangenehme Standpauke vom Klassenleiter.
Bis zum Ende der Schule wurden Ben und ich immer dickere Freunde, und wir erweiterten auch unseren Freundeskreis. Kail hatte in der Schulzeit viel zu Jim gehalten, was ihn noch hilfsbereiter darstellen ließ. Mit ihm aber hatten wir eigentlich keinen Kontakt mehr nach dem Abschluss. Wir hatten nur gehört, er soll ein starker Raucher geworden sein. Doch auch das sollte sich ändern.

Inzwischen bin ich auch ein paar Dörfer weitergezogen. Ben und ich hatten eine Ausbildung begonnen. Er lernte Gärtner, und ich wollte ein paar Monate später meine Ausbildung als Koch beginnen, was dann auch klappte. Das heißt ich konnte nicht mehr zu oft zu Ben wie ich es manchmal gewollt hätte. Allerdings war ich dabei, meinen Mopedführerschein zu machen.
Es war ein regnerischer Tag, an dem Ben und ich an einen See gelaufen sind und dort ein wenig über unsere Zukunft geredet hatten.
„Meinst du, das wir in Zukunft auch noch so gute Freunde sein werden?“, hatte ich ihn gefragt.
„Weiß ich doch nicht“
„Was meinst du…damit?“, fragte ich erschrocken.
„Naja, dass ich nicht weiß was die Zukunft bringt. In 2 Jahren bin ich schon achtzehn wenn ich überlege… Vielleicht hab ich da schon fast eine Familie. In zwei Jahren kann viel passieren, Steve. In 2 Jahren kann sich eine Person komplett verändern, weißt du?“
Damals war ich darüber erschrocken und enttäuscht, heute weiß ich wie recht er damit hatte…
Als wir zurückliefen kamen wir am Kinderspielplatz vorbei, wo eine altbekannte Person saß:
„Hey Ben; Hey Steve! Hast abgenommen, oder?“
Es war Kail, und bei ihm war noch Pia Frey. Sie sah verdammt gut aus, jedoch hatte man schon sehr viele Gerüchte über sie gehört. Sie war aber ganz nett, nur wirkte sie einem Gespräch mit mir doch recht abgeneigt. Ben hatte sich unglaublich gut mit Kail verstanden- zu gut wie ich fand. Wäre das ein Videospiel, würde ich sagen das Intro ist ab hier vorbei. Jetzt kommt der eigentliche Inhalt dieser Geschichte… das Alpha des Omegas, der Anfang einer geheimen, grausamen Geschichte.

Nicht den Tod sollte man fürchten, sondern eher dass man nie
beginnen wird, zu leben

(Marcus Aurelius)

Pia Frey

Ich weiß bis heute noch nicht wieso ich so blind auf Kail´s Masche reingefallen bin, aber es war eine ganz bestimme Art an ihm gewesen, der man nicht widerstehen konnte.
Eines schönen Tages stellte Kail uns seinen ehemaligen Schulkollegen Ben Neumüller vor, den wir auf dem Spielplatz trafen. Ein dunkelhaariger, sehr attraktiver Kerl mit geheimnisvollen und zugleich tiefgängige Augen.
Bei ihm war Steve Wood, dem ich schon in Chatrooms begegnet bin und den ich nur recht flüchtig kannte. Er war sehr groß, hatte dunkelblonde Haare und war kräftiger gebaut. Er war aber nicht dick, vielmehr sah man ihm an, dass er Kraft hatte. Ansonsten war er rein äusserlich Durchschnitt gewesen.
Ben war der lustigste Mensch dem ich jemals begegnet war. In seiner Gesellschaft wurde es niemals langweilig, man hatte immer etwas zu lachen. Der Vergleich mit dem „Lustigen Taschenbuch“ schien passend, wenn er dabei gewesen war. Stets imitierte er den Comedian
Michael Mittermeier, was er nicht nur sehr gut konnte, sondern auch genauso rüberbrachte wie sein Vorbild. Ben kannte massenweise Leute und war bei ihnen allen sehr beliebt, da verständlicherweise niemand auf seine Art verzichten wollte. In Gesellschaft von Frauen war er jedoch immer leicht schüchtern. Dies legte sich aber, nachdem wir ein paar Worte miteinander gewechselt hatten. Wir verstanden uns prächtig und mit ihm hatte ich über Dinge geredet, über die ich sonst mit niemand anderem je reden würde.
Doch dies konnte Kail absolut nicht ertragen. Er war der Überzeugung, in Ben einen besten Freund erkannt zu haben.
„Wir werden niemals getrennt sein. Er wird immer mein bester Freund sein, das verspreche ich euch!“, sagte Kail einmal. Ich bezweifle, ob er überhaupt weiß, was ein Freund ist…
Nur war eigentlich Steve Wood sein bester Freund, sie kannten sich schon sehr lange.
Also musste Kail erstmal ihn aus dem Weg räumen.
Ich kannte ihn ja auch nicht weiter, also vertraute ich dem, dem ich schon so lange Zeit davor immer bedenkenlos vertrauen konnte- Kail. Steve war nach seinen Erzählungen ein wirklich mieser Typ, er würde immer irgendwelche Gerüchte in die Welt setzen, dumm wie Brot sein, und außerdem sollte er eine leichte Neigung zur Perversion und Homosexualität haben. Ich hatte mich wirklich nur vor diesem abartigen Typen geekelt, und fand Kail´s Eingriff sehr Heldenhaft. Schliesslich versuchte er nur, einem guten Freund vor diesem schlechten Umgang zu befreien.

Kail, Ben, meine beste Freundin Sandra und ich trafen uns regelmäßig und oft im Park. Da es langsam auf die kalte Jahreszeit zuging bekamen wir die Genehmigung von Ben´s Eltern, ihren kleinen Dachboden zu unserem Partyraum auszustatten.
„Ein reichlich runtergekommenes Verlies“, hielt Kail seinem besten Freund schroff vor.
„Es ist eigentlich nur ein Lagerraum“, gab Ben ihm zu verstehen.
„So siehts auch aus. Euer ganzes Haus ist ein Lagerraum“.
„Ach komm, den Raum stauben wir mal richtig ab, das wird ein gemütliches Örtchen werden“, warf ich ein und fing an zu planen.
„Wenn es mit Abstauben halt schon getan wäre“, seufzte Kail und warf Ben einen bösen Blick zu.
Wir räumten da drin ordentlich auf, nahmen Schrubber und Putzmittel in die Hand und säuberten den Raum wie das Büro des Bundespräsidenten.
Wir stellten 2 große Tische und Bänke aneinander und richteten die alte Bar wieder zu einer richtigen, mit Alkohol dezent aufgefüllten Bar. Wir trafen uns dort fast Tag für Tag und führten viel Unterhaltungen, lachten, tanzten, und drehten die Musik auf vollste Lautstärke, was niemanden zu stören schien.
Doch all dies sollte nicht auf ewig so sein…
Kail hielt sich bisher mit seinen eigenen Zielen verdeckt, doch dann wurde es immer offensichtlicher, was er wollte: Macht!
Ben´s Dachboden war nicht mehr unser Partyraum- es war auch nicht mehr Ben´s Dachboden- es war Kail´s Regierungssitz. Von hier aus übte er seine Macht über viele Menschen aus. Uns war es absolut verboten worden, uns in Kail´s Abwesenheit zu treffen oder mit anderen Freunden oder Kumpel. Haben wir es dennoch getan, hatte er uns in die Hölle heiß gemacht und erpresste uns, er würde sich die tiefsten Geheimnisse, die wir ihm einst voller Vertrauen und Fürsorge übermittelt haben, zunutze machen und sie an die richtigen Leute weitererzählen. Etwas, was durch das ganze Dorf gewandert wäre.
Dies war wohl auch der Grund gewesen, warum nie jemand etwas gegen ihn sagte oder die Hand gegen ihn erhob, geschweige denn die „Freundschaft zu kündigen“.
Kail wollte seinen guten Ruf im Dorf natürlich nicht verlieren, daher wusste er es zu vermeiden, dass wir den Mund aufmachten. Natürlich hatten wir im Heimlichen genug zu lästern gehabt, doch er bekam es immer raus. Ich weiß bis heute noch nicht, wie er das immer gemacht hat. Es war einfach ein Teufelskreis und er war der Punkt in der Mitte, von dem an der Zirkel seinen Kreis aufmalte…

Ben liebte das Golf spielen über alles. Seit Generationen wird dieser Sport in seiner Familie betrieben. Er ging zwei bis drei mal in der Woche zum Training und hatte ab und zu ein Vereinsspiel am Wochenende.
Ben war Gärtner; Ein, wie er meinte, knochenharter Beruf. Er kam nachmittags oft heim und legte sich vor Erschöpfung ein Weilchen hin. Dann hatte er manchmal noch Training und dann musste er auch noch sein Bestes geben, Kail zufrieden zu stellen. Das heisst, der Ärmste hatte so gut wie keine Zeit mehr für sich. Doch für Kail war das alles noch zu wenig.
Er wollte dass Ben sein Hobby, den Golf- Sport, für ihn opfert, damit sie mehr Zeit miteinander verbringen können. Was, wie Kail meinte, für eine wahre Freundschaft eine Selbstverständlichkeit wäre. Jedoch wäre dies eine Welt für Ben gewesen, die zu Bruch gegangen wäre. Abgesehen davon, dass er seine Eltern furchtbar enttäuscht hätte und sie es wohl auch niemals so weit hätten kommen lassen.
Zwischen Ben und Kail war dieses Hobby einer der häufigsten Gründe warum sie sich gestritten hatten.


Bis zu Kapitel 3 wird es ein wenig dauern...